Emirates Skywards: Treibstoffzuschläge für Prämienflüge geraten außer Kontrolle

Emirates Airbus A380

Bei Travel-Dealz berichten wir eher selten über das Vielfliegerprogramm Emirates Skywards. Aktuell durchläuft das Loyalitätsprogramm der Golf-Airline aber eine Entwicklung, die es fast schon notwendig macht, davor zu warnen. Denn das Loyalität keine Einbahnstraße ist, scheint man dort noch nicht verstanden zu haben.

Bereits im März dieses Jahres hatte Emirates die Steuern & Gebühren für Prämienflüge drastisch erhöht. Eine Zuzahlung i.H.v. 600€ pro Richtung war seitdem – zusätzlich zur benötigten Meilenmenge – keine Seltenheit mehr. Wie YHBU berichtet, gab es nun erneut eine Anpassung. Die Zuschläge sind mittlerweile in astronomische Höhen geklettert. Nach Australien zahlen Meilensammler jetzt über 2.000€ an Steuern & Gebühren für den Hin- und Rückflug. Und oben drein noch 285.000 Meilen.

Zweite Erhöhung innerhalb von fünf Monaten

Zum Beginn der Covid-Pandemie (im Mai 2020) hatte Skywards die Treibstoffzuschläge drastisch gesenkt. Statt 400€ je Richtung nach Dubai wurden damals nur noch rund 150€ aufgerufen.

Nun geht es wieder in die andere Richtung. Bereits im Februar und März dieses Jahres hatte Emirates die Gebühren erhöht. Im Juni ging es nun noch einmal deutlich nach oben.

You have been upgraded hat die Entwicklung aufmerksam verfolgt und ein paar Datenpunkte zur Verfügung gestellt. Die Steuern & Gebühren für einen Oneway-Flug in der Business Class betragen demnach:

  • Business Class Frankfurt – Dubai:
    • Februar 2022: 146€
    • März 2022: 345€
    • Juni 2022: 468€
  • Business Class Frankfurt – Dubai – Mauritius:
    • Februar 2022: 248€
    • März 2022: 644€
    • Juni 2022: 863€
  • Business Class Frankfurt – Dubai – Sydney:
    • Februar 2022: 350€
    • März 2022: 939€
    • Juni 2022: 1.205€

Bei einer eigenen Suche konnten wir diese Werte bestätigen. Für einen Hin- und Rückflug Hamburg – Sydney in der Business Class verlangt Emirates Skywards satte 285.000 Meilen und zusätzlich 2.319€ an Abgaben. Zum Vergleich: Die tatsächlichen Steuern & Flughafenabgaben betragen auf dieser Verbindung 181,79€.

Über 2.300€ an „Steuern & Gebühren“ für einen Prämienflug nach Australien!

Leider ist kein Saver-Award verfügbar, dort würden dann „nur“ 180.000 Meilen fällig. Trotzdem kein guter Deal.

Auch in der Economy Class sieht es nicht viel besser aus. Dort betragen die Zuschläge nach Sydney 632€. Zusätzlich fallen 157.500 Meilen an (oder 90.000, wenn man einen Saver-Award findet).

Fifth-Freedom-Strecken bleiben attraktiv

Ausgenommen von der Preiserhöhung bleiben (bislang?) die Strecken der Fifth Freedom. Dabei sind vor allem die Transatlantikstrecken von Mailand nach New York sowie von Barcelona nach Mexiko-Stadt der Rede wert. Dort zahlt ihr für einen Hin- und Rückflug:

  • Mailand – New York: 145.000 Meilen + 200€ (90.000 Meilen als Saver)
  • Barcelona – Mexiko-Stadt: 160.000 Meilen + 260€ (100.000 als Saver)

Fazit

Die Zuschläge, die Emirates neuerdings für Prämienflüge erhebt, sind schlicht grotesk. Zu diesen Preisen gibt es bei anderen Airlines fast schon bezahlte Business-Tickets – ohne dafür seine Meilen verbraten zu müssen.

Wir raten im Zuge dieser Entwicklungen dringend davon ab, Meilen bei Skywards zu bunkern. Punkte von Membership Rewards oder anderen Programmen solltet ihr nur übertragen, wenn ihr sie sofort einlösen möchtet. Und das ist eigentlich nur noch auf den 5th-Freedom-Strecken eine Überlegung wert.

Quelle: YHBU

Titelbild: © Will Waters

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Kommentare (18)

  1. Mario sagt:

    Hallo zusammen.
    Ich selbst wünsche mir wirklich, dass esdas Treibstoffzuschläge nicht mehr geben darf. Es ist in meinen Augen wirklich nicht seriös.
    Wenn zum Beispiel ein gekaufter Flug, ich brauch es Euch allen im Grunde nicht vozurechnen, offensichtlich als reiner Ticketpreis + Treibstoffzuschlag viel weniger kostet, als der Treibstoffzuschlag alleine auf den Prämienflug, dann ist das schlicht und in meinen Augen nicht seriös.
    Das hier keine Klage Erfolg hat oder selbige gar nicht erst erfolgen kann oder soll, zeigt das ganze kranke System hier in dem Land. Aber wir sind ja alle Demokraten, nie korrupt und lassen uns ein ganzes Leben hier und da an der Nase rumführen.
    Daher gehe ich hier gar nicht davon aus, dass der Kauf von Meilen das Problem ist, sondern die Abzocke die beim Ticketkauf bzw. der Buchung erfolgt. Und das schon Jahrelang.
    Keiner hat die Eier hier mal den Mund aufzumachen. Also nicht hier sondern zu klagen. Ich hab die Eier aber nicht das Geld sowie keinen RA, der die Eier hat, so etwas mal durchzuziehen.
    Zum Heulen

