Bewertung: LOT Premium Economy Class nach Chicago

LOT Premium Economy

Im Juli 2017 ist unser Leser und Gastautor Peter von Düsseldorf über Warschau nach Chicago gereist – seine erste Reise mit der polnischen Airline LOT. Der knapp zehnstündige Langstreckenflug in der Premium Economy wurde mit einer Boeing 787 Dreamliner durchgeführt. Sein Erfahrungsbericht:

Am Check-In-Schalter in Düsseldorf ist mir bereits aufgefallen, dass es neben den Schaltern für die Business Class einen eigenen Premium Economy-Counter gab. Dort wurde mein Koffer mit einem Priority-Tag versehen – übrigens unabhängig von meinem Star Alliance Gold Status. Denn: Prioity-Gepäck gehört bei LOT zur Premium-Economy-Leistung dazu. Übrigens hätte ich sogar zwei Gepäckstücke zu je 23 kg aufzugeben dürfen.

Vor dem Abflug in Düsseldorf besuchte ich noch die Lufthansa Senator Lounge. Dank meinen Gold Status habe ich dort freien Zugang. Gegen eine kleine Gebühr ist es auch Premium Economy-Passagieren ohne Status gestattet, die Lufthansa Business Class Lounge zu besuchen.

Zubringerflug nach Warschau

Das Flugzeug von Typ Embraer 170 stand auf einer Außenparkposition. Das Bus-Boarding startete pünktlich. Business-, Premium Economy- und Star Alliance Gold-Kunden wurden bevorzugt beim Boarding behandelt. Das Boarding ging recht schnell von statten, da nur rund 50 Passagiere auf den Flug gebucht waren.

Die Kabine der LOT Embraer 170 ist 2 – 2 bestuhlt. In den ersten beiden Reihen dürfen die Passagiere der Business Class Platz nehmen, im hinteren Teil der Kabine befindet sich wie üblich die „Holzklasse“. Bemerkenswert: Reihe drei ist für Premium Economy-Passagiere auf Zubringerflügen vorgesehen. Business und Premium Economy sind durch einen Vorhang von der Holzklasse getrennt. Die Sitze sind in allen drei Klassen identisch, lediglich die Kopfstützentücher haben eine andere Farbe.

Vor dem Flug gab es für mich noch ein Willkommensgetränk: Wasser, Orangensaft oder Sekt standen zur Auswahl. In der Luft gab es eine Auswahl an Brötchen und Streichkäse, Scheibenkäse oder Lachs. Diese wurden auf Porzellangeschirr serviert. Das gleiche Essen gab es in der Business-Class auch mit dem Unterschied, dass die Tischklappen mit einer Tischdecke ausgelegt wurden.

Umsteigen in Warschau

LOT Lounge Warschau

LOT Lounge Warschau

Unser Flugzeug ist in Warschau auf einer Außenparkposition angekommen. Die Gäste der Business Class und Premium Economy wurden mit einem eigenen Shuttle zum Terminal gebracht. Bemerkenswert, dass auch als Premium-Economy-Passagier einen gesonderten Transfer habe.

Der Flughafen in Warschau ist in meinen Augen recht klein und übersichtlich. Das neue, moderne Terminal mit gläserner Architektur sorgt für einen angenehmen Aufenthalt. Es gibt kostenloses W-LAN und einige Raucher-Kabinen. Ich verbrachte die Umsteigezeit weitgehend in der Star Alliance Gold Lounge. Es gibt dort zwei identisch bestückte Buffet-Ecken. Angeboten wurde dort eine landestypische Suppe und Rinderfilet polnischer Art mit Kartoffeln. Außerdem wurden eine großes Angebot an Aufschnitt wie Salami, Schinken, Lachs und Käse und verschiedene Brötchen angeboten. Als Dessert standen mehrere kleine Kuchenstücke zur Auswahl. Die Getränkeauswahl für eine Gold Lounge fand ich etwas mager. Zur Auswahl standen Softdrinks wie Pepsi, 7up, Wasser und Orangensaft. Zudem gab es Kaffee, Tee und Cappuccino. Alkoholische Getränke waren landestypische Biere und einen italienischen Weiß- sowie einen Rotwein.

