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Bewertung: In der Hainan Business Class von Prag nach Shanghai

Hainan Boeing 787 Business Class

Unser Leser Florian hat dieses Angebot genutzt und ist mit der chinesischen 5-Sterne-Airline Hainan von Prag über Peking nach Shanghai geflogen. Seine Motivation: Zu Hainan Airlines gibt es noch recht wenig auf Deutsch oder Englisch zu finden, deshalb hat er sich nach eigener Aussage durchgerungen, einen Bericht zu schreiben, der letztlich länger geworden ist als geplant.

Da Taiwan noch auf meiner Reiseliste stand, habe ich das Angebot von Travel-Dealz genutzt und wegen der ohnehin nötigen Umstiege gleich noch mit Peking und Shanghai verbunden. Mein Hainan-Routing war also PragPekingShanghai als Hinflug und der Rückflug ging über PekingBrüsselPrag. Dazwischen machte ich Stopps in Taiwan, Macau und Hong Kong, auf die ich in diesem Review aber nicht weiter eingehen werde. Mein eigentlicher Plan war, das kostenlose Transitvisum (72h in Peking, 144h in Shanghai) zu nutzen. Ich konnte keinen vernünftigen Flug von Taiwan nach Peking finden, bei dem ich die 72h nicht überschreiten würde und der gleichzeitig bezahlbar, zu einer vernünftigen Start- und Landezeit stattfindet und nicht mit einem ewig langen Umstieg (ich empfehle zu diesem Thema diesen Artikel) verbunden ist. Also habe ich meine Freundin überzeugt, noch Macau und Hong Kong zum Trip hinzuzufügen. Von ursprünglich 3 Wochen Taiwan blieben also noch 10 Tage übrig.

Visum für China

Wie bereits geschrieben, setzte ich auf das kostenlose Transitvisum und hatte dazu auch Einiges recherchiert. Das Transitvisum ist nur gültig bei Einreise aus dem Ausland UND Weiterreise in ein Drittland. Allerdings war nirgends eindeutig beschrieben, ob unsere Einreise nun beim Umstieg in Peking oder erst in Shanghai erfolgen würde. Hier auf der Seite meinte jemand, es würde gehen, ich müsste einfach zum „Connection“-Schalter gehen und würde dann weiter nach Shanghai fliegen. Auf den offiziellen Webseiten stand es entweder nicht explizit oder die Seite endete mit einem Deadlink (auf der Regierungsseite). Sowohl Hainan Airlines als auch das China Visa Center verwiesen mich auf das Immigration Office in Shanghai und sendeten mir eine Telefonnummer. Da mir von vornherein klar war, wie dieses Telefonat laufen würde, habe ich mir den Anruf gleich gespart und eine Email geschickt, in der ich nochmal ausdrücklich betont habe, dass ich nicht nach Peking will. Das war ca. zwei Monate vor dem Abflug. Vier Wochen vor der China-Reise bin ich noch in die USA, und kurz davor erhielt ich dann eine Antwort, als ich eigentlich nicht mehr damit gerechnet hatte. Diese besagte kurz und knapp, dass es nicht gehen würde. Also durfte ich nach der USA-Reise noch ein offizielles Touri-Visum beantragen, was überraschend schnell ging (zwei Tage), aber pro Person 125€ kostete und zwei Fahrten nach München erforderte (postalisch kostet es 170€ und ich wollte auf Grund der knappen Zeit nicht riskieren, dass irgendwas am Antrag nicht passt).

Limousinen-Service buchen

So, nach all dem Vorgeplänkel jetzt zu den Flügen an sich: etwa eine Woche vor Abflug sendete ich eine Email an Hainan um den inkludierten Limousinen-Service für Shanghai zu buchen. Unser Flug sollte am 27. in Prag starten und am 28. wären wir dann in Shanghai. Also unter möglichst eindeutiger Angabe von „Shanghai“, Datum und Buchungsreferenz im Betreff sendete ich meine Anfrage und erhielt recht zügig die Antwort „We have arranged a car for … on 27OCT in Beijing.“. Gewundert hat es mich nicht und ich habe es mit Humor genommen und in meiner Antwort nochmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es der 28. ist und Shanghai, NICHT Peking.

