5 Möglichkeiten, wie ihr (fast) kostenlos übernachten könnt

Reiseführer Wanderkarte

Seit Jahren zeigen wir euch auf Travel-Dealz, wie ihr günstig reisen könnt. Wenn ihr aber mal richtig knapp bei Kasse seid, Lust auf ein Abenteuer habt oder aber den Kontakt zu Locals sucht, haben wir hier 5 Möglichkeiten für euch, mit denen ihr (fast) kostenlos reisen könnt:

Warmshowers und Dachgeber

Die internationale Plattform Warmshowers und die deutsche Organisation der Dachgeber sind Übernachtungsverzeichnisse von Fahrradfahrern, die sich bereit erklären, anderen Fahrradfahrern eine kostenfreie Übernachtungsmöglichkeit zu bieten.

Retro bicycle with aged brown leather saddle from circa 90s front concrete wall background. Vintage old style filtered photo
©BrAt82

Wie funktioniert’s?

Bei beiden Organisationen gilt das Gegenseitigkeitsprinzip. Nur wer auch eine Schlafstätte bereitstellt, wird überhaupt aufgenommen. Die Schlafstätte ist dabei kostenlos, darf dafür aber auch einfach sein oder auch ein Zeltplatz im Garten sein.

Bei Warmshowers könnt ihr euch bequem über die Website registrieren. Um euer Zuhause zu beschreiben, habt ihr viele vorgegebene Möglichkeiten, sodass ihr nichts vergessen könnt. Nach erfolgreicher Anmeldung könnt ihr sofort loslegen und nach geeigneten Gastgebern suchen. Damit euer Profil aktuell bleibt, solltet ihr euch min. einmal jährlich einloggen. Solltet ihr länger als ein Jahr nicht eingeloggt gewesen sein, wird euer Profil gelöscht.

Bei Dachgeber müsst ihr ebenfalls auf der Website einen Mitgliederantrag ausfüllen. Auch hier sollt ihr euer Zuhause natürlich beschreiben. Da es sich jedoch um ein gedrucktes Verzeichnis handelt, habt ihr dafür nur 100 Zeichen Platz. Das gedruckte Verzeichnis erscheint zudem nur einmal im Jahr. Wenn ihr euch angemeldet habt, müsst ihr also noch bis zum Erscheinen der nächsten Druckausgabe warten, bis ihr starten könnt.

Bei beiden Organisationen gilt jedoch: Kreuzt nicht einfach ungefragt bei einem Gastgeber auf. Kontaktiert die Gastgeber vorher und klärt persönlich, wann und wo ihr willkommen seid.

Was kostet es?

Bei beiden Non-Profit-Organisationen sind die Übernachtungen kostenlos. Bei den Dachgebern wird bei Aufnahme ins Verzeichnis ein Unkostenbeitrag von einmalig 3€ fällig sowie eine jährliche Schutzgebühr von 15€.

Bei den Warmshowers wird kein Beitrag erhoben, sondern um freiwillige Spenden gebeten.

Wwoofing

WorldWide Opportunities on Organic Farms ist eine weltweite Bewegung, die es Besuchern ermöglicht auf ökologische Höfen Erfahrungen zu sammeln. Hier muss allerdings für die Unterkunft gearbeitet werden. Dafür ist aber auch Kost und Logis dann inklusive.

Das Prinzip von WWOOF

Wie funktioniert’s?

Auch WWOOF beruht im Prinzip auf Gegenseitigkeit. Allerdings wird hier ein Schlafplatz gegen Arbeitskraft getauscht. Beim Wwoofing erhaltet ihr auf einem ökologischen Hof, der Mitglied bei WWOOF ist, freie Kost und Logis. Im Gegenzug müsst ihr Aufgaben auf dem Hof übernehmen.

Jeder Hof beschreibt sich in seinem Profil ausführlich. Ihr findet u.a. Angaben zur Art des Hofes, den Anbaumethoden, dem Tierbestand sowie den hergestellten Produkten. Aber auch Informationen zur Familie, wie ihr untergebracht seid oder wann, wo und wie es Essen gibt, sind vorhanden.

Um den für euch passenden Hof zu finden, hat WWOOF sehr detaillierte Filtermöglichkeiten. So könnt ihr z.B. Höfe finden, die ihr mit Kindern besuchen könnt, auf denen ihr euren Hund mitbringen dürft oder auf dem es bestimmte Tiere gibt.

