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Oneworld: Basic Economy-Tarife auf der Langstrecke jetzt auch ab Deutschland

Iberia A340

Für die Kunden ist es eine traurige Entwicklung auf dem Airlinemarkt: Nach SkyTeam führen nun auch die Airlines der Oneworld-Allianz einen sogenannten Basic Economy Tarif auf Transtalantik- und Asienflügen ein. Das bedeutet: Wenn ihr mit Iberia, British Airways, American oder Finnair künftig auf „ausgewählten“ Strecken reist, ist grundsätzlich kein Aufgabegepäck mehr inklusive und ihr habt weitere Nachteile.

Update 2: Die Light-Tarife sind nun auch für Flüge ab Deutschland verfügbar. Beachtet bei der Buchung also unbedingt die Angabe zum Aufgabegepäck!

Update April 2018: Die Basic Economy Tarife wurden ab sofort zur Buchung freigegeben. Auf ausgewählten Strecken von Europa in die USA und Kanada ist somit standardmäßig kein Freigepäck mehr inbegriffen und es gibt weitere Nachteile. Wer Leistungen wie bisher erwartet, zahlt 40€ bis 80€ Aufpreis je Richtung für „Economy Standard“. Weitere Details gibt es nachfolgend.

Die Konkurrenz durch Billigflieger wie WOWair und Norwegian macht den etablierten Airlines schon seit längerer Zeit zu schaffen. Die Flugpreise von Europa in die USA und nach Kanada sind auf ein Rekordtief gefallen. Selbst Tickets für Flüge von Europa an die Westküste sind nicht selten für unter 300€ zu haben. Icelandair bietet daher unlängst einen Billigflieger-ähnlichen Basic-Tarif ohne Gepäck an, ebenso wie Lufthansa und SAS, aber bislang nur von Skandinavien. Letzten Herbst haben dann auch die SkyTeam-Airlines Delta, KLM und Air France angekündigt, auf Strecken von Europa in die USA und nach Kanada Light-Tickets ohne Aufgabegepäck zu verkaufen. Seit 10. April greift dieser neue Tarif.

Was bedeutet Light Tarif?

Der größte Unterschied dürfte sein, dass kein Aufgabegepäck mehr inklusive ist. Wem ein Handgepäckkoffer sowie ein Personal Item (z. B. kleiner Rucksack) nicht ausreicht, muss ein Aufgabegepäckstück hinzubuchen oder den Standard-Tarif buchen. Bei anderen Airlines werden für einen Transatlantik-Hin- und Rückflug ca. 100€ fällig. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Kosten bei Oneworld in einem ähnlichen Rahmen bewegen.

British Airways Economy Light

Diese Nachteile bringt der neue Economy Light-Tarif © IAG

Darüber hinaus dürft ihr beim Check-In euren Sitzplatz nicht selbst auswählen, sondern bekommt einen zugeteilt. Familien mit Kindern werden zwar garantiert zusammengesetzt, andere zusammenreisende Gruppen können aber Pech haben und werden möglicherweise zufällig im Flieger platziert. Damit zumindest droht American Airlines und verweist darauf, dass Passagiere doch besser für eine Sitzplatzreservierung zahlen sollten.

Darüber hinaus müsst ihr als Basic Economy-Passagier als letztes einsteigen und Upgrades, z. B. mit Meilen, sind grundsätzlich nicht möglich. Ansonsten reist ihr wie jeder andere Economy-Passagier auch.

Auf welchen Strecken gilt die Regelung?

British Airways nennt in einer Pressemitteilung nur die Flüge von London nach Austin, Boston, Delhi, Denver, Dubai, Hong Kong, Oakland, Philadelphia, Punta Cana und Singapur als Eco-Light-Strecken.

Tatsächlich gibt es die Economy Light Tarife aber auch schon auf anderen Routen. Auf folgenden Routen von Amsterdam haben wir sie gefunden:

  • Amsterdam – Phoenix
  • Amsterdam – Vancouver
  • Amsterdam – New York
  • Amstedam – Tampa
British Airways Basic Eco

Basic Economy auf einem Flug von Amsterdam nach Phoenix

Neben Zielen in den USA sind also auch Flüge Richtung Kanada betroffen. Und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis es die Basic Economy auch nach Skandinavien und Deutschland schafft.

