Meilen sammeln für Fortgeschrittene

Air Canada Boeing 787-9 Gangway

In der kleinen Reihe „Meilen sammeln für Anfänger“ habt ihr einen Überblick bekommen, was es mit dem Sammeln und Einlösen von Meilen so auf sich hat. Wer sich nun mittlerweile schon etwas genauer mit dem Thema beschäftigt hat oder aber schon vorher fortgeschritten war, für den geht es hier weiter!

In diesem Teil erfahrt ihr, wie man mit mehreren Personen z.B. Partner/-in, Kindern, Eltern… gemeinsam Meilen sammeln und anschließend einlösen kann, wie man sich durch den Kauf von Meilen günstig das Vielfliegerkonto auffüllt und mit welchen Kreditkarten man bei jeden Einkauf, Meilen sammelt.

Falls ihr die Serie Meilen sammeln für Anfänger verpasst habt, empfiehlt es sich zuerst diese zu lesen:

  1. Die Gutschrift der Meilen
  2. Das Einlösen der Meilen

Meilen sammeln mit Kreditkarte

Bekannt als Partner von Airlines sind in erster Linie Mietwagenfirmen oder Hotelketten. Aber auch Kreditkarten eignen sich sehr gut, um das Meilenkonto zusätzlich aufzustocken. So bieten in Deutschland zumindest zwei Bonusprogramme ihre eigene Kreditkarte an, die dann auch noch als Vielfliegerkarte genutzt werden kann. Mehr Platz im Portmonnaie sozusagen.

Der Einsatz solcher Karten kann sich wirklich lohnen. So bekommt man oft schon einige Meilen als Willkommensgeschenk gut geschrieben, sobald man die Kreditkarte beantragt. Aber auch das Bezahlen bringt zusätzliche Meilen. Je nach Programm kann das eine Meile pro Euro Umsatz sein. Das mag nicht sonderlich viel klingen, aber alleine die Flüge, die man vielleicht mit der Karte bezahlt, können im Jahr schon ein paar Tausend Meilen zusätzlich bringen. Nutzt man nur eine bestimmte Karte, kommt so einiges zusammen.

Das Schöne an den Kreditkarten der Airlines ist, dass diese oft kostenlos sind, sobald man einen Status erreicht hat. So entfällt für die MasterCard von Miles&More die Jahresgebühr, sobald man den Senator Status erflogen hat.

Ein weiterer Vorteil der Kreditkarten von Vielfliegerprogrammen ist, das der Verfall der Meilen ausgesetzt werden kann. Je nach Karte muss diese dafür nicht einmal eingesetzt werden. Vor allem für Reisende, die nicht so oft fliegen und etwas mehr Zeit benötigen, um einen Prämienflug oder ein Upgrade anzusammeln, ist diese Variante interessant.

Eine Übersicht der einzelnen Karten zum Meilensammeln und deren Vor- und Nachteile findet ihr hier:

American Express: Punkte zu vielen Programmen transferieren

Wer sich nicht auf ein Programm festlegen will und nur an den Meilen interessiert ist, für den ist eine American Express die Lösung. Generell ist Amex als Kreditkarte für Vielflieger ohnehin keine schlechte Wahl, da die Karten viele Vorteile für Reisende mitbringen. So bekommt man mit der Platinum Card sogar 2 x den Priority Pass, mit dem man auf vielen Flughäfen die Lounge benutzen kann. Außerdem erhaltet ihr einen Status bei insgesamt 10 Hotelbonus-, Vielflieger- und Mietwagenprogrammen!

Interessant für Meilensammler sind aber vor allem die Membership Rewards Punkte, die eigenen Punkte, die American Express im Angebot hat und die man bei der Nutzung der Karte sammeln kann. Es gibt 1 Punkt pro ausgegebenem Euro, mit dem Turbo kann man sogar 1,5 Punkte pro ausgegebenen Euro sammeln!

American Express bietet zwar die Möglichkeit, die Punkte direkt für Flüge einzulösen, viel interessanter ist aber der Transfer zu einem anderen Vielflieger- oder Hotelbonusprogramm. Meistens kann man die Punkte im Verhältnis 5 Membership Rewards Punkte = 4 Meilen/Punkte tauschen. Mehr dazu hier:

Manufactured Spending

Auch, wenn man beim Meilen sammeln schon ein Profi ist, so sollte man sich diesem Thema mit großer Vorsicht nähern. Das System klingt sehr verlockend, birgt aber auch Risiken und ist deswegen nur zu empfehlen, wenn man weiß, was man tut.

