Kostenlos das Disney-World-Gelände in Orlando erkunden

Cinderella Castle Walt Disney World

Das Walt Disney World Resort in Florida umfasst vier Vergnügungsparks, zwei Wasserparks, zwei Fußgängerzonen mit Geschäften und Gastronomie sowie mehr als 15 verschiedene Hotel- und Resort-Anlagen in unterschiedlichen Preisklassen. Eine Eintrittskarte für einen der Vergnügungsparks kostet mittlerweile jenseits von 100$, mindestens 150$ werden fällig, wenn man mehrere der Parks am selben Tag besuchen möchte. Dazu kommen horrende Parkplatzgebühren von 25$ sowie hohe Preise für Essen und Getränke in den Parks, in denen Starbucks-Filialen nicht selten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis beim Essen anbieten. Kurzum: Der Most Magical Place on Earth bietet seinen Besuchern einiges, ist aber vor allen Dingen nicht billig.

Das Walt Disney World Resort in Florida

1971 eröffnete Das Walt Disney World in Florida – erstmal nur mit dem Themenpark Magic Kingdom, einer verbesserten Variante von Disneyland in Anaheim, Kalifornien. Über mehrere Strohfirmen kaufte Walt Disney ein etwa 15.000 Hektar großes Areal, das vornehmlich Sumpfland war. Damit hat World Disney World etwa die gleiche räumliche Ausdehnung wie Augsburg oder Mannheim. Mittlerweile findet man auf dem Gelände:

4 Freizeitparks:

  • Magic Kingdom
  • Animal Kingdom
  • Hollywood Studios
  • Epcot

2 Wasserparks:

  • Blizzard Beach
  • Typhoon Lagoon

2 Unterhaltungsdistrikte:

  • Disney Springs
  • Disney’s Boardwalk

Sowie über 20 Hotel- und Resort-Anlagen.

Dennoch gibt es eine Möglichkeit sich auf dem riesigen Gelände umzuschauen, ohne auch nur einen einzigen Cent dafür zu bezahlen – und dabei sogar einen Blick in die Themenparks zu werfen. Denn Disney bietet nicht nur seine eigenen, individuell gestaltete Verkehrsschilder auf seinem Gelände. Es gibt dort auch noch einen komplett kostenlosen öffentlichen Nahverkehr, der ohne Eintrittskarte oder Hotelreservierung genutzt werden kann.

Darunter fallen zahllose Busverbindungen, drei Monorail-Linien, drei Schiffsrouten und drei Seilbahnen. Im Folgenden werde ich erklären, wie man diese sinnvoll miteinander verbinden kann und dabei nützliche Informationen und Hinweise geben. So kann ein kostenloser Nachmittag auf dem Disneygelände aussehen:

Anfang in Disney Springs

Disney Springs (vormals Downtown Disney) ist das größte Shopping-Areal auf dem Disneygelände. Hier gibt es eine große Anzahl Einkaufsmöglichkeiten, ein Cirque de Soleil Theater, ein Kino und sogar einen (kostenpflichtigen) Fesselballon. Das wichtigste jedoch: Es gibt kostenlose Parkmöglichkeiten.

Um an dieser Stelle gleich aufkommende Euphorie zu bremsen: Hier bietet sich keine gute Möglichkeit, sich die 25$ Parkgebühren zu sparen, indem man den Wagen in Disney Springs abstellt. Dafür gibt es zwei (zeitaufwändige) Hindernisse. Zum einen ist Disney Springs erst ab dem Mittag an das kostenlose Busnetz angebunden. Wer früh in einen Themenpark will, hat keine Chance. Zum anderen gibt es zwar zwischen jedem Hotel, Wasser- und Vergnügungspark eine direkte Busverbindung – jedoch keine von Disney Springs zu den Themenparks. Mindestens ein Umstieg ist erforderlich. Vor 14 Uhr wird niemand, der sein Auto in Disney Springs abgestellt hat, in einem Fahrgeschäft sitzen.

