Bewertung: 18 Stunden in der Singapore Airlines Premium Economy zwischen New York und Singapur

Singapore Airlines A350URL Premium Economy

Ich liebe es nicht nur zu fliegen, für mich kann ein Flug nie lang genug sein – selbst in der Economy Class. Besonders letzteres sieht nicht jeder so, weswegen Singapore Airlines auf der weltlängsten Strecke überhaupt keine Economy Class in den Flieger eingebaut hat. Den Kindheitstraum des ultra-langen Flugs habe ich mir diesen Monat erfüllt. Wurde Singapore Airlines seinem großartigen Ruf gerecht, oder ist die Premium Economy doch gar nicht so premium? Das erfahrt ihr in diesem Bericht!

Hier erstmal die Fakten zu den Flügen:

  • Flüge: SQ21/22 zwischen Newark und Singapur (EWR-SIN-EWR)
  • Sitz: 32H
  • Flugzeug: Airbus A350-900ULR
  • Uhrzeiten Hinflug: EWR 9:45 – 17:15 +1 SIN
  • Uhrzeiten Rückflug: SIN 0:40 – 6:30 EWR
  • Flugzeit: Ca. 18 Stunden
  • Reisezeitpunkt: März 2023

Buchung

Zur Buchung gibt es nicht viel zu sagen. Bezahlt habe ich 1.440 $ (~1.341 €) für den Hin- und Rückflug. Die Sitzplatzauswahl ist kostenfrei, also habe ich den Gang-Sitz der zweiten Reihe gewählt auf der rechten Seite des Fliegers. Die 4 Sitze am Notausgang (mit gefühlt „unendlicher“ Beinfreiheit) kosten 120 $ (~112 €), die Solo-Sitze hinten sogar 140 $ (~130 €) Aufpreis. Auf die Solo-Sitze kommen wir später nochmal zurück.

Erwähnenswert ist noch, dass Singapore Airlines die Strecke sowohl ab Newark als auch ab New York JFK anbietet. In der Theorie ist der Flug ab JFK ganze 5 km länger und somit der „eigentliche“ längste Flug der Welt. In der Realität wird aber nicht stets die optimale Route geflogen, sondern immer ostwärts, um den Wind auszunutzen. Somit ist die EWR-Route in die eine Richtung länger, JFK in die andere, und je nach Wind variiert die Flugzeit sowieso um bis zu einer Stunde, insofern sind diese 5 km Differenz wirklich vernachlässigbar.

Interessanter ist, dass die beiden Flughäfen zu sehr unterschiedlichen Uhrzeiten angeflogen werden. Der eine Flug kommt in Newark morgens an und fliegt auch morgens zurück nach Singapur, wo man am nächsten Nachmittag ankommt. Der Vorteil von Newark ist also, dass man den Flughafen quasi für sich alleine hat. Besonders bei der US-Einreise spart man dadurch sehr viel Zeit – und hat dann den gesamten Tag noch vor sich. Der Flug nach JFK verlässt Singapur zur Mittagszeit und kommt gegen 18:30 in New York an – praktisch ein verlorener Tag. Und auf dem Rückflug kommt man 2 Tage später morgens in Singapur an. Mir persönlich waren die Flugzeiten für Newark deutlich angenehmer, deshalb wählte ich diese Flüge.

Check-in & Boarding

Der Airbus A350-900ULR von Singapore Airlines, der extra für diese Strecke bestellt wurde, hat 67 Sitze in der Business Class und 94 in der Premium Economy. Das führt dazu, dass über 41% der Passagiere Anspruch auf den Business-Check-In und Priority Boarding haben – zusätzlich zu den Star Alliance Gold Passagieren in der Premium Economy. Dies führte zu dem ungewohnten Szenario, dass die Schlange bei Business länger war als bei Premium Economy. Dennoch lief beim Check-in alles schnell und reibungslos.

Prio Boarding SQ Newark
Das Business-Class-Boarding beinhaltete gefühlt das halbe Flugzeug

Premium-Economy-Passagiere haben keinen Loungezugang inbegriffen – außer sie sind Star Alliance Gold Vielflieger. In dem Fall dürfen sie in Newark im Virgin Clubhouse frühstücken – mit den Business-Class-Passagieren. Im eigenen Hub in Singapur werden die Vielflieger in einer anderen Lounge untergebracht als die Passagiere der Business Class.