Die Lounge befindet sich unmittelbar vor der Passkontrolle und es war nur ein kurzer Weg bis zum Gate. Das Boarding für den Flug nach Chicago verlief etwas chaotisch, da viele Mitreisende ihre Papiere (Visa, Greencard etc.) nicht griffbereit hatten. Die Passagiere der Business- und Premium Economy Class sowie Star Alliance Gold Kunden durften wieder bevorzugt einsteigen.

Der Langstreckenflug

LOT 787 Dreamliner

Die Maschine: Ein 787 Dreamliner von Boeing

LOT Polish Airlines setzt auf Langstreckenflügen auf den Dreamliner Boeing 787. Diesen hatte ich bereits bei einem Flug mit Etihad Airways kennengelernt und empfand ihn als sehr angenehm. Die LOT Premium Economy verfügt über eine 2-3-2-Bestuhlung und hat 21 Sitzplätze. Der Sitzabstand beträgt 97 cm und die Sitze sind 50 cm breit.

Die Gäste der Premium Economy wurden mit einem Willkommensdrink begrüßt – serviert wurde dieser in einem richtigen Glas. Kurz nach dem Start begann die erste Getränkerunde. Die Premium Economy wird separat bedient und ist unabhängig von der Holzklasse. Mir wurde eine Menükarte gereicht – zur Wahl standen zwei Gerichte. Allerdings habe ich auf dem Flug nichts gegessen, da ich in der Lounge bereits gut zugeschlagen hatte. Serviert wurde übrigens alles auf Porzellan und mit echtem Besteck. 2 Stunden vor der Landung wurde noch ein Snack serviert welcher aus einer Obstplatte, Aufschnitt und Brötchen bestand.

Das individuelle In-Flight-Entertailmentsystem (IFE) bietet eine Vielzahl an Unterhaltungsoptionen – auch in deutscher Sprache. Hierfür stehen jedem Gast ein persönlicher, 27 cm großer Bildschirm und geräuschreduzierende Kopfhörer zur Verfügung. Außerdem ist jeder Sitzplatz mit einer Steckdose und einem USB-Anschluss ausgestattet. Leider bietet LOT kein Internet über den Wolken an, was ich als nicht zeitgemäß empfinde.

Es gab ein kleines Amenity Kit, welches aus drei Teilen bestand: Socken, Schlafmaske und Zahnbürste inkl. Zahnpasta.

LOT Premium Economy Class Bewertung

  • Check-in & Boarding ★★★★★ ★★★★★
  • Lounge ★★★★★ ★★★★★
  • Komfort & Kabine ★★★★★ ★★★★★
  • Essen & Service ★★★★★ ★★★★★
  • Entertainment System ★★★★★ ★★★★★
  • Extras ★★★★★ ★★★★★
★★★★★ ★★★★★ 4,25

Fazit

Ich war sehr positiv überrascht von der LOT Premium-Eco. Der Service war sehr gut abgestimmt und auch die Speisen waren gut. Wenn ich die LOT Premium Economy mit der von Lufthansa vergleiche, würde ich LOT vorziehen. Einziger Nachteil ist, dass es kein Internet an Board gibt.

Vielen Dank geht an Peter für diesen Reisebericht! Wer in naher Zukunft plant, in der Premium Economy zu verreisen, sollte sich unseren großen Vergleich ansehen:

Titelbild: © LOT

Kommentare (11) Schreibe einen Kommentar

  1. Toller Bericht!!! LOT Premium Eco schaut echt gut aus. Und die Preise sind sehr attraktiv im Vergleich zu LH, ANA, JAL, CX usw. Wie war denn die Beinfreiheit in der 1. Reihe? Konnte man sich die Beine zur Gänze ausstrecken? Auf deinem Foto sieht es schon danach aus…man weiß aber nicht wie groß du bist 😛

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  2. Die Premium Eco von Lot sieht irgendwie optisch völlig veraltet, und die Farbwahl schwammig aus. LH sieht da wesentlich ansprechender aus. Aber am Ende kommt es ja auf den tatsächlichen Komfort an. Darüberhinaus bietet die LOT Eco+ echte Schnapper, wenn man rechtzeitig bucht. Auch die Eco+ auf Kurzstrecke verdient Respekt, wie ich finde. ALlerdings käme ich mir da als Business Kunde verarscht vor, wenn die exakt den selben Service (bis auf eine Tischdecke) erhalten. Findet ihr nicht?

