Neues mobiles Inflight Entertainment System bei Condor

Ihr kennt das: Für die einen ist es ein Fluch, für die anderen ein wahrer Segen: Die ständige Erreichbarkeit durch Laptop, Smartphone und Internet. Auch an Airlines kann ein solcher Trend nicht vorbei gehen und so werden viele Flugzeuge derzeit mit Technologie ausgestattet, die es den Passagieren beispielsweise erlaubt, während des Fluges die Emails zu checken und im Internet zu surfen. Auch beim Inflight-Entertainment (IFE) gibt es einige erste Gehversuche (u.a. der Lufthansa). Langfristiges Ziel: Die Inhalte auf die Geräte der Passagiere zu streamen, so dass das eigene Smartphone, der Laptop oder das Tablett zum Abspielgerät für die Multimedieninhalte genutzt werden soll.

Von Travel-Dealz-Leser Dani die zusammen mit einigen anderen der Einladung von Condor gefolgt ist.

Jeder, der mal im Flugzeug einen Sitzplatz erwischt hat, bei dem unter dem Vordersitz die Inflight-Entertainment Box wenig grazil einen Teil der eigentlich für die Beine vorgesehenen Platz weg nimmt, der weiß, dass eine App-basierte Bordunterhaltung auch Vorteile mit sich bringen wird.

Auch bei Condor hat man intensiv über diese Möglichkeit nachgedacht und nun die ersten Schritte hin zu einem eigenen Ökosystem für Inflight-Entertainment und andere nützliche Funktionen vorgestellt, von dem die Kurz- und Mittelstreckenflotte profitieren soll. Stilecht in der Trainingskabine der Condor in Frankfurt am Main (inklusive eines charmanten Bordservice und Test eines Premium Menüs) stellten u.a. Gareth Sutton (Director Product, Thomas Cook Group Airlines) und Alexander Horstmann (Group Digital Director, Thomas Cook Group Airlines) nun vor.

Ein wenig stöbern konnte man bereits in den letzten Tagen bei Condor auf der Website – Condor – Mobile Bordunterhaltung – und so erfuhr man bereits vorab, dass Condor aktuell die Kurz- und Mittelstreckenflotte mit einem entsprechenden System ausstattet und diese Ausstattung ist zu mehr als 90% abgeschlossen. Interessant dabei, der mobile Zugriff auf Inhalte wird bei allen Airlines im Thomas Cook Konzern identisch sein und somit den Passagier nicht damit überfordern, für jede Airline eine eigene Begleit-App nutzen zu müssen. Eine Integration in bestehende Apps von Airlines des Konzerns soll im Idealfall schrittweise erfolgen.

Die App ist bereits zu ihrer Einführung für folgende Funktionen freigeschaltet:

  • Filme, TV-Serien und Musik abspielen
  • eine große Auswahl an Magazinen zur Lektüre und zum Download (im PDF Format, auch offline nutzbar)
  • eine Moving-Map, um die Flugstrecke und Daten zu selbiger während des Fluges verfolgen zu können
  • Reisetipps rund um die Ziel-Destination
  • an Bord buchbare Sightseeing-Trips und Ausflüge, die an die Ziel-Destination angepasst werden.

Weitere Funktionen sollen nach und nach ausgerollt werden. Bereits vorgestellt wurde eine Chat-Funktion, welche im Laufe des Jahres 2017 integriert wird.

Unter weiteren Funktionen kann man zum einen Services und Reiseerleichterungen vor der Reise verstehen (wie beispielsweise das Hinzufügen von weiteren Gepäckstücken über eine mobile Buchung via App) aber auch am Flughafen wird die App für Reisende einsetzbar sein. Die Ideen erstrecken sich dabei von der mobilen Buchung eines Lounge Vouchers am Flughafen, bei der teilnehmende Lounges angezeigt werden sollen über zusätzlich buchbare Fast Track Optionen an der Sicherheitskontrolle wie auch die Anzeige von nützlichen Flughafeninformationen. Das allerdings ist noch Zukunftsmusik. Dennoch: Das Konzept klingt schlüssig und die All-In-One Umsetzung klingt in der Theorie mehr als überzeugend.

Auch die Buchung von Verpflegung (welche bei Condor auf der Kurz- und Mittelstrecke nicht inbegriffen ist) könnte auf absehbare Zeit in der App einen zentralen Platz finden. Vorsicht sollte man bei Sondermenüs walten lassen: Diese müssen weiter bis spätestens 24h vor Abflug bestellt werden, um an Bord zur Verfügung zu stehen.

Welche Services nun letzten Endes zusätzlich noch ausgerollt werden, ließ die Airline final offen.

Preise

Aber nun mal Klartext: Was kostet denn der Spaß? Condor hat auf der Website bereits folgende Informationen zu Preisen und Bezahlmöglichkeiten veröffentlicht:

  • Das Entertainment Paket, bestehend aus Filmen, TV und Musik ist für vier Euro / vier Pfund erhältlich. Eine Familienversion (bis zu vier Nutzer) wird für 15 Euro erhältlich sein.
  • Zeitschriften und Magazine werden individuell separat abgerechnet.
  • Zahlungen erfolgen per Kreditkarte

Bottom Line …

Das Layout sowie die Benutzeroberfläche sind dezent und intuitiv gestaltet und stellen den Benutzer nicht vor größere Herausforderungen. Das könnte sich natürlich ändern, sobald weitere Möglichkeiten ihren Weg in die App finden werden. Eine dort bereits abgelegte Feedback Möglichkeit erlaubt allerdings etwaige Fehler der App selbst und Probleme bei der Benutzung noch an Bord zu melden. Die Entwickler planen eine hohe Frequenz für Anpassungen in den App Stores beider großer Plattformen (iOS und Android – eine Windows basierte Version der App ist vorerst nicht geplant) um eine größtmögliche Stabilität und Aktualität zu gewährleisten. Es war mehr als erfrischend, das Konzept nicht nur von den Verantwortlichen bei Condor / der Thomas Cook Airline Group erläutert zu bekommen, sondern auch in den Dialog zu den Entwicklern der Applikation treten zu können.

Die Einteilung innerhalb der App in die verschiedenen Phasen einer Flugbuchung – von der tatsächlichen Buchung über den Aufenthalt am Flughafen bis zur eigentlichen Flugreise – ist intuitiv, einfach und durchdacht.

Letztlich müsst ihr natürlich selbst wissen, ob euch die zusätzlichen Services das veranschlagte Geld wert ist, oder ob ihr es euch lieber mit eigener Musik aus den Kopfhörern oder einem guten Buch an Bord gemütlich machen möchtet.

Kritisch finde ich die Tatsache, dass es Pläne gibt, für die Ansicht der Moving Map ein Entgelt zu verlangen. Bei Southwest Airlines, welche ebenfalls eine Moving Map innerhalb ihrer Applikation an Bord zur Verfügung stellen, ist dieser Service kostenfrei.

Danke geht an Dani!

Vielen Dank für diesen Gastbeitrag und dem Besuch des Events geht an Dani!

Dani hat bereits in der Vergangenheit eine Bewertung von Southwest Airlines und der United Airlines BusinessFirst für Travel-Dealz geschrieben.

Sie ist übrigens auf Twitter sehr aktiv und twittert dort auch viel über ihre Reisen.

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