Bewertung: Finnair Economy Class Airbus A350 Helsinki – Hong Kong

Finnair Wingtip

Es kann nicht immer Business oder First Class sein: Unser Autor Valentin ist in der Economy Class über die schnelle Nordroute mit Finnair im Airbus A350 nach Hong Kong geflogen. Wie es ihm gefallen hat lest ihr in dieser Bewertung.

Info

Im Sinne der Transparenz: Ich habe die Flüge zu 100% aus eigener Tasche bezahlt. Meinen Priority Pass habe über die American Express Platinum Karte erhalten, welche ich ebenfalls zu 100% selbst bezahle. Weder Finnair noch eine der anderen erwähnten Firmen hat uns in irgendeiner Weise finanziell unterstützt. Wir haben auch niemanden mitgeteilt, dass wir eine Bewertung über diese Reise verfassen werden.

Check-In

Ich habe am Abend vorher online eingecheckt. Leider lassen sich auch beim Check-In Plätze am Notausgang nur gegen Gebühr auswählen. In meinem Fall war das nicht notwendig denn obwohl der Flug bei weitem nicht ausgebucht war, wurde ich automatisch auf einen Notausgangplatz gesetzt. Da beschwert man sich nicht. Lustig ist auch, dass das Umsetzen auf einen Mittelsitz ganze 955 SEK (~91 €) gekostet hätte.

Bei Finnair gibt es im vorderen Bereich der Economy-Class-Kabine eine Premium Economy light namens Economy Comfort. Die Sitze haben deutlich mehr Sitzabstand, man bekommt Noise Cancelling-Kopfhörer und ein Amenity Kit. Das Ganze hat jedoch seinen Preis: In meinem Fall 1.255 SEK (~119 €). Als Oneworld Emerald, also zum Beispiel British Airways Executive Club Gold, könnt ihr die Sitze jedoch kostenlos auswählen. Eine komplette Bewertung des Produkts (im Airbus A330) findet ihr hier.

Umsteigen und Lounge in Helsinki

Nach einem unspektakulären Zubringerflug aus Stockholm bin ich in Helsinki angekommen. Der Flughafen ist recht überschaubar und trotz Peakhour habe ich vom Ankunfts- zum Abfluggate inklusive Ausreisekontrolle gerade einmal 15 Minuten gebraucht. Das ist ein deutlicher Pluspunkt gegenüber Umstiegen an den Megahubs in Frankfurt, London oder Paris.

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Flughafen Helsinki Terminal 2

Da bis zum Abflug noch etwas Zeit war, habe ich eine der Lounges besucht. Mangels Oneworld-Status blieb mir der Zugang zur Finnair Lounge leider verwehrt. Das ist in Helsinki jedoch kein Problem, da es im Terminal 2 gleich drei Priority-Pass-Lounges gibt. Ich habe mich für die Premium Plaza Lounge entschieden, da diese die nächstgelegene zu meinem Gate war und ich mit deren Lounges bisher gute Erfahrungen gemacht habe. So war es auch in diesem Fall. Die Lounge bietet einen schönen Ausblick aufs Vorfeld sowie ein gutes Angebot an Speisen und Getränken.

Kabine & Komfort

Da der Flug wirklich außerordentlich schlecht gebucht war, vermutlich aufgrund der Proteste in Hong Kong, habe ich kurz vor Boarding in der Lounge über den Online Check-In nochmal geschaut welche Sitze frei geblieben sind. Da die letzten drei Mittelreihen komplett frei waren habe ich auf den Notausgangplatz verzichtet und mir eine davon gesichert. Beinfreiheit ist gut und schön, aber eine Dreierreihe bietet dann doch nochmal ein ganz anderes Komfortlevel.

Die Kabine im A350 ist wie zu erwarten noch sehr neu und nordisch-stylisch gestaltet. Der Sitzabstand ist auch für meine 1.81m vollkommen ausreichend und gefühlt deutlich über dem Branchendurchschnitt. Der Sitz insgesamt ist sehr bequem und verfügt über angenehme Kopfstützen. An jedem Sitzplatz befanden sich eine recht warme Decke sowie ein bequemes Kissen und sehr billig wirkenden Kopfhörer.

