Tipps & Tricks: So erhaltet ihr einen freien Nebensitz im Flugzeug. Kostenlos!

Sitze

Wer Economy Class fliegt, fühlt sich schnell wie in einer Sardinenbüchse! Besonders unangenehm wird es, wenn links und rechts andere Reisende sitzen, die einem schier jegliche Bewegungsfreiheit nehmen und im schlimmsten Fall auch noch unangenehm riechen.

Doch das muss nicht sein: Bei findigen Reisefreaks bleibt der Nebenplatz häufig frei oder sie haben gar eine 3er- oder 4er- Bank für sich alleine. Wir verraten euch die Tipps & Tricks:

Seatmap regelmäßig prüfen

Die meisten Airlines bieten mittlerweile die Möglichkeit, für seinen Flug online einzuchecken. Ladet euch also die Airline-App herunter oder besucht die Website und checkt für euren Flug dort ein. Auch wenn ihr Gepäck aufzugeben habt, könnt ihr trotzdem vorab online einchecken. Hier seht ihr, welche Sitze bereits belegt sind und könnt euren Wunschsitzplatz auswählen.

United Seat Map
Eine Seat Map bei United Airlines

Prüft regelmäßig die Seat Map online. Diese könnt ihr bei den meisten Airlines (z. B. Lufthansa oder United) auch nach eurer Sitzplatzreservierung oder sogar nach dem Online-Check-In aufrufen. Etwa 45 Minuten vor Boarding prüfe ich letztmalig, ob ich noch einen freien Nebensitz habe und ändere meinen Sitzplatz gegebenenfalls online. Es gibt sogar ein praktisches Tool, mit dem ihr euch einen Seat-Alert anlegen könnt. Mehr dazu:

Der Haken: Sobald sich ein Airline-Mitarbeiter am Gate für den Flug einbucht (meist ca. 30 min vor Boarding) habt ihr bei vielen Airlines keinen Zugriff mehr auf die Seatmap. Zudem sind Sitzplatzwechsel nicht bei allen Airlines und in allen Tarifen kostenfrei.

Im Flieger umsetzen

Sobald im Flieger die Durchsage „Boarding Completed“ (oder ähnlich) ertönt, steigen keine weiteren Reisenden mehr zu und die Türe wird geschlossen. Habt ihr die Intention, euch umzusetzen, solltet ihr keine Zeit verlieren. Vom einem Gangplatz aus ist das besonders einfach.

Beachtet aber, dass manche Bereiche, zum Beispiel Notausgangssitze, mit einem Aufpreis verbunden sind und ihr vermutlich schnell verjagt werdet.

Der Haken: Das Vorgehen ist bei Flugbegleitern nicht immer gerne gesehen. Schließlich kann eigenmächtiges Vorgehen die Beladung und Trimmung des Flugzeuges durcheinanderbringen und Flugbegleiter haben keinen Überblick mehr, wo z. B. Passagiere mit Sondermahlzeiten sitzen. Wer Ärger vermeiden will, einfach nett die Flugbegleiter ansprechen!

Notausgangs-Richtlinien ausnutzen

Allerdings ist es in den internen Richtlinien einiger Airlines (z. B. Lufthansa, Ryanair) vorgeschrieben, dass bestimmte Notausgangssitze besetzt sein müssen. Es muss jemand vor Ort sein, der die Tür im Notfall öffnen kann. Die Flugbegleiter halten daher beim Boarding – sofern die Sitze nicht bereits gewinnbringend verkauft worden sind – gezielt Ausschau nach „Able-Bodied Persons“ (ABP), die dann kostenfrei auf den Notausgangssitzen Platz nehmen dürfen. Die freundliche Frage: „Do you need someone for the emergency exit row?“ kann helfen.

Notausgang Flugzeug Emegency Exit
Notausgangsreihe im Flugzeug © andyh12 – stock.adobe.com

Der Haken: Notausgangssitze bieten zwar mehr Beinfreiheit, jedoch ist die Armlehne häufig fest, was die Bewegungsfreiheit einschränkt. Zudem beinhaltet die Armlehne teilweise den Tisch und ggf. das Unterhaltungssystem, was den Komfort nicht gerade steigert. Zusätzlich dürft ihr am Notausgang meist kein Gepäck bei Start & Landung unter dem Vordersitz verstauen und häufig fehlt die Armlehne zum Fenster hin.

Vom Gatepersonal umsetzen lassen

Wesentlich eleganter ist es da, sich vom Gatepersonal umsetzen zu lassen. Hierbei handelt es sich die Vorgehensweise, bei der ich persönlich die höchste Erfolgsquote habe. Fragt einfach freundlich und rechtzeitig (mindestens 5 Minuten vor Boardingbeginn), ob noch irgendwo ein Sitz mit freiem Nebenplatz oder gar eine komplette 3er/4er-Reihe frei ist.

Der Haken: Teilweise (z. B. bei günstigen Economy-Tarifen) sind Sitzplatzwechsel kostenpflichtig, erst recht wenn es sich beispielsweise um einen Sitz mit mehr Beinfreiheit handeln soll. Gateagenten wollen dann von euch dann Geld sehen.

