Eurowings Discover: Neue Informationen & Fotos zum Bordprodukt

Eurowings Discover Flugzeug

Gestern Abend fand in Frankfurt die Auftaktveranstaltung für Eurowings Discover statt, zu der auch wir eingeladen wurden. Wie wir bereits berichtet haben, wird Eurowings Discover der neue Ferienflieger der Lufthansa Gruppe. Die neue Airline wird dazu das Langstrecken-Geschäft von der „alten“ Eurowings übernehmen und noch deutlich ausbauen.

Beim Event konnten wir nicht nur eines der Flugzeuge (einen Airbus A330-200) selber betreten und anschauen, sondern konnten auch in vielen offenen Punkten mal nachfragen. Dadurch haben wir jetzt einige neue Informationen dazu, was Fluggäste an Bord von Eurowings Discover erwartet.

Sitze

Die Eurowings Discover fliegt mit drei Reiseklassen: Business, Premium Economy und Economy. Allerdings gibt es auch eine „Economy More Leg“, die nicht ganz uninteressant ist.

Business Class

Bei der Business Class gibt es zwei Varianten. Die Airbus A330-200 kommen mit der Business Class, die den meisten Lesern schon von der Lufthansa bekannt sein sollte. Verbaut sind dort insgesamt 22 Business-Class-Sitze in 2-2-2 Anordnung.

Der Flieger auf dem Event stammte von Eurowings bzw. Sunexpress Discover und verfügt daher über die Sitze der Lufthansa Business Class. Hier ein paar Blicke in den Flieger:

Im Airbus A330-300 gibt es zwei verschiedene Konfigurationen. Einige dieser Flieger kommen ebenfalls mit der bekannten, oben abgebildeten Kabine der Lufthansa bzw. Eurowings. Im Vergleich zum kleineren A330-200 steigt die Anzahl der Business-Class-Sitze aber von 22 auf 30.

Einige A330-300 stammen hingegen vom Schweizer Ferienflieger Edelweiss. Eurowings Discover hat sich bei diesen Jets dazu entschieden, die Kabine der Edelweiss größtenteils zu übernehmen. Diese Flugzeuge verfügen dann über 27 Business-Sitze in abwechselnder 1-2-1 bzw. 2-2-1-Anordnung. Möglicherweise werden die Sitze noch neu bezogen, aber das Produkt sieht dort etwa wie folgt aus:

BusinessClass Cabin Seat
Business Class der Edelweiss im Airbus A330 (© Edelweiss)

Premium Economy

Alle Langstrecken-Jets von Eurowings Discover werden über eine Premium Economy verfügen. Je nach Flugzeug gibt es in dieser Klasse zwischen 17 und 31 Sitzplätzen. Auch bei den ehemaligen Edelweiss-Jets wird eine Premium Economy eingebaut, im Gegenzug schrumpft die Anzahl der Economy-Sitze.

Die Premium Economy ist fast exakt die gleiche wie bei der Lufthansa. Es sind lediglich die Sitze etwas anders bezogen, ansonsten gibt es keine Unterschiede.

Economy More Leg

Dies dürfte wohl die interessanteste Reiseklasse von Eurowings Discover sein. In Economy More Leg beträgt der Sitzabstand rund 86 cm. Das sind etwa 10 cm mehr Beinfreiheit als in der normalen Economy Class.

Das klingt vielleicht nicht nach viel, ist aber doch ein erheblicher Unterschied. Einen dieser Sitze zu reservieren kostet laut Aussagen von Eurowings Discover 50€. Bei einer Langstrecke kann sich das, gerade bei großen Menschen, schnell lohnen, denn es erhöht den Comfort enorm.

Wer die Premium Economy vor allem wegen der Beinfreiheit bucht, dürfte mit der deutlich günstigeren Economy More Leg möglicherweise sehr zufrieden sein. Kleiner Tipp: Die erste More-Leg-Reihe hat nochmal etwas mehr Beinfreiheit!

Eurowings Discover More Leg
Die More Leg Sitze haben deutlich mehr Beinfreiheit.

Economy Class

Was soll man schon groß über die Economy-Class-Sitze berichten? Sie sind normal. Nicht zu eng, aber bieten auch nichts Herausragendes. Der Sitzabstand beträgt 76 bis 79 cm.

Es gibt an jedem Sitz zwei USB-Ports zum Aufladen der Geräte (auch bei Economy More Leg) aber eine richtige Steckdose gibt es nicht. Schließlich ist Eurowings Discover ja für Urlauber gedacht, nicht für am Laptop arbeitende Workaholics.

Eurowings Discover Economy
Eine Economy, die zwar nicht spektakulär ist, aber auch keine Zumutung ist

Upgrades

Man kann jederzeit ein Upgrade zum Fixpreis kaufen. Ein Upgrade von der Economy Class in die Premium Economy kostet ab 250€, in die Business Class bei den längsten Langstrecken werden 750€ fällig. Allerdings können die Upgrades direkt am Gate etwas billiger sein.

