Bunq Travel Card: Kreditkarte ohne Auslandsgebühren & mit innovativen Features!

Bunq Travel Card Titelbild
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Die Fintech Welt entwickelt sich stets weiter und das in sehr schnellem Tempo! Was heute „hot“ und „in“ ist, kann morgen schon wieder vergessen sein. Neue Bankkonto-Konzepte, Kreditkarten und Online-Überweisungs-Services gibt es wie Sand am Meer und viele Firmen verschwinden auch relativ schnell wieder (siehe Hufsy). Da braucht es schon ein wirklich herausragendes Produkt, als dass man von seinen herkömmlichen Gewohnheiten & Finanzprodukten abweicht. Könnte die Bunq Travel Card so ein Produkt sein? Wie wir finden, ja!

Warum? Um euch mal kurz und schnell ein paar Hardfacts zu geben: Keine Auslandsgebühren, unabhängige Wechselkurse, gibt sich als echte Kreditkarte aus (wichtig für Hotel- und Mietwagen-Buchungen), keine Angst vor Sollzinsen, eine sehr innovative App und vieles, vieles mehr!

Allerdings eins vorweg: Die Bunq Travel Card ist nicht komplett kostenlos. Ihr müsst einmalig 9,99€ für die Karte inkl. Versand bezahlen. Laufende Kosten z.B. monatliche oder jährliche Gebühren fallen dafür aber nicht an.

Bunq selber ist eine niederländische Direktbank (d.h. sie betreibt keine Filalen) und konzentriert sich seit 2015 auf benutzerfreundliche und innovative Bankkonten die vor allem App-First gedacht sind. Im Gegensatz zu z.B. Revolut verfügt Bunq über eine eigenen Banklizenz und nutzt sie auch aktiv.

Vorteile

Die Bunq Travel Card hat etliche Vorteile:

  • Keine Auslandsgebühren: Es fallen keine Auslandsgebühren an, wenn ihr in einer anderen Währung als dem Euro zahlt.
  • Unabhängiger Wechselkurse: Einige Banken nutzen ihre eigenen Wechselkurse und verstecken dort Gebühren. Bunq nutzt die offiziellen Mastercard-Kurse und hat somit keine „versteckten“ Gebühren.
  • Keine monatliche Gebühr: Einmal bestellt, ist die Bunq Travel Card kostenlos.
  • Echte MasterCard Kreditkarte: Die Bunq Travel Card muss aufgeladen werden. Dennoch ist es keine Prepaid- oder Debit-Karte, sondern gibt sich als echte Credit Card aus. Damit sollte es problemlos möglich sein ein Auto anzumieten. Der Autovermieter wird aber einen bestimmten (hohen) Betrag blockieren, den ihr auf der Karte haben müsst. Mehr dazu auf der Bunq Webseite (in Englisch).
  • Keine Schufa-Abfrage/Eintrag: Da die Kreditkarte nur im Guthaben geführt wird, muss eure Kreditwürdigkeit nicht überprüft werden. Auch erfolgt kein Eintrag in die Schufa.
  • Sofortige kostenlose Aufladung möglich: Man kann die Karte sofort und kostenlos mit IDEAL oder Sofortüberweisung aufladen. iDEAL und Sofortüberweisung sind Drittanbieter, die dem Händler oder der Bank eine Überweisung sicher bestätigen können. Das können sie deswegen, weil ihr euch mit euren Login-Daten über deren Webseite im Bankensystem einloggt und die Überweisung ausführt.
    Es ist auch möglich, die Karte mit einer Bank-Überweisung aufzuladen. Das dauert aber länger.
  • Einfache Verifizierung und einfacher Antrag: Die Verifizierung wird ganz einfach über Bunq’s innovative App durchgeführt. Ihr müsst nicht mit einem Mitarbeiter sprechen wie bei IdentNow oder PostIdent. Ihr könnt einen Reisepass, Personalausweis, Führerschein oder Aufenthaltstitel als Nachweis nutzen. Die Bestätigung wird innerhalb von 24 Stunden versprochen. Meine Bestätigung war allerdings nach 15 Minuten da.
  • Innovative App: Sofortige Benachrichtigungen, sofortiges Sperren der Karte bei Verlust und Aufteilen von Kosten in Gruppen sind nur einige der App Features.
  • Apple Pay & Google Pay: Die Karte unterstützt beide Zahlungsdienste.
  • Karte funktioniert sofort: Nach Verifizierung und Bestätigung, was bei mir keine 15 Minuten gedauert hat, konnte ich die virtuelle Karte nach Aufladung bereits in einem Café benutzen via Apple Pay. Und das 30 Minuten nach dem Antrag!
  • In 30 Ländern verfügbar: Die Bunq Travel Card ist in allen 28 EU Ländern und Norwegen & Island verfügbar.