Fenster- und Gangplatz reservieren

Reist ihr zu zweit, kann es sich lohnen, beim Check-In oder bereits bei der Buchung den Gang und den Fensterplatz zu reservieren, und den Mittelsitz frei zu lassen. Denn: Kaum jemand setzt sich freiwillig auf Mittelsitze.

Der Haken: Ist der Flieger voll, wird jemand zwischen euch gesetzt. Mit ein wenig Diplomatie sollte sich dieses Problem aber schnell lösen lassen. Mit einem Fenster- oder Gangplatz im Angebot, habt ihr auf jeden Fall gute Karten.

Weiter hinten sitzen

Grundsätzlich sind Flieger vorne (und über den Tragflächen) voller. Das hat damit zu tun, dass die Reservierungssysteme der Airlines Flugzeuge meist von vorne (Geschäftsreisende wollen schnell wieder aus dem Flieger raus) und über den Tragflächen (Trimmung der Maschine) auffüllen. Die letzten Reihen bleiben nicht selten komplett leer. Wählt ihr euren Sitz beim Online-Check-In oder der Reservierung im hinteren Bereich des Flugzeuges, habt ihr höhere Chancen, keinen Sitznachbarn zu bekommen.

Der Haken: Das Deboarding dauert meist deutlich länger (außer die Hintertüre wird geöffnet), ihr werdet beim Service oft als Letzte bedient und habt dann ggf. keine Menüauswahl mehr.

Seat Blocking für Vielflieger

Habt ihr einen Vielfliegerstatus bei einem Programm wie Miles&More? Dann kommt ihr bei manchen Airlines inoffiziell in den Genuss des so genannten Seat Blockings. Beispielsweise versucht Lufthansa die Nebenplätze seiner Senatoren und HONs sowie Star Alliance Gold-Inhaber so lange wie möglich freizuhalten.

Der Haken: Flughafenpersonal oder andere Statuskunden können die Sitze trotzdem auswählen.

Das wichtigste: Leere Flüge wählen

Logischerweise bringen all diese Tipps nichts, wenn der Flieger komplett ausgebucht ist. Eine realistische Chance auf einen freien Nebensitz habt ihr nur dann, wenn eine größere Anzahl an Sitzen frei bleibt.

Am einfachsten geht das, wenn ihr die Flüge kurzfristig bucht. Ein niedriger Preis und viele freie Plätze in der Seat Map (findet ihr meist im Buchungsprozess auf der Airline-Website) sind Indikatoren für einen leeren Flug. Bei langfristigen Buchungen ist das schon schwieriger – wenn nicht sogar Glückssache! Anhaltspunkte können aktuelle Flüge am gleichen Wochentag, deren Seat Map und Preis sein. Zu Berücksichtigen sind Faktoren wie Feiertage und Ferientermine.

Mit dem Tool Expertflyer könnt ihr sehen, wie ausgelastet bestimmte Buchungsklassen sind und auch Seat Maps von vielen Airlines aufrufen.

Eure Tipps?

Ihr habt noch mehr Tipps in petto? Dann hinterlasst ein Kommentar!

Adrian

Eigentlich von Beruf Radioredakteur. Seit ein paar Jahren regelmäßig in der Luft und auf der Schiene unterwegs. Seither durchforste ich täglich das Netz nach den besten Reiseschnäppchen. Ein Spezialgebiet von mir: Bahnreisen. Seit Juni 2017 bin ich im Team von Travel-Dealz. Ich freu mich über Mails an adrian@travel-dealz.de
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Kommentare (4)

  1. hatte bei LH als SEN in den letzten 20 jahren fast immer nachbarn, selbst wenn viele plätze frei blieben. bei TG und TK dagegen so gut wie nie, weder mit deren gold noch mit der SEN. bei TG zB auf mehreren langstrecken einen von nur 2 oder 3 leeren stühlen neben mir

    nett sein erhöht die chancen enorm. am CI in Sgn vor 20 jahren bei TG : sorry kein platz frei, mußt also nen nachbarn haben. daher bitte: dann wenigstens hübsches mädel und bingo: hat geklappt. keine idee ob netter service oder zufall…

    bordcrew hilft oft wenn machbar und plätze frei bleiben. bin 192 cm und fast immer von schlechten plätzen weggekommen als es noch keine seatmaps gab, egal welche airline. man sollte aber vor boarding completed fragen weil viele den wunsch haben. auch wandern viele touris gerne von gang zu fenster, auch dann lohnt die einfach zu fragen.

    hatte aber auch schon fiesen dtschen neben meiner 4 jährigen tochter auf SGN-FRA der sich weigerte meinen gang 2 reihen davor gegen seinen gang zu tauschen „ich kümmere mich schon um sie“ die crew hat dann aber doch was nebeneinander gefunden.

    böser nachbarn: traf einen ami der auf domestic 6 std neben einer Trump- fundraiserin saß und sich die ganze zeit hymnen auf ihn anhören mußte und mit ekel von der sprach..

    Antwort

  2. Im Endeffekt liegt das ( mit Nachbarsitz oder nicht) aber am Check in Staff ob er will das dort frei bleibt))) war lange Zeit selbst einer und kenne schöne Geschichten))))) die man mit guten Passagieren ( hatte mal einer ein Auge auf eine hübsche, und schwupps sind sie nebeneinander gesessen) und mit eher bösen machen könnte,( ich sag nur Irak und Kuwait))))

    Antwort

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