Startseite Magazin News Niki ist insolvent: verschiedene Rückholangebote – Insolvenzverwalter verspricht Erstattungen

Niki ist insolvent: verschiedene Rückholangebote – Insolvenzverwalter verspricht Erstattungen

Schlechte Nachrichten für die rund 1.000 Mitarbeiter von Niki und tausende Passagiere: Lufthansa hat ihr Übernahmeangebot für die Air Berlin-Tochter Niki zurückgezogen. Noch am Mittwoch wurde ein Insolvenzantrag gestellt und ab Donnerstag, 14. Dezember, wird der Flugbetrieb komplett eingestellt.

Update 14. Dezember: Der Insolvenzverwalter kündigte an, dass „fast alle“ Fluggäste mit einer vollständigen Erstattung der Ticketkosten rechnen können oder umgebucht werden. Mehr dazu unter „Was passiert mit meinen Tickets?“.

Als Grund für den Rückzug hat Lufthansa die Dauer des Prüfverfahrens durch die EU-Kommission angegeben. Diese hat wettbewerbsrechtlichen Bedenken geäußert. Darauf hat Lufthansa reagiert und angekündigt die Start- und Landerechte von Niki nicht zu übernehmen. Das scheint trotzdem nicht die Bedenken der EU-Kommission ausgeräumt zu haben.

Der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus hat bereits vor einigen Tagen vor der drohenden Insolvenz von Niki gewarnt und Lufthansa als einzigen verblieben Kaufinteressenten genannt. Der Insolvenzantrag für Niki soll bereits in der Schublade liegen.

Was passiert mit meinem Ticket?

Wer die Flüge im Rahmen einer Pauschalreise gebucht (oder z.B. als Click&Mix) gebucht hat, muss sich keine großen Sorgen machen. Betroffene Passagiere sollten einen Sicherungsschein erhalten haben und der Reiseveranstalter muss für Ersatz sorgen. Wendet euch dazu am besten direkt an den Reiseveranstalter.

Auch für alle anderen gibt es größtenteils positive Neuigkeiten:

Insolvenzveranstalter kündigt Erstattung der Ticketpreise an

Nach Stellung des Insolvenzantrags am gestrigen Mittwoch wurde F. Flöther als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt. Dieser veröffentlichte heute eine Pressemitteilung mit dem Titel „NIKI: Fast alle Passagiere werden entschädigt“.

In der Meldung spricht man von insgesamt 410.000 Tickets, welche bislang nicht abgeflogen wurden. Unter diesen sollen sich 210.000 Reiseveranstalter-Tickets befinden, diese sollen automatisch umgebucht werden.

Für den Großteil der verbleibenden Tickets kündigte man eine voraussichtlich vollständige Rückerstattung der Ticketpreise an. Dies gilt allerdings nur unter zwei Voraussetzungen:

  • Die Flüge müssen nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin am 15. August 2017 gebucht worden sein. Vermutlich sind die Gelder dann wie bei Air Berlin auf ein separates Konto gewandert sodass die Erstattung möglich ist.
  • Die Flüge sollten bis Oktober 2018 und nicht später erfolgen.

Insgesamt sind dies also durchaus gute Neuigkeiten für alle Betroffenen. Der Insolvenzverwalter ließ zudem verwalten, weiterhin eine teilweise Wiederaufnahme des Niki-Flugbetriebes anzustreben.

Dennoch dürfte es noch einige Tickets mit Buchungsdatum vor August 2017. Die Forderungen können dann höchstens noch in der Insolvenztabelle angemeldet werden. Alternativ kann man versuchen, sich den Ticketpreis zurückzuholen indem man den Umsatz reklamiert. Als Grund muss man angeben, dass die Reservierung storniert wurde. Eine Erklärung für DKB-Kunden findet ihr hier. Ggf. ist das auch bei Lastschrift-Zahlungen möglich. Sprecht darüber am besten mit eurer Bank!

Rückholangebote für Niki-Kunden

Ist man durch die Pleite von Niki im Ausland gestrandet, bieten einige Fluggesellschaften aus Solidarität vergünstigte Flugpreise als Sonderkonditionen an. I.d.R. muss man aber in Vorleistung gehen, den vollen Preis bezahlen und nachträglich einen Antrag auf Erstattung mit der Niki-Buchungsbestätigung oder Stornierung stellen.

Hier ein Überblick:

  • Lufthansa, Swiss, Austrian: Für Rückflüge nach Österreich oder Deutschland bis zum 31. Dezember 2017 gibt es auf Antrag 50% des Flugpreises erstattet. Dafür muss der Flug direkt über lufthansa.com, swiss.com oder austrian.com gebucht werden und bis zum 31. Januar 2018 die Erstattung beantragt werden.
    Mehr dazu bei Lufthansa
  • Eurowings: Genau wie bei Lufthansa gibt es auch hier 50% des Flugpreises auf Antrag zurück. Gebucht werden muss über Eurowings.com.
    Mehr dazu bei Eurowings
  • TUIfly: Hat man einen Niki-Flug über tuifly.com gebucht, können einen Ersatz-Rückflug ebenfalls über tuifly.com buchen und erhält anschließend 50% des Flugpreises erstattet.
    Mehr dazu bei TUIfly
  • Germania: Für Rückflüge nach Deutschland und die Schweiz bietet auch Germania bis zum 31. Dezember 2017 eine Rückerstattung von 50% des Flugpreises an. Dafür muss der Flug über flygermania.com gebucht werden.
    Mehr dazu bei Germania
  • Condor: Condor bietet sogar Rückflüge bis zum 31. Dezember 2017 kostenfrei auf Standby an. Bleibt ein Platz im Flieger frei, wird man mitgenommen. Sonst nicht. Für feste Buchung Erstattet Condor 50% des netto Flugpreises (d.h. ohne Steuern & Gebühren). Gebucht werden muss auf Condor.com.
    Mehr dazu bei Condor