  2. InceptionCat sagt:

    Echt fies. Außer der A380 gibt’s keine besondere Gründe mit EK zu fliegen – für mich zumindest. Der hardware business class in B777 ist furchtbar und möchte dafür nicht bezahlen. Ich kann mich nicht daran erinnern wann Emirates zuletzt Sonderangebote hatte. Früher war EK die günstigste Option auf viele Strecken. Bin als Student sehr oft EK geflogen. Der Service in eco ist auch klar meilen Besser als viele andere Flüggesellsschaften.

    Aber inzwischen würde ich EK fliegen, nur wenn ich keine andere Alternative habe. Skywards ist nun inzwischen nutzlos, Man hat es nicht vor der Sitz in J in eine 1-2-1 Anordnung umzubauen, die Flüge sind teuerer als bei Mitbewerber mit besseren Hardware…..
    Emirates wird nur Künden verlieren. Aber gut, Lufthansa füllt seine Sitze auf der Langstrecke immernoch..

  3. Michael sagt:

    Leider sind die Steuern & Gebühren in der Business tatsächlich so hoch.
    Bereits die YQ-Tax (Kerosin-Zuschlag) beträgt bei einem veröffentlichten Tarif 2.290€.
    Bei nicht-veröffentlichten/ausgehandelten Tarifen kann es niedriger sein.
    Hinzu kommen die OY-Tax (Luftverkehrsabgabe 58,23€) und andere Taxes und Gebühren 124,01€

    Ich habe es in Amadeus mit den selben Daten aufgebaut und das ist heraus gekommen.
    HAM
    XDXB EK 62 O O 09FEB 2100
    SYD EK 412 O O 10FEB 1015
    XDXB EK 415 O O 16FEB 0600
    HAM EK 61 O O 16FEB 1500

    EUR 3167.00 + EUR 2290.00-YQ + EUR 58.23-OY + EUR 124.01-XT
    =EUR 5639.24

    Ich möchte Emirates nicht in Schutz nehmen, denn im Back Office empfinde ich sie nicht als besondere Airline. Sondern eher als Airline die man meiden sollte.
    Meine Meinung hat nichts mit dem Flug und dem Service in der Kabine zu tun, sondern ausschließlich mit den Hintergrundarbeiten und dem Verhalten.

    Dennoch muss man es vergleichen.
    Der (Netto-)Tarif 3.167€ wird mit 285.000 Meilen bezahlt und dann kommen eben noch über 2.000€ Steuern & Gebühren hinzu.

  4. Oliver sagt:

    ..das ist wirklich xx-zensur-xxx! Hat jemand Erfahrung, Emirates-miles in TAP oder GOL-Flüge einzulösen?

  5. Sven Esser sagt:

    Ich wollte einen one-way Flug mit LH von USA mit Meilen zahlen. 56.000 Meilen und über 800 € Gebühren.
    Da ist Emirates nicht alleine!
    Gruß Sven

    • Sven sagt:

      Ich nutze Lufthansa nur noch, wenn es keine Alternativen gibt.

      Miles und More ist doch völlig sinnlos geworden.

      Ich hoffe immer, es wachen mehr Menschen auf und boykottieren den Laden, aber ich fürchte die deutsche Romantik siegt bei vielen.

  6. Andy sagt:

    Meine Meinung nach ist eine Erhöhung der Meilen nach dem Kauf eine “arglistige Täuschung”

    Da zumindest hier in D. auch die Lufthansa schon mal verklagt wurde.

    Ich kann nur jedem raten der gekauft hat EK zu verklagen.

    • Florian sagt:

      Blödsinn. Wogegen will man klagen? Der Käufer wollte x Meilen und hat die auch bekommen – an die Meilen ist erstmal keine weitere Leistung gebunden. Miles & More (ich nehme an, die meinst du mit „Lufthansa“) ist ziemlich sicher nicht mit einer solchen Argumentation erfolgreich verklagt worden. Mehrere Klagen sind wg. Erhöhung von Preisen für Prämienflügen abgewiesen worden.

      Wenn du heute ein iPhone kaufst, ist das in 2 Monaten auch nur noch die Hälfte wert – klagen sinnlos.

      • andy sagt:

        Hi Florian

        Das Meilen eine „Pseudo Währung ist“ darf man getrost annehmen.
        Für was kauft man Meilen? Für ein Iphone zu erwerben oder für Flüge?
        Wie wird die Quote dazu aussehen? Ich tippe mal auf nahezu 100% für Flüge.