Damit die Höfler euch auch anständig Einarbeiten können und ihr auch wirklich was lernt, gibt es auf fast allen Höfen eine Mindestaufenthaltsdauer. Die variiert aber stark. So gibt es Höfe mit einer Mindestdauer von einer Woche bis hin zu mehreren Monaten. Manche bieten auch die Möglichkeit an, längerfristig zu bleiben, sodass sich das Konzept auch für Work&Travel eignet.

Was kostet es?

Die Mitgliedschaft kostet euch lediglich 25€ im Jahr. Dadurch erhaltet ihr Zugang zur vollständigen Hofliste und könnt euch selber ein WWOOFer-Profil anlegen.

Trekkingplätze

Tekking? Wandern? Ist das nicht alles das Gleiche? Nein! Unter Wandern versteht man einen langen Spaziergang auf zumeist vorgegeben (Wander-)Wegen. Selten dauert dies längerer als ein paar Stunden. Trekking hingegen bezeichnet einen Fußmarsch mit Gepäck über mehrere Tage oder Wochen in Gebieten zurückgelegt, in denen es normalerweise keine anderen Transportmittel gibt. Übernachtet wird dabei unter freien Himmel (im Zelt).

Wie funktioniert’s?

Da Wildcamping in Deutschland, im Gegensatz zu Schweden, verboten ist, erfolgt die Übernachtung auf Trekkingplätzen. Diese gibt es fast überall in Deutschland, z.B. in der Pfalz, der Eifel, im Frankenwald, im Schwarzwald, im Steigerwald, im Elbsandsteingebirge oder in Schleswig-Holstein.

Luxus brauch man jedoch nicht zu erwarten. Während es auf Campingplätzen Dusch- und Toilettenhäuser, Strom und fließendes Wasser gibt, ist man auf einem Trekkingplatz der Natur ganz nah. Die meisten Plätze bieten lediglich eine Bio- oder Komposttoilette, eine Feuerstelle, Flächen für die Zelte und Sitzgelegenheiten.

Da Wildcamping in Deutschland nun mal nicht erlaubt ist bedarf es einer Anmeldung. Erst im Anschluss erfährt man in der Regel auch die GPS-Koordinaten des Platzes.

Was kostet es?

Die meisten Anbieter erheben eine Gebühr von rund 10€/Nacht. Schleswig-Holstein bildet die Ausnahme. Dort ist die Übernachtung auf dem Trekkingplatz kostenlos.

HomeExchange

Auch bei HomeExchange ist der Name Programm: Die Häuser werden getauscht. Damit dies funktioniert ist es im Gegensatz zu anderen Plattformen wie Couchsurfing obligatorisch, sein Haus zur Verfügung zu stellen.

Der Vorteil bei HomeExchange ist, dass ihr das ganze Haus für euch alleine habt. Im Gegensatz zu einer Ferienwohnung ist dies jedoch nicht so spartanisch ausgestattet, sondern so, wie ihr es von Zuhause gewohnt seid.

Das Prinzip von HomeExchange: Anmelden, Ziel suchen, verreisen

Wie funktioniert’s?

Nach der Anmeldung bei HomeExchange stellt ihr nicht nur euch, sondern auch euer Zuhause vor. Je ausführlicher ihr seid, desto besser weiß euer Gast, worauf er sich einlässt. In einem Kalender könnt ihr angeben, wann euer Zuhause zur Verfügung steht.

Wenn ihr nun verreisen wollt und ein verfügbares Haus an eurem Wunschziel gefunden habt, fragt ihr den Gastgeber für einen Haustausch an. Sollte dieser nun eure Anfrage bestätigen, jedoch nicht in eurem Haus urlauben wollen, ist dies auch kein Problem. Euer Gastgeber erhält für euren Aufenthalt entsprechend der Ausstattung seines Hauses sogenannte GuestPoints. Für diese GuestPoints kann er dann zu einem anderen Zeitpunkt bei jemand anderem seine Ferien verbringen, ohne diesen wiederum bei sich wohnen zu lassen, denn schließlich habt ihr bereits dort gewohnt. So wird garantiert, dass jeder sein Heim zur Verfügung stellt und gleichzeitig trotzdem seinen Urlaub am Wunschziel verbringen kann.

Damit ein Häusertausch jedoch nicht nur eine Unterkunft ähnlich einer Ferienwohnung ist, sondern ein Zuhause, ist es üblich seinen Gästen ein kleines Willkommenspaket bereitzustellen. Dies können Informationen zu dem Haus (Wifi-Passwort, Bedingung der Sauna, Steuerung der Heizung, etc.), Stadtpläne, kleine Gastgeschenken oder auch landestypische Produkte sein.

Was kostet es?