Beim Manufactured Spending (zu deutsch: fabrizierte Ausgaben) handelt es sich um den Versuch, durch künstliche Umsätze die Bonusfunktion von Kreditkarten zu nutzen. Ganz vereinfacht gesagt kauft man mit seiner Kreditkarte ein Produkt (beispielsweise Prepaid Kreditkarten), das man im Anschluss auf die eine oder andere Art und Weise wieder in Geld umwandeln kann. Auch sich selber Geld zu schicken z.B. über ein Geldtransfer-Dienst, ist eine Möglichkeit. Ziel ist immer, den Umsatz, aber keine Kosten zu haben. So lassen sich Punkte/Meilen sammeln, ohne das Geld wirklich auszugeben.

Meilen kaufen

Bei einigen Programmen lassen sich die Prämienmeilen, die man noch braucht, auch käuflich erwerben. Man kann sich natürlich fragen, ob das auch Sinn und Zweck der Sache ist, wenn man mit Geld einfach Meilen kaufen kann. In jedem Fall hat es aber seine Vorteile. So fehlen einem vielleicht mal einfach nur ein paar Meilen, um das Prämienticket bekommen. Dann ist es natürlich praktisch, wenn dafür nicht noch ein extra Flug zurückgelegt werden muss.

Es bieten sich in diesem Zusammenhang aber noch ganz andere Möglichkeiten. So kommt man über den Kauf von Meilen beispielsweise an einen Flug von Europa in die USA in der First Class von Lufthansa für nur 1.256€! Oder man fliegt innerhalb Asiens in der Cathay Pacific First Class für 250€. Und das sind nur einige Beispiele was man mit gekauften Meilen unternehmen kann.

Manche Deals klingen schon fast unglaublich, allerdings sind diese Angebote wirklich buchbar. Das Ganze funktioniert, weil Meilen innerhalb der Allianzen auch für Flüge von anderen Airlines genutzt werden können. So dürfen Meilen, die für einen Flug mit der Lufthansa eingesetzt werden, auch von ganz anderen Fluglinien stammen. Und diese verkaufen eben oft ihre Meilen, manchmal sogar mit einem ordentlichen Bonus. Zwar sind diese Angebote nicht durchgehenden verfügbar, kommen aber immer wieder.

Meilen sammeln ohne zu fliegen

Vielfliegermeilen sind ein super Lockmittel für Neukunden und deswegen werden schon seit Jahren Prämienmeilen nicht nur fürs Fliegen vergeben. Egal ob Mietwagen, Hotel, Versicherung, Girokonto, Mobilfunkvertrag oder Kredit, überall wird man mit Meilen geködert. Man sollte aber immer abwägen, ob sich der Aufpreis gegenüber einem anderen Angebot oder der Aufwand wegen den Meilen lohnt.

Will man sein Meilenkonto rasch auffüllen sind in Deutschland vor allem Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements für fette Meilenausbeuten bekannt. Genau wie beim Kauf von Meilen versucht man so Prämienmeilen zu einem guten Kurz zu generieren. Bei Miles&More kann man so Preise von 1 – 2 Cent/Meile erzielen. Eine aktuelle Übersicht findet ihr hier:

Meilen sammeln außerhalb der Allianzen

Klassischerweise entscheidet man sich zuerst für ein Vielfliegerprogramm einer Fluggesellschaft, die Mitglied in einer der drei großen Allianzen ist. Das macht auch Sinn, da man so eine größere Auswahl an Prämienflügen hat und auch die Statusvorteile bei mehreren Fluggesellschaften nutzen kann. Aber auch die Teilnahme am Programm einer Airline, die zu keiner Allianz gehört, kann nützlich sein.

Diese Airlines unterhalten nämlich häufig Allianz-übergreifende Partnerschaften mit anderen Fluggesellschaften. In manchen Fällen ist es aber auch die einzige Möglichkeiten, keine Meilen zu verschenken.

