Bewertung: Virgin Australia Domestic Business Class

Virgin Australia Aussenansicht

Es ist nur ein kurzer Hüpfer von Launceston im Norden des australischen Bundesstaats Tasmanien nach Melbourne. Entsprechend gering ist offenbar die Nachfrage für die acht Business-Class-Sitze an Bord einer Virgin Australia Boeing 737-800.

So konnte Travel-Dealz-Autor Peer sein günstiges Economy-Ticket im März 2020 für nur 65 AU$ (~40 €) Aufpreis in die Business Class upgraden. Was die Premium-Kabine von Virgin Australia so zu bieten hat, erfahrt ihr in diesem Review:

Info

Im Sinne der Transparenz: Der Flug wurde vollständig aus eigener Tasche bezahlt. Wir haben auch niemandem erzählt, dass wir eine Bewertung des Fluges schreiben würden.

Die Flugdetails:

  • Flug: VA1367 Launceston LST – Melbourne MEL
  • Sitzplatz: 1A
  • Fluggerät: Boeing 737-800 VH-YFV
    (Auslieferung: November 2015)
  • Planm. Abflug: 12:20
  • Planm. Ankunft: 13:25
  • Blockzeit: 1h 05min

Buchung

Ich habe auch auf Langstrecken kein Problem damit, in der Eco zu sitzen. Für den 1-Stunde-Hüpfer von Tasmanien nach Melbourne wählte ich daher ein günstiges Economy-Ticket. Der Preis dafür ließ sich über die Travel-Dealz-Flugsuche von 66€ direkt bei der Airline auf 55€ bei Opodo drücken. Ein absolut fairer Kurs für die Kurzstrecke inkl. 23 kg Aufgabegepäck.

Als beim Online-Check-in dann aber eine Option Bid for Upgrade auftauchte, konnte ich doch nicht widerstehen. Ich gab das Mindestgebot in Höhe von 65 AU$ (~40 €) ab und rechnete nicht wirklich mit einer Bestätigung. Tatsächlich landete nur 30 Minuten später eine Mail mit dem Betreff Congratulations, You Have Been Upgraded im Postfach.

Virgin Australia Business Upgrade
Erfolgreiches Business-Class-Gebot bei Virgin Australia für nur 65 AU$ (~40 €)

Diese enthielt auch folgenden Hinweis:

The baggage allowance of your original ticket (plus any pre-purchased additional baggage allowances) will apply to your upgraded flight.

Da wir voraussichtlich etwas über der erlaubten Gewichtsbeschränkung beim Handgepäck liegen würden, war ich gespannt, was an diesem Hinweis dran ist. Die mobile Website zeigte zu dem Zeitpunkt nämlich schon eine Freigepäckmenge von 1 x 32 kg an, die App sprach gar von 2 x 32 kg. Alternativ sollte das Business-Class-Ticket zumindest die Mitnahme von 2 x 7 kg statt 1 x 7 kg Handgepäck ermöglichen.

Virgin Australia Business 2x 32 kg
Letztlicg

Check-in & Boarding

App und Website von Virgin Australia sind wenig überzeugend. Über keinen der Kanäle war es mir möglich, den Sitzplatz zu ändern – weder in der Economy noch der Business Class. Mit 1A und 1C waren aber bereits akzeptable Sitzplätze zugeteilt und so beließ ich es dabei.

Launceston ist ein sehr entspannter Flughafen, daher öffnen auch die Check-in-Schalter erst 90 Minuten vor Abflug. Wir waren zwei Stunden vorher im Terminal und mussten mitsamt Gepäck noch etwas warten.

Pünktlich 90 Minuten vor Abflug erschien der erste Virgin-Mitarbeiter am Schalter. Durch die Priority-Schlange hatte ich innerhalb einer Minute die Bordkarte in der Hand und den Koffer (mit Priority-Tag) abgegeben. Aber auch in der Economy-Schlange standen nur zwei Leute an.

Die App behielt übrigens recht: Auch der Check-in-Mitarbeiter bestätigte die Freigepäckmenge von 2x 32 kg und das Einchecken zweier Koffer war kein Problem. Auch habe ich nicht mitbekommen, dass irgendwo das Handgepäck gewogen wurde – obwohl es wohl teilweise vorkommt.

Virgin Australia Checkin

Da überrascht es nicht, dass man in Launceston auf eine Fast Lane an der Security verzichtet. Nach nur zwei Minuten war auch diese Hürde genommen und ich fand mich im Abflugbereich wieder.