Auch Nicht-Transatlantik-Strecken mit Basic Economy.

Laut British Airways und Iberia gibt es die Tarife ohne Gepäck auch auf Flügen in den Nahen Osten und nach Asien. In der obigen Liste sind neben Dubai auch Delhi, Hong Kong und Singapur enthalten.

Auch Iberia dürfte mitziehen, Finnair und American hingegen zumindest erst einmal nicht.

Welche Vorteile haben Vielflieger?

Die gute Nachricht: Habt ihr einen Oneworld-Vielfliegerstatus, dürft ihr in den meisten Fällen trotzdem Aufgabegepäck mitnehmen, zumindest wenn ihr mindestens den Sapphire-Status besitzt. Außer ihr fliegt mit British Airways – hier ist nicht mal mit Emerald-Status Gepäck inklusive.

British Airways Vielfliegervorteile Basic Economy

Vielfliegervorteile in der Basic Economy © IAG

Außer bei American Airlines dürft ihr auch weiterhin euren Wunschsitzplatz kostenfrei auswählen und sitzt somit im Flieger neben Freunden und Familie. Meilentechnisch ändert sich wenig, zumindest, wenn ihr den British Airways Execuritve Club nutzt.

 

Werden Tickets jetzt günstiger?

Höchstwahrscheinlich nicht. Auch, wenn die Airline es gerne anders aussehen lassen: Die Einführung der Basic Economy Tarife entspricht einer verdeckten Preiserhöhung.

Die günstigen Flüge nach Florida sind beispielsweise seit Einführung der Light-Tarife keinen Cent günstiger als zuvor. Wer hingegen mit Gepäck reisen möchte, muss deutlich mehr zahlen.

Noch gibt es aber eine Möglichkeit, trotz günstiger Ticketpreise mit Gepäck zu reisen: Die Star Alliance hat bislang keine Basic Economy Tarife auf der Langstrecke im Sortiment (Ausnahme: Lufthansa ab Skandinavien). Da die Allianzen untereinander oft in einen „Preiskrieg“ verfallen, ist es daher ratsam, die Ticketpreise genau zu vergleichen.

 

Fazit

Zwar behaupten die Airlines, man wolle ein „Produkt anbieten, das auf die Bedürfnisse der Passagiere zugeschnitten“ worden sei und das helfe, die Kosten dauerhaft niedrig zu halten. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Die Airlines wollen mit günstigen Tarifen Kunden anlocken und mit „Zusatzleistungen“ wie Sitzplatzreservierungen und Aufgabegepäck mehr verdienen als bislang. Bei unseren Stichproben sind die Oneworld-Tarife durch die Einführhung der Light-Tarife kein bisschen günstiger geworden.

Scheinbar ein kleverer Schritt der Airline-Marketingexperten. Was dabei außer Acht gelassen wird: Oneworld hatte mit dem bedingungslosen Standard-Tarif ein echtes Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt. Es wird nach Einführung des Basic-Tarifs quasi keine Unterschiede mehr zwischen Billigairlines und Premium-Carriern geben. Die Profiteure heißen WOWair, Norwegian und Eurowings.

Titelbild: Airbus A340 der Iberia © IAG

Adrian

Eigentlich von Beruf Radioredakteur. Seit ein paar Jahren regelmäßig in der Luft und auf der Schiene unterwegs. Seither durchforste ich täglich das Netz nach den besten Reiseschnäppchen. Ein Spezialgebiet von mir: Bahnreisen. Seit Juni 2017 bin ich im Team von Travel-Dealz. Ich freu mich über Mails an adrian@travel-dealz.de
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Kommentare (19)

  1. Gelten bei einem AA Transatlantikflug, der unter AY Flugnummer gebucht wird die AA oder AY Freigepäck Grenzen? Als Sapphire wäre das dann 2 bei AA oder 0 bei AY. In der Tabelle steht ja Marketing Carrier fürs Gepäck.

