Ein Rückschritt? Bewertung der neuen Finnair Business Class auf Helsinki – New York (Airbus A330)

Neue Finnair Business Class Header

Im Februar 2022 hat das nordische Oneworld-Mitglied Finnair eine neue Business Class vorgestellt. Finnair ist Erstkunde dieses Sitzes und verfolgt – zusammen mit Hersteller Collins Aerospace – ein neuartiges Konzept. Der Sitz soll eher an das heimische Sofa als an einen Flugzeugsitz erinnern – dementsprechend lässt sich aber auch die Rückenlehne nicht verstellen.

Mittlerweile sind Flieger mit den neuen Sitzen auch auf Langstrecke unterwegs. So hatte ich im Mai 2022 auf einem Flug von Helsinki nach New York die Möglichkeit, ihn ausgiebig zu testen. Ob der 8-stündige Flug meine anfänglichen Bedenken ausräumen konnte, das lest ihr hier.

Info

Im Sinne der Transparenz: Der Flug wurde vollständig aus eigener Tasche bezahlt. Ich habe auch niemandem erzählt, dass ich eine Bewertung des Fluges verfassen würde.

Bevor es ans Eingemachte geht, noch ein kurzer Blick auf die Flugdetails:

  • Flug: AY 5 Helsinki HEL – New York JFK
  • Sitzplatz: 1D
  • Fluggerät: Airbus A330-300 OH-LTO (Auslieferung Mai 2009)
  • Planm. Abflug: 13:10 Uhr
  • Planm. Ankunft: 14:40 Uhr
  • Blockzeit: 8h 30min
  • Reisezeitpunkt: Mai 2022

Buchung

Im August 2021 boten die Oneworld-Partner günstige Business-Tickets von den Niederlanden und Frankreich in die USA an. Noch günstiger war das ganze als Gabelflug Niederlande – USA – Frankreich ab ca. 940€:

Auf Basis dieses Angebots stellten wir uns eine Rundreise RTM - LCY - LHR - HEL - JFK - LAX | SJC - LAX - MIA - LHR - NCEzusammen. Zum Preis von unter 1.000€ versprach diese ordentliche 760 Tier Points und rund 25.000 Avios. Keine schlechte Ausbeute!

Natürlich gab es einige Flugplanänderungen und ein halbes Jahr nach der Buchung war von der ursprünglichen Verbindung kaum noch ein Flug vorhanden. American hat uns – auf Nachfrage – stets auf eine annehmbare Alternative umgebucht. Eine Umbuchung auf andere Reisedaten (wie in den Fluggastrechten vorgesehen), hätte AA aber erfahrungsgemäß abgelehnt.

Check-in

In Rotterdam hatte das zwar noch nicht geklappt, aber am Finnair-Schalter in London-Heathrow konnten wir bereits bis L.A. einchecken. Das Aufgabegepäck wurde sogar – trotz 14h Übernachtung in Helsinki – bis in die USA durchgecheckt.

In London (wie auch in Helsinki) gab es weder für die Economy, noch am Business-Schalter eine Warteschlange. Die Mitarbeiterin am Schalter ließ aber Professionalität und Freundlichkeit vermissen. Sie war geradezu mürrisch – und vergaß dann auch noch, das Priority-Label am Koffer anzubringen.

Das ist sicher nur eine Momentaufnahme, aber ein gelungener Start sieht anders aus. Zum Glück trafen wir in Helsinki auf deutlich freundlichere Mitarbeiter.

Flughafen Helsinki

Der Flughafen Helsinki war einst ein großes Drehkreuz auf dem Weg nach Asien. Aktuell ist davon wegen der Einreise- und Luftraumsperren nur wenig zu spüren. Der Flughafen wirkte wie ausgestorben und auch die meisten Shops waren geschlossen.

Vermutlich waren wir auch daher in Windeseile durch die Sicherheitskontrolle. Flüssigkeiten und Laptop müssen nicht entnommen werden, was die Abfertigung auch in Normalzeiten beschleunigt. Insgesamt machte der Flughafen einen sauberen, gut organisierten Eindruck. Allerdings können die Fußwege teilweise recht lang sein. Von einer Verbindung mit nur 35 Minuten Umsteigezeit (wie es tlw. angeboten wird), würde ich daher absehen.

Lounge

Wer in Helsinki genug Puffer hat, kann eine der Lounges von Finnair oder Plaza Premium aufsuchen. Seit 1. Juni hat auch die Finnair First-Class-Lounge (Platinum Wing) für Vielflieger mit Emerald-Status wieder geöffnet. Die gilt als eine der besten Lounges in Europa – unter anderem durch Speisen à-la-Carte und eine finnische Sauna.

Leider war der Platinum Wing zum Flugzeitpunkt Anfang Mai noch geschlossen. Wir mussten uns daher trotz Emerald-Status mit der Finnair Business Class Lounge (Non-Schengen) zufriedengeben. Diese ist Anlaufpunkt für alle Business-Gäste sowie Vielflieger ab Sapphire-Status.

Finnair Business Lounge Helsinki Sitze
Stellenweise wirkt die Lounge ein wenig wie in IKEA-Ausstellungshaus

Auf den ersten Blick erinnert die Lounge stark an ein schwedisches Möbelhaus. Allerdings müssen IKEA-Kunden auf die Bar und das Buffet aus Getränken und Speisen verzichten – Pluspunkt für Finnair. Dass die Lounge etwas steril wirkte, lag sicher auch (aber nicht nur) daran, dass sich neben uns nur etwa 20 weitere Passagiere dort befanden. Dabei bietet die Lounge Platz für bis zu 450 Gäste.

An Sitzplätzen mangelt es wirklich nicht. Die Lounge unterteilt sich in verschiedene Bereiche mit Esstischen, langen Bartischen, privaten Sesseln und kuriosen sowie zugleich schicken „Sitz-Eiern“. Einen dedizierten Arbeitsbereich konnte ich nicht finden. Steckdosen stehen hingegen ausreichend zur Verfügung und so kann jeder Esstisch schnell als Schreibtisch verwendet werden. Auch Duschen sind vorhanden.

