Bewertung: Emirates Economy Class im A380

Emirates Airbus A380

Emirates gilt für so Manchen als die beste Airline der Welt. Besonders begehrt: Die First- und Business-Class-Kabinen des Golfcarriers. Doch bietet er auch in der Economy Class ein herausragendes Produkt? Das wollte Travel-Dealz-Redakteur Adrian wissen und hat daher die Economy Class im Airbus A380 von München nach Dubai getestet.

Check-In

Da ich nur mit Handgepäck reiste, wollte ich etwaige Warteschlangen am Flughafen umgehen und checkte dazu über die Emirates-App online ein. Dies ging eigentlich problemlos, nur war es nicht möglich, eine digitale Bordkarte zu erhalten. Also musste ich doch zum Schalter:

Emirates fliegt in München vom Modul C des Terminal 1, das ältere Terminal, von dem die Nicht-Star-Alliance-Flüge abgehen.

Der Emirates-Check-In-Bereich ist viergeteilt: Es gibt einen Counter für First- und Platinum-Passagiere, einen weiteren für andere Skywards-Statuskunden und Business-Class-Passagiere, zwei für bereits online-eingecheckte Passagiere und zwei reguläre Economy-Check-In-Schalter. Leider waren an beiden letzteren Countern die Schlangen ziemlich lang, ich musste rund 20 Minuten warten. Das lag nicht zuletzt daran, dass viele der Passagiere vor mir außergewöhnlich viel Gepäck aufzugeben hatten. Die freundliche Check-In-Mitarbeiterin konnte mir allerdings rasch meine Bordkarte aushändigen und informierte mich darüber, dass ich momentan noch eine ganze 4er-Sitzreihe für mich alleine habe. Was für ein Glück! Übrigens profitiert ihr bei Emirates von kostenlosem Rail&Fly, wenn ihr mindestens den Flex-Tarif bucht. Ansonsten kann es für 19€ pro Strecke dazu gebucht werden.

Wie viel Gepäck ihr mitnehmen dürft, hängt vom gebuchten Tarif ab. In der Regel greift das Gewichtskonzept:

  • Special: 15 kg
  • Saver: 20 kg
  • Flex: 30 kg
  • Flex Plus: 35 kg

Dabei dürft ihr beliebig viele Gepäckstücke einchecken – nur das jeweilige Gesamtgewicht darf nicht überschritten werden. Außerdem darf kein Gepäckstück über 32 kg wiegen. Statuskunden von Emirates Skywards dürfen 12, 16 oder 20 kg zusätzlich mitnehmen.

Da ich allerdings nur Blue Member bei Skywards bin, hätte ich diese Vorteile nicht in Anspruch nehmen können – und auch Loungezugang gab es natürlich nicht für mich. Dafür habe ich allerdings den Priority Pass über meine American Express Platinum Card und konnte somit die wirklich schöne Airport Lounge World besuchen:

Boarding

Der Airbus A380 ist ein gigantisches Flugzeug – schon fast ein wenig zu groß für das Modul C des Münchner Flughafens. Die Airline nutzt gleich drei Gates, um den Riesenjumbo zu boarden: Es gibt ein Gate für First- & Business-Passagiere und zwei für Economy-Passagiere. Über drei Fluggastbrücken – eine im Upper Deck für First & Business und zwei im Main Deck für Economy – geht es an Bord.

Erstaunlicherweise gab es kein Priority Boarding für Statuskunden. Die Economy Class im Hauptdeck ist in verschiedene Zonen eigeteilt, wobei diese alle gleichzeitig aufgerufen werden. Aufgeteilt werden die Passagiere lediglich durch die beiden Economy-Gates. Die Gäste im vorderen Bereich des Fliegers boarden am linken Gate, die Passagiere im hinteren Bereich am rechten Gate. Dieser Prozess war erstaunlich effizient. Nach gerade einmal 20 Minuten hieß es bereits: „Boarding is completed“. Kostenlose Zeitungen oder Zeitschriften – wie sie bei einigen Airlines in der Fluggastbrücke ausliegen – gab es nicht.

