Bewertung: British Airways Flug BA1 – in der A318 Business Class über den Atlantik

British Airways BA1 Airbus A318

Unser Travel-Dealz-Leser Simon hat an einem der außergewöhnlichsten Flüge der Welt teilgenommen: British Airways Flug BA1! Nicht nur die Flugnummer ist besonders: Es geht im Airbus A318 – eigentlich einem Kurzstreckenflugzeug – von London mit Zwischenlandung im irischen Shannon nach New York. An Bord befinden sich gerade einmal 32 Sitzplätze – ausschließlich Business Class. Und der Abflug erfolgt vom zentralen, aber winzigen London City Airport! Sein Erfahrungsbericht:

Dieser Flug war Teil eines Tier-Point-Runs im British Airways Executive Club. Geflogen bin ich von Stockholm über Helsinki nach London, dann weiter mit British Airways Flug BA1 nach New York. Innerhalb der USA bin ich mit American über Miami und New Orleans nach Dallas geflogen und von dort über London und Helsinki zurück nach Stockholm. In Summe kam ich auf 640 Tier Points und habe somit den British-Airways-Silver-Status erreicht, der dem Oneworld Sapphire entspricht. Darüber hinaus habe ich gute 25.000 Avios gesammelt.

Die Planung war etwas mühselig, denn der Abflug war eigentlich für den Montag vorgesehen. Dann wurden jedoch wurden die Flüge BA1 und BA2 für die ganze Woche ausgesetzt und das automatische Buchungssystem buchte mich einfach auf einen der vielen Flüge ab Heathrow. Ich habe das dann mit Hilfe der fantastischen Hotline korrigieren lassen und die beiden Zubringerflüge einfach auch einen Tag vorverlegt. Dass mir British Airways diese Möglichkeit gegeben hat, fand ich sehr freundlich.

Check-In

Der Check-In klappte wie üblich reibungslos. Man checkt sich vorab über die App ein und gibt dann am Flughafen nur noch sein Gepäck ab. Der Schalter hierfür öffnete um 10.35 Uhr, genau zwei Stunden vor Abflug. Ich war rechtzeitig dort und der dritte in der Schlange.

Was allerdings den ganzen Prozess etwas verlangsamt hat, ist Folgendes: Der City-Airport hat eine Betriebsunterbrechung von Samstag 13:00 Uhr bis Sonntag 12:30 aus Lärmschutzgründen. Das bedeutete für mich, dass der Flughafen gerade erst aus dem Schlaf erwachte, auch die Security öffnete erst gegen 11:10 Uhr.

Lounge(ersatz)

Da es in London City keine Lounge gibt, ging es direkt nach der Security (Wartezeit ca. 5 Minuten) in das Restaurant. Dort hatte man als Gast von British-Airways-Flug BA1 Anspruch auf ein Hauptgericht, eine Beilage und ein Getränk oder alternativ ein Hauptgericht und zwei Getränke. So gesehen auch nicht die schlechteste Option, da die Auswahl im Restaurant besser ist als in so mancher Lounge.

Auch hier fuhr gerade nach dem Tag Pause alles erst hoch, daher war die Wartezeit etwas länger. Der Burger war in Ordnung, die Potato Wedges knusprig und das Essen hätte sonst eigentlich 20 Pfund gekostet. Ein Renterehepaar am Nebentisch, mit dem ich ins Gespräch kam, hatte die Tomatensuppe. Sie war dem vernehmen nach ebenfalls kein kulinarisches Highlight, aber durchaus akzeptabel. Die Zeit im Restaurant war recht knapp. Nach dem Essen blieb kaum nennenswert Zeit übrig, ehe es hieß „last call for BA1″. Ich huschte dann zum Gate um dort festzustellen, dass das Boarding noch nicht mal begonnen hatte.

Boarding

Das Boarding an und für sich geht ruckzuck, wir waren auf dem Flug in Summe 19 Passagiere. Jeder, der schon einmal in einem quasi leeren Flug war, weiß, wie schnell 19 Bordkarten gescannt sind. Danach ging es eine Treppe runter, ab ins Freie und über das Rollfeld zum Flieger. Im Flugzeug wurden wir von der außerordentlich freundlichen Crew begrüßt und an den Platz gebeten oder auch gebracht, sofern man das wünschte. 

British Airways BA1 Boarding
Boarding am City-Airport

Nachdem wir geboardet waren, gab es weder einen Begrüßungsdrink noch ein warmes Handtuch. Auf Beides konnte ich aber sowieso verzichten, schließlich kam ich ja gerade aus dem Restaurant. Kurz nach dem Start wurde dann aber eine Flasche Wasser gereicht.  