Ein letztes Kuriosum für diesen Abschnitt: In Newark hat Singapore Airlines 30 Minuten für das Boarding eingeplant, in Singapur dagegen eine ganze Stunde. Das liegt zwar daran, dass in Singapur die Sicherheitskontrolle direkt am Gate geschieht, aber durch die relativ geringe Passagieranzahl (quasi wie in einem Airbus A320) hätten die 30 Minuten auch locker gereicht. Die üblichen Extra-Kontrollen und Befragungen, die es eigentlich immer bei US-Flügen gibt, gab es hier nicht.

Sitze

Ich bin schon zwischen Frankfurt und Singapur in der Singapore Airlines Premium Economy geflogen und dachte/hoffte eigentlich, dass auf dem ULR-Flieger die Sitze etwas großzügiger gestaltet wären. Dem ist leider nicht so. Die Beinfreiheit beträgt knapp 97 cm – was zwar der Industriestandard ist, sich dennoch enger anfühlte als bei z.B. Delta. Außerdem wurden die Reihen in einer 2-4-2 Anordnung eingebaut. Zum Vergleich: Selbst die Lufthansa hat im A350 nur 2-3-2 eingebaut.

Dementsprechend eng fühlte sich das Ganze für die beträchtliche Fluglänge von 18 Stunden an. Das (negative) Highlight befindet sich aber hinten im Flieger. Bekanntlich wird das Flugzeug hinten ja schmaler, weswegen die meisten Airlines ganz hinten von 4er-Reihen (in der Economy Class, wohlgemerkt) auf 3er-Reihen umstellen, zumindest in der letzten Reihe. Singapore Airlines wählte einen anderen Weg. Die 2-er Reihe am Fenster wird zu einer 1-er Reihe mit einem riesigen Staufach/Ablagefläche daneben (für die man schön 140 $ (~130 €) extra kassieren kann) und die 4-er Reihe bleibt bestehen – und ragt zur Hälfte in den Gang. Dahinter ist der Vorhang zur Küche und Toilette. Wohlgemerkt ist das die einzige Galley für die 94 Passagiere. Da der Sitz quasi hinter dem Vorhang versteckt ist, knallt ständig ein Passagier in den Sitz, wenn er zurück zu seinem Sitzplatz möchte. Zum Glück saß ich in der zweiten Reihe von vorne, aber der Herr in Reihe 43 tat mir echt leid auf dem langen Flug.

Reihe 43 sollte man unbedingt meiden (Seat map von © Aerolopa)

Bis auf die Tatsache, dass die Sitze einigermaßen eng sind, sind sie ansonsten recht gemütlich und bieten die typischen Merkmale eines Premium-Economy-Sitzes: Steckdosen, ein Fach für eine Wasserflasche, und einen recht großen Bildschirm. Auch eine Leselampe steht jedem Passagier zur Verfügung.

Essen & Trinken

Während des Fluges werden drei Mahlzeiten verteilt. Etwa anderthalb Stunden nach Abflug wird die erste vollständige warme Mahlzeit serviert. Genau auf halber Strecke wird die zweite richtige warme Mahlzeit serviert. Etwa 3 Stunden vor Landung wird in der Dunkelheit dann noch ein warmer Snack verteilt. Bevor wir ins kulinarische Detail gehen, möchte ich kurz was zu dem Zeitplan sagen:

Auf dem Hinflug fand ich den Zeitplan wirklich ideal. Das Mittagessen wurde um 12:00 New Yorker Zeit serviert, und das Abendessen gab es um 19:00 New Yorker Zeit, was gleichzeitig 7:00 morgens in Singapur war und auch als Frühstück gelten konnte. Den Snack gab es gegen 14:00 Singapurer Zeit, was auch absolut sinnvoll ist. Wie mein Kollege Felix sagt: Beide Daumen gehen nach oben.

Weniger sinnvoll war die Uhrzeit der ersten Mahlzeit auf dem Rückflug. Da wurde das Abendessen nämlich um 2:40 nachts Singapurer Zeit serviert. Ich verstehe, dass es bei Abflug um knapp 1:00 morgens schwer ist eine gute Uhrzeit für die erste Mahlzeit zu finden. Doch würde ich mir da wünschen, dass die Crew vor Abflug kurz nachfragt „werden Sie Abendessen wollen?“ wie z.B. bei Delta, anstatt mich auf recht brutale Weise für das Essen wachzurütteln.

