Bewertung: In der LATAM Economy Class von Frankfurt via Madrid nach Chile

Unser Leser und Gastautor Lucas hat sich in der LATAM Economy Class auf die Reise von Frankfurt nach Santiago de Chile begeben. Auf dem Flug, der eine Zwischenlandung in Madrid beinhaltete, wurde der 787 Dreamliner von Boeing eingesetzt. Seinen Erfahrungsbericht lest ihr exklusiv auf Travel-Dealz:

Check-In & Boarding

Meinen Sitzplatz habe ich bereits einige Wochen vor Abflug auf der Website von LATAM reservieren können. Direkt nach der Buchung (etwa 5 Monate vorher) war dies noch nicht möglich.

Im Terminal stehen mehrere Check-In-Automaten zur Verfügung, an denen man sowohl seine Bordkarte als auch das Baggage Tag erhält. Dadurch konnte man die separaten Gepäckaufgabeschalter nutzen. Die Schlange war allerdings nicht viel kürzer als die Schlange an den normalen Check-In Schaltern. Insgesamt standen sechs Schalter (jeweils drei) zur Verfügung. Meine drei Kilogramm Übergepäck nahm die Check-In-Agentin kommentarlos hin.

Das Boarding erfolgte etwa 30 Minuten vor dem Start, anstatt 60 Minuten wie auf der Bordkarte angegeben. Wie üblich wurde mit dem Priority Boarding begonnen, anschließend wurde nach Sitzreihen eingestiegen. Mit etwa 45 Minuten startete der Flug dann in Richtung Madrid, von denen wir noch etwa 15 Minuten aufholen konnten und dann gegen 22.30 Uhr landeten.

Beim Boarding in Frankfurt lag auf jedem Sitz ein Kopfkissen, in Madrid zusätzlich noch eine warme Fleecedecke.

Zwischenlandung in Madrid

Während der Zwischenlandung in Madrid müssen auch die weiterfliegenden Passagiere das Flugzeug verlassen, was von der Crew aber nicht angesagt worden war. Von Freunden wusste ich dies aber bereits im Vorfeld. Terminal 4 in Barajas ist nicht besonders aufregend. Neben einigen Duty Frees, Restaurants und einer Starbucks-Filiale gibt es keine weiteren Möglichkeiten zur Beschäftigung. Das Boarding erfolgte ähnlich wie in Frankfurt, nur etwas zeitiger.

Der Zwischenstopp ist also nicht ganz optimal, aber natürlich bei einer Reise von Deutschland nach Chile sowieso unabdingbar. Vielleicht wäre in London, Paris oder Rom mehr los. Aber so hat man wenigstens die Gewissheit, dass man den Flug nicht verpassen kann und das Gepäck auch in Chile ankommt.

Komfort

Der Sitzabstand im LATAM Dreamliner beträgt 79 Zentimeter und liegt damit voll im Durchschnitt. Die Sitze im noch jungen Flieger empfand ich als angenehm dünn, wodurch zusätzliche Beinfreiheit entstand. Ebenso wurde auf überflüssigen Sitztascheninhalt verzichtet und soweit wie möglich ins Inflight-Entertainment-System integriert (z.B. Duty-Free-Katalog). Die Rückenlehnen lassen sich für mein Empfinden recht weit nach hinten stellen, was man sowohl positiv, als auch negativ sehen kann. Der Blickwinkel auf den Bildschirm ist bei voll nach hinten gestelltem Vordersitz nicht mehr ganz perfekt.
Die Kopfstützen lassen sich nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Form verstellen, halten das Gewicht des Kopfes aber nicht immer ohne Widerstand aus.

Insgesamt ist der verbaute Sitz für ein kurzes Nickerchen durchaus passabel. Richtig schlafen konnte ich, im Gegensatz zu anderen Mitreisenden, aber nicht. Hier kommt es wohl immer auf das eigene Schlafverhalten an.

Über eine Ansage nach dem Start in Madrid wurde über eine Ansage auf „Amenity Kits“ hingewiesen. In der hinteren Galley konnte man Schlafmasken, Ohropax, Socken und Zahnbürsten erhalten. Verteilt wurden diese jedoch nicht.

Entertainment

Jeder Sitz ist mit einem hochauflösendem Bildschirm und einem USB-Port ausgestattet. Leselicht und Flugbegleiterruf werden ausschließlich über den Bildschirm gesteuert. Eine externe Bedienungseinheit in der Armlehne oder im Vordersitz existiert nicht.

LATAM’s Entertainment-System bietet eine durchschnittliche Auswahl an ca. 50 Filmen und etwa 15 Serien. Daneben auch Musik, welche leider in aussagelosen Playlists sortiert sind, und Reiseführern. Das komplette Programm ist ausnahmslos auf Englisch, Spanisch und Portugiesisch, was einen dicken Minuspunkt darstellt. Auch wenn Frankfurt die einzige Destination von LATAM ist, in der keine der verfügbaren Sprachen gesprochen wird, sollten meiner Meinung einige wenige Filme auch in Deutsch vorhanden sein. Die Movingmap ist leider nicht interaktiv und muss die voreingestellten, wechselnden Ansichten nutzen. Bilder von Außenkameras werden nicht übertragen.

Auf beiden Flügen lagen On-Ear-Kopfhörer in den Sitztaschen bereit.

Verpflegung

Während des gesamten Fluges gab es keine Information über die angebotenen Speisen. Weder über Ansagen, noch über gedruckt oder ins Entertainment-System integrierte Menükarten.