Was das kulinarische Angebot angeht, wurde ich doch ein wenig enttäuscht. Nicht, weil das Essen schlecht oder wenig gewesen wäre. Bei so einer riesigen Lounge hatte ich nur etwas mehr erwartet als vier warme Optionen in Selbstbedienung. Zur Auswahl standen Ravioli, ein Hühnchengericht, Bulgur und Wurzelgemüse. Wer schon mal eine Lufthansa Senator Lounge besucht hat, weiß etwa, was ihn erwartet: Satt wird man, wirklich glücklich allerdings nicht.

Nach dem, was ich so höre, gehen viele Leute aber sowieso für den Alkohol in die Lounge und nicht zum Essen. Und diesbezüglich sieht es ziemlich gut aus: An Wein und Bier kann sich jeder frei bedienen. Weitere Getränke und Cocktails gibt es an der bedienten Bar.

Etwas irritiert war ich davon, dass das Personal am Eingang der Lounge nicht dazu in der Lage war, die Sitzplätze für den Anschlussflug zu ändern. Dazu hätten wir uns an den Finnair-Serviceschalter außerhalb der Lounge wenden müssen. Von einer Airline-Lounge erwarte ich eigentlich, dass sie Zufriff auf das hauseigene Buchungssystem hat.

Insgesamt ist die Lounge für eine internationale Business Class Lounge im Mittelfeld anzusiedeln. Ich bin nur von anderen Airlines (United Polaris Lounge, AA Flagship Lounge, …) etwas verwöhnt.

Boarding

Eine Boardingzeit war auf der Bordkarte nicht angegeben. Bei einer voraussichtlichen Abflugzeit um 13:10 Uhr, war lediglich Gate opens 11:55 vermerkt. Um noch ein paar Fotos der (hoffentlich noch leeren) Kabine machen zu können, schlugen wir ca. 40 Minuten vor planmäßiger Abflugzeit am Gate auf. Zu diesem Zeitpunkt war der Einstieg aber noch nicht möglich. Es ging lediglich in einen Sitzbereich am Gate:

Finnair HEL JFK Boardingbereich 1

Immerhin gab es hier schon einen abgetrennten Bereich für Passagiere mit Priority Boarding (Oneworld Emerald/Sapphire/Ruby + Business Class). Die Sitzgelegenheiten waren für einen Langstreckenflieger allerdings kaum ausreichend.

In den Flieger ging es schließlich 25 Minuten vor geplanter Abflugzeit. Wie gut, dass wir nicht schon eine Stunde vorher am Gate waren.

Kabine

Finnair verwendete nur eine Boardingtür des A330. Vom Fluggaststeig kommend, ging es daher nach links in die Business-Class-Kabine. Die Inneneinrichtung machte direkt einen modernen, aber zugleich einladenden Eindruck. Die dunkle Farbgebung gefällt mir gut und verhindert, dass das Flugzeug zu steril wirkt. Auf den Fotos wirkt das meist etwas heller als in der Realität.

Finnair Business Class HEL JFK Kabine 1

Ganz anders sah es dagegen im A350 aus, der uns zuvor von London nach Helsinki brachte. Die Kabine sah dort aus wie ein Krankenhaus:

Finnair Airbus A350 alte Business

Zurück zum A330 mit der neuen Kabine. Dieser verfügt über eine Drei-Klassen-Konfiguration mit 28 Sitzen in der Business Class, 21x Premium Economy und 230 Plätzen der Economy Class (inkl. Economy Comfort). Die Anordnung in der Business Class ist 1-2-1, d.h. jeder Sitz ist direkt vom Gang aus erreichbar.

Einen „besten Sitzplatz“ gibt es in der Business Class nicht wirklich. Das Fach für die Beine fällt in der ersten Reihe gefühlt etwas größer aus als in den Reihen dahinter. Im Gegenzug müsst ihr womöglich mit etwas Lärm aus der Galley leben. Alleinreisende werden sicher die Fensterplätze zu schätzen wissen. Wer zu zweit unterwegs ist und miteinander reden möchte, kommt um einen Sitz in der Mitte kaum herum.

Auf Wunsch gibt es auch in der Mitte genug Privatsphäre. Dazu muss nur die Trennwand ausgefahren werden:

Finnair Business Class HEL JFK Divider Mittelsitze
Für genug Privatsphäre ist – auch in den Mittelsitzen – gesorgt

Sitz

Der neue Sitz hört auf den Namen AirLounge und wurde von Collins Aerospace in Zusammenarbeit mit Finnair entwickelt. Die Sitze werden Finnair zufolge nach und nach in allen Airbus A330 und A350 (sprich der gesamten Langstreckenflotte) eingebaut. Vermutlich ist der Sitz im A350 (durch die breitere Kabine) ein wenig geräumiger, ansonsten sollte er identisch sein.

Finnair Business Class HEL JFK Sitz 1D
Mein Sitzplatz 1D in der Mitte des Flugzeugs

Das Konzept des Sitzes ist tatsächlich einzigartig. British Airways hat zwar vor ein paar Jahren über eine ähnliche Lösung nachgedacht, diese dann aber zugunsten der neuen Club Suite verworfen. Das wichtigste, was ihr über den neuen Sitz wissen müsst: Er lässt sich nicht zurücklehnen. Die Rückenlehne ist stattdessen starr verbaut. Wer die Sitzposition ändern will, muss sich ein wenig im Sitz drehen und/oder sich mit Kissen behelfen.