Kommen wir nun zum Essen selbst. Allen Premium-Economy-Passagieren steht die „Book the Cook“-Option kostenlos zur Verfügung. Dies bedeutet, dass man schon vor dem Flug aus einer relativ langen Liste an Gerichten vorauswählen kann, was man essen möchte. Für den warmen Snack ist dies nicht möglich, aber immerhin für beide Hauptmahlzeiten. Zur Auswahl stehen pro Mahlzeit ca. 8 verschiedene Gerichte, teils westlich, teils asiatisch.

Auf dem Hinflug hat der Spaß schon mal nicht funktioniert – für keine der beiden Mahlzeiten. Das war allerdings kein Beinbruch, da das „Standard“-Essen auch lecker war. Vorgedruckte Menüs gibt es übrigens nicht, sondern nur die spontane Frage nach „Beef, Chicken, or Pasta“. Ich wählte das Beef. Es war lecker, allerdings war es mir etwas zu viel Reis und zu wenig Beef. Hinterher gab es als Nachtisch Häagen-Dazs Vanille-Eis – auf Nachfrage sogar 2x. Hart, aber lecker.

Singapore Airlines Beef and Rice
Mit dem Reis haben sie etwas übertrieben

Auf halber Strecke wählte ich Fleisch mit Mac&Cheese und Barbeque-Sauce. Ich bin bekanntlich ein richtiger Mac&Cheese-Fan, und möchte ausdrücklich betonen, wie köstlich diese Mahlzeit war – auch wenn es optisch (oder auch von der ungewöhnlichen Kombination) eventuell nicht so rüberkommt.

Singapore Airlines MacAndCheese
Es sieht nicht so toll aus, aber war unfassbar lecker

Der warme Snack in der Dunkelheit, etwa 3 Stunden vor Landung, war eine absolut pappige und eher misslungene Pizza, die ich aber trotzdem gerne zu mir nahm. Sobald etwas Käse hat, bin ich sowieso dabei.

Singapore Airlines Pizza
Gegen den Anblick sah die Mac&Cheese-Portion doch super aus

Wem die 3 Mahlzeiten nicht genügen, kann jederzeit in der Galley das breite Angebot an weiteren Snacks wahrnehmen. Sandwiches, Chips, Schokolade, Cup-Noodles, Kekse, Müsliriegel, warme Croissants – alles gab es. Nur nicht immer zur gleichen Zeit. Singapore Airlines hat die Snacks immer wieder ausgetauscht. Man konnte aber um die Sachen, die gerade nicht ausgestellt waren, immer auch bitten – wenn man denn zufällig von ihrer Existenz bei einem früheren Galley-Besuch mitbekommen hatte.

Singapore Airlines Galley
Das und noch viel mehr gab es in der Galley

Ich werde jetzt nicht noch auf die Mahlzeiten des Rückflugs im Detail eingehen. Es sei nur das folgende gesagt: Book the Cook hat auf dem Rückflug funktioniert – was wohl auch der Grund für das eher brutale Wecken war. Die Book the Cook Mahlzeiten werden nämlich als erstes ausgeteilt – ob man es will oder nicht. Ich würde deshalb dazu raten, auf dem Nachtflug auf Book the Cook zu verzichten. Die vorbestellten French Toast mit Preiselbeeren und Vanillesauce auf halber Strecke waren allerdings die besten, die ich jemals gegessen habe.

Singapore Airlines French Toast
Ein wirklich leckeres Frühstück dank Book the Cook

Service

Der erste Punkt, auf den ich eingehen möchte, gehört halbwegs auch zum vorherigen Abschnitt: Die Crew kam während des gesamten Flugs alle 20-40 Minuten mit Getränken vorbei. Im Vergleich mit anderen Airlines ist das wirklich herausragend.

Auch wenn die Crew meistens freundlich war, sind mir auch einige negative Dinge aufgefallen. Zum einen sprach die Crew ständig von „Economy Class“. Man solle doch bitte die Toilette der „Economy Class“ hinten benutzen, in der „Economy Class“ würden folgende Mahlzeiten verteilt werden, etc. Schlimm ist das keineswegs, doch wer ein „Premium Economy“-Ticket zahlt, möchte eigentlich nicht ständig wie in der Economy Class behandelt werden – auch wenn man das Gefühl schon deshalb bekommt, weil es keine niedrigere Reiseklasse auf dem Flug gibt.

Ansonsten fiel mir noch auf, dass die Toiletten oft in einem unsauberen Zustand waren. Und das heftige Wachrütteln fürs Abendessen habe ich ja schon erwähnt.

