Miles&More Prämienflüge ohne Zuschläge buchen (gegen mehr Meilen)

Lufthansa First Kabine Doppelsitz

Miles&More ist zwar durchaus ein attraktives Vielfliegerprogramm aber leider hat man bei der Buchung von Prämienflügen immer ein ungutes Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden. Grund dafür sind die Airline-Zuschläge, die von Lufthansa und Co. zusätzlich zu den obligatorischen Steuern & Gebühren erhoben werden. In der Economy Class ist ein normal gebuchtes Ticket nicht selten günstiger als die Zuzahlung für einen Prämienflug.

Das scheint jetzt auch endlich Miles&More verstanden zu haben und bietet zumindest vorerst zeitlich begrenzt bis zum 28. Februar 2021 Flex Plus-Prämienflüge ohne Airline-Zuschläge an! Obligatorische Steuern & Gebühren, die auch bei einem normalen Flugticket anfallen, werden aber weiterhin erhoben.

Beispiel

Konkret bedeutet das, für einen Hin- und Rückflug in der Business Class nach Nordamerika z.B. Frankfurt – Los Angeles zahlt ihr (Beispiel):

112.000 Meilen + 605,28€ Steuern, Gebühren und Zuschläge in Business Flex

145.000 Meilen + 125,14€ Steuern und Gebühren in Business Flex Plus

In diesem Beispiel zahlt ihr 33.000 zusätzliche Prämienmeilen und spart euch so 480,14€ Airline Zuschläge = 1,45 Cent/Meile. Durchaus ein fairer Preis. Vor allem, wenn man ordentlich Prämienmeilen auf der hohen Kante hat, aber keinen Bock, noch einmal 400-600€ Cash zu bezahlen.

Flex Plus-Tarif ohne Airline Zuschläge

Auf derselben Strecke in der Economy Class spart ihr 268,14€ und zahlt dafür 15.000 Meilen zusätzlich = 1,79 Cent/Meile:

60.000 Meilen + 393,28€ Steuern, Gebühren und Zuschläge in Economy Flex

75.000 Meilen + 125,14€ Steuern und Gebühren in Economy Flex Plus

Allerdings gibt es in der Economy Class noch den Early-Bird-Tarif für 50% der Meilen. Dann zahlt ihr in diesem Fall 45.000 Meilen zusätzlich und spart weiterhin nur 268,14€ = 0,59 Cent/Meile (Beispiel):

30.000 Meilen + 393,28€ Steuern, Gebühren und Zuschläge in Economy Early Bird

Regulär ist ein solches Early-Bird-Ticket weder umbuchbar, noch stornierbar. Durch die Corona-Kulanzregeln ist das aber vorübergehend (für Buchungen) bis Ende August außer Kraft gesetzt und auch somit eine einmalige Umbuchung kostenfrei möglich.

Natürlich solltet ihr vor allem in der Economy Class immer prüfen, ob ein regulär bezahltes Ticket nicht die bessere Option ist. Beispielsweise kosten die Nonstop-Flüge an Los Angeles zum gleichen Termin 700€ (inkl. Gepäck) und das ist schon vergleichsweise teuer. Ein solches Ticket ist dann allerdings nicht so flexibel nutzbar.

Bedingungen

Der Flex-Plus-Tarif ist bis zum 28. Februar 2021 buchbar. Grundsätzlich könnt ihr Flüge bis zu 12 Monate in der Zukunft bei Miles&More mit Meilen reservieren, d.h. Reisen sind bis Ende Februar 2022 möglich. Der Tarif wird auf Lufthansa-, Swiss- und Austrian-Flügen angeboten und ist auf allen Strecken und in allen Reiseklassen (Economy, Premium Economy, Business und First) verfügbar.

Umbuchen oder Stornieren könnt ihr gebuchte Flex Plus-Flüge gegen eine Gebühr in Höhe von 50€. Bei einer Umbuchung muss zusätzlich die Differenz in Meilen + Steuern & Gebühren gezahlt werden.

Aufpreis für Flex Plus

Hier der Vergleich zwischen dem normalen Flex- und dem Flex Plus-Tarif im Hinblick auf die benötigten Meilen für einen Hin- und Rückflug (Oneway für 50% der Meilen)

Für jede Entfernungskategorie und Reiseklasse gibt die nachfolgende Tabelle die Meilen für den Flex- (mit Airline Zuschlägen), die Differenz und den Flex Plus-Tarif (ohne Airline Zuschläge) an:

ZielEconomyPremium EcoBusinessFirst
Inland30.000
+2.000
32.000
40.000
+4.000
44.000
Europa35.000
+2.000
37.000
50.000
+5.000
55.000
Nordamerika60.000
+15.000
75.000
80.000
+25.000
105.0000
112.000
+33.000
145.000
182.000
+48.000
230.000
Zentralamerika
Karibik
70.000
+20.000
90.000
95.000
+30.000
125.000
127.000
+38.000
165.000
202.000
+48.000
250.000
Südamerika80.000
+20.000
100.000
110.000
+30.000
140.000
142.000
+43.000
185.000
202.000
+48.000
250.000
Naher Osten
Nordafrika
Zentralafrika
40.000
+10.000
50.000
55.000
+15.000
70.000
70.000
+20.000
90.000
130.000
+30.000
160.000
Südafrika
Indien
60.000
+15.000
75.000
80.000
+25.000
105.000
112.000
+33.000
145.000
182.000
+48.000
230.000
Zentralasien
Südostasien
Ferner Osten
80.000
+20.000
100.000
105.000
+30.000
135.000
142.000
+43.000
185.000
222.000
+58.000
280.000
Prämienmeilen von Europa aus im Flex und der Aufpreis für den Flex Plus-Tarif