Kabine & Komfort

Während die Premium-Klassen im Upper Deck untergebracht sind, ist das komplette Main Deck ausschließlich mit Economy-Sitzen in einer 3-4-3-Anordnung bestuhlt. Der Sitzabstand beträgt gut 81 cm und ist damit überdurchschnittlich – im A380 der Lufthansa habt ihr z. B. fast 3 cm weniger Platz. Die Sitzbreite rangiert mit knapp 46 cm im Durchschnitt. Allerdings lassen sich die Sitze nach meiner Einschätzung außergewöhnlich stark zurücklehnen.

Von dieser Funktion musste ich allerdings nicht Gebrauch machen: Es blieb tatsächlich die komplette 4er-Reihe frei (Reihe 62, Plätze D, E, F und G) und konnte mich zum Schlafen über die Sitze legen. Ich nenne das: „Business Class für Arme“.

Jeder Sitz verfügt über ein vertikal verstellbares und seitlich klappbares Nackenpolster. Zudem liegt an jedem Platz eine außergewöhnlich große (1,80 x 1,80 m) und dicke Wolldecke sowie ein Kissen bereit. Was mich erstaunt hat: Ein Amenity Kit – wie es es bei anderen Premium-Airlines auch in der Economy gibt – lag nicht aus auf diesem knapp 6-stündigen Flug. Auf längeren Strecken scheint es dieses allerdings zu geben.

Am Vordersitz befindet sich neben dem Inflight-Entertainment-Monitor (inkl. Kopfhöreranschluss & schnurgebunder Fernbedienung) eine USB-Steckdose zum Handy-Aufladen mit 5 Watt. Aufgrund der geringen Leistung dauert der Ladevorgang dementsprechend lange. Schneller geht es da schon mit der internationalen Stromsteckdose (EU, UK, US, Australien), die es jedoch nur an jedem zweiten Platz gibt. Außerdem befindet sich am Vordersitz ein Kleiderhaken und natürlich der Klapptisch. Statt dem Klapptisch könnt ihr auch nur eine Getränkehalterung ausklappen. Beides gleichzeitig – wie zum Beispiel bei Singapore Airlines im A380 – geht leider nicht. Wie üblich befindet sich über jedem Platz ein Leselicht und ein individuell regelbares Gebläse.

Schön anzusehen ist die edel anmutende Kabinenbekleidung und die ebenfalls schicken Fensterblenden. Beeindruckt hat mich das Ambient-Beleuchtungskonzept, unter anderem mit einem Sternenhimmel an der Kabinendecke!

Wirklich außergewöhnlich sind die Waschräume mit ihrer edlen Holzverzierung – sogar an der Klobrille! Zudem liegen neben Seife auch Eau de Toilette und Handcreme der Marke The White Company für euch bereit. Um auf die Waschräume hinzuweisen, hat die Airline übrigens ein sinnvolles Wegweiser-System im Einsatz, das genau anzeigt, welche Toilette gerade frei ist und wo sie sich befindet.

Verpflegung & Service

Bereits nach dem Boarding wurden Speisekarten verteilt. Nach dem Start dauerte es leider relativ lange, bis mit dem Service begonnen wurde. Hot Towels gab es nicht. Ein Trolley mit Speisen und Getränken wurde etwa 1 Stunde und 15 Minuten nach dem Start von den Flugbegleitern durch die Kabine geschoben. Ich bestellte einen Orangensaft, ein stilles Wasser und als Mahlzeit den Rinderschmorbraten in Pfefferrahmsoße. Die Gerichte kamen wie üblich mit einer Vorspeise (Linsensalat) und einer Nachspeise (Afelstreußel-Vanillesoßen-Konstellation) auf einem Tablett. Auf diesem befand sich auch das Set mit Serviette und Metallbesteck, ein in Plastik verpacktes Brötchen, Käse, Cracker und Butter sowie ein Plastikbecher mit stillem Wasser.

Die Plastikschälchen mit den warmen Gerichten werden wie üblich von den Flugbegleitern separat auf das Tablett gelegt, wobei es hier bei Emirates eine Besonderheit gibt: Gelagert werden sie in einem speziellen „Schränkchen“ auf dem Trolley, das die Speisen vermutlich warmhalten soll.

