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Bewertung: Iberia Economy Class von Mexico City nach Madrid

Iberia A340

Die spanische Iberia ist in Deutschland eher unbekannt – wer aber preiswert nach Mexiko, China oder Südamerika fliegen möchte, kommt um das Oneworld-Mitglied oft nicht herum. Im Rahmen einer geschäftlichen Reise hatte ich im Frühjahr 2018 die Möglichkeit, in der Economy Class vom Iberia-Drehkreuz Madrid nach Mexico City und zurück zu reisen. Die Flüge erfolgten im Airbus A340. Da ich den Hinflug mehr oder minder „verschlafen“ habe, hier der Bericht der Rückreise:

Check In & Sicherheitskontrolle

Ich habe kurz nach der Air Berlin-Pleite einen Status Match von Topbonus Gold zu Iberia Oro beantragt, um meinen Oneworld Sapphire-Vielfliegerstatus beizubehalten. Entgegen anders lautender Berichte wurde mein Status Match auch recht schnell bewilligt, sodass dies nicht mein erster Flug als „offizieller“ Iberia-Vielflieger war.

Der Check-In-Schalter befindet sich am nördlichen Ende des Terminal 1 in Mexico City. Kommt ihr mit Taxi oder Uber, lasst euch zum Eingang F3 fahren. Am Ende der Halle befindet sich der Iberia Priority-Check-In, an dem neben Business- und Premium Economy Class auch Vielflieger mit Oro- oder Sapphire-Vielfliegerstatus einchecken dürfen. Der Mitarbeiter dort war sehr freundlich und sprach – das ist nicht selbstverständlich in Mexiko, auch nicht am Flughafen – sehr gutes Englisch. Da ich schlafen wollte, frage ich, ob noch vier nebeneinander liegende Sitze in der Mitte verfügbar seien. Er bejahte und verwies darauf, dass die Maschine insgesamt recht leer sei. Ich hatte kein Aufgabegepäck. Pro Passagier sind 1×23 kg erlaubt, als Economy Full-Fare- und Statuskunde dürft ihr zwei Gepäckstücke mitnehmen.

Terminalkarte Mexico City

Terminalkarte Mexico City

Nach dem Check-In schicke mich der Mitarbeiter zur Sicherheitskontrolle in Halle G. Diese ist zwar ein gutes Stück vom Check-In-Schalter und einer anderen Sicherheitskontrolle entfernt, wer aber in die Lounge will, für den ist dies wegetechnisch die bessere Option. Zwar gibt es keine Priority-Lane bei der Sicherheitskontrolle, lange warten musste ich aber nicht. Eine richtige Passkontrolle gibt es zur Ausreise übrigens nicht. Eure Einreisekarte wird euch beim Boarding abgenommen.

Oneworld-Lounge Mexico City

Die Oneworld-Lounge habe ich nur sehr kurz besucht. Der Zugang befindet sich etwas versteckt, kurz nach der Sicherheitskontrolle auf der linken Seite. In die Lounge im ersten Stock gelangt ihr über eine Treppe bzw. einen Aufzug. Die Lounge ist ausgestattet mit einer gut bestückten Bar, an der angeblich auch Cocktails gemixt werden, es gibt zwei warme Gerichte (meist Pasta und Fleisch), eine Salat- und Dessertbar sowie Sanitäranlagen mit Duschen. Leider waren die Puddings ungekühlt brühwarm; ich hatte Hygienezweifel und verzichtete. Das WLAN ist recht schnell.

Iberia Lounge Mexico City

Meine Mahlzeit in der Iberia-Lounge Mexico City

Die Lounge ist okay, das Getränkeangebot ist ordentlich, die Speisen eher mittelmäßig. Einen ausführlichen Erfahrungsbericht gibt’s bei One Mile At A Time.

Boarding

Ich war zur angegeben Boarding-Zeit am Gate, zu dieser Zeit war allerdings noch nicht mal die Crew im Flieger. Nach etwa 30 Minuten Warten begann das Boarding. Wie häufig bei Iberia verlief das Boarding recht chaotisch, da auf die jeweiligen Schlangen nicht ausdrücklich genug hingewiesen wurde und sich viele Reisende schon lange vor Boardingzeit am Gate versammelten. Trotzdem gelang es mir, dank Priority Boarding als einer der ersten den Flieger zu betreten. Erstaunlicherweise wurde meine Bordkarte nicht gescannt (Scanner war außer Betrieb), sondern nur abgerissen. Was wäre wohl passiert, wenn ich mit mobiler Bordkarte verreist wäre?