British Airways BA1 Aussicht London
Aussicht auf London nach dem Start

Preclearance in Shannon

Der Flug ist zweigeteilt: Zunächst absolviert ihr ein 80 minütiges Leg ins irische Shannon. Dort wird der Flieger erneut aufgetankt und währenddessen erledigt ihr die klassische Einreiseprozedur für Flüge in die Vereinigten Staaten. Statt in New York durch die Einreise zu gehen, erledigt ihr das Ganze bereits entspannt bereits in Shannon. Dort stehen nicht Hunderte oder gar Tausende Menschen an, sondern eben in meinem Fall 19! Es gab 3 Schalter, die besetzt waren und alle drei waren leer. Ich hatte also freie Auswahl. Danach ging es in den Wartebereich in Shannon. Dort gab es weder Getränke noch Speisen, ich fand das aber auch nicht notwendig. Die gesamte Wartezeit betrug vielleicht 20 Minuten.

Kabine

Die Kabine ist, wie man es von einem Airbus A318 kennt, klein und überschaubar. Im konkreten Fall bedeutet das: Acht Reihen mit je vier Sitzen. Hinten befindet sich eine Toilette, vorne zwei, vorne und hinten je eine Galley. Der Flieger machte auf mich alles in allem einen sehr gepflegten und ordentlichen Eindruck. Durch die Auslastung gerade einmal rund 60% bekam die Reise eine noch privatere Atmosphäre.

British Airways BA1 Kabine
Die Kabine – erkennbar sind die Reihen 4 bis 8

Ich saß auf Sitz 7K, rechter Fensterplatz in Reihe 7 und war der einzige in dieser Reihe. Die Reihe hinter mir war komplett leer. Was im ersten Moment etwas irritiert, ist das Fehlen von Monitoren in der Kabine. Es gibt weder Monitore in den Sitzen, noch in den Rückenlehnen des Vordermannes oder an der Kabinendecke. So sieht man weder die inzwischen über die eigene Airline hinaus bekannte Sicherheitsdemonstration, noch gibt es eine Airshow mit Karte und den Eckdaten zur Reise. Nachdem ich diese Überraschung überwunden habe, musste ich für mich jedoch feststellen: Es geht auch ohne und man kommt trotzdem an!

Die Sitze sind in einer 2-2 Anordnung und baulich in eine Doppelschale eingelassen. Sie verfügen über allerlei Annehmlichkeiten wie Leselampe, USB-Anschluss, Steckdosen, Tablethalterung, Garderobenhaken etc. Man kann die Fußstütze hochfahren, das Kopfteil absenken und so seinen Sitz in ein 1,80 Meter langes Bett verwandeln. Dazu wird eine Decke und ein Kopfkissen gereicht. Für mich als 1,86 großer Mann mit einem dreistelligen Gewicht war das aber absolut ausreichend für ein kleines Nickerchen nach dem Essen. Mehr hatte ich nicht nötig. Ich habe aber zahlreiche Passagiere richtig tief schlafen gesehen. Bequem war der Sitz allemal. 

Amenity Kit

Das Amenity Kit bestand aus den üblichen Annehmlichkeiten wie Einwegzahnbürste, Schlafmaske, ein Paar Socken, Ohrenstöpseln und allerlei Tübchen. Es ist das für die Business Class von British Airways übliche Amenity-Kit. Es erfüllt seinen Zweck. 

Unterhaltung

Als Unterhaltung gab es iPads zur Ausleihe. Diese werden mit Filmen und Serien bespielt, wie man sie aus dem regulären Inflight-Entertainment kennt. Da der Flieger wie bereits angesprochen keine Monitore in den Sitzen hat, ist dies die einzige Möglichkeit, Filme und Serien zu sehen. Abgesehen natürlich von der Möglichkeit, sein eigenes Gerät zu nutzen. Ich habe das iPad testweise benutzt.

British Airways BA1 Entertainment
Bei einem Filmnachmittag dürfen natürlich die Nüsschen nicht fehlen

Es funktioniert, erfüllt seinen Zweck, die Anzahl der Inhalte ist jetzt nicht unendlich, aber für einen 6.5-Stunden-Flug durchaus ausreichend. Allerdings gibt es entweder keine Untertitelfunktion oder ich habe sie nicht gefunden. Bei einer Actionkomödie wie Bumblebee ist das allerdings nicht sonderlich tragisch, da reicht auch das etwas eingestaubte Schulenglisch gerade noch aus. 