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  2. im jan. 18 habe ich flüge muc-mco für nov. 18 bei AA gebucht (mit meilen). muß ich jetzt für das aufgabegepäck zahlen oder nicht (habe im moment keinen status mehr)?

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    • Gilt nur für Flüge, die ab April 2018 gebucht wurden. Bei dir ist also weiter eine Gepäckstück bei

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  3. Dieses ganze Tarif und Airline durcheinander bei Oneworld und SkyTeam geht mir ja mittlerweile sowas von auf die Nerven…

    Gerade wenn man Oneworld in die USA fliegt, hat man wegen dem ganzen Codesharing Wirrwarr einen mehraufwand, zu analysieren, wer überhaupt welche Teilstrecke durchführt. Und jetzt breitet sich auch noch der Tarif Dschungel mit verschiedenen Tarifen auf verscheidenen („ausgewählten“) Strecken aus…

    Da lob ich mir (ich hoffe die ziehen nicht nach) die StarAlliance, wo alles wesentlich Transparenter dargestellt wird.

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    • „Da lob ich mir (ich hoffe die ziehen nicht nach) die StarAlliance, wo alles wesentlich Transparenter dargestellt wird.“

      Naja. Mittlerweile muss man da bspw. am Skandinavien auch schon genau prüfen, welchen Tarif man erwischt und wie der bereinigte Preisvergleich aussieht.

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    • Naja die Star Alliance hat auch schon angefangen. Lufthansa bietet z.B. ab Skandinavien den Light Tarif auch auf Langstreckenflügen in die USA an!

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  4. Fliegen macht immer weniger Spaß, da Airlines die Fluggäste inzwischen mit Vieh verwechseln.
    Selbst in Business werden die Sitze immer unbequemer auch wenn die Airlines es gerne so aussehen lassen, dass alles besser wird.
    Auch die Meilenprogramme werden immer schlechter und nur wer einfach mal irgendwo hinfliegen möchte für seine Meilen hat die Chance einen Flug für Meilen zu bekommen.

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  5. die Marketing experten haben recht ,, .. immerhin beschäftigt sich die masse nicht mit permaneten fliegen und reisen ,, untern strich wird die airline mehr verdienen und es besser verkaufen ,, 99 % der Kunden bekommen das nicht mal mit ,, weil es eben so ist ,, jemand der nicht beruflich fliegt oder ein viel Reisender ist dem ist das in den 2 wochen die er im urlaub ist sowieso egal ob das 100 euro mehr oder weniger kostet … und das beste daran die denken auch nicht darüber nach.

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  6. @ Norman: Das höherwertige Tarife günstiger werden halte ich für ausgeschlossen. Es wird halt nur noch eine Klasse unter allen bisherigen kreiert.

    Wirklich schade finde ich das der Status nicht einheitlich von allen Teilnehmern honoriert wird. Vor allem wenn es Verbindungen mit mehreren Allianzmitgliedern sind nervt es beispielsweise bei BA auf dem Zubringer nach London das Gepäck zu bezahlen um dann beim Weiterflug mit AA 3 Freigepäckstücke zu haben.

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  7. Das ist eben die Folge der Billigfliegerei. So lange für die meisten Passagiere der Preis das einzige Buchungskriterium darstellt (und das ist leider für das Gros der Passagiere der Fall), so lange werden Airlines gezwungen, weniger Leistung anzubieten. Es ist doch illusorisch zu glauben, man könne einen Transatlantikflug (am besten gleich noch an die Westküste) für ein paar Hundert Euro anbieten.

    Ich verstehe ganz ehrlich nicht, wo denn jetzt das Problem sein soll, wer nichts bezahlen will, bekommt auch nichts?! Das ist doch nur konsequent, wer selbst beim Gepäck sparen will, bekommt jetzt die Möglichkeit dazu. Statt der immer neuen Preispolitik der Airlines finde ich eigentlich die Geiz-ist-Geil Mentalität viel schlimmer, die letztendlich auf immer weniger Komfort und immer weniger Leistung hinausläuft. Airlines sind keine Wohltätigkeitsvereine und müssen genauso kostendeckend arbeiten wie alle anderen Branchen auch.