Deshalb sind am Sitz auch direkt zwei (ziemlich kleine) Kissen vorhanden, zusätzlich zur Decke und einer kleinen Matratzenauflage. So soll, in der Theorie, jeder eine geeignete Sitzposition finden. Ich vermute aber, dass die Entwicklung des Sitzes auch durch andere Aspekte geleitet wurde: Es gibt kaum bewegliche Teile am Sitz, was die Wartung deutlich im Vergleich zu anderen Sitzen mit hundert Verstell-Möglichkeiten deutlich vereinfacht. Und weniger Motoren bedeuten sicher auch eine kleine Gewichtsersparnis.

Overhead Bins sind sowohl in der Mitte als auch über den Fenstern vorhanden, sodass sich Handgepäck ohne Probleme verstauen lässt. Direkt am Sitz befindet sich ein Fach für die Kopfhörer, in dem auch die Fernbedienung und USB-Ladebuchsen untergebracht sind:

Finnair Business Class HEL JFK Staufach rechts

Außerdem gibt es ein großes Staufach an der Seite, indem sich selbst ein Laptop ohne Probleme unterbringen lässt. Im angrenzenden Fach finden bspw. Ladegerät, Geldbeutel und noch einiges mehr Platz:

Finnair Business Class HEL JFK Stauraum
Genug Platz für Laptop, Ladegerät und Co. Und eine Wasserflasche

Und wenn selbst das nicht reicht, gibt es ja noch den fest installierten Seitentisch. Der wirkt auf den Fotos zwar eher klein, aber das täuscht ein wenig. Ein Laptop lässt sich hier ohne Probleme ablegen. Nur bei Start & Landung ist das bekanntermaßen nicht erlaubt.

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Tische mit Speisekarte & Amenity Kit

An der Seitenkante des Tisches sich verschiedene Buttons zur Sitzsteuerung wieder. Von links nach rechts haben wir hier: Ein „do not disturb“-Licht, eine Verstellmöglichkeit für die (sehr kurze) Beinstütze, Steuerung für das Leselicht und die Overhead-Lampe und einen Knopf, um den Tisch auszuklappen.

Finnair Business Class HEL JFK Seats Controls und Ladepad

Der Tisch ist vergleichsweise klein bemessen, reicht aber für einen Laptop oder das Essens-Tablett völlig aus. Nach vorne oder hinten schieben lässt er sich nicht richtig, aber dank Seitenarm immerhin ein wenig verstellen:

Finnair Business Class HEL JFK Tisch

Im Folgenden noch ein paar Impressionen der Sitzplätze im A330.

Sitzkomfort

Schicker Sitz, ausreichend Stauraum – was will man mehr? Ach ja, bequem sitzen und schlafen. Das ist ja schließlich der ausschlaggebende Faktor dafür, viermal so viel für sein Ticket zu bezahlen.

Und zugleich ist dies leider der Grund, wieso mich der neue Sitz nicht überzeugen konnte. Es fängt bereits beim Start an. Durch das neue Design wird ein Schultergurt wie im Auto verpflichtend. Das ist an sich kein großes Problem, aber bei der AirLounge war dieser Gurt besonders unbequem. Bei meiner Körpergröße (1,98m) drückte er unangenehm gegen den Hals. Nachdem ich mich im Sitz etwas gedreht hatte, wurde es ein wenig besser. Trotzdem blieb das Gefühl, dass mich der Sitzgurt im Notfall eher erdrosselt statt zu helfen.

Finnair Business HEL JFK Sitz mit Gurt 2
Gefühlt ist der Sitzgurt einfach ein wenig zu tief angebracht. Kein guter Einstand

Sobald der Sitzgurt abgenommen war, wurde es mit dem Komfort etwas besser. Mein Mitreisender hatte allerdings das Gefühl, im Sitz immer weiter runterzurutschen. Das war bei mir zwar gefühlt nicht ganz so schlimm, aber ich konnte nachvollziehen, was er meint.

Mir fiel mit zunehmender Flugdauer vor allem auf, wie dünn der Sitz gepolstert ist. Auf dem Foto oben kann man das schon ein wenig erahnen und in der Realität war es nach zwei Stunden Flugzeit schlicht unbequem. Ich habe in den letzten Jahren einige Business-Class-Sitze durchprobiert – und dort überall bequemer gesessen als bei Finnair.

Vielleicht liegt das auch daran, dass ich gewohnt bin, den Sitz in eine Lounge-Position herunterfahren zu können. Also eine Zwischenstufe irgendwo zwischen aufrecht und Liegemodus. Bauartbedingt ist das beim Sitz von Finnair nicht möglich. Es bleibt nur die Möglichkeit, sich regelmäßig ein wenig im Sitz zu bewegen, damit es nicht zu unbequem wird. Das kenne ich aber eher aus der Economy und nicht aus der Business Class.

Finnair Business HEL JFK Sitz 4D
Weitwinkel des Sitzes

Auch die Beinfreiheit ist übrigens eher knapp bemessen. Auf dem Foto eben seht ihr ganz gut, dass im Sitzmodus nicht viel Platz bleibt, um bspw. die Beine zu überkreuzen. Im Vergleich zur harten Rückenlehne hat mich das jedoch weniger gestört. Zumindest, solange ich nicht versucht habe, die kurze Beinstütze auszufahren.

Immerhin: An sich ist der Sitzplatz sehr geräumig. Im Gegensatz zu etwa der Jetblue Mint Class hatte ich nicht das Gefühl, dass mich der Sitz irgendwie einengen würde. Ich würde sogar so weit gehen, dass es sich um einen der geräumigsten Sitze überhaupt handelt.

Auf Türen hat Finnair verzichtet und das stört mich persönlich überhaupt nicht. Das Layout des Sitzes sorgt ohnehin für ausreichend Privatsphäre zum Gang hin. Eine Tür würde da nur zusätzliches Gewicht bedeuten und die Sitzfläche einengen.