Insgesamt war ich mit dem Service zufrieden – es soll hier kein falscher Eindruck entstehen. Aber, unüblich für Singapore Airlines, gab es in beiden Flügen tatsächlich Luft nach oben.

Die Kabine war während der ersten und zweiten Mahlzeit beleuchtet. Ansonsten war das Licht stets ausgeschaltet.

In-Flight Entertainment

An dem Bildschirm habe ich (fast) nichts auszusetzen – er war groß, dünn, hatte eine gute Auflösung und die Touch-Bedienung funktionierte einwandfrei. Auf dem Hinflug. Auf dem Rückflug ging der Touch-Aspekt nämlich überhaupt nicht. Zum Glück konnte ich den Bildschirm aber trotzdem über die kabelgebundene Fernbedienung bedienen.

Was die Mediathek angeht, ziehe ich ein gemischtes Fazit. Es gab exakt 400 Filme zur Auswahl. Das ist gut. Die meisten Filme gibt es aber nur in Originalsprache, mit max. 3 Untertitel-Sprachen, wenn überhaupt. Das ist eher schlecht. Serien gab es wenige, und von jeder auch nur wenige Folgen. Das ist sehr schlecht.

Vor jedem Film wurden 7 Werbespots abgespielt, sodass man jedes Mal erstmal über 3 Minuten mit Werbung verbrachte. Zwar konnte man vorspulen, aber so super optimal ist das nicht, und sieben Werbespots finde ich schon etwas übertrieben – besonders für eine Airline mit einem solchen Premium-Anspruch.

Gleichzeitig gab es eine enorme Musik-Mediathek. Heutzutage hört wohl jeder eher seine eigene Musikauswahl auf dem Handy, aber immerhin. Was für mich aber der positivste Aspekt war, sind die 4 TV-Sender. Es gibt einen Sportsender, CNN, CNBC, und BBC. Somit war mein Flug gerettet, denn ich habe mir dann einfach vier Fußballspiele angeschaut, während ich auf dem Laptop Fußball Manager spielte und war damit durchaus glücklich.

Spiele kann man auf dem Bildschirm nicht spielen und auch die Flightmap hat nach heftigen Turbulenzen über Neuengland für den Rest des Fluges nicht mehr funktioniert. Auf dem Rückflug ging sie dann aber.

Singapore Airlines Flight Map Unavailable
Da haben die Turbulenzen wohl etwas kaputt gemacht

Internet gibt es auch, und zwar für den gesamten Flug ohne Limit zu dem sehr akzeptablen Preis von 16 $ (~15 €). Ansonsten gibt es auch 3 Stunden kostenloses WLAN, sofern man einen KrisFlyer-Account hat, der ebenfalls kostenlos ist. Da ich für die 16$ zu geizig war und für den KrisFlyer-Account zu faul war, habe ich mich aber dafür entschieden, den Flug offline zu genießen. Deshalb kann ich keine Aussagen über die Qualität der Internetverbindung machen.

Extras

Das Positive zuerst: Auf jedem Sitz befanden sich nicht nur Kissen und Decke von sehr guter Qualität, sondern auch ein Paar geräuschunterdrückende Kopfhörer. Ebenfalls bekam jeder Passagier eine Wasserflasche.

SQ Extras

Dann das Skurrile: Ich hatte meine Wasserflasche ausgetrunken und wollte sie irgendwann während des Fluges der Stewardess zum Wegwerfen reichen. Dies wurde abgelehnt. Die Flaschen werden nämlich nachgefüllt. Ich sollte also die Flasche entweder leer behalten, oder sie würde sie mir nachgefüllt zurückbringen. Etwas verwirrt, hab ich mich für letzteres entschieden und bekam kurz danach meine Flasche zurück, mit Wasser, in dem man Partikel rumschwimmen sah. Das ganze mag aus ökologischen Gründen gut sein, aber dieses (mir auch etwas unhygienisch erscheinende) Theater für eine stinknormale Plastikflasche scheint mir etwas übertrieben, und auch sehr un-premium.