Die Speisen waren hervorragend und zum Rinderschmorbraten kann ich nur sagen: Das war vermutlich das beste Economy-Flugzeugessen, das ich jemals hatte! Insbesondere die Pfefferrahmsoße war gut abgeschmeckt und auf Restaurant-Niveau. Es übertraf geschmacklich auch das ein oder andere Business-Essen, das ich schon so an Bord von Flugzeugen erleben durfte. Dass Emirates mit Do&Co in München auf einen Premium-Caterer setzt, ist definitiv ein Pluspunkt. Enttäuschend war allerdings das schreckliche – in Plastik eingepackte – Fertigbrot. Dass es keine Wasserflasche gab, sondern nur diesen „Yoghurtbecher“ mit stillem Wasser, fand ich auch einer Premium-Airline nicht würdig.

Nach dem Speiseservice ging nochmals eine Flugbegeiterin mit einem Getränketrolley durch den Gang. Zur Wahl gab es Wasser, verschiedene Säfte (Ananas, Orange, Tomate), Softdrinks, Weiß- und Rotwein, Bier und Spirituosen & Liköre wie Jack Daniel’s und Baileys. Vor der Landung gab es leider keinen Frühstücksservice mehr. Bedauerlicherweise begann die Crew bereits gut 60 Minuten vor der Landung damit, die Kabine zu „checken“, sprich die Passagiere zu bitten z. B. ihre Sitzlehne aufrecht zu stellen – und zwar, obwohl das Anschlusszeichen noch nicht an war. Das fand ich ziemlich störend, gerne hätte ich noch eine Weile geschlafen.

Entertainment & Wlan

Emirates ist für sein Entertainmentsystem (IFE) berühmt und zwar zu Recht! Ich hatte noch nie ein IFE, das eine so umfassende Filmauswahl bietet. Hier sollte wirklich jeder etwas finden. Über das „ICE“ – so nennt Emirates das Touchscreen-System, könnt ihr auch Emails schreiben und euch z. B. die Airshow angucken bzw. auf die 3 Außenkameras des A380 zugreifen.

Um das Entertainmentsystem zu nutzen, liegen an jedem Platz im Plastik eingepackte Kopfhörer bereit. Diese können mit einem „Flugzeug-Doppelstecker“ angeschlossen werden. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, eure eigenen Kopfhörer anzuschließen. Die Kopfhörer waren außergewöhnlich bequem, die Tonqualität allerdings nicht herausragend.

Auch WLAN gibt es an Bord von Emirates! Die Preise sind wirklich fair: Den kompletten Flug hätte ich das WLAN für 11 USD (als Skywards-Member, sonst 16 USD) nutzen können. 20 MB Datenvolumen sind sogar komplett kostenlos! Davon habe ich Gebrauch gemacht, allerdings war dies dermaßen langsam, dass ich noch nicht mal einen Speedtest durchführen konnte. Immerhin haben sich ein paar WhatsApp-Nachrichten heruntergeladen.

Emirates A380 Economy Class Bewertung
  • Check-In & Boarding
  • Kabine & Komfort
  • Essen & Service
  • Entertainment-System
  • Extras
4.7
Fazit

Emirates hat wirklich ein herausragendes Produkt in der Economy Class, auch wenn es ein paar Details gibt, die dafür sorgen, dass es nicht perfekt ist: Kein Service vor der Landung, keine Wasserflasche, kein Hot Towel, kein Amenity Kit – es gibt andere Airlines, die dies auch in der Economy Class bieten. Dennoch war es eine wirklich schöne Reise. Ich würde jederzeit wieder Emirates fliegen.

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Kommentare (10)

  1. bin Zuhause in Australia und fliege ab und an mal mit EK in Economy
    Pro:
    Tolles Ambiente
    Gutes Essen
    Große Auswahl an Getränken
    Sehr gute sitze
    Sehr gutes Entertainment

    Cons:
    Service hat sehr stark nachgelassen
    Service immer abhängig von der Crew- insbesondere crew members von Osteuropa und Südamerika sehr arrogant und nicht service oriented
    Haben zu oft gehört wie tolle EK und das Leben in DUB
    Service erinnert mich an alten 5 star service in Deutschland wo der Kellner dachte er ist besser und wichtiger dann die zahlenden Kunden
    Oft sehr unfreundliches Boden staff besonders in DUB
    Airport DUB nichts besonderes immer abhängig welche area des Airports
    EK und DUB kann in keinem Zeitpunkt mithalten mit Premiere Flughafen und linen von Asien