Fazit

Hat man ein gut gefülltes Miles&More-Konto, solltet ihr euch bis Ende Februar überlegen, die Meilen für einen Flex-Plus-Prämienflug auf den Kopf zu hauen. Zwar zahlt ihr deutlich mehr Meilen (vor allem im Vergleich zu den Meilenschnäppchen) aber der Aufpreis ist im Verhältnis zur Ersparnis fair. So kann ohne das ungute Gefühl fliegen, von Miles&More über den Tisch gezogen zu sein.

1,5 – 2 Cent Gegenwert pro Meile sind zwar nicht so gut, dass man dafür extra Miles&More Meilen kaufen sollte (z.B. über Zeitschriftenabos, …) aber sicherlich nicht der schlechteste Deal. Vor allem bei prall gefüllten Miles&More-Konten.

Es gibt übrigens bei Miles&More auch Prämienflügen mit anderen Star-Alliance-Fluggesellschaften, bei denen ihr deutlich weniger Zuzahlung leisten müsst als regulär bei Lufthansa, Swiss & Austrian:

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Kommentare (11)

  1. mauipeter sagt:

    Jan, damit hast Du recht, ich hatte nur mal schnell die Strecke FRA – LAX ausgesucht, obwohl es bei mir nochmal 5 Stunden weiter geht, da ich in Hawaii lebe, und da ist LH teurer. Gemäss der LH Award Tabelle sind das 192,000 + Gebühren, oder wenn überhaupt in Flex Plus verfügbar, ca. 232,000 Meilen + 125€, also 116,000 Meilen + 62€ one way. Ich habe für nächsten Sommer Maui nach MUC gebucht, hin für 82,500 Meilen + $5.60 mit Turkish Air über die UA site, weil ich da in der 787 meinen eigenen pod am Fenster habe, und Do & Co catering, und zurück mit American für web special 50,000 Meilen + $128, wovon auch die zwei längeren Flüge in der 787 sind, mit Einzel Flach Liegesitz. Somit spare ich mir ca. 100,000 Meilen versus LH, mit vergleichbaren Gebühren. Und so toll finde ich LH eh nicht, weil die nur 2-2-2 configuration haben.

  2. Dr. Wolfgang Scholtz sagt:

    One-way von Saõ Paulo über Zürich nach Berlin in Swiss-Business Class kostet z.B. „nur“ 71000 Meilen plus 154,- BRL (= 24,- €)….

  3. mauipeter sagt:

    Wann immer ich Lufthansa fliege, buche ich die Meilen auf mein United Mileage Plus Konto. Diese Zuzahlungn für Lufthanse oder British Air waren schon immer absurd, und obwohl das ein erster Schritt ist, ist es trotzdem gehupft wie gesprungen, denn Meilen sind für mich eine Art von Währung, genauso wie Bargeld. Wenn ich unbedingt LH Business fliegen will, kann ich denselben Flug FRA – LAX über die United award Seite buchen, ohne die absurde Zuzahlung, für 81,000 Meilen und EUR 116.60.

    • Jan sagt:

      Du übersiehst hier das LAX-FRA mit LH Miles and more entweder 56000 mit Gebühren oder 73000 und 10 Dollar kostet. In jedem Fall weit günstiger als United. Deine Argumentation kann ich daher nicht nachvollziehen.

  4. snowfan sagt:

    Wer Companion Award buchen möchte und Zuschläge minimieren möchte, sollte LOT buchen.

  5. zabadac sagt:

    danke,.. interessant das die zuschläge je nach klasse steigen, wußte ich – und wohl viele – auch noch nicht das LH da im prinzip doppelt abgreift..ich flog immer gerne mit TG da zahlt man bruchteil, nur companion ging dann halt nicht..

  6. Eva Rehm sagt:

    Oder man bucht einen Business-United-Flug nach USA zum Flex-Tarif, zahlt statt über 600 nur 375€ Gebühren und spart sich die Extra-Meilen. Außerdem hat man dann die Gewissheit, dass man auch Zugang zu Lounges hat und nicht vor dem Gate gammeln muss, weil Lufthansa wieder mal an den Serviecekosten spart.

  7. John sagt:

    Geht das für Einfachflüge auch (zum halben Meilen-Aufpreis)?

    Dann wäre es ja ein ziemlicher Knaller. Man bucht dann z.B. nur einen Hinflug im Flex Plus. Bei den Rückflügen hat man oftmals Optionen ohne hohe Steuern und Gebühren (z.B. SQ oder TG Oneway ab Asien, DL/VS Awards ex Nordamerika etc.)

  8. David Marik sagt:

    „Der Flex-Plus-Tarif ist bis zum 18. August 2020 buchbar.“ kleiner Fehler. Vermutlich meinst Du Ende Februar. Lg

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