Unterstütze Länder

Ihr lebt im EU Ausland und nicht in Deutschland? Kein Problem. Die Bunq Travel Card kann aus allen 28 EU Ländern und 2 EEA Ländern (Norwegen & Island) beantragt werden. Die Schweiz gehört leider bisher nicht dazu:

  • Belgien
  • Bulgarien
  • Denmark
  • Deutschland
  • Estonia
  • Finland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Großbritannien
  • Irland
  • Italien
  • Kroatien
  • Lettland
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Niederlande
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Schweden
  • Tschechien
  • Ungarn
  • Zypern
  • Norwegen
  • Island

Die App

Die App ist sehr intuitiv und innovativ. Wie bereits erwähnt, gibt es die Möglichkeit Kosten in Gruppen aufzuteilen. Das könnt ihr entweder für mehrere Transaktionen machen (z.B. wenn ihr Urlaub mit euren Freunden macht) oder nur für eine einzelne Transaktion (z.B. einfach bei einer Verabredung oder einem geteilten Taxi).

Es gibt einen Feedback-Bereich, ähnlich eines Online-Forums, in dem ihr neue Features vorschlagen könnt oder Vorschläge anderer Benutzer diskutieren könnt.

Man kann eine sofortige Zahlungsbestätigung über die App zu jeder einzelnen Zahlung erhalten. Weiterhin könnt ihr die Einstellungen für eure Karte ändern. Also z.B. das Tageslimit und Abhebe-Limit ändern, die Karte sperren, die PIN ändern, die Karte für bestimmte Länder sperren oder entsperren oder das gesamte Guthaben auf euer Konto zurücküberweisen.

Außerdem gibt es in der App die Möglichkeit, über das Land, in das ihr als nächstes reist, verschiedene Informationen zu bekommen. Ihr könnt die Karte für dieses Land dann auch freischalten und danach wieder sperren. Das ist extrem sicher, vor allem in Hinblick auf Datendiebe, die eure Kreditkarten-Daten an einem Geldautomat auslesen und danach versuchen, Geld von eurer Kreditkarte abzuheben.

Nachteile

Wie jede Kreditkarte, kommt auch die Bunq Travel Card nicht nur mit Vorteilen daher. Aber je nach Präferenzen fallen diese natürlich unterschiedlich in’s Gewicht.

  • Kein Verfügungsrahmen: Dass kein Verfügungsrahmen angeboten wird, hat seine Vor- und Nachteile. Der Vorteil liegt ganz klar darin, dass der Antrag sehr viel einfacher und schneller geht und dass man nicht mehr Geld ausgeben kann als man gerade hat. Außerdem gibt es dadurch natürlich auch keine Zinsen. Die Nachteile liegen auf der Hand: Man ist weniger flexibel und muss das Geld „erst einmal haben“. Falls ihr also zwischendurch mal Zahlungsengpässe habt, dann ist diese Kreditkarte vielleicht nicht das Richtige.
  • Start-Up: Bunq ist ein Start-Up und dadurch ist das Risiko höher als wenn ihr mit einer traditionellen Bank arbeitet, die es schon etliche Jahrzente gibt. Viele Start-Up’s scheitern einfach in den ersten Jahren. Das sollte man auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.
  • Versand der Kreditkarte: Der Versand der Kreditkarte dauert etwas. Meine Karte war nach ca. 8 Tagen bei mir.
  • Gebühr für Kreditkarte: Die Kreditkarte kostet einmalig 9,99€ für Produktion und Versand. Bevor ihr die Karte allerdings erhalten könnt, müsst ihr die Bunq Travel Card mit mindestens 10€ aufladen. Danach wird die Gebühr für die Kreditkarte automatisch abgezogen und sie wird automatisch hergestellt und versendet.
  • 0,99€ pro Abhebung: Wir finden 0,99€ pro Abhebung absolut fair. Besser wäre aber natürlich eine kostenlose Abhebung. Dies ist mit der Bunq Travel Card allerdings nicht möglich.
  • Keine Erstattung von Fremdgebühren: Bunq wird euch keine Fremdbetreiber-Gebühren erstatten, die an Automaten anfallen. Das lässt sich derzeit in Deutschland nur mit der Santander 1Plus Visa vermeiden.
  • Gebühr für Aufladung mit Kreditkarten: Wollt ihr eure Bunq Travel Card mit einer anderen Kreditkarte (aus dem EEA Gebiet) aufladen, fallen Gebühren von 0,5% an. Für Kreditkarten außerhalb des EEA Gebiets fallen sogar 2,5% an. Es werden außerdem nur VISA und MasterCard Kreditkarten zur Aufladung unterstützt. American Express Karten oder Diners Karten werden nicht unterstützt.
  • Funktioniert ohne App nicht: Was die Bunq Travel Card von der Konkurrenz absetzt, ist sicherlich die innovative App. Leider funktioniert die Kreditkarte ohne App aber nicht. Solltet ihr also kein Fan von solchen Modellen sein, dann ist die Bunq Travel Credit ganz sicher nichts für euch.
  • Startup: Eines sollte man nicht vergessen, Bunq ist ein Startup. Genau wie in der Vergangenheit bei z.B. N26 kann sich jederzeit das Geschäftsmodell ändern.