    Verstehe den Hype um Emirate schon länger nicht

    Bin jetzt schon sehr froh das quantas nicht mehr so viel über dub oder / und mit EK fliegen

    Für mich beste Airline in ME ist Qartar

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  2. Ich Reise seit 11 Jahren mit dem A 380 von Dubai nach Bangkok.
    Vorher Madrid Dubai. Bei allen Flügen war „Alles“ zu meiner Zu-
    friedenheit. Check in, Bording, Service, Entertainment usw. auf
    einer Scala von 1 bis 10 eine glatte 9 im Schnitt. Dazu kommt,
    das der Airport Dubai mir bei jeweils 3 Std. (Hin- und Rückflug)
    keinerlei Langeweile aufkommen lässt.
    Hans J.

    Antwort

  3. ameniety kids wurde schon seit 2 jahren auf dieser strecke wegrationalisiert
    essen war mal besser, bevor caterer gewechselt hat u. wenn du pech hast, gibts kein chcken mehr, ist mir inzwischen 2x passiert 😐
    trotz allem ist ek noch eine gute airline, auch wenn der service früher deutlich besser war, müssen eben auch sparen
    WICHTIG, der tarif mit nur 15kg gepäck wird beim check in in dxb sehr ernst genommen, es gibt keine kulanz mehr, selbst bei 1kg übergepäck heisst es, zahlen oder auspacken

    Antwort

  4. Informativer Artikel, wobei ich manche Goodies wie Wasserflasche, Metallbesteck amenity kit auch bei LH erst in der Premium Economy oder gar nicht finde z. B. Hot towel … . Bin gespannt auf die nächste *A LH Eco Flugbewertung inkl. neuem Boardingprozess.

    Antwort

  5. Bin den A380 auf LH, SQ, AF, EY, EK und CZ in der Eco auf einigen langen Strecken geflogen (Dubai-Brisbane und zurück, Guangzhou-Los Angeles, Abu Dhabi-Sydney, Hongkong/Singapur-Frankfurt usw.). Tatsächlich denke ich, dass die Emirates die besten Sitze und das beste Essen anbietet. Im Gegensatz zur B777, die ich für eine Zumutung halte…

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  6. Hallo,
    ich kann den Hype um die Golfcarrier nur teilweise verstehen. Gut, oftmals ist viel Gold in der Kabine verbaut, was dann toll glänzt, aber dies ist Geschmackssache für mich.

    Gerade in der Business Class verstehe ich es gar nicht! Bei Emirates ist zwar die A380 in einer 1-2-1 Anordnung, aber in der 777 ist es eine 2-3-2 Anordnung. Dafür fällt die Sitzbreite in der A380 sehr schmal aus und ist in etwa so, wie Eco der LH/Eurowings auf Europastrecken. In der 777 ist mehr Sitzbreite vgl. mit der LH Langsrecke, dafür sitzen bis zu 7 Personen in einer Reihe. Mit dem bei der LH oft gescholtenen fehlenden Gangzugang ist es also hier noch schlechter.
    Da sind Etihad und Qatar besser, bewegen sich auf dem Durchschnitt der Business.

    Wer Platz haben will sollte m.E. zur SQ greifen. Dort ist Business viel breiter bestuhlt, die oft geforderte Privatssphäre ist ebenfalls vorhanden.

    Und der Service ist m.E. immer von der Crew und der Chemie Gast/Crewmitglied abhängig.

    Und in der Eco sind die Unterschiede der Airlines eher bescheiden. Gut, wer zu manchem Billigcarrier geht, soll sich über Beinfreiheit und Sitzbreite nicht beschweren. Denn Fliegen darf ja nichts kosten. Aber bei den sog. Premiumcarrier sind die Unterschiede für mich doch eher gering. Das IFE ist oft abhängig vom Alter der Maschine.

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  7. Kann von meinen längeren Emirates Flügen bestätigen, dass es hier ein Ameniety Kit gibt.
    Es sind Socken, Zahnbürste, Schlafmaske und Ohrenstöpsel enthalten.

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