Nun das wirklich Negative: Es gibt kein Amenity-Kit. Das ist zwar bei Singapore Airlines generell so – auch in der Business Class – nur ist dafür in den Business-Toiletten allerlei Bedarf ausgestellt. In der „Economy“-Toilette nicht. Es gibt mehrere Airlines, die auf Flügen, die nur halb so lang sind, ein kleines Amenity-Kit anbieten, selbst in der Economy Class. Auch wenn es nur Ohrstöpsel, Augenmaske und Zahnbürste wären, irgendwas sollte es in der Premium Economy einer Airline wie Singapore Airlines auf einem über 18-stündigen Flug geben.

In der App habe ich dann vor dem Rückflug irgendwo versteckt die Info gefunden, dass man auf Anfrage Zahnbürste, Ohrstöpsel und Augenmaske bekommen könnte. Aber ich habe niemanden gesehen, der das getan hat. Wäre es so schlimm, diese Kleinigkeiten von sich aus anzubieten? Oder diese Info auszudrucken? Oder diese Gegenstände wie in der Business Class wenigstens auf der Toilette oder Galley auszustellen? Premium geht anders.

Ankunft

In diesem Abschnitt geht es nicht um die Landung und Einreise – die war nämlich genau wie bei jedem anderen Flug. Eher möchte ich kurz etwas über das körperliche Befinden nach gut 18 Stunden Flugzeit sagen. Überraschenderweise, kam ich sehr viel erholter an als nach 8-stündigen Transatlantikflügen. Dies lag daran, dass es wirklich genug Zeit gab, um während des Flugs mehrere Stunden Schlaf unterzubringen. Auch den maximal möglichen Jetlag von 12 Stunden konnte ich gut bewältigen. Allerdings fällt das beim Tagesflug deutlich leichter als beim Nachtflug.

Wer sich eine Hotelnacht sparen will (bei teuren Städten wie New York und Singapur auf jeden Fall keine schlechte Idee), sollte den Nachtflug nehmen. Wer aber dem Jetlag aus dem Weg gehen möchte, sollte den Tagesflug nehmen. Beim Tagesflug fliegt man nämlich vormittags hellwach los, bleibt dann auch bis zur zweiten Mahlzeit wach, schläft dann für einige Stunden ein, und kommt nachmittags am Ziel an. Da ist man dann ausgeruht genug um bis ca. Mitternacht wach zu bleiben, aber auch müde genug um dann auch einzuschlafen und den nächsten Tag schon im korrekten Tagesrhythmus zu beginnen. Beim Nachtflug schläft man eher auf der ersten Flug-Hälfte, und landet dann gegen 6 morgens, nachdem man die letzten Stunden schon wieder wach war. Wer dann keinen brutalen Jetlag will, müsste dann noch mindestens 12 weitere Stunden wach bleiben. Das ist wirklich nicht leicht, und so stürzt man wahrscheinlich in einen ungünstigen Rhythmus.

Fazit

Singapore Airlines Premium Economy im A350-900ULR
  • Check-in und Boarding
  • Sitz
  • Essen und Getränke
  • Service
  • In-Flight-Entertainment
  • Extras
3.83
Fazit

Singapore Airlines hat sehr wenig getan, um die Premium Economy für den 18-stündigen Flug komfortabler zu machen. Im Gegenteil – durch die Abwesenheit einer Economy Class wird man quasi als die unterste Reiseklasse angesehen.

Wo Singapore Airlines hauptsächlich überzeugt ist beim Essen. Hungrig oder durstig hat diesen Flug wirklich niemand verbracht.

Insgesamt war es ein tolles Erlebnis, die längste Flugstrecke mal abzufliegen. Der Sitz war jedoch nichts Besonderes, und der „Geiz“ bei den Extras eher enttäuschend.

Titelbild: Ditmar Lange

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Kommentare (23)

  1. Xadria sagt:

    Top Bericht, mit schönem Humor geschrieben. Danke.

  2. Ron S. sagt:

    Ich bin den „selben“ Flug SQ24 von SIN nach JFK Mitte Juni 22 geflogen und zu meiner Überraschung (hatte im Vorhinein auch gegenteiliges gelesen) gab es ein sehr billig wirkendes Amenity Kit (Hauptfeature war dass alles aus recycelten Materialien gefertigt war).
    Alles in allem war ich ebenfalls sehr zufrieden.

  3. Michael sagt:

    Wenn ich schon so einen solchen Preis für den Flug zahle, will ich auch ein Amenity Kit haben, von dessen Inhalt ich in der Regel auch mehr als 2 Gegenstände benötige. Was ich mit dem Rest mache, ist meine Sache.