Check-In & Boarding

Unser Flug ging Freitag um 14.35 Uhr, die Fahrzeit mit dem Auto nach Prag beträgt ca. 4 h, wir fuhren bereits vor 5 Uhr los, um eventuellen Staus auf der A6 vorzubeugen und genügend Puffer zu haben, falls doch was sein sollte. Drei Wochen im Parkhaus direkt gegenüber vom Terminal kosten gerade mal 90€, in München gut das Doppelte und vermutlich nur, wenn man früh genug bucht. Wir waren gegen 10 Uhr dort und mussten dann noch bis 11:35 Uhr warten, bis der Check-in öffnete. Dank Priority waren wir nach 10-15 Minuten eingecheckt, allerdings nur Peking, dort muss die Einreiseprozedur erledigt, das Gepäck abgeholt, Terminal gewechselt und neu eingecheckt werden. Übrigens wird beim Check-in gleich das Visum überprüft!

Wir gingen also durch die Passkontrolle, dort gab es auch eine Priority-Line, die war aber überflüssig, da nicht viel los war und es dank automatischer EU-Kontrolle sowieso zügig ging. Wir gingen in die Lounge, um die zwei Stunden bis zum Boarding zu überbrücken. Die Lounge war solider Durchschnitt, nichts was einen vom Hocker hauen würde, mit den üblichen Snacks (auch ein paar warme Sachen wie Mini-Schnitzel und Erbsensuppe) und Getränken. Zumindest aß ich mehr, als ich vorhatte, da unser Frühstück ausgefallen war. Etwa 15 Minuten vor der angegeben Zeit macht wir uns auf in Richtung Gate, wo dann erst der Security-Check erfolgte – dank Prio konnten wir uns vorbreidrängeln und so war das auch recht zügig erledigt.

Priority-Boarding funktionierte wie geplant und so ging es in den A330 mit 1-2-1 Bestuhlung. Da wir zu zweit unterwegs waren, hatte ich uns Sitze in einer Reihe reserviert, in der die Sitze Richtung Mitte und nicht zum Gang ausgerichtet sind. Es gibt 32 Plätze und ich meine, es war nahezu voll. Auf dem Bild ist hinten die Vorhang-Halterung zu sehen, dort schläft normalerweise die Crew. Recht schnell fiel uns auf, dass es deutlich beengter ist, als im A350 von Qatar bzw. sogar zum 2-2-2 im A330 von Qatar: es gibt kaum Stauraum und der „Durchgang“ zum Sitz ist recht schmal – naja, Chinesen neigen ja nicht zu Übergewicht. Außerdem ist der Fußraum etc. bei am Gang liegenden Plätze immer offen, diese würde ich also grundsätzlich meiden.

Im Airbus A330 nach Peking

Wir bekamen Bose Noise-cancelling Kopfhörer und ich glaube beide dasselbe Amenity-Kit, also kein Unterschied zwischen Männlein und Weiblein. Was wird nicht bekommen haben, sind Pyjamas, obwohl es ein Nachtflug war. Evtl. hätten wir auf Nachfrage welche bekommen, mir war es aber egal, da ich sowieso eine Jogginghose anhatte. Der Bildschirm ist relativ klein, mir aber auch nicht wichtig, da ich eigentlich vorhatte, zu schlafen. Die Auswahl an Filmen und Serien ist etwas beschränkt, mir aber wie bereits erwähnt egal. Der Sitz hatte eine Massagefunktion, deren Aktivierung man teilweise jedoch eher an den Geräuschen bemerkte als dass sie tatsächlich zu spüren war – das liegt aber wohl mehr an Airbus als an Hainan. Zur allgemeinen Unterhaltung möchte ich noch ein paar der unnötigerweise übersetzten Filmtitel erwähnen, so gab es im Angebot z.B. „Rennwagen 3“ (Cars 3), „Kalibiks Pirate 5: toter Man sagt nichts“, „Strandrettungsteam“ (Baywatch) und einen chinesischen Titel, der auf dem Cover den Untertitel „Wine War“ hatte und als „Wein Kampf“ angepriesen wurde. Für Serienfans gibt es u.a. Staffel 6 von „Spiel der Throne“ in Englisch. WLAN gibt es nicht.

