Startseite Allgemein Weitere Einschränkungen: United bringt Basic Economy auf die Langstrecke

Weitere Einschränkungen: United bringt Basic Economy auf die Langstrecke

United Boeing 767
gültig

Seit Juni 2018 bietet das Transatlantik-Joint-Venture aus der Lufthansa Group, United Airlines und Air Canada auf der Langstrecke einen Tarif ohne inkludiertes Gepäck an (wir berichteten). Nun werden die Bedingungen des Light-Tarifs in die USA und nach Kanada noch einmal verschlechtert.

Bisher hörte der Tarif bei United auf den sperrigen Namen „Economy (first bag charge/no changes allowed)“, bis auf die beiden namensgebenden Einschränkungen war der Tarif aber recht attraktiv. Das hat offenbar auch United erkannt und nun nochmals den Rotstift angesetzt.

Ab 11. Dezember wird der Light-Tarif dann zur Basic Economy und es gibt mehrere gravierende Nachteile, darunter halbe Statusmeilengutschrift und keine Economy-Plus-Sitze für Statuskunden.

Die Flugpreise nach Nordamerika liegen aktuell niedrig wie nie. Schon für 300€ oder weniger gibt es regelmäßig Tickets nach z.B. New York und San Francisco, teilweise wurde sogar die 200€-Marke geknackt. Auch ehemalige Full-Service-Carrier wie die Lufthansa, United oder American beteiligen sich daran und treiben die Preisspirale weiter nach unten.

Dennoch hielten sich die Einschränkungen vor allem für Vielflieger bisher in Grenzen: Bei der Star Alliance können Statuskunden – zumindest vorerst – weiterhin einen Koffer kostenlos aufgeben und Sitzplätze gibt es zum Checkin kostenfrei zur Auswahl.

In einer weiteren Hinsicht besonders großzügig war United mit seinem Vielfliegerprogramm MileagePlus: Selbst im Light-Tarif erhalten Kunden 100% der Flugdistanz als Statusmeilen auf das Konto gutgeschrieben. Bedeutet: Vier Flüge nach San Francisco für etwas mehr als 1.000€ und schon ist der Premier Gold (= Star Alliance Gold) in der Tasche.

All dies ändert sich zum 11. Dezember, wenn die Basic Economy offiziell auf der Langstrecke verfügbar sein wird. Im Vergleich zum aktuellen Tarif treten dann folgende zusätzliche Einschränkungen in Kraft:

  • Für alle Kunden:
    • Die Sitzplatzreservierung im Voraus ist nur noch kostenpflichtig möglich
  • Für MileagePlus-Kunden
    • Die Gutschrift an Statusmeilen (PQM) sinkt von 100% auf 50% – Segmente (PQS) werden ebenfalls halbiert, gibt es in Klasse K aber sowieso nicht.
    • Die Auswahl von Sitzen der Economy Plus (mehr Beinfreiheit) ist grundsätzlich nicht mehr möglich
    • Keine Lifetime-Meilen (vermutlich)

Weiterhin gilt:

  • Es sind keine Änderungen / Umbuchungen erlaubt (Storno innerhalb 24h nach Buchung bleibt kostenfrei)
  • Upgrades (CPU / GPU / Meilen-Upgrade…) sind nicht erlaubt
  • Gepäck kostet ca. 50€ je Strecke Aufpreis
  • Statuskunden erhalten bis zu 3 x 32 kg Freigepäck
  • Der Aufpreis zur normalen Economy beträgt ca. 80€ für den Round Trip

Noch unklar ist, wie genau es sich bei der Sitzplatzreservierung verhält. Innerhalb der USA werden die Plätze beim Check-in am Airport automatisch zugeteilt und der Kunde kann sie daraufhin nicht mehr ändern. Allerdings ist der Langstrecken-Tarif nicht ganz so restriktiv, sodass ich mir auch eine Auswahal zum Check-in vorstellen könnte, um nicht ganz auf Ryanair-Niveau zu sinken.