    • Otto sagt:

      Was soll denn hier teuer sein für einen 18 stündigen Flug in der Premium economy. 1440$ sind doch fast ein Schnäppchen!!! Die Flüge sollten sowieso teurer werden.
      Offensichtlich sind in der heutigen Zeit viele Menschen realitätsfremd und haben das Gefühl alles gratis zu bekommen.

  4. Santori sagt:

    „In der „Economy“-Toilette nicht.“ In der Economy Toilette befinden sich die amenities (Zahnbürste, Sanitarypads etc.) in einem Fach direkt (!) neben der Toilette. Muss man schon wirklich suchen.

  5. Christian sagt:

    Hallo und Danke für den interessanten Artikel. Ein einziger Kritikpunkt : ich finde es in deutschsprachigen Foren immer wieder amüsant dass sich über fehlende Filme auf Deutsch mokiert wird, insbesondere bei Flügen die weder in Deutschland starten oder landen. Als Vielflieger und Bürger des Exportweltmeisterlandes sollten wir mit englisch gut klar kommen … meine Meinung. Frohe Ostern!

    • Ditmar Lange sagt:

      Auch dir frohe Ostern!
      Was die Filmsprache angeht: die Mediathek ist für alle Flüge die selbe, also auch auf Flügen nach DE. Darum ging es mir tatsächlich aber nicht. Der Punkt war eigentlich dass viele Airlines deutlich mehr Synchronisationen anbieten, u.a. auf Spanisch, Französisch, Chinesisch, etc. und SQ sich die Mühe halt bei fast allen Titeln nicht gemacht hat.
      Für mich persönlich war es natürlich kein Problem. Ich sehe die Filme sowieso am liebsten in Originalsprache.

      • Otto sagt:

        Vielen Dank, Dietmar, für den tollen und sehr objektiven Bericht!! Ich bin vor drei Jahren mit SQ von SIN nach ZRH mit dem A380 in der Business Class geflogen. Das war mit Abstand der beste Flug seit langem.
        Herzlichen Gruss
        Otto

  6. Max sagt:

    Wird immer noch das Impfzertifikat fuer Fluege in die USA gecheckt?

  7. Phil sagt:

    Weil hier Japan angesprochen wurde, ich warte seit Monaten auf nen Deal in der Business von Germany nach Japan. Da kommt aber einfach nix gscheides …. Habt Ihr ne Idee wann da mal was ansteht ? Okt/Nov wär mein Zeitfenster . Danke Eich

  8. Gunnar sagt:

    Kann man im Flieger eigene in-ear-Bluetooth-Kopfhörer fürs Bordentertainment benutzen?

  9. Barbara sagt:

    Da schau an: SingaporeAirlines fliegt über den russischen Luftraum. Die Lufthansa kann das nicht. Jetzt dauert der Flug nach und von Japan statt ca 11 Stunden mehr als 14 Stunden.
    Das mit den Amenity Kits finde ich gut. Was sich da an Müll ansammelt…Gerade wenn man oft fliegt, was macht man mit dem Zeugs. Was man für den Flug braucht, wird man doch bei seiner Grundausstattung dabei haben….

  10. Constantin sagt:

    Wie schön, dass es nicht pauschal für alle Amenity Kits gibt, sondern nur auf Nachfrage. Ein nennenswerter Teil der Passagiere nutzt schließlich maximal ein oder zwei Dinge davon, erst wird weggeworfen. Premium soll ja schließlich keine Lizenz zur Müllproduktion sein.
    Danke für den interessanten Beitrag!

  11. Michael Schade sagt:

    SQ hat seit einiger Zeit wieder recht schöne Amenty Kits in der Business Class. Diese werden nur auf Anfrage herausgegeben. Habe dieses auf meinem SIN-PAR Flug in der letzten Woche bekommen

  12. Markus sagt:

    Du machst dir die Mühe für so einen langen Artikel und du zahlst so einen teuren Flug und sparst dann die 16 Dollar für einen echt wichtigen Punkt? Verstehe das, wer will.

    • Ditmar Lange sagt:

      Mit dem Kommentar hast du nicht unrecht. Aber ich genieße es eigentlich im Flugzeug offline zu sein, deshalb nutze ich das WLAN nur wenn es kostenlos ist.

      • Markus sagt:

        Ich kenne deine Seite nicht, war aber davon ausgegangen, dass du Reviews in erster Linie für die interessierten Leser machst, und da wäre WLAN für viele einer der relevantesten Punkte. Aber vielleicht irre ich mich ja.

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