Schlafkomfort

Da sich der Sitz nicht zurücklehnen lässt, funktioniert das mit dem Schlafmodus anders als gewohnt. Zunächst ist es nötig, die Beinstütze komplett auszufahren. Dann muss per Hand ein Hebel umgelegt werden, um die Liegefläche zu vervollständigen. Ich kann mir vorstellen, dass dies für einige Gäste zum Problem wird, denn man musste schon stark daran ziehen. Aber im Zweifel hilft sicher die Crew dabei.

Auf dem Bild unten seht ihr ganz gut, wie die Sitzfläche zum Bett vervollständigt wird:

Finnair Business Class HEL JFK Mittelsitz Weitwinkel 1

Ihr seht rechts auch einen kleinen, zweiten Sitzgurt. Dieser ist dazu gedacht, sich während des Schlafes anzuschnallen. Ebenfalls zu erahnen ist die deutliche Verengung des Sitzes in Richtung Beine. Zumindest in Reihe 1 konnte ich meine großen Füße (Schuhgröße 47) ganz gut unterbekommen, daher kein Punktabzug:

Finnair Business Class HEL JFK Footrest 1
Die Größe des Beinfaches ist nicht schlecht, zumindest in der ersten Reihe (nein, ich habe nicht mit Schuhen geschlafen)

Dass der Sitz so breit ist, kommt auch dem Schlafkomfort zugute. Als Seitenschläfer schätze ich es, wenn ich mich im Schlaf ein wenig drehen kann – und das geht hier ohne Probleme.

Auch beim Liegen fällt allerdings auf, wie dünn der Sitz gepolstert ist. Vor allem Seitenschläfer werden mit der harten Liegefläche ihre Probleme bekommen. Da es sich Richtung New York um einen Tagflug handelte, war das zum Glück nicht ganz so schlimm. Ich habe ein kurzes Nickerchen gemacht und mich dann wieder der Arbeit gewidmet. Für einen 13-Stunden-Nachtflug nach Tokio sind das indes keine guten Voraussetzungen.

Am Platz befindet sich beim Boarding auch ein kleiner Bettbezug. Dieser bedeckt etwa die Fläche des Bettes, auf der der Oberkörper aufliegt. In der Theorie eine gute Idee, auch aus Hygienegründen. Allerdings ist dieses Stück Stoff so dünn, dass es kaum am Platz blieb. Letztlich lag ich also doch auf dem blanken Sitz. Finnair wäre besser damit beraten, eine richtige, gepolsterte Bettauflage anzubieten. So ließe sich mit einer kleinen Investition auch der Schlafkomfort ein wenig erhöhen.

Insgesamt klappte das mit dem Liegen deutlich besser als das Sitzen. Aber etwas Luft nach oben bleibt auch hier.

Essen & Trinken

Der Onboard-Service begann (wie üblich) noch am Boden mit dem Welcome Drink. Zur Auswahl standen hier ein Sparkling Wine oder, natürlich, der Blaubeersaft. Letzterer ist so eine Art Markenzeichen von Finnair – und in der Economy Class innerhalb Europas die einzige Wahl neben Wasser. Wer davon nicht genug bekommen kann, kann ihn sogar in finnischen Supermärkten kaufen. Streng genommen handelt es sich mit einem Fruchtgehalt von an die 10% allerdings nicht um Saft.

Finnair Business Class HEL JFK Blaubeersaft 1
Der einzig wahre Blaubeersaft – als Welcome Drink serviert im schicken Sektglas

Der Welcome Drink sollte jedenfalls nicht meine letzte Portion Blaubeersaft sein und über die Flugdauer habe ich sicher mehr als ein Tetra Pak verzehrt. Zu Engpässen kam es nicht.

Kurz nach dem Takeoff wurde eine kleine Portion Nüsse serviert. Die Darreichung als Dose wirkte ein wenig… billig:

Finnair Business Class HEL JFK Nuesse 1
Nuss-Cocktail mit Nüssen, Mais etc. Schmeckt nicht schlecht, aber erinnert eher an eine Economy Class

Kurz danach ging es dann an die Wahl der Mahlzeit. Speise- und Getränkekarte lasen sich wie folgt:

Beim Hauptgang bestand die Wahl zwischen:

  • Regenbogenforelle mit Kartoffeln, Shiitake-Pilzen und Nori-Öl
  • Geröstetem Hühnchen mit Aubergine, Shimeji-Pilzen und Reis

Ich entschied mich für die Forelle, die in Konsistenz und Geschmack kaum von einem Lachs zu unterscheiden war. Positiv fiel mir auf, dass die zugehörige Soße vom Personal frisch angerichtet wurde. Immer öfter erlebe ich es, dass in der Business Class einfach nur ein Tray in den Ofen geschoben und in dieser Form direkt serviert wird. Als Vorspeise wurde finnischer Brotkäse (Wiki) mit Scampi gereicht.

Das Essen sah nicht nur ansprechend aus, sondern hat auch sehr gut geschmeckt. Über die vergleichsweise kleine Auswahl konnte ich da gut hinweg sehen – lieber zwei leckere Mahlzeiten als drei mittelmäßige zur Auswahl.

Auch beim Dessert gab es zwei Optionen: Eine Apfel-Tarte oder eine Mousse aus Schwarzer Johannisbeere. Dazu wurde eine kleine Käseplatte gereicht:

Finnair Business Class HEL JFK Dessert 1
Nichts, was in Erinnerung bleibt, aber ein guter Abschluss: Käseplatte und Apfelkuchen

Finnair hat in die Kabine eine kleine Self-Service-Bar eingebaut, die während der Flugzeit Chips, Nüsse, andere abgepackte Snacks und Getränke bot. Wirkt auf jeden Fall ein wenig professioneller als das typische Buffet in der Galley:

Finnair Business Class HEL JFK Self Service Bar
Getränke und abgepackte Snacks in Selbstbedienung

Zweimal ging die Crew zudem mit einem Snack-Korb durch die Kabine. Die Auswahl war die gleiche wie oben auf dem Foto zu sehen. Richtige Sandwiches, Wraps oder andere, herzhafte Snacks gab es nicht. Bei einem 8-Stunden-Flug ist das aber auch nicht zu erwarten.