Kommen wir nun zum Service, da ja mit „5 Sternen“ geworben wird. Ich muss dazu sagen, dass ich bisher nur Emirates und Qatar Business erlebt habe und mir klar ist, dass Qatar eigentlich in einer eigenen Liga spielt. Auf dem Papier sind beide 5-Star-rated, dennoch hatte ich meine Erwartungen heruntergeschraubt. Die meisten hier beschriebenen Punkte trafen sowohl auf das Segment Prag – Peking als auch Peking – Brüssel zu. Das Personal war freundlich und aufmerksam, jedoch war es teilweise recht chaotisch und unkoordiniert. Bei Qatar war der Service relativ synchron, hier passierte auf der Seite meiner Freundin meist was vollkommen anderes als bei mir. So wurde ich gefragt, welchen Pre-Departure-Drink ich möchte, bei ihr wurde einfach ein O-Saft gebracht. Dafür wurde bei ihr schon die Essens-Bestellung aufgenommen, bei mir erst nach dem Take-off, wogegen ich letztlich das Essen wieder früher bekommen habe. Was wiederum positiv war, war die Qualität des Essens, da gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Es ist eigens dafür eine Köchin an Board. Allerdings ist der Tisch recht klein und teilweise die Pausen zwischen den Gängen zu lange, so dass man a) fast satt ist, bis die Hauptspeise kommt und b) mir einiges an Schlafenszeit verloren gegangen ist, da das gesamte Essenprozedere deutlich länger als erwartet gedauert hat und der Flug selbst kürzer als erwartet war. Auf Wunsch hätten die Stewardessen wohl auch „das Bett gemacht“, da wäre so wie ich das mitbekommen habe, noch eine Matratzenauflage auf das Bett gekommen. Da ich das aber nicht unbedingt gebraucht habe und mir wahrscheinlich zu lange gedauert hätte, habe ich nicht danach gefragt.

Hier noch die Speisekarten und ein paar Bilder dazu:

Umstieg in Peking

Mit weniger Schlaf als erhofft landeten wir relativ pünktlich morgens um 6 Uhr in Peking, um 8:45 Uhr sollte es laut Plan weiter nach Shanghai gehen. Die lange Fahrt auf dem Rollfeld endete schließlich auf einem Außenstellplatz. Unten an der Treppe warteten bereits diverse Hainan-Mitarbeiter mit Namenschildern auf die Umsteigepassagiere, ihre Aufgabe war nur, uns in den Bus zu lotsen, der ein paar Meter weiter stand. Soweit ich mich erinnere, war es ein separater Bus für die Business, in der alle einen Sitzplatz hatten.

Bei der anschließenden Immigration gibt es – streng kommunistisch – keine Priority-Lane, die Schlange war aber, da früh morgens und off-season, erträglich kurz. Wir mussten dann am Band noch auf unsere Rucksäcke warten, die zwar einen schönen Business-Tag hatten, aber gemeinsam mit dem Rest kamen. Beim Zoll muss auch bei „Nothing to declare“ alles nochmal durch ein Röntgengerät, ob da wirklich einer nach was schaut, weiß ich nicht. (Da wird meiner Meinung allgemein viel Alibi-mäßig kontrolliert, auch an jeder U-Bahn-Station, wobei wir als Langnasen da meist einfach durchgewinkt wurden).

Alles in allem lagen wir recht gut in der Zeit, jetzt mussten wir noch von Terminal 2 (international) ins Terminal 1 (domestic) wechseln. Es gibt ein Shuttle, wir sind allerdings zu Fuß und von den ausgeschriebenen zehn Minuten waren schnellen Schrittes keine fünf nötig. In der Eingangshalle sieht man direkt den separaten Hainan Business Check-in-Bereich, ich glaube, es waren sechs Schalter, alles mit rotem Teppich und dazu noch ein separater Eingang mit Security- und Boardkarten-Check. Von dort gelangt man direkt in die Hainan-Lounges (was die Unterschiede sind, weiß ich nicht). Wir hatten ohnehin nur 10-15 Minuten Zeit, bis schon wir schon zum Boarding weiter mussten. Über die Domestic-Lounge kann ich also nicht viel berichten, ich hatte eine Cola, meine Freundin ein paar Früchte und das war es. Das Gate war dafür nur etwa eine Minute entfernt. Anzumerken noch, dass es in der Ankunftshalle offenbar eine „Hainan Transfer-Lounge“ gibt, die auch nicht-Business-Passagieren zur Verfügung steht.