Auf dem kurzen Flug nach Madrid konnte man zwischen einen Käse-Schinken-Croissant und einem recht ordentlichen Muffin wählen. Dazu wurde ein Softdrink, Kaffee oder Tee gereicht. Etwa eineinhalb Stunden nach dem Start in Madrid begann der Bordservice des Abendessens. Ich fand dies recht spät, da es mittlerweile weit nach 1 Uhr war. Ich schätze, dass man die typische Wahl zwischen Chicken und Pasta hatte. In Reihe 21, der letzten Reihe meines Abteils, bekam ich kommentarlos die Pasta. Als Beilage diente ein gemischter Salat mit Dressing und Cracker mit Frischkäse. Ein Stück Zitronenkuchen stellte das Dessert dar. Im Rahmen des Getränkeservices konnte man übrigens einen chilenischen Rotwein oder Bier bestellen.

Qualitativ war das Menü wohl eher mittelmäßig. Geschmeckt hat es aber trotzdem! Die Nudeln waren weder wässrig noch zu trocken, beides musste ich leider schon öfter erleben. Serviert wurde das Ganze in weißen Plastikschalen, welche aber einen hochwertigen Eindruck machten. Besonders hervorzuheben ist, dass es richtiges Metallbesteck gab! Auch ein kleines Glas befand sich auf dem Tablett, welches aber wohl nur bei Bestellung des Weines zum Einsatz kam. Softdrinks wurden in den üblichen Plastikbechern serviert.

Auch in der Nacht konnte man in den Galleys stets etwas zu trinken und kleine Snacks, etwa Schokoriegel oder belegte Brote, erhalten. Wasser wurde bei mehreren Rundgängen sogar am Platz angeboten.

Etwa drei Stunden vor der Landung in Santiago wurde das – einheitliche – Frühstück verteilt. Hier gab es ein Omelette ohne Füllung (man könnte es auch Rühreiblock nennen) und eine gedrittelte Kartoffel. Dazu einen Obstsalat, der nur aus Apfel und Ananas bestand und das obligatorische Brötchen (hier: Milchbrötchen) mit Butter. Neben den üblichen Softdrinks und Heißgetränken wurden nun auch Säfte angeboten. Das Frühstück war sogar überraschend lecker, wenn auch etwas wenig gewürzt. Salz und Pfeffer wurden aber wie üblich auch gereicht.

Crew

Hier füge ich noch einige Sätze zur Kabinenbesatzung hinzu, die aber natürlich auf jedem Flug wechselt. Die beiden Economyabteile wurde nochmals geviertelt und einem Crewmitglied zugewiesen (also insgesamt acht Flugbegleiter in der Eco). Dieses Verfahren ist zwar üblich, wurde auf meinen bisherigen Flügen aber nur selten so strikt umgesetzt. Durch die relativ überschaubare Anzahl an zugewiesenen Passagieren konnte man eine persönlichere Basis schaffen, was ich als sehr angenehm empfand. Auch bei Problemen mit dem Ausfüllen der Einreisekarte wurde sehr nett und kompetent geholfen. Die für uns zuständige Flugbegleiterin holte sogar noch eine Deutsch sprechende Kollegin hinzu, da sie unsere Versuche, Spanisch zu reden, wohl nicht ganz interpretieren konnte.

LATAM Airlines Economy Class Boeing 787 Bewertung

  • Check-in & Boarding ★★★★★ ★★★★★
  • Komfort & Kabine ★★★★★ ★★★★★
  • Essen & Service ★★★★★ ★★★★★
  • Entertainment System ★★★★★ ★★★★★
  • Extras ★★★★★ ★★★★★
★★★★★ ★★★★★ 3,40

Fazit

Insgesamt bietet LATAM in der Economy Class auf der doch ziemlich langen Strecke ein sehr passables Produkt. Lediglich beim Entertainment System könnte nach ein wenig nachgebessert werden. Mit Sitzkomfort kann man auch leben, wenn man nicht gerade einen wichtigen Termin direkt nach der Landung hat. Das Angebot an Speisen und vor allem den nächtlichen Snacks hat mich doch ziemlich überzeugt. Allerdings empfehle ich, einen Sitzplatz in den vorderen Reihen zu wählen, damit man auch noch eine Auswahl hat. Auch dass kein richtiges Amnety Kit verteilt wird, finde ich gar nicht schlimm. So muss die Airline nicht für jeden Passagier extra Zahnbürste, Socken, Ohrstöpsel und Co. ausgeben. Das spart Geld und schont die Umwelt. Wer den Bedarf hat kann das Angebot ja trotzdem nutzen.

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für das Schreiben und Teilen deines ausführlichen Berichts! Viele Punkte, die Du beschrieben hast kann ich gut nachvollziehen und auch bestätigen. Diese Woche bin ich zwei Mal mit der Latam unterwegs gewesen und ich hatte genau dieselben Speisen wie Du. Wenn man ein paar Reihen weiter vorne in der Economy sitzt, bekommt man noch die Auswahl zwischen den verschiedenen Gerichten;)Aber das Entertainment muss wirklich nachholen,es sind zwar ein paar nette neuere Filme dabei gewesen(bsp. Fast&Furios8,Fantastic Beasts,Zookeppers Wife) aber danach hörts halt echt auf und man bekommt ein paar amerikanische 60er Jahre Streifen.
    Was man aber sehr positiv anmerken muss ist, dass während des Fluges kaum Müll entsteht! Nur für das Auspacken von Kissen und Decke und etwas während des Essens.
    Wenn man das aber in Vergleich zu den mittelöstlichen Airlines setzt, ist das wesentlich weniger bei Latam!!

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