Bunq Travel Card vs. Revolut

Falls ihr euch bereits seit längerem für Reise-Kreditkarten und Überweisungen in die ganze Welt interessiert, werdet ihr sicherlich von Revolut gehört haben. Revolut bietet ein sehr ähnliches Produkt an – in Teilen unterscheidet sich die Produkte aber auch stark. Daher hier ein Vergleich:

Bunq Travel CardRevolut
Geld-Abhebung0,99€ pro AbhebungBis 200€/Monat kostenlos, danach 2%
AufladenKostenlos mit Sofortüberweisung und Banküberweisung
0,5% mit Kreditkarten
Kostenlos mit Banküberweisung, Debit- und Kreditkarten (manche Kunden berichten aber von Gebühren bei Kreditkarten-Aufladung)
Physische KarteEinmalig 9,99€1. Karte kostenlos
Banken-LizenzNiederländische Banken-LizenzHat eine litauische Banken-Lizenz, nutzt sie aber (noch) nicht aktiv
Kreditkarte?Gibt sich als Credit-Karte ausDebit-Karte
BankkontoKein GirokontoMini-Girokonto inklusive IBAN und Überweisungen/Daueraufträge

Persönliche Erfahrungen

Die Anmeldung und Verifizierung war sehr einfach. Bunq nutzt einige sehr neue und coole Funktionen zur Verifizierung. Zunächst müsst ihr ein Foto von der Vorder- und Rückseite eures Personalausweises, Reisepasses, Führerscheins oder Aufenthaltstitels machen. Danach müsst ihr ein wenig von euch machen, in dem ihr etwas sagt und den Kopf nach rechts dreht. Es hat nicht einmal 5 Minuten gebraucht und ich war verfiziert.

Anschließend konnte ich auch schon die Karte aufladen, die physische Karte bestellen (nach einer Aufladung von mehr als 10€) und Apple Pay einrichten. Um Apple Pay zu nutzen, muss man allerdings eine weitere Verifizierung vornehmen. Bei dieser Verifizierung müsst ihr Fotos von euren Fingerkuppeln machen (Richtung Kamera gerichtet). Und das zwei Mal. Das alles war aber sehr einfach und überhaupt nicht kompliziert. Die App ist da sehr gut entwickelt worden.

Nicht einmal eine halbe Stunde später konnte ich dann bereits Apple Pay mit der virtuellen Kreditkarte nutzen (die physische hatte ich ja noch nicht). Wirklich beeindruckend!

Natürlich hatte ich bisher keine größeren Probleme und musste den Kundensupport noch nicht einschalten. Ob die Erfahrungen bezüglich des Kundenservices dann auch noch so gut sind wie beim Rest, wird sich zeigen.

Fazit

Ich bin wirklich beeindruckt! Die App hat wirklich einige tolle Features, die ich so bisher noch nirgendwo gesehen habe. Der Verifizierungs- und Anmeldeprozess war super schnell und einfach. Ich habe bisher keine Bugs feststellen können. Die User Experience ist großartig und ich fühle mich sehr sicher, die Bunq Travel Card zu nutzen, obwohl das Unternehmen ein Startup ist. Aber ich bin mir sicher, dass das daran liegt, dass bisher alles so reibungslos funktioniert hat.