Bei unserer Rundreise geht es jedoch nicht darum, als erster auf den Achterbahnen der Parks zu sein, sondern ein Eindruck von World Disney World zu gewinnen. Am frühen Nachmittag sein Auto in Disney Springs abzustellen ist der erste Schritt. Vom Parkplatz bummelt man entlang der Geschäfte zur Mitte des Areals, das am Ufer eines Sees liegt. Dort liegt der große Busbahnhof. Zwar kommt man (wie oben geschildert) nicht direkt zu den Parks. Aber zu einem der drei Hotels entlang der Seven Seas Lagoon.

Die Seven Seas Lagoon

Am Ufer der Seven Seas Lagoon liegen drei Hotels: Das Contemporary Resort, das Polynesian Village Resort und das Grand Floridian Resort. Zudem findet man in diesem Bereich das Transportation and Ticket Center und Magic Kingdom, den bekanntesten der vier Themenparks. Man kann von Disney Springs den ersten Bus zu einem der drei Hotels nehmen, der kommt (es gibt keine Buslinien, nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen). Für unsere Rundfahrt ist das Polynesian Village Resort am besten geeignet.

Von dort gibt es einen Spazierweg entlang am Ufer, der das Polynesian Village Resort mit dem Grand Floridian Resort verbindet. Bei meinem letzten Besuch fanden dort leider Bauarbeiten statt und man wurde vom Ufer wi. Das Highlight des Spaziergangs ist aber trotzdem zugänglich. Zwischen den beiden Anlagen liegt Disney’s Wedding Pavilion auf einer vorgelagerten Insel.

Der Baggersee Seven Seas Lagoon

Die ersten Jahre von Disneyland in Anaheim waren eine logistische Katastrophe. Das lag unter anderem daran, dass Mitarbeiter und Güter sehr lange brauchten, um von einem Ende des Parks ans andere zu kommen, wenn sie dort benötigt wurden. Um dies zu vereinfachen, ließ Disney den Magic-Kingdom-Park auf einem aufgeschütteten Hügel errichten und unter dem Park ein Tunnelsystem installieren. Somit konnten sich Mitarbeiter schnell durch (oder besser unter dem) Park bewegen, ohne von Besuchern aufgehalten oder gesehen zu werden.

Den Aushub füllte man mit Wasser aus den benachbarten Seen und Sümpfen auf und gab ihm den Namen Seven Seas Lagoon. Auch wenn man Hotelzimmer in Hütten auf dem See vermietet und künstliche Strände aufschüttete: Schwimmen ist in dem Baggersee streng verboten. Auch deswegen, weil es tragisch schwer ist, Gewässer in Florida von Alligatoren freizuhalten.

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Laufen gerade Vorbereitungen (bitte stört keine Zeremonien!) kann man über die Brücke zur Kapelle hinübergehen und durch die Glastüren einen Blick hineinwerfen. Genau über dem Altar befindet sich ein großes Fenster, das genau auf das Wahrzeichen des Magic Kingdom ausgerichtet ist: Cinderella Castle.

Nachdem Besuch der Kapelle geht man durch die prächtige Lobby des Grand Floridian Resort zur Monorail-Station des Hotels. Dort halten Monorails der Resort-Line – und der nächste Halt ist Magic Kingdom. Aus dem Monorail hat man einen fantastischen Blick über den künstlichen See und kann die Showgebäude von Space Mountain und TRON: Lightcycle Run gut erkennen.

Nachdem Verlassen der Monorail-Station liegt links der Park-Eingang und rechts eine Anlegestelle für Boote. Geht man dort hinüber, hat man die Möglichkeit, sich über die Seven Seas Lagoon zum Transportation-and-Ticket-Center schippern zu lassen. Das kann man auch erreichen, indem man einfach im Monorail sitzen bleibt. Die Einschienenbahn hält zwischendurch noch einmal im Contemporary Resort, die Station liegt im Innern des massiven Hotelgebäudes.

Das Transportation-and-Ticket-Center

Das Transportation-and-Ticket-Center (kurz: TTC) ist nichts weiter als ein Logistik-Hub. Ursprünglich diente er dazu, das Magic Kingdom mit seinem Parkplatz zu verbinden (mit Monorail oder Boot). Seit der Eröffnung des Parks in der 1980ern geht es von dort auch nach Epcot. Das TTC ist der einzige Bahnhof, an dem alle Monorail-Linien auf dem Disney Gelände halten.