Drei der bekannteren Airlines, die ein Programm anbieten, bei dem sich die Anmeldung lohnt, sind Emirates, Etihad und Alaska Airlines. Allen drei gemeinsam ist der Vorteil, dass man bei vielen verschiedenen Airlines Meilen sammeln und einlösen kann. So hat Etihad Guest beispielsweise 26 Partnerairlines, die über alle drei großen Allianzen verteilt sind. Und Alaska Airlines ist vor Kurzem eine Kooperation mit Condor eingegangen, durch die sich nun eine sehr gute Alternative zum Sammeln der Meilen bei Miles&More ergibt.

Speziell bei Etihad Guest und Skywards von Emirates steht einem zusätzlich auch noch ein großes Netz an weiteren Partner aus der Hotelbranche zum Sammeln und Einlösen der Meilen zur Verfügung.

Ein Nachteil an Allianz-freien Vielfliegerprogrammen ist sicherlich, dass man in den meisten Fällen nicht in den Genuss der Statusvorteile kommt, wenn man mit Partnerairlines fliegt. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: als Statuskunde von Etihad Guest kann man auch bei einigen Partnerairlines mit Vorteilen rechnen.

Gemeinsam sammeln

Bei diesen sogenannten Pooling Accounts (englisch für zusammengelegte/vereinigte Konten) handelt es sich um Accounts, bei denen mehr als nur eine Person Meilen sammeln kann. Normalerweise wird diese Option für Familien angeboten, weshalb auch der Begriff Familien Account sehr gebräuchlich ist.

Der große Vorteil solcher Accounts ist recht offensichtlich: es können Meilen für Flüge verschiedener Personen auf ein Konto gut geschrieben werden. Und somit wächst die Zahl der Meilen natürlich viel schneller, als bei einer einzelnen Person. Auch der Tatsache, dass Flüge für mehrere Reisende oft von einer Person bezahlt werden, diese aber nur die Meilen für den eigenen Flug bekommt, wird somit Rechnung getragen.

Leider wird diese Option nicht von allen Airlines angeboten. In den meisten Fällen ist es nach wie vor so, dass nur eine einzelne Person auf ein Konto Meilen sammeln kann. Aber es gibt Vielfliegerprogramme, die hier wirklich vorbildlich sind. Etihad bietet mit seinem Programm Etihad Guest eine Mitgliedschaft für Familien, Emirates hat eine ähnliche Lösung für seine Kunden geschaffen an und auch im Executive Club von British Airways gibt es ein Haushaltskonto für bis zu 6 Personen.

Neben der Option, von Anfang an auf ein gemeinsames Konto zu sammeln, bieten einige Airlines auch die Möglichkeit, Meilen zwischen Familienmitgliedern zu transferieren. Der Transfer zwischen Accounts klappt zwar bei einigen Vielfliegerprogrammen, allerdings ist dies meist mit hohen Gebühren verbunden. Qantas beispielsweise erlaubt im Rahmen der Family Transfers eine kostenlose Übertragung von Meilen.

Eine sehr interessante Möglichkeit bietet EgyptAir für seine Kunden an. Hier kann man als Familie gemeinsam auf ein einziges Konto sammeln. Aber das geht nicht nur mit Prämienmeilen. Auch Statusmeilen können bei EgyptAir Plus auf einem Konto landen und somit den Weg zum Star Alliance Gold Status unter Umständen deutlich verkürzen.

Meilen übertragen oder umtauschen

Kann man Meilen zwischen zwei Programmen übertragen oder umtauschen? Vor allem, wenn man schon länger zur Gruppe der Vielflieger gehört und bereits bei mehreren Programmen gesammelt hat, würde man gerne seine Meilen konsolidieren. Ganz ohne Weiteres ist dies allerdings nicht möglich.

Bei den Statusmeilen kann man ganz pauschal sagen, dass es im Moment keine bekannte Variante gibt, Meilen in irgendeiner Art und Weise zu übertragen oder umzutauschen. Das ist, mit der Ausnahme von EgyptAir Plus, nicht mal innerhalb eines Programms vorgesehen, zwischen Vielfliegerprogrammen eigentlich undenkbar.