In-Flight Entertainment

Alle Sitze haben einen eigenen Bildschirm, auf dem man Filme und Serien sehen kann. Zusätzlich gibt es aber auch eine Cloud, über die alle Passagiere auch Zeitschriften und Zeitungen auf den eigenen mobilen Geräten lesen können, sowie auch viele Spiele spielen können. So gibt es z.B. ein Spiel namens „Airport Rush“, das unfassbar langsam und langweilig ist. Wenig „rush“, aber immerhin ist der Flug bestimmt vorbei bis man es fertig gespiel hat. Ansonsten gibt es auch andere Spiele, wie z.B. eine Kopie von Mario.

Eurowings Discover Inflight Bildschirme
Die gleichen Bildschirme, die man bei den meisten Airlines heutzutage vorfindet

Es gibt außerdem ein In-Flight Shopping. Zusätzlich zu den üblichen Produkten, kann man hier auch Computerspiele zum reduzierten Preis kaufen, z.B. FIFA, GTA, und viele mehr. Den Steam-Key bekommt man dann nach der Landung per eMail zugeschickt. Auch die CO2-Kompensation kann man während des Flugs kaufen/bezahlen.

Zugang zum Internet gibt es allerdings nicht. Umfragen der Airline hatten ergeben, dass die typischen Urlauber nicht bereit sind, dafür zu zahlen, und somit wird es gar nicht erst angeboten. Wer also während des Flugs online arbeiten möchte (oder z.B. über Whatsapp chatten will) fliegt hier mit der falschen Airline.

Catering

Über das Catering von Eurowings Discover kann man eigentlich nicht klagen. Vom Niveau ist es recht ähnlich wie bei der Lufthansa. Es gibt zwei Mahlzeiten, eine warm, die zweite kalt. Allerdings handelt es sich bei der zweiten Mahlzeit nicht nur um ein „wertiges Sandwich“ wie bei der Lufthansa, sondern sogar um einen Salat oder einen Wrap. Außerdem bekommt jeder Fluggast einen warmen Cookie als Dessert. Der Cookie ist sehr klein und schmeckt nicht gerade fabelhaft, aber ein warmes Dessert ist im Prinzip ganz nett.

Größere Unterschiede zur Lufthansa gibt es im Getränke-Angebot. In der Economy Class sind nur Softdrinks inklusive. In der Premium Economy gibt es auch Sekt, Bier, sowie einen Rot-, Weiß-, und Roséwein. In der Business Class gibt es aber wie gewohnt alles, auch Spirituosen.

Kostenpflichtig kann allerdings auch in der Economy Class ein alkoholisches Getränk bestellt werden. Ein Warsteiner Bier (330ml) kostet 3,50€, Wein kostet 7€ (187ml), Sekt gibt es für 7€ (200ml), Champagner für 15€ (200ml), und Sprituosen für 6€ (50ml).

Eurowings Discover kostenpflichtiges Catering
Für die meisten Fluggäste sind diese Sachen nicht inklusive

Auch Snacks kann man zusätzlich noch kaufen. Kleine Chipstüten, Twix/Snickers, und Mini Brezeln kosten 2€, und 250g Haribo gibt es für 4€.

Streckennetz

Eurowings Discover fliegt vor allem Urlaubsziele an, wie z.B. Las Vegas, Punta Cana, Mombasa, Sansibar, Mauritius, oder Windhuk. Vorerst wird ab Frankfurt geflogen, ab nächstem Jahr dann auch ab München. Die genauen Strecken hatten wir hier schon zusammengefasst:

Nach einigen Nachfragen konnten wir aber nun auch etwas mehr über die Zukunftspläne der Airline erfahren. Momentan wurde noch kein Ziel in Asien bekannt gegeben. Dies liegt daran, dass die Reichweite der A330 für Ostasien und Südostasien nicht ausreicht. Allerdings sei Eurowings Discover sehr daran interessiert, den großen Urlaubsmarkt Asien langfristig ins Portfolio zu integrieren, gerade im Winter, wo die Strecken nach Nordamerika an Relevanz verlieren. Anfangs würden Ziele in Indien, Sri Lanka, dem Nahen Osten, und die Seychellen mögliche Ziele sein. In Zukunft, bei einer erweiterten Flotte, könnte auch z.B. China dazukommen. Konkret ist aber noch nichts.

Eine klare Aussage gab es bei der Frage, ob bestimmte Ziele möglicherweise von der Lufthansa UND Eurowings Discover angeflogen werden würden. Da gab es ein klares „nein“. Parallel sollen keine Strecken betrieben werden. Zukünftige Ziele von Eurowings Discover werden entweder das Streckennetz der Lufthansa Group erweitern, oder Lufthansa-Strecken übernehmen.

