Bewertung: Alaska Airlines Domestic First Class von San Jose nach Newark

Im Juli hatte ich die Möglichkeit Alaska Airlines’s First Class auf einem transkontinental Flug von San Jose (SJC) nach New York Newark (EWR) zu testen. Den Flug hatte ich ursprünglich als Economy Class Ticket gebucht, ich wurde aber im Rahmen eines “Complimentary Upgrades” für Mileage Plan Elite-Status Mitglieder in die First Class upgegraded.

Eine Gastartikel von Alexander Bilz

Check-in

Alaska Airlines verfügt über einen eher kleinen Checkin Bereich am Ende des Terminals in San Jose. Es gibt jeweils separate Schalter für First-Class und Elite-Mitglieder, Full-Service Economy Schalter sowie Bereiche, die rein zur Abgabe von bereits “getagtem” Gepäck gedacht sind. Die Schalter öffneten pünktlich —drei Stunden vor dem Flug— gegen 3:30 morgens. Ich druckte meine Bordkarte und Gepäckaufkleber selbst am Automat aus und nutzte dann den First-Class Schalter zur Abgabe meines Gepäcks. Dies wäre jedoch eigentlich gar nicht nötig gewesen, da sich am Economy Class Schalter auch nur sehr wenige Personen befanden. Zu Stoßzeiten ist der Geschwindigkeitsvorteil jedoch nicht zu unterschätzen. Alles lief reibungslos ab und so konnte ich mich nach weniger als zwei Minuten zur ebenfalls fast Menschenleeren Sicherheitskontrolle auf machen.

Boarding

Das Boarding fand wie für amerikanische Airlines typisch in Boarding-Gruppen getrennt statt. Als Erstes boardeten Militärangehörige, Familien und alle Personen die extra Zeit benötigen, um zum Flugzeug zu gelangen. Kurz darauf lud der Gate Agent auch schon alle First-Class Passagiere und Alaska, Virgin America und American Airlines Status Inhaber ein zu boarden. Im Anschluss folgten die Economy Class Passagiere mit Sitzplatz in den Reihen 20-35 und zum Abschluss der vordere Teil der Economy Class. Insgesamt ist dieses System erstaunlich effizient, sodass wir sogar einige Minuten vor dem geplanten Abflugdatum starten konnten.

Sitzplatz

Alaska setzt auf der dieser Strecke (AS786) eine Boeing 737-800 in Drei-Klassen Bestuhlung ein. Das Flugzeug verfügte über insgesamt 12 First Class Sitze und 30 Premium Class Sitze.

Alaska’s Bestuhlung auf dem Flug AS 786

Bei den Sitzen handelt es um verstellbare Recaro Sitze, die in einem Abstand von 41 Inch (ca. 104cm) angeordnet waren. Der Sitzabstand war groß genug, dass ich sogar noch meinen Rucksack unter dem Vordersitz verstauen konnte, ohne dass ich Platzprobleme hatte. Die Sitze waren auch sehr dick und komfortabel gepolstert, was ich ebenfalls als sehr angenehm empfand.

Alaska Airlines First Class Sitze

Im Vergleich zur europäischen Business-Class sind die Sitze wesentlich besser und 4-5 Stunden vergehen sprichwörtlich “wie im Flug”. Auf der anderen Seite können diese Sitze aber nicht mit den Lie-Flat-Sitzen auf den Transkontinental Strecken von Jet Blue (Mint) oder American Airlines (Flagship First) mithalten. Insgesamt machten die Sitze auch einen klein wenig ausgesessenen Eindruck.

Essen und Getränke

Als ich an meinem Sitzplatz (2A) ankam, stand auch bereits eine kleine Flasche Wasser und eine Packung niederländische Stroopwaffeln. Eine nette Geste und ein kleiner Trost für den nicht vorhandenen Pre-Departure-Drink.

Kleine Flasche Wasser mit Stroopwaffeln

Begrüßungssnack vor dem Abflug

Noch bevor die Sicherheitshinweise vorgeführt wurden, begrüßte der Steward alle Passagiere persönlich und hielt mit jedem einen kurzen Smalltalk. Ich schätze solche kleinen Dinge immer sehr und freute mich auch schon den Service, der kurz darauf folgte. Er erfragte auch die Getränke und Essenwünsche. Beim Essen bestand die Auswahl zwischen einem “Mushroom Quiche” und einem “Continental Granola Breakfast”. Aufgrund der noch sehr morgendlichen Uhrzeit entschied ich mich für das Müsli.

Es gab eine große Auswahl alkoholischer und nicht alkoholischer Getränke

Nach ca. 15 Minuten wurden auch bereits die Anschnallzeichen abgeschaltet und wenig später kamen auch die eingangs georderten Getränke. Ich hatte mich für eine “Alaskan Icy Bay IPA” entschieden, das im Glas serviert wurde. Viele andere Passagiere bestellten eher eigenwillige Cocktailkombinationen, die jedoch auch alle erfüllt wurden. Eine vollständige Liste, der angebotenen Getränke, kann hier entnommen werden.
Knapp zehn Minuten nach der ersten Getränkerunde startete auch schon der Frühstücksservice. Das Frühstück wurde auf Tabletts serviert, die mit einer kleinen Tischdecke ausgekleidet waren.

Frühstück mit Müsli, Joghurt und Früchten

Alaska Air’s kontinentales Frühstück

Zusätzlich zum Müsli wurde noch ein kleines (etwas trockenes) Gebäckstück, ein Joghurt sowie einige Stückchen Früchte serviert. Die Qualität und Präsentation der Produkte war sehr gut, bei der Menge hätte ich mich persönlich etwas mehr gewünscht.