Was die zeitliche Abfolge angeht, bin ich mir nicht mehr ganz sicher. Aber irgendwann sprang noch ein Glas Früchte bei raus:

Finnair Business Class HEL JFK Obstglas

Vor der Landung in New York wurde dann noch eine zweite warme Mahlzeit serviert. Zumindest in der Theorie, denn eine Auswahlmöglichkeit bestand nicht und die Avocado-Pasta lächelte mich nicht wirklich an. Hier hätte ich zumindest eine zweite Wahlmöglichkeit erwartet.

Info

Bei einer kleinen Unterhaltung vor dem Deboarding wies uns die Crew darauf hin, dass wir um Haaresbreite ein neues Dining-Konzept bei Finnair verpasst haben. Bereits einen Tag später hätten drei Hauptspeisen und drei frei wählbare Beilagen zur Auswahl gestanden. Mehr dazu auf der Finnair-Website.

Service

Was den Service angeht, gibt es nichts zu meckern. Die Crew hätte zwar etwas öfter durch die Gänge kommen können, aber mein Blaubeersaft wurde regelmäßig aufgefüllt. Nur einmal musste ich den Call-Button betätigen, als mich plötzlich der Schokoladenhunger überfiel.

Während wir in New York auf die Öffnung der Tür warteten, war auch ein kleiner Plausch bezüglich der neuen Business-Class-Sitze drin. Und wir erfuhren (wie oben beschrieben) ein paar Details zum neuen Service der Business Class, der einen Tag nach unserem Flug eingeführt wurde.

In-Flight Entertainment

Der Bildschirm befindet sich beim AirLounge-Sitz vergleichsweise nah an der Sitzposition. So wirkt er trotz durchschnittlicher 13″ Diagonale relativ groß und lässt sich auch bedienen, ohne dass die Arme einschlafen.

Finnair verwendet auf dem Unterhaltungssystem anscheinend ein eigens angepasstes Betriebssystem, das angenehm flüssig lief. Ein paar Details haben mir gut gefallen – etwa die Darstellung des Service-Ablaufs mitsamt Lokalzeit für Helsinki und New York:

Finnair Business Class HEL JFK Flug Ablauf
Der Flugverlauf: 2x Essen und schlafen. Was will man mehr?

Da der Sitz neu ist, gab es auch ein kleines Einführungsvideo bezüglich der Funktionen und Bedienung desselben. Viel schlauer war ich danach aber nicht:

Finnair Business Class HEL JFK Intro Video Sitz

Ansonsten ist das IFE-System typische Standardkost. Ich habe diesmal darauf verzichtet, die Filme zu zählen. Die Auswahl sah aber ganz ok aus. Bei den Serien fällt aber auf, dass es oft nur drei, vier Episoden pro Staffel verfügbar sind. Ein wenig witzlos, aber das handhaben viele Airlines nicht anders.

Und sonst noch? Die Flugkarte funktioniert flüssig, mit verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten. An Spielen darf natürlich Angry Birds nicht fehlen (der Entwickler Rovio kommt aus Finnland) und wer genug davon hat, kann auf eine der beiden Live-Kameras zugreifen. Die Videoqualität wirkt aber, als wollte man ein YouTube-Video mit Edge-Verbindung streamen. Sprich: Wer am Fenster sitzt, schaut lieber nach links oder rechts und verzichtet auf den verpixelten Stream.

An jedem Platz liegen Bose-Kopfhörer mit Active Noise Cancelling aus. Das genaue Modell konnte ich nicht herausfinden, aber sie wirkten insgesamt recht hochwertig. Und im Gegensatz zu American wurden sie auch nicht schon 30min vor der Landung wieder eingesammelt.

WiFi

Für Gäste der Business Class (sowie Gold-Mitglieder) gibt es eine Stunde lang kostenlosen WLAN-Zugriff. Platin-Mitglieder können auf Langstrecke sogar den ganzen Flug lang kostenlos surfen.

Um während des Fluges etwas arbeiten zu können, habe ich aber direkt einen Zugang für den ganzen Flug gekauft. Mit 19,95€ ein vergleichsweise fairer Preis und vor allem ohne nervige Volumenbegrenzung.

Die Verbindungsgeschwindigkeit schwankte zwar, war aber im Großen und Ganzen in Ordnung. Hier ein Ergebnis des Speedtests:

WordPress, Twitter und Co konnte ich jedenfalls ohne Probleme bedienen und auch Spotify lief. Video-Streaming habe ich nicht probiert.

Extras

Abschließend noch ein paar weitere Anmerkungen.

Steckdosen & Ladebuchsen

Normalerweise wäre dieser Abschnitt schnell abgehakt. Jeder Sitz verfügt über eine universale Steckdose und zwei USB-Ladebuchsen (1x USB-A, 1x USB-C). Außerdem gibt es ein Induktions-Ladepad im Seitentisch, sodass im Idealfall gar kein Kabel notwendig ist.

Auf unserem Flug gab es allerdings ein Problem: Alle oben genannten Lademöglichkeiten waren ohne Funktion. Beim Gang durch die Kabine zeigte sich, dass dies überall der Fall war – denn das grüne Licht als Indikator leuchtete nirgendwo.

Finnair Business Class HEL JFK Steckdose
Steckdose ohne grünes Licht = ohne Funktion

Auf unseren Hinweis startete die Crew zweimal das komplette Unterhaltungssystem an Bord neu, aber dies brachte keine Besserung. Immerhin funktionierte irgendwann die Stromversorgung an einem Viertel der Sitze. Uns wurde angeboten, einen dieser Sitzplätze einzunehmen, da die Kabine nur zur Hälfte gefüllt war. Getrennt im Einzelsitz Platz zu nehmen war allerdings keine prickelnde Alternative. Immerhin: Die Crew hat getan, was sie konnte.