Fliegt man übrigens nicht direkt, werden die Anbindungsflüge (z.B. von Hamburg, Berlin oder anderen europäischen Städten) von der Lufthansa durchgeführt.

Mittelstrecke

Bis jetzt ging es eigentlich nur um die Langstrecke, aber Eurowings Discover wird auch einige Mittelstrecken-Ziele mit einem A320 anfliegen. Hierrüber wurde auf der Veranstaltung nur sehr wenig gesprochen, aber wir konnten in Erfahrung bringen, dass das Inflight-Entertainment über die Cloud auch auf diesen Flügen in vollem Umfang verfügbar sein wird. Man kann also alle Filme, Serien, Zeitschriften, Spiele, etc. auf seinem mobilen Gerät abrufen.

Die Business Class ist, wie bei der Lufthansa, eigentlich nur ein normaler Sitz mit freiem Nebensitz. Ein Kuriosum: Die Eco-More-Leg-Sitze haben etwa 5cm mehr Beinfreiheit als die Business Class Sitze.

Fazit

Das schlechteste an dieser neuen Airline ist vielleicht das Branding. Auch wenn auf der Veranstaltung von der „starken Marke“ Eurowings gesprochen wurde, verbinden die meisten Menschen Eurowings wohl nur selten mit positiven Erlebnissen. Während in Europa Eurowings zum üblen Low-Cost-Flieger geworden ist, ist Eurowings Discover von der Lufthansa-Langstrecke eigentlich nicht so weit entfernt.

Die größten Nachteile die ich finden konnte, waren, dass es in der Economy Class keine alkoholischen Getränke und keine Steckdosen gibt. Außerdem müssen Passagiere in allen Klassen ohne WLAN auskommen. Damit werden die allermeisten leben können. Dass die Airline kein Star-Alliance-Mitglied ist, könnte viele Statusmitglieder anderer Airlines – vielleicht sogar erheblich – stören. Dem normalen Urlauber dürfte das allerdings auch eher egal sein.

Die Eco More Leg ist dafür aber anderseits ein ziemlich starker Pluspunkt. Sehr viel Beinfreiheit für 50€, die Option gibt es bei der Lufthansa momentan nicht.

Cover Picture: Ditmar Lange

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Kommentare (10)

  1. Karl sagt:

    Leider ist es auch in der Business nicht möglich Gluten-Freies essen zu bestellen. Man kommt sich da vor wie ein Mensch zweiter Klasse. Das habe ich noch bei keiner Airline erlebt. Leider habe ich schon für Februar 2022 einen Flug nach Mombasa gebucht. Das macht mich schon sauer bevor es überhaupt losgeht.

  2. Christian sagt:

    „Auch bei den ehemaligen Edelweiss-Jets wird eine Premium Economy eingebaut, im Gegenzug schrumpft die Anzahl der Economy-Sitze.“ Leider nein, zumindest werden alle Flüge nach Windhoek (Namibia) derzeit von Premium Eco auf Eco downgegraded, da vorerst in den eingesetzten Edelweiss-Fliegern wohl keine Premium Eco kommt…

    • Peer sagt:

      Danke für deine Erfahrungen.

      Es ist schon so, dass eine Premium Eco eingebaut werden soll. Das wurde uns auf dem Event auch nochmal bestätigt. Und das Infomaterial zu EW Discover spricht von 27 Plätzen in der Business, 31 in der Premium Eco und 244 in der Economy Class.

      Offenbar ist man damit nur nicht schnell genug vorangekommen. Mal schauen, wann sie dann Zeit dafür finden. 🤔

      • Christian sagt:

        „Offenbar ist man damit nur nicht schnell genug vorangekommen. Mal schauen, wann sie dann Zeit dafür finden. 🤔“
        Zumindest wohl nicht mehr in diesem Jahr, denn es wird bis in den Dezember hinein bereits von Premium Eco auf Eco ein downgrade (auf „More Leg“) den Reisenden mitgeteilt.

  3. Dibr sagt:

    Weiss jemand ob es auch Informationen über das Sammeln und Einsetzen von Eurowings Meilen gibt?

  4. Robert sagt:

    Ich vermute bei den Bildern zum Catering ist das zweite die Premium Eco da einezweite vollwertige Mahlzeit dargestellt ist und das letzte Bild dann Eco Verpflegung

  5. Andi sagt:

    Die „Sehr viel Beinfreiheit für 50€“, nämlich 86cm, waren vor nicht allzulanger Zeit noch Standard auf Langstrecke 😉

  6. icke sagt:

    schade dass sich die kleinen fotos nicht vergrößern lassen. kann das catering nicht erkennen!..

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