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  3. In der Gold Lounge ist der Autor in WAW wohl nicht gewesen, sondern „nur“ in der Business Lounge. Der „Goldbereich“ ist ein kleiner Loungebereich innerhalb der Lounge mit separatem Eingang (den man allerdings auch übersehen kann) und nun wirklich hervorragender Getränkeauswahl incl. Champagner. Ein paar Fotos sind z.B. in dieser aktuellen Flugbewertung (der Inlandsflug mit LOT 787 war leider nur in Y möglich 😉 : http://www.so-war-mein-flug.de/index.php?item=bewertungausgabe&navi=20&fairline=8117fe97c038e41bec86d9f90b342eee&fklasse=7&fairportvon=1549&fairportnach=1529&fbewertung=b873b6adfe98d4e9d1a0e343072a310e&fmember=0bca34bc2c13086aff412177f3e2d0fb

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  4. Ich würde gerne wissen, wie der geräuschreduzierende Kopfhörer einzustufen ist im vgl zu BOSE, Teufel oder anderen bekannten Herstellern.

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  5. Die Premium Eco der Lot klingt sehr attraktiv. Wiederum kein Hinweis zum Sitzkomfort. Z.B. ob die Sitze mit foot rest ausgestattet sind (im Gegensatz zu leg rest). Und ich sehe wieder einmal, wie gut es ist, wenn man mal auch ein paar Stunden ohne Internet auskommen kann. Ich persönlich würde dafür keinerlei „Abzüge“ machen.

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  6. Ich denke, dass es kann komisch sein eco als „Holzklasse“ einmal beschreiben, aber wenn man es mehrmals im Text macht dann bekomme ich den Eindruck dass fuer den Autor die Leute die im Eco fliegen sind irgendwie ‚was unteres von ihm, und was er gerne demuetigt. Das finde ich gar nicht ok, sorry.

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    • Den Ausdruck „Holzklasse“ finde ich ebenfalls entbehrlich. Fliege meistens Premium Eco oder C Klasse. Es gibt aber sehr wohl auch sehr gute Eco Produkte.

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    • Ich denke nicht, dass Peter den Begriff „Holzklasse“ despektierlich gemeint hat.
      Das ist einfach ein festgesetzter, geläufiger und im normalen Sprachgebrauch befindlicher Begriff.
      Einfach mal locker durchatmen und nicht jedes Wort auf die vielzitierte Goldwaage legen.

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    • Ich finde das jetzt nicht herablassend, außerdem klingt es für mich deutlich ansprechender als die bescheuerte Bezeichnung „C-Klasse“, das ist nämlich für mich eine Mercedes Baureihe und keine Buchungsklasse. (wobei es ja bei den Meisten Airlines nicht mal die Buchungsklasse ist).
      Und mit Holzklasse möchte man generell in jedem Transportmittel die unterste Kategorie umgangssprachlich darstellen.
      Den manche Airlines sprechen von Economy, andere von Tourist Class, Traveller, Comfort, Coach oder sonst was. Also einfach mal locker bleiben.

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      • Bei der Bahn gab es bis in die 50er Jahre Bänke aus Holz – die unterste Klasse. Holzklasse in der Fliegerei ist ein negativ konnotierter Jargon für die Economy. Wenn nun mehrmals im Text Holzklasse anstelle des kürzeren Eco verwendet wird, wirkt das nicht sachlich. Wenn Sie bei C-Klasse an Mercedes denken, ist Ihnen das unbenommen. Hier geht es aber um Flugzeuge. C bzw J, etc ist der gebräuchliche Code für die Beförderungsklasse i.e. Business. C-Klasse oder nur C eine übliche Verkürzung.

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        • K die Holzklasse ist historisch tatsächlich negativ bewertet, allerdings leben wir einfach mciht mehr in den 50er Jahren und das ist nunmal die allgemeine Umgangssprache für die Economy.

          Die beforderungsklassen hingegen heißen bei jeder Airline anders (auch die jeeweiligem Codes). Von daher sehe ich das eher irreführend, und bei einem technischen / sächlichen Bericht angebracht, aber nicht dem styl einer Reportage / Bewertungen entsprechend

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