  • Die Resort-Linie fährt im Uhrzeigersinn um sie Seven Seas Lagoon und hält an jedem Resort-Hotel: TTC – Polynesian Village – Grand Floridian – Magic Kingdom – Contemporary.
  • Die Express-Linie umkreist den See gegen den Uhrzeigersinn und verkehrt nur zwischen TTC und Magic Kingdom.
  • Die Epcot-Linie fährt vom TTC nach Epcot, dem zweitältesten der vier Vergnüngsparks und unser nächstes Ziel.

Die Monorail-Fahrt vom Transportation-and-Ticket-Center nach Epcot ist die längste auf dem gesamten Gelände. Bevor der Zug am Bahnhof des Parks einfährt, dreht er eine große Runde über das Parkgelände. Dies ist die einzige Möglichkeit, einen langen Blick in einen der Themenparks zu werfen, ohne Eintritt zu bezahlen. Um sich nicht unnötig recken und strecken zu müssen, setzt man sich am besten in Fahrtrichtung links.

WDW Bay Area Schematic
Monorails, Boote und Spazierwege um die Seven Seas Lagoon.

Busfahrt zu den Hollywood Studios

Der Themenpark Epcot hat zwei Eingänge: Den Haupteingang, über dem Spaceship Earth (der große Golfball) thront; und an dem die Parkplätze und der Monorail-Bahnhof liegen. Dazu befindet sich am hinteren Ende des Parks das International Gateway, das nur durch den Park, per Boot, Gondelbahn oder zu Fuß erreicht werden kann. Ohne Eintrittskarte gibt es keine Möglichkeit, von einem zum anderen Ausgang zu gelangen.

Deswegen sind wir ein zweites Mal auf den Bus angewiesen. Verlässt man den Monorail-Bahnhof liegt auf der linken Seite der Parkeingang und auf der rechten Seite der Busbahnhof. Das Ziel ist der dritte Park auf unserer Liste: Disney’s Hollywood Studios. Von dort hat man wieder mehrere Möglichkeiten, sich weiterzubewegen.

Die Hollywood Studios sind mit Epcot über einen Wasserweg verbunden, an dessen Ufern mehrere Hotels und die sogenannte Boardwalk Area liegen. Dabei handelt es sich um den zweiten Shopping- und Gastronomie-Bereich, der jedoch deutlich kleiner ausfällt als unser Ausgangspunkt Disney Springs. Von einer Anlegestelle Stelle gegenüber des Parkeingangs fahren regelmäßig Boote zum International Gateway, Epcots Hintereingang. Zwischendurch hält das Boot an den Anlegestellen der Hotels.

Man kann den Boardwalk auch zu Fuß erreichen, wenn man einen der Spazierwege am Ufer entlang geht. Das ist in der schwülen Hitze Floridas jedoch nur bedingt empfehlenswert, denn man ist bestimmt eine halbe Stunde ungeschützt in der Sonne unterwegs.

WDW Epcot Area Schematic
Gondelbahnen, Boote und Spazierwege zwischen EPCOT und den Hollywood Studios.

Zum Abschluss mit der Gondelbahn

Seit 2021 gibt es auch eine Seilbahn, welche von den Hollywood-Studios zum Caribbean Beach Resort führt. Dort angekommen kann man in zwei weitere Linien umsteigen. Eine führt zu den Art of Animation und Pop Century Resorts, die andere stoppt im Riviera Resort und führt dann weiter zum eben erwähnten International Gateway von Epcot. Kurz vor dem Ende der Seilbahnfahrt nach Epcot hat man einen guten Blick auf die Frankreich-Sektion des Parks und die World’s Showcase Lagoon, auf der jeden Abend die Lichtshow Harmonious abgehalten wird.

Vom International Gateway kann man in eines der Boote boarden und sich zu einem der Hotels nahe des Boardwalks bringen lassen – oder den Weg zu Fuß zurücklegen. Dieser bringt nicht mehr Schatten als der Fußweg von den Hollywood Studios, ist aber kürzer. Nach einem Besuch am Boardwalk geht man zu einem der Hotels in der Nähe und nimmt den dritten und letzten Bus des Tages zurück nach Disney Springs. Das Dolphin Hotel bietet sich wegen seiner prächtigen Lobby an.