Bei uns hat der Transfer also zeitlich eigentlich genau gepasst, wir hatten keine unnötig langen Wartezeiten, aber wenn der Flieger mal eine halbe Stunde Verspätung haben sollte oder bei der Immigration eine deutlich längere Schlange sein sollte, weiß ich nicht, was passiert bzw. wie Hainan das handled. Diese Art Umsteige-Helfer von Hainan waren zwar immer wieder präsent, mehr als die Richtung des nächsten Ziels anzeigen konnten sie aber nicht wirklich.

Im Boeing 787 Dreamliner nach Shanghai

Nun zum Weiterflug nach Shanghai: anhand unserer Sitznummern war mir schon klar, dass es nicht wie eigentlich geplant um einen A330 handeln konnte. Wieder war es ein Außenstellplatz und der separate Kleinbus für die Business-Passagiere brachte uns zu einem Dreamliner. Viele schimpfen immer über 2-2-2, aber die 787 ist einfach riesig, der gefühlte Platz ist enorm groß, in allen drei Dimensionen. Wir hätten beide nichts dagegen gehabt, auch die Langstrecke darin zu verbringen. Es gab ein erneutes Frühstück, insgesamt konnte ich mir kein großes Urteil zum Service bilden, der ganze Flug dauerte nur 90 Minuten, abzüglich Start und Landung bleibt nicht viel Zeit übrig und allgemein war ich noch mehr als satt. Anstandshalber habe ich dennoch erneut was gegessen, um nicht zu riskieren, etwas schlanker heimzukommen.

Etwas Erwähnenswertes gibt es dennoch: im Flieger gibt es WLAN, wenn man sich damit verbindet, bekommt man allerdings die Meldung, dass die Benutzung von WLAN nicht erlaubt sei und Handys ausgeschaltet sein müssen?! Naja, meiner Meinung nach eine China-Sache, die nicht direkt auf Hainan Airlines zurückzuführen ist. Ich meine, es ist dort generell nicht zulässig, Handys im Flieger anzuhaben, nur Tablets und Notebooks sind wohl erlaubt.

Nach der Landung in Shanghai (Hongqiao, nicht Pudong) ging dann alles recht zügig, da keine Einreiseformalitäten mehr anstanden, holten wir nur unsere Rucksäcke und beim Ausgang stand dann eine Frau vom Limousinen-Service mit unserem Namenschild. Dass sie kein Englisch konnte, war kein Problem, sie lud die Koffer auf einen Wagen und wir dackelten ihr hinterher, bis wir an einem schwarzen Mercedes C 180 L ankamen – ich bin kein Autofachmann, aber der Wagen bzw. die Beinfreiheit hinten machten mir einen deutlich größeren Eindruck als üblich. Sie setzte uns an unserem Hostel ab und das war dann auch das Ende unserer Hinreise.

Rückflug nach Brüssel

Der Rückflug sollte von Peking via Brüssel erfolgen und Samstagmorgen um 1:45 Uhr starten. Wieder sendete ich knapp eine Woche vorher eine Mail an den Limo-Service zwecks Abholung um 21 Uhr vom Hotel. Da Peking ein Hub von Hainan ist, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass der Check-in immer möglich ist. Bedingt durch die bereits einsetzende Kälte, wollte ich zwei Tage vor Abflug die Abholung sogar noch auf 19 Uhr vorverlegen, da wir lieber die Zeit in der Lounge verbringen wollten als in der Hotel-Lobby. Ich bekam allerdings die Antwort, dass dies 4 Stunden vor Abflug nicht mehr möglich sei (zumindest hat sich der chinesisch-englische Satz so für mich gelesen) – vermutlich handelt es sich hier wieder mal um einen asiatischen Fehler, denn der Abflug war ja erst am nächsten Tag. Ich hab mich nicht weiter darum gekümmert und es eben bei 21 Uhr belassen.