Eine Lounge gibt es nur für Qantas-Passagiere (außerhalb des Sicherheitsbereiches), ansonsten ist der Flughafen mit Duty-Free-Shop, Café und Restaurant aber recht gut ausgestattet. Vor der Security gibt es sogar eine kostenpflichtige Dusche für 1 AU$. Ganz interessant ist auch die Möglichkeit, den Sicherheitsbereich komplett ohne Flugbuchung zu betreten:

Launceston Airport Security

Das Wetter am Abflugtag war leider ziemlich übel und von heftigem Regen geprägt. Ein paar Flüge nach Tasmanien wurden gestrichen oder drehten gar um. Unser Virgin-Flug verspätete sich so um insgesamt 40 Minuten

Virgin Australia Gate

Das Einsteigen begann pünktlich 20 Minuten vor der (neuen) Abflugzeit mit dem Priority Boarding. Obwohl nur Vielflieger und Business-Passagiere ausgerufen wurden, stürmten sogleich 100 Passagiere zum Gate und niemand prüfte die Berechtigung. Kurzum: Das Boarding läuft genau so chaotisch ab wie in Europa gewohnt und von Priority ist nicht viel zu sehen.

Ins Flugzeug ging es dann zu Fuß übers Vorfeld. Eigentlich meine bevorzugte Option, bei strömendem Regen weniger angenehm.

Virgin Australia Boarding

Sitze

Glücklicherweise verbauen Virgin und Qantas in ihrer Premiumkabine „echte“ Business-Sitze und halten nicht nur (wie in Europa üblich) den Mittelsitz frei.

Virgin Australia Business Sitz

In der Business Class gibt es eine 2-2-Anordnung mit dicken Ledersitzen. Diese Sitze sollten jedem bekannt sein, der schon mal Domestic First Class in den USA geflogen ist.

Die Breite ist mit 50 cm großzügig und auch am Bulkhead war der Sitzabstand gut. Ausstrecken kann man die Beine allerdings nicht, dafür eignet sich Reihe 2 besser.

Virgin Australia Business Sitz Seite

Mir kam der Sitz verglichen mit den nordamerikanischen Produkten ungewöhnlich hart vor, ein paar Stunden hält man es hier aber allemal aus. Es gibt auch eine höhenverstellbare Kopfstütze mit Möglichkeit, die „Flügel“ umzuklappen um den Kopf anzulehnen.

Essen & Trinken

Noch während des Boardings stellte sich die Purserin bei uns vor und erkundigte sich nach den Verpflegungswünschen. Wenig später stand der Pre-Departure-Drink auf dem Mini-Tisch: Ein Glas Sekt, Orangensaft oder Wasser.

Virgin Australia Business Wein

Die Essenswünsche wurden noch am Boden aufgenommen. Zur Auswahl standen:

  • Süße Scones mit Clotted Cream und Marmelade (warm serviert)
  • Quiche aus karamellisierten Zwiebeln (warm serviert)
  • Salat mit Kürbis (kalt serviert)

Ich hatte bei nur 49 Minuten tatsächlicher Flugzeit mit einer eher kleinen Portion gerechnet (bei United wäre maximal ein Snack Basket drin) und wurde positiv überrascht. Die Hauptspeisen waren nicht nur recht üppig portioniert, dazu gab es auch noch Joghurt und einen kleinen Snack:

Virgin Australia Business Verpflegung

An Getränken standen die üblichen Soft Drinks, Säfte, Weine, Kaffee usw. zur Auswahl. Nachgefüllt wurde nicht, auf Nachfrage erhielt ich aber noch eine kleine Wasserflasche.

Service

Die Business-Kabine in der Virgin Australia Boeing 737 besteht aus nur acht Sitzen und dementsprechend privat geht es hier vorne auch zu. Die uns zugeteilte Flugbegleiterin war freundlich, aber nicht allzu oft gesehen.

Wenn man bedenkt, dass der komplette Service inklusive Erhitzen, Austeilen und Einsammeln der Speisen innerhalb von ca. vierzig Minuten erfolgen muss, ist das nicht groß verwunderlich. Zumindest eine Nachfüllrunde für das Getränk hätte aber trotzdem nicht geschadet.

Extras

WLAN war auf unserem Flug verfügbar – und zwar in allen Klassen kostenlos.

Für 15 AU$ (~9 €) lässt sich eine Premium-Option mit schnelleren Geschwindigkeiten buchen. Das war aber absolut nicht notwendig: Auch im kostenlosen Tarif kam ich auf 6 MBit/s Down- und 2 MBit/s Upstream. Exzellente Raten für ein Flugzeug-WLAN.

Virgin Australia Business Wifi

In der Business Class verfügt über eine internationale 110V-Steckdose, die auch deutsche Stecker akzeptiert. USB-Ladebuchsen gibt es nicht.

Virgin Australia Business Class Steckdosen

Lounge

Was macht denn der Lounge-Abschnitt hier, wenn es in Launceston doch gar keine gibt? Virgin ist erstaunlich großzügig beim Loungezugang und gewährt ihn für Vielflieger und Business-Gäste sogar unmittelbar nach Ankunft – selbst auf Inlandsflügen. Das hatte ich beim Upgrade-Gebot gar nicht auf dem Schirm und war erst während der Wartezeit drauf gestoßen.

