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Ryanair rudert zurück: Kostenloses Freigepäck für bestehende Buchungen

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Wer bei Ryanair bis 31. August eine Buchung für Flüge ab 1. November 2018 getätigt hat, darf nun doch ein Gepäckstück bis 10 kg kostenlos aufgeben. Durch die Änderung der Gepäckrichtlinien auch für bestehende Buchungen hatte man erst vor zwei Wochen viel Unmut auf sich gezogen.

Die Ankündigung vom heutigen Donnerstag betrifft laut Ryanair über zwei Millionen Kunden, die kein Priority-Boarding zu ihrer Buchung zugefügt hatten.

Kurzer Rückblick in die Handgepäck-Historie von Ryanair:

  • Oktober 2013: Ryanair kündigt eine Service-Offensive an. In Zukunft darf neben eines Handgepäckstücks auch ein kleines Personal Item kostenlos mit in die Kabine. Im gleichen Zuge wird das „Free Seating“ abgeschafft und es gibt künftig feste Sitzplatzreservierungen.
  • September 2017: Die Service-Offensive gerät ins Stocken. Um die Abläufe am Flughafen zu verkürzen, darf ab November nur noch das Personal Item mit in die Kabine. Größere Handgepäckstücke werden am Gate abgegeben Flugzeugrumpf verstaut, wenn nicht Priority-Boarding zusätzlich gebucht wird.
  • Januar 2018: Mit anderthalb Monaten Verzögerung treten die neuen Regelungen in Kraft. Sonderlich transparent wird die kostenlose Mitnahme des 2. Stücks im Frachtraum nicht kommuniziert, dafür Priority-Boarding umso prominenter beworben.
  • August 2018: Das Aus für kostenloses Handgepäck. Ab November 2018 beinhalten die Flugpreise nur noch ein Personal Item. Die Größe dessen wurde immerhin etwas angehoben. Wer einen Trolley in Handgepäck-Größe mitnehmen möchte kann wie bisher Priority Boarding für 6€ oder ein Aufgabegepäckstück bis 10 kg für 8€ zubuchen.
    Besonders brisant: Selbst wer vor der Ankündigung vom 24. August Flüge ohne Priority-Boarding gebucht hat, hat laut Ryanair nur 2 Optionen: Entweder er bucht das (eigentlich kostenfrei zugesagte) Gepäckstück kostenpflichtig dazu oder er storniert den Flug.
  • September 2018 (heute): Zumindest im letzten Punkt rudert Ryanair zurück. An den neuen Gepäckbestimmungen ändert sich aber nichts, d.h. ein Trolley ist nun immer kostenpflichtig:

10 kg Freigepäck für Buchungen bis 31. August

Berechtigerweise wollten viele Kunden es nicht hinnehmen, dass die Bedingungen ihrer Buchung im Nachhinein verschlechtert werden. Diesen Druck hat Ryanair nun offenbar zu spüren bekommen und ist zurückgerudert.

Daher dürfen betroffene Kunden nun doch ein Aufgabegepäckstück bis 10 kg (kostet regulär 8€) aufgeben. Dieses wird dann direkt am Schalter statt wie bisher am Gate eingecheckt. Das Gepäck wurde automatisch hinzugefügt, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Die Buchung erfolgte bis einschließlich 31. August 2018
  • Der Flug soll am 1. November 2018 oder später stattfinden
  • Priority Boarding wurde nicht zugebucht

Außerdem haben laut Ryanair rund 50.000 Kunden die Flüge vor dem 31. August gebucht, Priority-Boarding aber erst ab dem 1. September. Diese sollen ihre 8€ ebenfalls erstattet bekommen.

Für bestehende Buchungen mit Priority-Boarding ändert sich nichts. Tausende Kunden die seit dem 24. August – abgeschreckt durch die Neuerungen – Priority-Boarding zugekauft haben, erhalten also keine Erstattung.

Fazit

Es ist ein ordentliches Hin und Her bei Ryanair. Eine Verschlechterung ist das gestrichene Handgepäckstück sowieso. Vor allem die Bekanntgabe, auch bestehende Buchungen anzutasten, sorgte aber für jede Menge Ärger und hätte sicherlich für die eine oder andere Klage gesorgt.

Dennoch ist es schön zu sehen, dass Ryanair endlich einknickt. Mit der Kulanzregel dürften die meisten Passagiere gut leben können.

Quelle: Pressemitteilung von Ryanair

Peer

Student aus Rostock und regelmäßig in der Luft. Seit mich vor einigen Jahren das Reisefieber gepackt hat auf Travel-Dealz unterwegs und nun auch als Autor mit an Bord.
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Kommentare (2)

  1. Die Info zu „2013“ ist falsch – Handgepäck war immer erlaubt, neu war das Personal Item. Dieses hatten anderen Fluggesellschaften zu diesem Zeitpunkt übrigens noch nicht erlaubt.

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