Amenity Kit

Das Amenity Kit stammt (wie übrigens auch die Gläser) von der finnischen Marke Marimekko. Passend dazu trug unser Flugzeug übrigens eine Marimekko-Sonderlackierung.

Das Kit wurde in einem kleinen Stoffbeutel gereicht:

Finnair Business Class HEL JFK Amenity Kit

Gerne hätte ich euch an dieser Stelle den Inhalt des Amenity Kits präsentiert. Allerdings war ich auf dem Flug nicht dazu gekommen, einen Blick reinzuwerfen. Und auf dem Rückweg zwei Wochen später hat British Airways meinen Koffer – mitsamt enthaltenem Amenity Kit – verschlampt. Bisher sieht es nicht danach aus, als würde ich ihn je wiedersehen.

Ist die neue Finnair Business Class ein Rückschritt?

Ich versuche zum Ende des Reviews noch kurz, die Frage aus der Überschrift zu beantworten.

Das fällt allerdings nicht leicht, da ich die alte Finnair Business Class im A330 selbst noch nicht fliegen konnte. Bislang kam dort der Sitz Thompson Vantage zum Einsatz – diesen findet ihr beispielsweise auch bei Swiss, Edelweiss oder TAP. Im Vergleich dazu ist der neue Sitz zumindest breiter – lässt sich aber nicht verstellen.

Finnair wird allerdings auch die Sitze im Airbus A350 herausreißen und dort die neue AirLounge einbauen. Und dort kann ich (auch aufgrund des Fluges LHR-HEL) einen direkten Vergleich anstellen. Im Vergleich zum neuen Sitz bietet der alte (Zodiac Cirrus III):

  • deutlich besseren Sitzkomfort
  • vergleichbaren Schlafkomfort (der Sitz im Cirrus III ist schmaler, aber besser gepolstert)
  • weniger Privatsphäre

Da ich den Großteil des Fluges im Sitzen verbringe, ergibt sich in meinen Augen ein klarer Vorteil für die alte Business Class. Aus meiner Sicht ist es also ein Fehler, die alten Cirrus-Sitze im A350 durch die neue AirLounge im A350 zu ersetzen.

Natürlich stellt sich die Frage, wieso es überhaupt nötig war, im A350 schon wieder neue Sitze einzubauen. Die überraschende Antwort dazu habe ich die Tage auf Twitter gelesen. Kein Sitzhersteller erklärte sich bereit, nur für die acht A330 in der Flotte einen neuen Sitz zu entwerfen. Nur das Miteinbeziehen der A350 hat dafür gesorgt, dass das Auftragsvolumen groß genug war.

Trotzdem wäre Finnair meiner Meinung nach besser damit beraten, die alten Sitze im Lager stehenzulassen, bis sie irgendwann benötigt werden.

Neue Finnair Business Class (AirLounge) Airbus A330
  • Check-in & Boarding
  • Lounge
  • Sitz
  • Schlafkomfort
  • Essen & Verpflegung
  • Service
  • In-Flight Entertainment
  • WLAN
  • Extras
3.5
Fazit

Es ist nicht so, dass ich mit dem Flug unzufrieden gewesen wäre. Wenn eine Airline einen neuen Business-Class-Sitz präsentiert, erwarte ich allerdings ein Upgrade gegenüber dem Status quo. Das ist leider nicht der Fall und ich bin froh, wenn ich in den nächsten Monaten noch einmal mit der alten A350-Business fliegen kann.

Abseits davon sind aber fast alle Aspekte mindestens mit „gut“ zu bewerten. Der Umstieg in Helsinki ist im Großen und Ganzen angenehm, das Essen war (trotz altem Service-Konzept) gut, die Crew freundlich und das WLAN hält auch, was es verspricht. Wenn es einen guten Deal gibt, werde ich bei der Finnair Business Class nicht nein sagen. Vielleicht findet sich ja noch eine Lösung, den Sitzkomfort zu erhöhen.

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Kommentare (29)

  1. Dirk sagt:

    @Hans
    Was würde sich denn ökologisch ändern wenn Peer ihrem Wunsch entsprechend nicht geflogen wäre? Und meinetwegen noch 10 weitere überzeugte Ökos.
    Wäre das Flugzeug dann nicht nach Amerika geflogen? Wären nicht Tonnen von Kerosin verbrannt worden?
    Hätte es einen erkennbaren Unterschied in der Umweltbelastung gemacht?
    Die Denkweise der Weltretter ist erkennbar auf Kindergartenniveau, deshalb scheitern sie immer, so wie jetzt bei der Energiewende.

    @Peer Großartiger Bericht und sehr nützlich!

  2. Sven sagt:

    Ein ausführlicher und informativer Bericht. Mich persönlich würde die Härte / dünne Polsterung sehr abschreckend. Was soll dad? Ich empfinde die Härte vieler Sitze kn Flugzeugen und Bahnen als die schlimmste Tortur. Dazu dir mangelnde Möglichkeit des Zurücklehnens. Das überzeugt mich nicht.

    Den Kopf auf der Stelle zu betten, wo andere zuvor ihr Gesäß hatten und zwangsläufig ihre Winde absonderten, ist einfach ekelhaft.