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    • Prinzipiell ist das richtig. Aber es gibt eben viele Menschen, die gerne die Welt sehen wollen und die trotzdem sparen müssen. Bei denen sollte man nicht abwertend von „Geiz ist geil“ sprechen. Ich persönlich kann diese Gruppe sehr gut verstehen weil ich auch nicht immer das Geld für die Classic-Tarife bzw. Business-Flüge hatte.

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  8. Ja, that’s life. In Zukunft gibt es dann nur noch HONs/SENs vs. Rest. Und irgendwann werden auch die Privilegien der HONs/SENs beschnitten. Ich frage mich schon laenger, warum sollte ich mit LH in Europa fliegen, wenn es Easyjet auch tut? LH ist auf dem Weg Richtung LCC, aber die Preise bleiben noch. Ich habe auch nichts zu verschenken. Wenn ich schon ein teureres Ticket von LH kaufe, dann sollten diese sich auch zu LCCs unterscheiden. Tomatensaft und ein fettiges Fleischbrot brauche ich nicht wirklich und rechtfertigen den Preisunterschied nicht.

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  9. Gerade Richtung Asien (eig wichtig für Finnair) ist mir persönlich diese Änderung relativ egal. Fliege ich halt nur noch mit den ME3. Problematisch könnte diese Änderung für Menschen sein, die mit der ganzen Fliegerei nicht allzu viel am Hut haben. Wird wohl einige böse Überraschungen an den Flughäfen geben.

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    • moin,
      auch als Emerald ohne extra freigepäck ist logo, wie LH so schön sagt: wo nix ist kann auch „x2“ nix sein, denn auch da bekäme man als SEN kein teil extra.
      das schlimmste: online buchungen werden zum lotto, man muß dann wie bei billigcariern jedes mal angst haben kein gepäck zu buchen. air asia etc machen das dann wenigstens am ende der buchung transparent, wenn man genau liest.
      dürften wohl viele am CI auflaufen die das nicht bemerkt haben und mordio schreien wenn sie die extrem hohen kosten ohne vorbuchung zahlen solen, denn dann langen die airlines richtig zu.

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      • Es ist allerdings so, dass die Statusvorteile üblicherweise nicht lauten „Gepäck x2“, sondern eher „Gepäck +1“. Und dann wäre 0 + 1 = 1 und nicht 0.

        „Als Vielflieger mit Emerald-Status können Sie bei Flügen mit einer oneworld Fluggesellschaft zusätzlich zu Ihrem Freigepäck ein weiteres kostenloses Gepäckstück aufgeben.“

        Immerhin sehen Finnair und Iberia das anscheinend auch ein. Wird halt zukünftig Finnair + AA geflogen statt British Airways. Meist nimmt sich das preislich ja sowieso nichts.

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  10. Na dann – rein in die Handgepäckproblematik…
    Aus meinem kann ich einen zwei Wochen Urlaub packen und das füllt dann exakt die Maximalmaße aus…
    Damit schiebens die Airlines nur ne Stufe höher und sagen Airbus oder Boeing einfach „Hey, macht was cleveres gegen die Handgepäck-Boardingverzögerung“

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  11. > Letzten Herbst haben dann auch die SkyTeam-Airlines Delta, KLM und Air France angekündigt, auf Strecken von Europa in die USA und nach Kanada Light-Tickets ohne Handgepäck zu verkaufen.

    Da müsste es Aufgabegepäck und nicht Handgepäck heißen, oder?

    Ich persönlich habe kein Problem damit wenn Aufgabegepäck nicht mehr inklusive ist – ich nutze es normalerweise eh nicht. Einen Premium Economy oder Business Tarif ohne Aufgabegepäck wird es wohl sobald nicht geben, aber wenn ich dadurch nur 50€/Flug spare, wäre das für mich schon praktisch.

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