Kulinarisches & Service

Der Flug nach Shannon war mit 80 Minuten sehr kurz, es gab nur einen leichten Snack, nämlich eine Obstplatte. Dazu entschied ich mich für einen Kir Royal.

Auf dem längeren Segment von Shannon nach New York gab es dann eine entsprechend bessere Auswahl. Die Speisekarte in der Übersicht:

Ich entschied mich für das Rind. Ich empfand das Essen als sehr gut. Der Meerrettich war im Geschmack sehr fein, das Rind war auf den Punkt durch, ebenso wie der Brokkoli. Der Nachtisch war im wahrsten Sinne des Wortes „zum Reinlegen“. 

Kurz vor der Landung gab es noch klassisch britisch einen Nachmittagstee:

British Airways BA1 Nachmittagstee

Ähnliches kennt man auch von der Kurzstrecke, zumindest bekam ich ein verblüffend ähnliches Tablett auf einem British-Airways-Flug von London nach Berlin. Lecker war es allemal. In Summe war mir das Essen aber fast ein wenig zu viel.

Der Service war fantastisch. Dies liegt vermutlich zum einen am sensationellen Betreuungsverhältnis von 3 Crewmembern auf 19 Passagiere und zum anderen an der Tatsache, dass es im gesamten Flieger Business-Class-Service gibt und der Flug als (wenn auch inadäquater Ersatz für die Concorde) eine gewisse Bedeutung hat. Zwischendrin liesen sich sogar die Piloten kurz blicken und sind sogar für ein kurzes Schwätzchen zu haben.

  • Check-In & Boarding
  • Kabine & Komfort
  • Essen & Service
  • Entertainment-System
  • Extras
4.3
Fazit

Mit dem British Airways A318 – liebevoll Babybus genannt – über den Atlantik zu fliegen, ist sicherlich ein einmaliges Erlebnis. Das Produkt ist in vielerlei Hinsicht einzigartig, auch wenn es natürlich immer ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln gibt. Eine wirklich tolle Reise und der Rückflug steht definitiv noch auf meiner to-do-Liste.

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Kommentare (10)

  1. Kein Produkt was den Concorde BA1 Flug auch nur annähernd matcht.
    Zum Beispiel sind Tagestrips nach NYC wie damals in den 90er nicht mehr möglich.

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  2. ich fass mal alle Antworten zusammen:
    @all danke
    @Andy – ich glaube nicht, dass „schnell“ Ziel derer ist, die diesen Flug nehmen. von LHR aus bist du auch schneller
    @Mirko ja ich wurde gefragt, wie mein Koffer aussieht. ich beschrieb ihn als bunt gefleckt. Die Dame fragte „also der hier?“ und zeigte mir ein Bild davon, ich bestätigte es. Genau in JFK dann raus und fertig.
    @Lukas ich habe meine Schwester in MIA abgeholt. Von Touchdown bis raus dauerte es knappe 3,5 Stunden. Ich hatte in JFK auch schonmal glück und auch schonmal Pech. Kommt wohl drauf an, wann am Tag du ankommst und wie die Reiselage generell ist. Zwischen 2 Minuten und 3 Stunden habe ich jetzt wie gesagt alles erlebt. Zudem hat nicht jeder Global Entry. Ich habe es bspw. nicht.
    @Clemens: Eindrücke sind immer subjektiv. Ich fands lecker.

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  3. Der Zwischenstopp macht halt alles kaputt. ex Frankfurt bist du 3 Stunden früher in NYC. Global Entry klärt.

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  4. Musstest du in Shannon dann dein Gepaeck noch identifizieren und darauf nach dem aussteigen noch warten? Oder einfach raus aus dem Flugzeug, durch die Security und Immigration?

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  5. 1000 Leute bei der Einreise in die USA?! Ich reise beruflich fast jede Woche in die USA und benötige selten mehr als 5-10 Minuten für die Einreise mit Global Entry. Kollegen nur mit ESTA auch selten länger. Sowohl in JFK, SFO als auch in ORD oder SEA.

    Kann daher die Aussage kaum nachvollziehen. Auch ist die TSA meist deutlich freundlicher, als etwa so mancher Grenzer in Europa.

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  6. Also dafür, dass Do&Co so toll sein soll sieht das „Rind“ aber sehr unappetitlich aus. Wirkt auf mich wie das Essen aus der Economy nur auf Porzellan serviert.

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  7. In einem Monat geht es für mich im Babybus in die andere Richtung ohne Zwischenstopp.
    War der Service auch von Do&Co?

    🙂

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