Ein wenig anders sieht es da schon mit den Prämienmeilen aus. Diese können in einigen Fällen wirklich zwischen Programmen transferiert werden. Auch dabei handelt es sich nicht um die Regel, aber zumindest gibt es ein paar Optionen, die einem vielleicht von Nutzen sein können.

Fazit

Leider gibt es nicht DAS perfekte Vielfliegerprogramm sondern man muss viele Faktoren abwägen um das richtige für sein persönliches Flugverhalten zu finden. Darüber hinaus führen aber viele Wege nach Rom zum Prämienflug und alle Optionen zu kennen ist besonders wichtig.

Im zweiten Teil dieser Serie wird es um das Einlösen von Meilen für Fortgeschrittene gehen. Stay tuned!

Patrick

Ob der schnellste Weg zum Vielfliegerstatus oder die Übernachtung im Top Hotel - das Thema Reisen begeistert und begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Und nun nutze ich hier bei Travel-Dealz die wunderbare Gelegenheit, diese Begeisterung mit anderen zu teilen.

Kommentare (10) Schreibe einen Kommentar

  1. Johannes, vielen Dank für die Rückmeldung! Ich verstehe nur Bahnhof… Wieso bekommt meine Freundin nun doch auch Meilen, obwohl doch gerade in diesem Artikel das Problem geschildert ist, das bei gemeinsamen Buchen die Meilen nur einmal gutgeschrieben werden. Gehen die miles and more Meilen dann auf eine Karte, oder besser für die Freundin auch eine Karte beantragen und sozusagen halbe halbe machen? Danke!

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    • Klar, deine Freundin braucht einen eigenen Miles and More Account. Sie kann sich dann auch nachher noch melden mit dem Boardingpass und der Nummer, dann werden sie gutgeschrieben. Grundsätzlich lohnt sich das Sammeln von Statusmeilen schon erst bei Vielfliegern, bei Prämienmeilen mit Kreditkarte ist es was anderes.

      Antwort

  2. Vielen Dank für due tollen Artikel.
    Wie immer sehr verständlich erklärt und top recherchiert.
    Weiter so!
    LG, Ralph

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  3. Ich danke für solche Beiträge!
    Ich bin ein absoluter Anfänger und habe in der Zwischenzeit bereits einige Langstreckenflüge mit LH (jeweils nur Eco) verstreichen lassen. Da ich höchsten 1-2 mal pro Jahr einen Langestreckenflug habe dachte ich auch das ich eigentlich nie auf was zählbares komme. Nun habe ich mich doch mal angemeldet und wollte die Meilen zumindest mitnehmen. Ich verstehe das richtig, dass meine Freundin (gemeinsames Ticket gekauft) nun keine Meilen für diesen Flug bekommen wird?! Wenn ich getrennt gebucht hätte, gäbe es Meilen für beide!? Schwachsinn!? Das gesamte Meilensystem ist einfach nur krank und lohnt sich doch für Urlaubsflieger gar nicht. Das einzige, für das es sich mal lohnen würde, sind die Meilenschnäppchen bei Miles&More. Hierfür muss ich Ewigkeiten meine Payback-Punkte transferieren und bergeweise Abos abschließen um dann aus dem eingeschränkten Angebot ein Meilenschnäppchen buchen zu können, das mit Steuern und Gebühren genauso teuer ist wie tolle Business Class Schnäppchen, die ihr hier so manchmal postet (beispielsweise Qatar Business nach Bangkok o.ä.). Sind die Meilenprogramme also eigentlich nur das für Vielflieger, oder Businessclass-Reisende?

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    • Hallo Marcus,

      natürlich bekommt deine Freundin ebenfalls Meilen für die Flüge. Egal ob getrennt oder auf einem Ticket gebucht!

      Man kommt nicht von 0 auf Freiflug aber wer 1 – 2 Mal pro Jahr einen Langstreckenflug absolviert sollte die Meilen auf jeden Fall mitnehmen. Man muss nicht aktiv Geld ausgeben und an mehr Meilen zu kommen. Man bekommt z.B. häufig Meilen die man einfach mitnehmen kann z.B. wenn man einen Vertrag bei der Telekom abschließt. Kostet nicht mehr und sonst würde sich die Telekom halt einfach die Meilen sparen.

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