An sich ist der Häusertausch kostenlos. Allerdings erhebt HomeExchange eine Gebühr von 130€/Jahr. Dafür seid ihr im Falle von Sachschäden geschützt und erhaltet Unterstützung vom Kundenservice bei einer Stornierung oder Problemen mit der Unterkunft.

Couchsurfing

Couchsurfing ist eine der weltweit bekanntesten und mit ca. 12 Mio. Mitgliedern eine der größten Vermittlungsplattformen für private Unterkünfte. Es ist die ideale Möglichkeit für Alleinreisende mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und sich ein paar Insidertipps abseits der Reiseführer zu holen.

Couchsurfing ist insbesondere im Metropolen wie New York, in denen Hotels sehr teuer sind, sehr beliebt. Daher ist es dort sehr schwierig geworden einen Host zu finden, der einen aufnimmt. Bessere Chancen hat man da in kleineren Städten.

Inzwischen ist Couchsurfing keine reine Plattform für Übernachtungen mehr. Es gibt auch Hosts, die zwar nicht ihre Couch anbieten, dafür aber gerne eine Art Sightseeing-Tour anbieten.

Schlafcouch Sofa

Wie funktioniert’s?

Nach der Anmeldung könnt ihr einfach in einer Stadt eurer Wahl nach dem passenden Gastgeber suchen. Der Vorteil ist, ihr könnt das Angebot nutzen, müsst aber euer eigenes Zuhause nicht teilen, wenn ihr das nicht wollt. Allerdings könnt ihr als Neuling gute Bewertungen sammeln, indem ihr Gäste bei euch aufnehmt. So erhöht ihr die Chance, selber als Gast angenommen zu werden und auch so wieder gute Bewertungen zu sammeln. Andernfalls habt ihr gerade in großen und teuren Städten kaum eine Chance einen Gastgeber zu finden, der euch annimmt.

Was kostet es?

Seit der Corona-Pandemie hat auch Couchsurfing sein Finanzierungsmodell umstellen müssen und erhebt jetzt eine Gebühr von 2,39 $ (~2,03 €) monatlich oder 14,29 $ (~12,15 €) jährlich.

Erfahrungsbericht von Dennis

Travel-Dealz-Redakteur Dennis hat in 2013 eine fast kostenlose Fahrrad-Tour von Berlin nach Essen unternommen. Hier sein Erfahrungsbericht:

„Die Idee war eigentlich ganz simpel: Ich wollte mit meinem Fahrrad und zwei Seitentaschen von Berlin nach Essen fahren. Und das möglichst günstig. Daher habe ich mir tolle Zwischenstopps in Brandenburg, Magdeburg, Wolfsburg, Hannover, Bielefeld und Hamm überlegt und versucht, über Couchsurfing nette Gastgeber zu finden. Das hat auch in fast allen Städten geklappt, außer in Brandenburg. Da musste ich dann doch 20€ ca. für ein Gästezimmer bei einer alten Dame zahlen, die aber auch sehr nett war. Mit zwei der Couchsurfing-Gastgeber von damals habe ich bis heute noch Kontakt. Die Gastgeber waren alle sehr hilfsbereit, haben mir Nachmittags/Abends noch die Stadt gezeigt und meistens sogar noch kostenlos für mich gekocht. Eine Kompensation wollte kein Gastgeber, aber ich hatte glücklicherweise sowieso für jeden Host ein kleines Geschenk dabei. Die Erfahrung war super und ich würde es jederzeit wieder machen!

Man sollte aber auch etwas Zeit mitbringen, um mit den Gastgebern etwas unternehmen zu können. Denn das ist oftmals die einzige Motivation der Hosts: Einfach neue Leute kennenlernen und eine gute Zeit miteinander haben. Falls ihr also kaum Zeit habt während eures Aufenthalts, werden euch die meisten Gastgeber absagen.“

Fazit

Auch Reisen mit wenig Geld ist möglich und man kann trotzdem die Welt entdecken. Allerdings sollte man bedenken, dass man nichts geschenkt bekommt und meistens trotzdem eine Gegenleistung erwartet wird. Nur nicht in Form von Geld.

Zwar macht ein Dach über den Kopf meistens ein Großteil des Reisebudgets aus, trotzdem muss man ja auch irgendwie von A nach B kommen. Neben den eigenen Füßen oder etwas bequem mit dem Fahrrad, kann man auch fast kostenlos Mietwagen nutzen, wenn die Strecke passt:

Eure Erfahrungen

Habt ihr schon Erfahrungen mit einer der vorgestellten Varianten gemacht oder habt ihr noch mehr Tipps für kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten? Dann hinterlasst gerne einen Kommentar.

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