Alternativen

Am nächsten an Bunq dran ist sicherlich das britische Startup Revolut aber es gibt in Deutschland auch viele weitere gute Reisekreditkarten. Mehr dazu in unserem Vergleich:

Häufig gestellte Fragen

Kann Bunq meinen Antrag ablehnen?

Natürlich kann das passieren, allerdings liegt das dann höchstwahrscheinlich nicht an eurer Kreditwürdigkeit (da diese nicht geprüft wird), sondern daran, dass ihr eventuell in einem Land wohnt, wo die Bunq Travel Card noch nicht zu haben ist.

Was ist Bunq Premium?

Bunq Premium ist eine „Mitgliedschaft“, so wird’s zumindest auf der Webseite bezeichnet. Bunq Premium ist sehr viel näher an Revolut dran als nur die Bunq Travel Card (die bei Bunq Premium mit dabei ist). Bunq Premium kostet 7,99€/Monat und kommt mit einigen sehr coolen Funktionen daher, z.B. der Möglichkeit bis zu 25 Bankkonten mit eigener IBAN zu erstellen, bis zu 3 Kreditkarten zu besitzen und vielem mehr!

Wie viele Bunq Travel Cards kann ich haben?

Du kannst nur eine Bunq Travel Card besitzen, es sei denn du wirst Bunq Premium Mitglied mit 7,99€/Monat. Dann kannst du bis zu 3 Kreditkarten inklusive Bunq Travel Card beantragen. Falls du dann immer noch mehr brauchst, kannst du für 2€/Monat jeweils eine weitere Kreditkarte beantragen. Ein Limit wird auf der Bunq Webseite nicht angegeben.

Bietet Bunq auch eine Option für Geschäftskunden an?

Ja, Bunq bietet für 9,99€/Monat eine Option für Geschäftskunden an. Wie sollte es auch anders, hat Bunq wieder einige nützliche Funktionen für die Geschäftskunden entwickelt. Zum Beispiel kann man automatisch den Umsatzsteuerbetrag aus den Rechnungen herausrechnen lassen und diesen bei Seite legen oder Rechnungen scannen und dann mit einem Klick bezahlen. Weiterhin kann zu jeder Transaktion ein Beleg hoch geladen werden.

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Kommentare (8)

  1. AMEX wird bei Bunq und Revolut nicht unterstützt-auch nicht über GPay!
    Skrill unterstützt AMEX, aber ich glaube mit 2,5% Gebühr.

    Antwort

  2. Die Karte ist trotzdem eine Debit-Card, auch wenn etwas anderes draufsteht. Das sieht man beim Bezahlen auf dem Beleg, wenn das Gerät des Zahlungsdienstleisters relativ neu ist.

    Bei SIXT wirst du mit dieser Karte kein Auto anmieten können.

    Antwort

  3. Fallen die 9,99€ nach Ablauf der Karte (in z.B. 3 Jahren) für die Folgekarte wieder an?

    Antwort

  4. Warum wurden die 8 Tage als Nachteil gelistet? Andere Karte sind auch nicht viel schneller da.

    Revolut gibt prepaid und kein Debit aus.

    Antwort

    • Klar, wenn du in Deutschland eine Kreditkarte bestellst, ist die meist sehr viel schneller da.
      Weiterhin ist der Kreis bei uns als eher „neutraler“ Punkt gemeint und die Minus-Striche als wirkliche Nachteile.

      Bezüglich der Bezeichnung „Debit Karte“ kann man sich streiten. Fakt ist, dass du keine Revolut Karte haben kannst ohne ein Konto (mit IBAN) bei Revolut zu haben. Wenn du etwas mit deiner Revolut Karte bezahlst, wird das direkt vom Saldo abgezogen. Demnach ist das eine klassische Debitkarte. Eine Prepaid Karte würde auch ohne angehängtes Bankkonto funktionieren. Das ist bei Revolut aber nicht der Fall.

      Antwort

    • Noch nicht getestet, würde allerdings vermuten ja! Allerdings kostet das Aufladen eben auch 0,5%. Zwar immer noch günstiger als Zeitungsabos, aber nicht free wie bei Revolut.

      Antwort

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