Komfort und Ausstattung

Bei meiner Maschine handelte es sich um einen Airbus A340 aus dem Baujahr 2009 mit dem Kennzeichen EC-KZI und einer 2-4-2-Sitzkonfiguration. Mein Sitzplatz war 55H, also recht weit hinten im Flieger. Bis kurz vor dem Start sah es tatsächlich so aus, als würde ich eine ganze Viererreihe für mich alleine haben. Ich betete, dass sich niemand umsetzt, doch Gott wollte es anders: Eine Nonne wechselte ihren Platz und setzte sich neben mich. Somit hatte ich leider kein „Lie-Flat-Bed“ über vier Sitze. Schade.

Wie auf Langstreckenflügen üblich, wurden Kissen, Decken und Kopfhörer verteilt. Der Sitzabstand liegt mit ca. 79 cm im Mittelfeld und ist in etwa gleichauf mit der Lufthansa-Economy. In den Toiletten stand Seife, aber keine Creme/Lotion zur Verfügung. Insgesamt macht die Kabine einen soliden Eindruck, eben eine typische Langstrecken-Economy Class.

Entertainment & WLAN

Das Entertainment-System war modern und reagierte keineswegs Träge auf Eingaben! Neben spanischen und englischen Filmen gab es auch Inhalte in deutscher Sprache. Am Gerät befand sich ein USB-Stecker zum Laden von Handys, eine normale Klinkenbuchse für handelsübliche Kopfhörer (kein „Flugzeug-Doppelstecker“) sowie ein S-Video-Anschluss (wofür der auch immer ist).

Auch WLAN gibt es, allerdings finde ich das Angebot unverhältnismäßig teuer. 4 MB kosteten 4,95€, 22 MB 19,95€ und 50 MB 39,95€.

Service an Bord

Recht negativ in Erinnerung geblieben sind der Service an Bord und die Verpflegung. Anders als bei den meisten anderen Airlines gab es nach dem Start keine Getränkerunde; die ersten Erfrischungen wurden zum Abendessen verteilt. Dieses erhielt ich erst 2 Stunden nach dem Start, wohl auch, weil ich recht weit hinten im Flieger saß.

Die Flugbegleiter machten keinen sonderbar motivierten Eindruck. So wurde auf mein Klingeln – ich wollte ein Getränk – während des gesamten Fluges nicht reagiert. Offenbar erwartet Iberia von seinen Economy-Gästen, dass sie sich in der Galley selbst etwas holen, wenn sie Durst haben. In der Nacht sind hin und wieder Flugbegleiter durch die Gänge gelaufen und haben Wasser ausgeschenkt.

Als Abendessen hatte ich die Wahl zwischen Pasta (Penne in Käsesauce) und Beef (Rindergeschnetzeltes mit Gemüse und Reis), wobei ich mich für letzteres entschied. Das Gericht war wenig überzeugend, es schmeckte äußerst fad, war trocken und das Gemüse war steinhart. Ich fliege fast jede Woche Economy Class-Langstrecke und muss sagen, dass diese Mahlzeit zu den schlechtesten gehört, die ich je an Bord eines Fliegers gegessen haben. Wobei dieses Essen schätzungsweise in Mexiko produziert wird und Iberia wenig dafür kann. Erstaunlich ist allerdings, dass zum Abendessen richtiges Metallbesteck gereicht wird, was es sonst nur bei „besseren“ Airlines in der Economy Class gibt. Auch ist positiv hervorzuheben, dass die Flugbegleiter während des Essens nochmals Brot verteilten und eine Kaffee- & Tee-Runde folgte.

Knapp zwei Stunden vor der Landung wurde noch Frühstück serviert. Im Frühstücks-Paket enthalten waren ein Käsesandwich, Schokoriegel sowie Joghurt. Zum Frühstück wurden nochmals Getränke verteilt.