Gegen 20:30 Uhr kam dann wieder ein C 180 L und nahm uns mit. Dass der Fahrer während der Fahrt Videotelefonate mit Freunden führte etc. halte ich zwar nicht für professionell, aber so ist das halt in China (Asien). Die Fahrt vom Zentrum dauerte ca. 50 Minuten, war also nur unwesentlich schneller als mit der U-Bahn und das außerhalb der Rush-Hour. Als wir am Flughafen ankamen, kam schon ein Page mit Wagen, schnappte sich unser Gepäck und brachte uns durch die Gepäckkontrolle zum Check-in-Schalter. Dieser öffnete allerdings erst um 22:45 Uhr, so dass wir noch eine Stunde warten mussten. Außer unserer Maschine ging zur selben Zeit nur noch eine Hainan nach Manchester, ansonsten war es insgesamt am Flughafen schon sehr ruhig, im Wartebereich hatten einige Läden schon zu.

Anschließend gingen direkt in Lounge und hatten noch vor zu duschen. In der Lounge gibt es zwei Duschen, zwei Sofa-Fernseher-Abteile, zwei Massagestühle und zwei Abteile mit einer Art Bett. Einer der Massagestühle war offenbar defekt, zwei Duschen sind ziemlich knapp bemessen und mit den Semmeln/Ciabatte hätte man den Porzellanteller zertrümmern können, die lagen wohl schon seit 5 Uhr morgens dort. Dazu kam noch, dass das Personal teilweise nicht einen Brocken englisch konnte und das WLAN nicht funktionierte.

Wie beim allgemeinen Flughafen-WLAN, hätte man (China-üblich) einen Aktivierungscode per SMS empfangen müssen, was mit meiner deutschen Nummer nicht funktioniert hat – egal in welchem Format ich die Nummer eingegeben habe, sie wurde trotz Vorauswahl nicht akzeptiert. In dem überraschend kleinen Terminal gab es drei Computer-Terminals, wo man sich theoretisch mit Reise- und Boardingpass auch einen Zugangscode hätte ausdrucken können sollen. Bei den ersten beiden hat der Scanner nicht funktioniert bzw. habe ich schon von außen erkannt, dass das Gerät nicht mehr korrekt funktionieren kann, beim dritten hat es zwar gescannt, dann aber einen Fehler gebracht. Gut, wir haben auch so überlebt, schließlich waren wir es bereit gewohnt, dass das Internet in China nicht so funktioniert wie wir als Europäer es uns vorstellen, aber meiner Meinung nach erwähnenswert – habe das selbe schon über Air China gelesen. In der Dusche hatte ich zeitweise das Gefühl, dass der Wasserdruck gegen 0 fällt und ich eingeschäumt in den Flieger steigen darf. Wir sind nicht anspruchsvoll und es war für uns in Ordnung, objektiv muss man aber schlichtweg sagen, dass diese Lounge so nicht 5 Sterne rechtfertigt.

Das anschließende Boarding verlief problemlos, während beim Hinflug die Business etwa 50-50 mit Chinesen besetzt war, waren es jetzt zu 90% Europäer. Der Service war ähnlich unstrukturiert wie beim Hinflug, meiner Freundin wurde ein Pyjama angeboten, mir nicht.
Die Dauer war auf 10:30 Stunden angekündigt, daher hoffte ich, diesmal etwas mehr Schlaf zu erwischen. Ich bestellte Abendessen und es dauerte erneut sehr lange, bis ich alles hatte und musste währenddessen hart dagegen ankämpfen, einzuschlafen.

Währenddessen stellte sich noch heraus, dass bei meiner Freundin der Sitz nicht richtig funktionierte, d.h. die Lehne ließ sich verstellen, die Sitzfläche wollte jedoch nicht vor oder zurück fahren, so dass das Bett nicht möglich gewesen wäre. Wir meldeten dies gleich und nach dem sich die Stewardess versucht hatte, holte sie ausgerechnet die Köchin zur Hilfe, welche das Problem dann ironischerweise auch innerhalb von ein paar Minuten behob. Ich genoss noch meine Kürbissuppe sowie ein Rindersteak (dieses war besser als bei Qatar) und schlief dann für etwa fünf Stunden, mehr ließ der Jetlag nicht zu.

In Brüssel landeten wir fast auf die Minute genau und durften dann noch knapp drei Stunden in der „Loft Lounge“ von Brussels Airlines verbringen, mit denen wir dann zurück nach Prag flogen.