        Gut. Was ich nicht bedacht habe und mir grade einfällt ist das nicht die Meilenwerte erhöht wurden, sondern nur die Steuern/Geb.
        ein anderes Spiel.

        Dein Vergleich mit Euro und Iph.. hinkt aber dennoch , das hat nichts miteinander zu tun.
        Meilenwerte und Fluggesellschaft sind ein anderer Bereich. Wenn Sie die Meilenwerte erhöht hätten und vorher erst Meilen verkauft hätten,
        würde das zumindest bei deutschen Gericht vermutlich anders aus sehen.

        Damals mit Topbonus und EY hatte ich keine Lust zu klagen.
        Eine Andere aber dennoch ähnliche Geschichte.
        Topbonus gehörte EY, wie auch Airberlin.
        Airberlin war 100% abhängig und hing am Tropf von EY . Nur durch die Finanzzusage war Airberlin am Leben.
        Topbonus verkaufte Meilen und EY zog die Kohle aus TB.
        Am Ende zog EY den Stecker bei Airberlin, sodass auch TB nicht mehr lebensfähig war.

        Legal? Solange keiner klagt, ja.
        Gab es eine Einigung zwischen den Insolvenzverwalter von Airberlin und EY eigentlich?

        • andh sagt:

          stell dir dazu vor, das Apple Apfelpunkte verkauft und du diese für ein Ip eintauschen kannst, wenn du die Summe der Punkte erreicht hast.
          Ist zwar Blödsinn aber dennoch nur mal abstrakt vorstellen.

          du hast für 1000€ gekauft und 10.000 Punkte bekommen, in einer Woche holst du das Teil.
          Nun verdoppelt Apfel die Punktzahl auf 20.000 Pech gehabt?
          Das bezweifel ich .

          Die Meilen oder Punkte sind eine separate Währung „im“ Unternehmen und verknüpft miteinander.

          Das ist der Unterschied zum EURO und IPHONE

    • Peer sagt:

      Das Urteil bei der Lufthansa ging leider aus Vielflieger-Sicht nicht allzu toll aus:
      https://www.dr-bahr.com/news/miles-more-bonusmeilen-klage-eines-vielfliegers-gegen-preiserhoehung-abgewiesen.html

      Allerdings hatte M&M das damals auch einen Monat vorher angekündigt. Wenn man Emirates nach deutschem Gerichtsstand verklagen könnte, wäre es vielleicht eine Überlegung wert. Aber da es sich um eine Airline aus den VAE handelt, macht es mMn so oder so keinen Sinn.

      • andyh sagt:

        Hallo Peer

        Ja, den Gedanken hatte ich auch, mit dem Gerichtsstand, aber
        … auf der anderen Seite aber auch kein Auschluss, denn..

        die Adressaten sind Deutsche, die EK fliegt ab Deutschland und macht Geschäfte in D.
        also durchaus ….Punkte die genau für eine Klage in D. sprechen würden und noch ein wichtiger Punkt
        die UMSATZSTEUER‑ID: von EK lautet: DE 264 627 623
        Ich drücke es mal sehr hart aus. Wenn ich Meilen gekauft hätte würde ich mich auf deutsch „beschissen fühlen 🙂

        Nur meine Gedanken.
        Was kann man verlieren ? Es wird kein hoher Wert sein, also Amtsgericht, geringe Gebühren, keine RA Pflicht.
        Was kann EK verlieren ? Wie hoch ist der Multiplikator ggf.?
        Allerdings würde ich erst den andern Weg versuchen.

        Aber nicht mein Thema. Ich habe keine Meilen gekauft.
        Bin kürzlich mal einen Umweg geflogen von GRU nach FRA im A380 First EK
        Die Sauberkeit hat mit echt erschreckt im A380 und das schon bei Abflug von DXB

  7. snowfan sagt:

    Die haben mir diese Woche noch Meilen zum Kaufen angeboten. Das ist ja wirklich unverschämt.

  8. HASAN sagt:

    Emirates fliege ich schon seit Jahren nicht mehr.Airline hat sich selbst ins abseits gestellt.total uninterresant geworden Schade nur noch Geldmanagement.

  9. Stefan sagt:

    Gerade wo in Dubai der Liter Sprit aktuell nur 70ct kostet 😀

  10. Felix02 sagt:

    So wird man seine treuen Kunden los – ok, ich hatte nur 5 Flüge auf einem Ticket mit EK bis jetzt 😉

    Ende März hatte ich den Kundenservice noch gefragt, was mit den folgenden Sätzen auf ihrer Website gemeint ist.

    „If your Miles are expiring soon, we’ll support you with special offers so you don’t miss out on your rewards.“
    https://www.emirates.com/de/english/skywards/retain-your-emirates-skywards-status/

    Als Antwort bekam ich prompt:
    „We are still reviewing the offers to send to our Skywards members. We will notify you in the first week of June 2022 for the specific offers.“

    Diese astronomische Erhöhung der Zuzahlung ist dann wohl das „Spezialangebot“

  11. Meilengeier a.D. sagt:

    Offenbar gibt es nicht nur beim Kranich und bei TK viele „hochqualifizierte Manager“ …

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