Nach Ankunft in Melbourne war es nur ein kurzer Fußweg zur Virgin-Lounge im Terminal 3 – sie befindet sich übrigens außerhalb des Sicherheitsbereiches. Zuerst bin ich glatt an ihr vorbei gelaufen, denn der Virgin-Schriftzug ist leicht zu übersehen:

Virgin Australia Business Lounge Eingang

Der Check der Zugangberechtigung erfolgt automatisch an einem Barcode-Scanner, aber ohne automatisches Gäte o.ä. Gefühlt wird das gar nicht vom Personal kontrolliert und jeder kann rein und rauslaufen, wie er will. Nach Rückversicherung am Tresen, dass alles seine Richtigkeit habe, machten wir uns auf in den linken Loungebereich.

Die Lounge war nicht nur größer, sondern auch deutlich voller als ich es mir vorgestellt hatte. Obwohl rund 500 Plätze vorhanden sind, hat es etwas gedauert, einen freien Tisch zu finden. Ein ruhiger Rückzugsort war die Lounge zum Besuchszeitpunkt definitiv nicht – vermutlich hätte es rechts vom Eingang besser ausgehen – dort gibt es zwar kein Buffet, aber weitere Sitzplätze.

Virgin Australia Business Lounge Sitze
Ziemlich voll: Die Virgin Business Lounge in Melbourne

Die Auswahl an Speisen ist etwas ungewöhnlich, aber nicht schlecht. Es gab verschiedene Salate, eine große Käseplatte und Sandwich-Maschinen zur Selbstbedienung. An warmen Optionen konnte ich aber nur ein Risotto und zwei Suppen ausfindig machen.

An Getränken findet man Soft Drinks, Orangensaft, Bier und Wein im offenen Ausschank. Weitere Getränke wie bspw. Bier aus der Flasche gibt es kostenlos an der Bar. Die Auswahl war recht umfangreich:

Die von mir besuchte Lounge bedient ausschließlich Inlandsflüge und ist dafür absolut angemessen. Ich würde sie etwa mit einer Lufthansa Senator Lounge gleichsetzen, wobei es beim Kranich meist deutlich ruhiger zugeht.

Virgin Australia Domestic Business Class Boeing 737
  • Check-in & Boarding
  • Komfort & Kabine
  • Kulinarisches
  • Service
  • Lounge
  • Extras
4.17
Fazit

Durch das Business-Class-Upgrade war mein erster Flug mit Virgin Australia sehr angenehm. Den fünffachen Economy-Preis ist ein einstündiger Business-Class-Flug natürlich nicht wert, aber durch die Bid-for-Upgrade-Option lässt sich anscheinend öfters mal ein Schnäppchen schießen.

Die Verpflegung ist für einen solchen kurzen Flug mehr als angemessen und auf den Sitzen sollte auch ein längerer Flug gut auszuhalten sein. Bemerkenswert ist zudem das gute WLAN, dass sogar in der Economy Class kostenfrei zur Verfügung steht.

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Kommentare (4)

  1. CHRIS sagt:

    Dieser Bericht ist sehr verwunderlich. Wir wurden vor.10.Tagen von VA 2x im Stich gelassen, erst Umbuchung des Fluges Hobart nach Melbourne auf den nächsten Tag für 6.Uhr früh und dann Flug annulliert ohne Benachrichtigung. Wir standen um 4.30 Uhr vor dem geschlossenen Flughafen. Die Telefonnummer am Check In war tot, kein Mensch von VA weit und breit. Wir haben bei Qantas zum Glück kurzfristig 4 Stunden später mitfliegen können.

    • Peer sagt:

      Mein Flug ging Anfang März, wo die Coronakrise in Australien noch kaum Auswirkungen hatte. Zum Krisenmanagement der Airline kann ich daher nichts weiter sagen, deine Erfahrung klingt aber nicht schön.

  2. Ralf sagt:

    Komisch dass es was vernünftiges zu essen gab. Noch dazu auf so einer kurzen Strecke.

    Auf Executive Traveller kotzen sich die Leute immer BOB in C aus??

    Wie auch immer ich hätte QF gebucht. Allein schon wegen oneworld Benefits. Was wollte QF auf der Strecke?

    • Peer sagt:

      Qantas wollte knapp 100€ in Eco und auch so 300€ in Biz. Mangels Oneworld-Status hätte mir das aber nicht viel mehr gebracht.
      (aktuell sind Dash-8 statt Boeing 717 eingeplant, Biz fällt also weg)

      Laut Website gibt es bei Virgin aber schon immer:

      Choice of […] meals, gourmet snacks an a range of drinks

      https://www.virginaustralia.com/au/en/experience/on-board-the-flight/on-board-menu/
      Kann durch die Coronakrise natürlich eingeschränkt sein. Mein Flug ging Anfang März

      Hast du einen Link zu den Berichten bei Executive Traveller? Konnte auf die Schnelle nichts finden.

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