Warme gewürzte Nüsse

Es folgten noch zwei weitere Snack-Runden. Bei der Ersten gab es eine kleine Schale mit warmen, gewürzten Nüssen. Bei der zweiten standen mehrere verschiedene abgepackte Snacks wie “Lesser Evil Himalaya Popcorn”, Gummibären und Kartoffelchips zur Auswahl.

Service & In Flight Entertainment

Alaska Airlines “All-Boeing” Flotte verfügt über kein eingebautes In-Flight Entertainment. Stattdessen werden in der First Class kurz nach Erreichen der Reiseflughöhe Toshiba-Windows-Tablets mit Alaska’s Beyond App verteilt. Diese sind in der First Class kostenlos, können aber auch in der Economy Class gegen Entgelt ausgeliehen werden. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel besser dieses System im Vergleich zu klassischen —fest verbauten— IFEs funktionieren.

Als Inflight Entertainment gab es Tablets zum Streaming

Neben einer gut sortierten (wenn auch etwas kleinen) Auswahl an aktuellen Filmen und Serien waren auch einige Spiele wie Mahjong oder Sudoku installiert. Es ist anzumerken, dass es keine Inhalte in deutscher Sprache gab. Die Tablets verfügen auch über einen kleinen Ständer auf der Rückseite, sodass das Tablet auch gut auf dem ausfahrbaren Tisch platziert werden kann.
Wer lieber sein eigenes Gerät verwenden will, kann dies auch tun. Für den Zugriff auf die Medieninhalte ist es jedoch erforderlich, dass man sich vor dem Abflug die “Alaska Beyond” App installiert. Diese kann über die gängigen App-Stores bezogen werden.

Die verfügbaren Wifi Tarife

Ansonsten bestand auch die Möglichkeit, Gogo Inflight Wifi gegen eine Gebühr zu nutzen. Wer —wie ich— überwiegend Chat Anwendungen wie E-Mail, WhatsApp und Co nutzt, kann sich auch für den kostenlosen Tarif “Free Chat” entscheiden. Mit diesem Tarif ist es möglich Text-Nachrichten zu senden und empfangen; Bilder werden jedoch nicht geladen.

Steckdosen und USB Anschlüsse

Jeder First-Class Sitz verfügte über eine eigene Steckdose sowie einen USB-Anschluss zum Laden von Mobilgeräten. Auf längeren Flügen finde ich dies sehr angenehm, da man so die Möglichkeit hat etwas am Laptop oder Smartphone zu arbeiten, zu spielen oder einfach Musik zu hören.

Den Service und die Interaktion mit der Crew fand ich großartig. Alle Crewmitglieder mit den ich zu tun hatte waren bestens gelaunt, hilfsbereit und sehr freundlich. Alaska Airlines bezeichnet sich selbst gerne als “Hometown Airline” und es fühlte sich in der Tat etwas an, als würde man mit Freunden nach Hause fliegen.

Alaska Airlines Domestic First Class Bewertung

  • Check-in & Boarding ★★★★★ ★★★★★
  • Komfort & Kabine ★★★★★ ★★★★★
  • Essen & Service ★★★★★ ★★★★★
  • Entertainment System ★★★★★ ★★★★★
  • Extras ★★★★★ ★★★★★
★★★★★ ★★★★★ 4,50

Fazit

Ich empfand diesen fünf stündigen Alaska Airlines Flug von San Jose nach New York-Newark als rund um gelungen. Während die Sitze und die Portionsgrößen eher durchschnitt waren, überzeugten mich insbesondere das kostenlose „Chat“-Wifi, der Service, die Pünktlichkeit und vor allem die großartige Crew.

Vielen Dank, Alexander!

Vielen Dank für diese Bewertung geht an Alexander Bilz. Er hat in der Vergangenheit bereits zwei sehr ausführliche Gastbeiträge zu den Themen Fuel Dump und Hidden City-Tickets geschrieben.

Interesse eine Eure Bewertung oder Tipps als Gastautor auf Travel-Dealz zu veröffentlichen? Dann schreibt mir eine Email: Johannes@Travel-Dealz.de

Alexander Bilz

Alex ist Student und Globetrotter. In seiner Freizeit beschäftigt er sich am liebsten mit Themen rund ums Travelhacking, Vielfliegerprogrammen, Membership Rewards und Cashback Programmen.

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Leider wird die erheblich bessere Virgin America First Class mit diesem Produkt ersetzt. Sehr schade, aber immer noch um Welten besser als die Legacy Carrier. Ich denke. immer noch mit Schrecken an First Class auf der US von CLT nach LAS. Das aufgewärmte Hühnergericht stank schon aus der Galley ekelhaft….

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    • Hallo Walter,

      ein bisschen wehmütig bin ich auch, dass der Virgin America First Class auf längere Sicht eine Ungewisse Zukunft bevorsteht. Bisher ist geplant, die jeweils „besseren“ Annehmlichkeiten und Eigenschaften beizubehalten. Einige der Punkte wurden ja auch schon umgesetzt. Zu der Frage, ob und wie lange Virgin America’s Hard Product noch bestand hat, gibt es immer wieder etwas widersprüchliche Aussagen. Cool wäre es, wenn sie ua. das IFE (RED samt Bestellsystem), das schönere Moodlight und die Sitze von VX übernehmen. Trotzdem glaube ich, dass es für Alaska schwierig sein wird, jemals den selben trendy und innovativen Flair wie Virgin America zu haben. Zumindest ich verbinde Alaska noch immer ziemlich stark mit Flügen in einer Boeing 737-400 Combi oder einer Q400.

      Kann dir nur zustimmen, dass sowohl AS und VX immer noch wesentlich besser als die großen drei Legacy Carrier sind. Habe da auch an das ein oder andere kulinarische „Highlight“ mit American und Delta erlebt. 🙂

      Alex

      Antwort

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