Hainan Business Class Bewertung

  • Lounge ★★★★★ ★★★★★
  • Check-in & Boarding ★★★★★ ★★★★★
  • Kabine ★★★★★ ★★★★★
  • Sitze ★★★★★ ★★★★★
  • Amenity Kit ★★★★★ ★★★★★
  • Entertainment System ★★★★★ ★★★★★
  • Essen & Service ★★★★★ ★★★★★
★★★★★ ★★★★★ 4,00

Fazit

Für den Preis den wir gezahlt haben (1260€ für 4 Business-Class-Flüge), kann man grundsätzlich schon mal nicht meckern, da die Flüge alle pünktlich waren und auch sonst alles Wichtige gepasst hat. Wie Hainan allerdings an die 5 Sterne kommt, ist mir etwas schleierhaft. Ich will sie nicht schlechter reden als sie sind und bin kein Snob mit übermäßigen Ansprüchen, aber wenn das 5 Sterne sind, müssten 10-20 andere Airlines wie z.B. Emirates, Lufthansa (haben sie ja mittlerweile), Air France, Swiss auch darauf pochen, hochgestuft zu werden. Hier noch kurze Begründungen zu den einzelnen Wertungen: Die Lounges in Peking haben Potential, aber sowas wie das steinharte Gebäck ist ein No-Go. Check-in und Boarding waren zwar stressfrei, ich hätte mir aber gewünscht, dass ich am Hub auch früher einchecken kann nur nicht erst drei Stunden vor dem Start. Die Kabinen waren sowohl im A330 als auch 787 gut, WLAN fehlt eben für 5 Sterne. Die Sitze sind auch gut, es gibt aber sehr wenig Stauraum und bei 1-2-1 ist es im A330 deutlich beengter als bei Qatar im A350. Dass bei meiner Freundin der Sitz einmal zunächst nicht funktioniert hat, werte ich nicht, da es zügig repariert wurde. Das Amenity Kit hat was man braucht, warum nicht gleich jeder einen Pyjama bekommt, weiß ich nicht. Das IFE ist durchschnittlich, mehr nicht. Das Essen war sehr gut, der Service konnte da nicht mithalten.

Vielen Dank geht an Florian!

Vielen Dank für diesen umfassenden Erfahrungsbericht! Interesse eine Eure Bewertung oder Tipps als Gastautor auf Travel-Dealz zu veröffentlichen? Dann schreibt eine Email: Johannes@Travel-Dealz.de

Titelbild: © Hainan Airlines

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Kommentare (6)

  1. hallo Florian,
    danke für Deinen super anschaulichen Bericht.

    3 Fragen habe ich:

    * was genau gab es da für ein Problem mit der Einreise in Peking? Ich habe das nicht richtig verstanden.

    * das Problem mit dem Sitz Deiner Freundin, der hakte. Was wäre gewesen, wenn ihn die Köchin nicht hätte reparieren können? Ich möchte mir meinen ersten Business-Flug gönnen, extra wegen der umlegbaren Sitze. Für mich wäre es also ein Riesenproblem, wenn der Sitz nicht umlegbar wäre. Was meinst Du, welche Lösung man gefunden hätte? Vermutlich keine…denn was kaputt ist, ist kaputt. Aber viell. etwas Geld zurück?

    * über welches Portal habt ihr gebucht? 1260,- erscheinen mir sehr niedrig.

    Liebe Grüsse, aus Wien.

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  2. Vielen Dank für den Bericht!
    Welche Lounge kann man in Prag mit einem Business Class Ticket von Hainan Airlines nutzen?

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  3. Auch ich bin mit Hainan von Prag über Peking nach Chengdu für 1000,–€ geflogen. Im großen und ganzen kann ich Deine Erfahrungen bestätigen. Allerdings kann ich der Airline nur 3 Punkte geben, denn mehr als Durchschnitt ist das nicht, keiner kann Englisch, das Essen geht, allerdings waren Bier und Champagner kalt, was bei Chinesen nicht immer üblich ist. Wenn das 5 Sterne sind frag ich mich schon was die 5 Sterne bei Lufthansa wert sind. Bei dem Preis würde ich aber wieder Hainan Air fliegen. Nur zur Info ich kenne die Business von bestimmt 10 anderen Airlines um vergleichen zu können.

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