Fazit: Ein kostenloser Nachmittag in Disney World

Folgt man der vorgeschlagenen Tour, ist man etwa vier Stunden unterwegs und bekommt einen guten Einblick, was Disney World besonders macht. Da es nicht viele Möglichkeiten gibt, unterwegs etwas zu Trinken zu kaufen, ist man gut beraten, sich eine Flasche Wasser mitzunehmen. Da die eingesetzten Busse erbarmungslos klimatisiert werden, sollte man zudem etwas zum Überziehen dabei haben. Es ist echt kalt darin.

Man kann die genannte Tour natürlich nach Belieben verkürzen oder ausdehnen. Man könnte dabei etwa auch den vierten Themenpark, Animal Kingdom, oder die Wasserparks mit einbinden. Jedoch bekommt man dort außer Parkplätzen und Eintrittstoren nicht viel zu sehen. Die beschriebenen Areale bieten hingegen Abwechslung bei Transportmöglichkeiten und die Gelegenheit, sich hin-und-wieder zu Fuß zu bewegen. Wichtig ist: Man kommt nur von den Hotels und Resorts zurück nach Disney Springs.

Offizielle Fahrpläne oder Übersichtskarten wird man während der Tour vergeblich suchen. Der nächste Bus/Zug/Schiff kommt, wenn er kommt. Jedoch wartet man selten länger als 15 Minuten. Wer sich zwischendurch verlaufen oder verfahren hat und den Weg nach Disney Springs nicht zurückfindet, sollte nicht zögern, das Park- oder Hotelpersonal um Hilfe zu bitten. Alles, was in diesem Text beschrieben wird, ist kostenlos und erlaubt. Und Disney-Mitarbeiter sind vor allen Dingen für ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft bekannt.

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Kommentare (6)

  1. Andrea Köyer sagt:

    Wir haben diese Tour im März 2024 gemacht und waren begeistert!!
    Am Anfang war es sehr merkwürdig , durch die Hotels zu laufen! Am Ende haben wir einen Tag nur für die Hotels eingelegt , da diese spektakulär anzuschauen sind!!
    Vielen Dank für diesen Bericht, hat uns sehr inspiriert

  2. Isa sagt:

    Hallo und Gruß aus Orlando. ich habe die Tour gestern gemacht und fand die Beschreibung sehr hilfreich. Ergänzend vielleicht noch dass man die Hotels inkl. Restaurants nutzen kann und ohne Probleme Toiletten und auch Vending Machines für Getränke findet.
    Die Wedding Chapel war ohne sichtbare Zeremonie erst geschlossen und ich habe später zufällig gesehen, dass sie offen war, es gibt aber laut QR Code vor der Tür Tage, an denen sie ganztägig besichtigt werden kann:
    https://www.disneyweddings.com/venue-tours/?CMP=VAN-D23
    Das ganze Transportsystem inkl. Bus zurück zu den Springs fährt laut Auskunft vor Ort bis ca. Mitternacht.
    Wir waren abends wieder in Springs, haben dort in einem der vielen Restaurants gegessen, danach noch ein bisschen durch die Läden gebummelt (alles bis ca 23 Uhr geöffnet). War ein cooler Tag. Danke!

  3. Stefan sagt:

    Wir haben heute (28.04.23) die Tour wie oben Beschrieben getätigt.
    So wie beschrieben passt es zu 100%
    Von den Parks an sich bekommt man im großen und ganzen keinen Eindruck (außer von Epcot vielleicht)
    Aber von einem großen Teil dieses Areals bekommt man einen sehr guten Eindruck.
    Alleine Disney Springs lohnt sich sowie die kostenlosen Bootstouren, Monorail- und Seilbahnfahrten.
    Vielen Dank für diesen Tipp

  4. Urs (6 von 7 Weltwunder besucht :-) ) sagt:

    Das ist mal ein toller (etwas anderer) Vorschlag.
    Vielen Dank für die Arbeit!

  5. Norbert sagt:

    Sehr cool, bin im Februar wieder für einige Tage in Orlando ind Disney Springs oder auch der Univeral Board Walk sind für einen unterhaltsamen Abend eh immer gut!

  6. Waltman sagt:

    Ziemlich crazy, aber cool! Vielleicht werde ich mir das beim nächsten Florida Trip antun.

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