Iberia A340 Economy Class Bewertung

  • Check-in & Boarding ★★★★★ ★★★★★
  • Komfort & Kabine ★★★★★ ★★★★★
  • Service ★★★★★ ★★★★★
  • Essen ★★★★★ ★★★★★
  • Entertainment & WLAN ★★★★★ ★★★★★
  • Extras ★★★★★ ★★★★★
★★★★★ ★★★★★ 2,58

Fazit

Die Iberia Langstrecken-Economy Class überzeugt mich nicht. Zwar treffen Kabine und Sitze den Geist der Zeit, jedoch lassen Verpflegung und Service zu Wünschen übrig. Nur zwei Getränkerunden auf einem 12-Stunden-Flug ist arg dürftig. Und dermaßen demotivierte Flugbegleiter habe ich bislang selten erlebt. Freiwillig würde ich nicht Iberia fliegen.

Titelbild: Airbus A340 der Iberia © IAG

Adrian

Eigentlich von Beruf Radioredakteur. Seit ein paar Jahren regelmäßig in der Luft und auf der Schiene unterwegs. Seither durchforste ich täglich das Netz nach den besten Reiseschnäppchen. Ein Spezialgebiet von mir: Bahnreisen. Seit Juni 2017 bin ich im Team von Travel-Dealz. Ich freu mich über Mails an adrian@travel-dealz.de
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Kommentare (7)

  1. Bei welchen Airlines wird denn auf das „Klingeln“ reagiert? Ich finde das für einen Getränkewunsch ehrlich gesagt recht unverschämt, zumal sich der Körper doch bei einem Langstreckenflug über jedes Aufstehen freut. Da kann man echt kurz mal zur Galley gehen.

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    • Ich lese Reiseberichte wie diesen sehr gerne und weiß, dass die Autoren sich aus freien Stücken die Mühe des Schreibens gemacht haben. Wahrscheinlich freut sich dann jeder über einen wohlmeinenden Kommentar. In diesem Sinne: vielen Dank für den Bericht.

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  2. Ich bin immer wieder verwundert über Leute die auf einem Nachtflug aller Stunde Getränke Service haben wollen. Wo ist denn das Problem, in die Küche zu gehen und sich etwas zu trinken zu holen ?

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    • Über zwei schlafende Leute drüber steigen, um Getränke zu holen? DAS ist dabei… Abgesehen davon war es anfangs (Abflug gegen 14 Uhr Ortszeit) noch Tag – dennoch ließ man uns zwei Stunden warten, bevor es überhaupt was gab…

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  3. Nicht mal mit „Schnäppchenticket“
    Nerver again.
    Wenn nur Iberia an „mein Ziel „ hinfliegen würde, würde ich auf dieses Ziel verzichten.

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  4. Kann diese Erfahrung bestätigen. Bin Ende letzten Jahres Iberia-Economy von Buenos Aires nach Madrid geflogen. Genau die gleiche Erfahrung: Erste Getränke 2 Stunden nach dem Start zum Essen, auch danach erstmal nix mehr, irgendwann mitten in der Nacht dann Wasser; weitere Getränke und sogar Frühstück musste wegen Turbulenzen entfallen. Macht dann zweimal Getränke auf einem 12-Stunden-Flug – absolut inakzeptabel, dass man hier seine Passagiere offenbar vorsätzlich dehydrieren lässt… Essen auch nur mäßig.
    Maschine war dagegen top-neu, Entertainment-Programm sehr gut.

    Ich wurde von einem ursprünglich gebuchten British-Airways-Flug über London auf diesen Flug über Madrid umgebucht, und daher ist mir ein Vergleich mit BA (Hinflug via London) möglich: Das war dann eher das Gegenteil… Bei BA alte Maschine, altes, sehr mäßiges Entertainment-System mit stark beschränkter Film-Auswahl, aber Getränkeversorgung und Essen zwar nicht unbedingt Spitzenklasse, aber in Ordnung. Ich würde jederzeit wieder BA vorziehen. Dass innerhalb der gleichen Airline-Gruppe solche Unterschiede bestehen, finde ich schon „intressant“…

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  5. Ich bin letztes Jahr die gleiche Maschine von Costa Rica nach Madrid geflogen. Die sachliche Beschreibung habe ich genauso erlebt. Ich war jedoch von dem Flug positiv überrascht, da ich vorher von Iberia nur Negatives gehört hatte und überrascht war von den modernen Sitzen mit vertstellbaren Kopfstützen, großem Bildschirm ind USB-Ladeanschluss. Mein Fazit war, dass ich mit einem Schnäppchen-Ticket jederzeit wieder Iberia fliegen, aber zum normalen Preis andere Airlines vorziehen würde.

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