  3. Alex sagt:

    Lehne nicht verstellbar und nicht gut gepolstert = ich bin raus, das war es mit Finnair. Die alte Biz war schon grenzwertig mit dem Minifußraum, dem mittelmäßigen Essen und vor allem der schlechten Versorgung mit Wein & Spirituosen sowohl qualitativ als auch quantitativ. Alkohol ist in Finnland extrem teuer, und das spürt man leider auch bei Finnair. Ich hatte mir einmal angemaßt drei Gläser des teuersten Whisky an Bord (Chivas 18 YO) zu ordern. Danach wurde ich gemaßregelt 😂 „I think you’ve had enough Sir“. Jetzt kommen bestimmt diverse Kommentare aber ich versichere Euch dass ich still und friedlich war 😅

  4. Hans sagt:

    Ein guter, ziemlich objektiver Bericht.
    Aber: war der Grund der Reise nur ein Bericht über die neuen Business-Sitze der Finnair?
    Oder gab’s am Ziel einen weiteren, u.U. beruflichen Grund?
    Wenn derartige Flüge nur wegen der Berichte darüber gemacht werden, finde ich das ganze ökologisch vollkommen schwachsinnig.
    Mit allem Respekt, aber offensichtlich gibt es noch genügend jüngere Leute, die sich über Umwelt keine großen Gedanken machen.
    Da mache ich (1960) mir erheblich mehr Gedanken und fahre innerhalb Europas fast nur mit der Bahn, als das Flugzeug zu nehmen.
    Und ein Langstreckenflug nur des Fluges willen, wäre für mich undenkbar.

    • Peer sagt:

      Danke.

      Was den Reisegrund angeht: Ich fände es persönlich nicht verwerflich, nur für einen solchen Bericht zu fliegen. Einige Airlines verschenken sogar Flugtickets an Medienvertreter, nur damit sie über ihr Bordprodukt berichten.

      In meinem Fall war es aber nicht so. Tatsächlich haben wir einen Roadtrip (= Urlaub) an der US-Westküste unternommen und der Finnair-Flug war eben Teil der Anreise. Zum Zeitpunkt der Buchung war noch nicht einmal bekannt, dass es eine neue Business Class geben wird.

      • Hans sagt:

        Danke für die Antwort und Erklärung!
        Das einige Airlines Tickets aus PR-Gründen an Medienvertreter verschenken, ist mir bekannt.
        Ist ja auch völlig legitim, ob darunter dann die Objektivität leidet, stelle ich einfach mal in den Raum.
        Aber einen Flug fest zu buchen, nur um hinterher darüber zu berichten, finde ich persönlich zwar nicht verwerflich, aber gedankenlos.

  5. Christian vom Gourmet Report sagt:

    Wir sind vor 4 Tagen mit der alten A350 bestuhlung nach Singapur geflogen. Bei 188 cm war die alte Bestuhlung extrem eng von der Länge im Fußraum. Unterhalten ging auf den Mittelsitzen nicht, weil diese so angeordnet sind dass man sich nicht sieht.
    An das Tablett muss man sich zum Essen mit dem Sitz ranfahren. Wir fanden das essen nach BKK nicht toll, BER – HEL dafür ordentlich.

    Flughafen in HEL wirkte wie ausgestorben, alles zu, auch keine First Class Lounge zu sehen.
    Die normale Lounge ziemlich lieblos. Niemand machte am Büffet sauber (oder räumte ab, erst kurt vor Schliessung. Die Speisen waren irgendwann mittags hingestellt und seit dem standen sie. Obst auswahl waren nur Orangenscheiben mit Schale.

  6. Emmanuel sagt:

    Was mich immer beeindruckt: wie kriegt der Peer solche Routings hin??? Chapeau.
    E.

    • Peer sagt:

      Ganz genau weiß ich das gar nicht mehr, aber im Prinzip suche ich immer nach dem gleichen Schema: Zuerst nach einem regulären Hin- und Rückflug (bzw. in dem Fall Gabellug). Dann versuche ich in der Multistop-Suche von Google Flights nach und nach, weitere Zwischenstopps einzubauen um die Tier Points zu maximieren.

      Oft lässt es sich dann direkt per Weiterleitung von Google Flights zu American buchen. Wenn nicht, hilft die ITA Matrix i.V.m. dem Browser-Plugin ITA Powertools weiter. Wenn man sich darüber von der Matrix zu AA.com weiterleiten lässt, lässt sich fast alles buchen. 🙂

  7. Thor sagt:

    Toller, ausführlicher Bericht! Dankeschön!

  8. Icke sagt:

    aber daumen hoch für den fetten sichtschutz in der mitte!

  9. Charlie sagt:

    Hat Euch Finnair eine Entschädigung für den fehlenden Strom angeboten? Zumindest ein paar meilen oder avios sollten din sein.

    • Peer sagt:

      Die Crew hat von sich aus nichts angeboten. Ich hätte womöglich nach dem Flug eine Mail an Finnair schicken können, habe ich aber (bisher) nicht gemacht.

  10. Torsten Ahlers sagt:

    Also ich kenne die die alte als auch die neue business Class Von Finnair.
    Der neue Sitz bietet einfach mehr Platz … Grade wenn man auf der Seite schlafen tut….auch der Fussraum… Platz ohne Ende im Vergleich was ich vorher in der C gehabt habe.
    Naja wenn das halt stört da den Kopf hinzulegen wo andere schon hundertmal ins Sitzkissen gepust haben kann sich auch entsprechend selbst ne Decke Kissen mit ins Handgepäck packen… Mache ich mitlerweile auch meist.
    Aber sonst hast du ne tollen Bericht abgeliefert Peer, das Ergebnis mag ich halt nicht in allen Punkten so teilen…aber ich finde das gesamte Produkt von Finnair klasse. Ist unterscheidet sich von anderen Airlines…und Platz zum schlafen ist mir halt das wichtigste…und das bietet halt der Sitz…… Aber ne bisschen besser gepolstert hätte er drin können.

  11. Arsennosov sagt:

    Beide Auswahlessen mit Pilzen geht gar nicht. Da hätte ich ein ziemlich langes Gesicht gemacht.

  12. Mark sagt:

    Ich finde den Sitz sprichwörtlich „für den Arsch“.
    Wer Liegt gern mit den Kopf dort wo jeder sitzt. Und sind wir mal ehrlich, ich habe bei Langstrecke immer extrem viel Luft im Bauch. 😂 Sie riechen nicht, aber es ist viel Bewegung vorhanden im unteren Bereich.
    Wenn es noch mehr Leuten so geht, da möchte ich nicht liegen, selbst bei mir nicht.
    Außerdem finde ich die Sitzposition mit Kissen nie optimal, als wenn ich den Sitz verstellen kann.
    Ich werde diese Flieger konsequent meiden.