Johannes

Ich habe 2010 Travel-Dealz gegründet und schreibe seit dem täglich über die neusten Reiseschnäppchen. Seitdem ich 17 bin, suche ich nach Wegen so günstig wie möglich zu fliegen. Mit meinem Wissen versuche ich Dir genau das selbe zu ermöglichen. Wenn du eine Frage hast kannst du dich jederzeit an mich wenden! Schreib mir einfach eine Email an: Johannes@Travel-Dealz.de Bitte aber nicht mit einem Reisebüro verwechseln.
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Kommentare (12)

  1. Mein Sohn wartet immer noch auf die Erstattung vom Insolvenzverwalter für einen nach dem Insolvenzantrag bei Air Berlin gebuchten Flug. Frage mich, wer zur Zeit mit dem Geld arbeitet.
    Hat jemand einen Rat oder ähnliche Erfahrungen???

    Antwort

  2. Hallo zusammen!

    Nachdem ich das Geld für 3 Flugbuchungen mit AB schon fast abgeschrieben hatte (alle Flüge vor August 2017 gebucht, alle ersatzlos storniert und kein Sicherungsschein oder Pauschalreise), habe ich nun mehrfach von der Möglichkeit gelesen, die entsprechenden Beträge im Falle einer Buchung mit Kreditkarte bei der entsprechenden Bank zu reklamieren und ggf. zurückerstattet zu bekommen.
    Die AB-Flüge habe ich übrigens alle nicht direkt bei AB gebucht, sondern jeweils über Anbieter wie Opodo und Seat24.
    Leider habe ich die Flüge nicht mit der DKB-Kreditkarte bezahlt, sondern mit einer anderen Kreditkarte (Air Berlin Visa Plus). Meine Bank bietet nicht ein solches Formular wie die DKB an und ich werde die Unterlagen nach telefonischer Rücksprache einfach mal so dorthin schicken.

    Die Frage, die ich nun diesbezüglich habe, ist folgende:

    Ist das Vorgehen mit der Reklamation und ggf. Rückerstattung der Beträge auch rechtlich gesehen so in Ordnung oder widerspricht es den Gesetzen im Rahmen eines Insolvenzverfahrens? Macht es dabei einen Unterschied, ob direkt bei AB oder über einen „Zwischenhändler“ (s.o.) gebucht wurde?

    Hat schon jemand von euch Erfahrung mit Reklamationen gemacht?

    Danke für die Infos und viele Grüße

    Jochen

    Antwort

    • Hallo Jochen,

      ich kann dir da zwar nichts verbindliches sagen aber bei Kreditkarten haftet i.d.R. der Acquirer (rechnet für den Händler z.B. Air Berlin aber auch Opodo, … die Zahlung mit deiner Bank ab die, die Kreditkarte an dich ausgegeben hat) für die Ausfälle. I.d.R. lässt sich der Acquirer für die Umsätze Sicherheiten z.B. von Air Berlin hinterlegen.

      Antwort

      • Hallo zusammen!

        Ich habe nun heute die Antwort von der LBB erhalten. Darin heißt es:

        „Wir haben die Reklamation geprüft. In diesen Fällen ist eine Rückbuchung nicht möglich. Bei den zugrunde liegenden Buchungen in Höhe von 1830,35 Euro handelt es sich lediglich um die Vermittlung von Flugleistungen zwischen Ihnen und den Unternehmen OPODO und TRAVEL AGENCY. Da OPODO und TRAVEL AGENCY nicht die Erbringer der Dienstleistungen sind, ist eine Rückbuchung wegen nichterhaltener Dienstleistung nicht möglich.“

        Frage mich nun, ob ich das so einfach hinnehmen soll?!

        Viele Grüße!

        Antwort

  3. Hallo Johannes,
    danke für die guten Hinweise!
    Im Oktober und November habe ich für 5 Personen Niki-Flüge (Februar/ März 2018) von NUE bzw. TXL nach Teneriffa und zurück per Kreditkarte gebucht.
    Niki antwortet nicht auf meine Bitte um klaren Bescheid.
    Meine Bank benötigt für eine evtl. Rückholung der Beträge aber eine schriftliche Storno-Benachrichtigung der Airline, die jedoch nicht reagiert.
    Was kann ich tun? Wie sind die Chancen?
    Danke im Voraus!
    Dietrich

    Antwort

    • Abwarten. In den nächsten Tagen/Wochen wird bestimmt eine Stornierungsemail verschickt. War bei Air Berlin auch so.

      Antwort

  4. Habe auch am 12.12. für 3 Personen Tickets von TXL nach SPC und zurück gebucht. Alle 3 mit Sofort-Überweisung bezahlt.
    Zu diesem Zeitpunkt wusste Niki doch bereits was passiert. Wie dürfen sie weiterhin Buchungen durchführen, das grenzt doch an Betrug! Wie riskant ist die Rückbuchung des Geldes?
    Hilft hier eine Reiserücktrittsversicherung?

    Antwort

    • Hallo Fred,

      Sofort Überweisung ist, anders als eine Zahlung per Lastschrift, nicht rückgängig zu machen. Dabei wird das Geld direkt von deinem Konto auf das Konto von Niki überwiesen und nicht eingezogen.

      Bei einer Reiserücktrittsversicherung ist i.d.R. keine Insolvenz der Fluggesellschaft versichert.

      Antwort

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