United Economy Plus
Im Light-Tarif zukünftig ausgeschlossen: Jede Menge Beinfreiheit in der Economy Plus

Im Gegensatz zur Basic Economy innerhalb der USA können Kunden immerhin weiterhin ein Stück Handgepäck sowie ein Personal Item mit an Bord nehmen. Der Tarif wird ab Europa in den Buchungsklassen KLTS und W erhältlich sein.

Fazit

Besonders bitter sind die Neuerungen für Statuskunden bei MileagePlus. Nicht nur sinkt die Meilengutschrift, sondern sie können auch keine Sitze in der Economy Plus mehr kostenfrei auswählen. Wer auf den höheren Sitzabstand angewiesen ist, kommt also kaum drum rum, zum teureren Standard-Tarif zu greifen.

Aber auch alle anderen dürften sich künftig zwei mal überlegen, ob sie mit den Einschränkungen leben können. Und das dürfte genau das Ziel der weiteren Einschränkungen sein: Nutzer zum „Upgrade“ bewegen. Immerhin bleiben die aktuellen Nordamerika-Tarife selbst mit 80€ Aufpreis noch vergleichsweise günstig.

Quellen: Flyertalk & Canto (dort gibt es das PDF mit allen Details)

Peer

Student aus Rostock und regelmäßig in der Luft. Seit mich vor einigen Jahren das Reisefieber gepackt hat auf Travel-Dealz unterwegs und nun auch als Autor mit an Bord.
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Kommentare (10)

  1. uff. aber naja. das war ja leider zu erwarten. aber bestehende Buchungen in L werden wohl hoffentlich noch 100% PQM geben? auch nach dem 11.12.?

    sonst wird das mit der 1k Verlängerung dieses jahr kritisch 😀

    Antwort

      • Worauf beziehst du dich?

        Die neuen Regeln beziehen sich auf Buchungen ab 11. Dezember. Wer schon gebucht hat, ist also safe.

        Ab 11.12. gibt es dann nur noch besagte 50% PQM für die Basic-Langstrecken.

        Antwort

        • Steht im FAQ zum neuen Tarif auf united.com

          MileagePlus and Premier member details

          If you’re a MileagePlus member, you will still earn award miles based on the fare and your MileagePlus status.

          However, MileagePlus members, including Premier members, will not earn:

          Premier qualifying dollars (PQD)
          Premier qualifying miles (PQM)
          Premier qualifying segments (PQS)
          Lifetime miles
          Toward the four-segment minimum
          MileagePlus members, including Premier members, will not receive:

          Complimentary Economy Plus seating
          Paid upgrades
          Mileage upgrades
          Complimentary Premier Upgrades
          Regional Premier Upgrades

        • Das bezieht sich auf die inneramerikanische Basic Economy. Das internationale Produkt ist ja erst ab 11.12. buchbar und wird vermutlich auch dann erst auf der UA-Seite erwähnt.

          Schau am besten mal in das unten verlinkte PDF. Dort stehen die Bedingungen mit 50% PQM klar drin.

    • Ist für United-Flüge denke ich ratsam. Bei den anderen Star-Alliance-Partnern ändert sich ja erstmal nichts.

      Antwort

  2. Hallo,

    bezog sich die bisherige Regelung,dass Statuskunden Economy-Plus-Sitze kostenfrei reservieren konnten, nur auf United Mileage Plus-Kunden oder auf alle Star Alliance-Statuskunden?

    Viele Grüße
    Alex

    Antwort

    • Ja, andere Star Gold haben sowieso keinen Zugriff auf die Eco-Plus-Sitze. Gibt es nur mit MileagePlus Silver (ab Checkin) und aufwärts (dann ab der Reservierung).

      Teilweise hilft aber nettes Nachfragen am Checkin.

      Antwort

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