    • Icke sagt:

      „Sie riechen nicht..“
      das kann ich so nicht bestätigen.. 🙂

      „Ich werde diese Flieger konsequent meiden.“
      ich denke das geht mir genauso..

  13. Christian sagt:

    Interessant. Ich finde den neuen Sitz besser als den alten. Mein Flug mit dem neuen Sitz war von SIN nach HEL und ich bin auch mit 2m sehr gross. Was mir besonders gefiel war der Platz im Fussraum. Die meisten (also reverse Herringbone) laufen ja so spitz zusammen das man immer eine ganz komische Fusstellung haben muss, in dem hier aber konnte man sich noch gut bewegen (sass aber im Mittelblock). Den Gurt fuer die Schlafposition ist super, koennte aber fuer Seitenschlaefer einen Tick laenger sein. Ja Unterlage koennte etwas dicker sein und auch auf der Position bleiben. Ueber die Polsterung an sich konnte ich nicht klagen aber die Sitze sind ja noch ganz neu. Also Liegeposition war fuer mich super.

    Die Mittelposition fuers Filme gucken ist etwas komisch. Da kann ich die Beschwerden verstehen. So richtig klappt das nicht mit den Kissen. Man soll es sich ja mit den Kissen wie in einem Wohnzimmersessel bequem machen. Leider gibt es aber nicht so viel Platz wie zu Hause also geht es nicht so perfekt.

    Startposition war OK, Dreipunktgurt gibt es bei anderen ja auch (z.b. in der neuen TK Business). Ob der Gurt am Hals gedrueckt hat, kann ich mich garnicht erinnern.

    Lounge in HEL ist schick aber ja koennte mehr Kreativitaet bei den Gerichten haben.

    Transit in HEL war auch super easy und schnell.

    Nur noch eine Warnung. Wenn man die guestigste Business Class Kategorie bucht, und so guenstig ist die nicht, kann man keinen Sitz reservieren. Das nervt. Die naechste Kategorie war aber schon 700 USD mehr was sich nicht lohnt.

  14. Icke sagt:

    „Ich habe auch niemandem erzählt, dass ich eine Bewertung des Fluges verfassen würde.“

    das nenne ich eine anständige bewertung! nicht wie die vielen wirrköpfe, die 3 kameras am sitz positionieren und dann meinen sie würden objektiv berichten. aber ich wundere mich, warum du nicht auch die gesichter der menschen in der lounge geblurt hast..?

  15. Sebastian sagt:

    Übrigens: Wir hatten ein großes und ein kleines Kissen. Eins hart und eins weich.

  16. Sebastian sagt:

    Total spannend deine Perspektive zum Sitz zu lesen. Ich fand ihn echt geräumig und auch bequem. Insbesondere für unser special need Reisen mit Kindern. Es scheint übrigens so zu sein, dass der Fußraum im Mittelblock großzügiger ist als am Fenster.

    Aber den Erdrosselungseffekt habe ich auch verspürt.

    Ich frag mich auch, was die immer mit ihren Pilzen im Catering haben. Fast immer, bei allen Gerichten. Zum Glück gab es nach SIN Alternativen.

    Warum hast du nichts über das Induktionsladefeld am Seitentisch geschrieben? Oder habe ich das Überlesen?

    Viele Grüße
    Sebastian

    • Peer sagt:

      Induktionsladepad hatte ich mir tatsächlich in die Notizen geschrieben, aber dann vergessen. Lag wohl daran, dass es – genau wie Steckdose und USB-Anschluss – nicht funktioniert hat. Werde ich gleich ergänzen, danke für den Hinweis.

      Was den Sitz angeht, scheinen die Erfahrungen wirklich weit auseinander zu gehen. Hatte dein Review bei Frankfurtflyer und noch ein paar andere Meinungen gelesen. Einige sind begeistert, andere wünschen sich (wie ich) den alten Sitz zurück.

      • Sebastian sagt:

        Mit Lap-Infants war das echt mega gut. So viel Platz. Wir hatten vor den 13 Stunden Flug echt Sorgen.

        Und meine Frau sprach mich während des Fluges darauf an, dass ich scheinbar mehr Platz im Fußraum hatte.

  17. Sokratino sagt:

    Soweit ich richtig verstanden habe lässt sich der Sitz nicht umklappen, sondern man rutscht nach unten auf die vorher eigenhändig verlängerte Fläche, so dass man mit Kopf/Schultern auf der Sitzfläche zu liegen kommt, auf der sich im Laufe der Zeit Hunderte von „rückwärtigen Körperteilen“ (…) tummeln? Das wäre aber reichlich unhygienisch und geradezu eklig, zumal sich das Ganze ohne jegliche Unterlage abspielt, da laut Schilderung „die (zu) dünne Stoffunterlage im Oberkörperbereich schnell verrutscht“, so dass man gewissermaßen blank aufliegt… Oder schläft man im Sitzen und nur die Beine werden hochgelegt? Dies wäre jedoch genauso bescheuert… Wie kann man sich nur so etwas ausdenken? So gesehen wohl tatsächlich ein übler Rückschritt im Vergleich zu klassischen Lie-Flat-Lösungen…

    • Peer sagt:

      So ist es, ja, Der Kopf liegt da, wo andere Passagiere vorher ihren Hintern hatten.

      Theoretisch gibt es diesen kleinen Bettbezug, um das zu vermeiden. Nur ist der so dünn, dass er zumindest bei mir kaum an der vorgesehenen Stelle blieb

    • Icke sagt:

      haha, das sehe ich auch so, mein kopf liegt also dort wo vorher 100e ärsche saßen.. 🙂
      mein fazit: rückschritt, obwohl der sitz schon schick ist..

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