Verpflegung & Service

Bereits beim Einsteigen wird einem eine 0,5l-Wasserflasche in die Hand gedrückt. Während des Fluges gab es zwei Mahlzeiten. Zunächst ein Abendessen kurz nach Abflug. Hier bestand die Auswahl aus Chicken und Beef. Vegetarier sollten also ein entsprechende Essen mindestens 24 Stunden vorher bestellen. Ich habe mich für das Beef entschieden, welches recht durchschnittlich war. Keine Gourmet-Offenbarung, aber es war essbar. Etwas enttäuschend war dass die „Nachspeise“ lediglich aus einen Keks bestand. Da sind andere Airlines großzügiger. Dazu gab es eine Getränkerunde bei der neben Wasser, Softdrinks und Säften auch Bier und Wein angeboten wurden. Wer später noch Alkohol haben will, muss dafür zahlen.

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Abendessen

Kurz vor der Landung gab es dann ein recht deftiges Frühstück. Was genau serviert wurde, wurde leider nicht mitgeteilt, aber es war abgesehen von der völlig geschmackslosen Semmel wieder essbar.

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Frühstück

Während der Nacht konnte man sich in der Galley kostenfrei mit Wasser und Säften versorgen. Alkohol, Softdrinks und Snacks dagegen hätten Geld gekostet. Das ist recht schwach, die meisten anderen Airlines bieten zumindest Softdrinks und kleine Snacks auch zwischen der Mahlzeiten an. Schade dass Finnair hier unbedingt noch ein paar Extra-Euros verdienen möchte – zumal 4€ für eine Packung Chips auch nicht gerade günstig ist.

Die Kabinencrew auf dem Flug war recht zurückhaltend, aber zu keinem Zeitpunkt unfreundlich.

Entertainment & WLAN

Der Bildschirm in der Economy ist identisch mit dem in der Swiss Boeing 777, 11 Zoll groß und sehr hochauflösend. Die Bedienung erfolgt komplett über die Touch-Oberfläche, was auch sehr gut funktioniert. Ein cooles Feature sind die beiden Kameras am Heck und Bug des Flugzeuges auf die man zugreifen kann. In der Nacht sieht man nicht viel, aber der Sonnenaufgang war sehr gut zu beobachten.

Die Auswahl an Filmen ist sehr gut. Beeindruckend ist auch, dass die meisten Filme in sehr vielen Sprachen inklusive Deutsch verfügbar sind. Inbesondere wer so wie ich skandinavisches Kino mag, kommt hier auf seinen Kosten. Bei den Serien sieht es nicht ganz so gut, die Auswahl hier ist eher durchschnittlich und oft sind diese nur auf Englisch verfügbar.

Leider hat sich auch bestätigt was ich schon vermutet hatte: Die ausgeteilten Kopfhörer waren von miserabler Qualität. Um alles zu verstehen musste ich die Lautstärke auf Maximum stellen, was wiederum dazu geführt hat dass die Höhen in meinen Ohren wehgetan haben. Das Ganze im Airbus A350, der ein ausgesprochen leises Flugzeug ist. Man möchte sich nicht ausdenken wie das im deutlich lauteren Airbus A330 ist. Meine eigenen Kopfhörer konnte ich aufgrund des Doppelsteckers leider nicht verwenden. Es macht also Sinn sich vorher einen entsprechenenden Adapter zu kaufen.

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Preis für WLAN

Internet war auf dem Flug nach etwa 2h Stunden verfügbar. Die Preise seht ihr im Screenshot oben. Gefühlt bewegt sich Finnair hier im Durchschnitt europäischer Airlines. Da ich es nicht gekauft habe kann ich leider nichts zur Geschwindigkeit sagen.

Finnair A350 Economy Class
  • Check-In
  • Komfort & Kabine
  • Entertainment & WLAN
  • Verpflegung & Service
4
Fazit

Finnair bietet auf dem A350 ein solides Produkt. Die Hardware ist alles in Allem sehr gut. Sowohl Sitz als auch Entertainment überzeugen und das Flugzeug ist zusammen mit der Boeing 787 eines der angenehmsten derzeitigen Langstreckenmodellen. Der Flughafen Helsinki ist sehr angenehm zum Umsteigen und aufgrund der für Asienflüge optimalen Lage spart man oft einige Stunden Reisezeit im Vergleich zu anderen Routen. Abstriche machen muss man dagegen beim Service. Während das Essen durchschnittlich ist, nervt vor allem die Geizigkeit bei Getränken und Snacks.

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Kommentare (6)

  1. Derzeit würde ich für die Strecke Helsinki- Hongkong empfehlen Eco Basic zu Buchen und dann Upgrade in die Business Class. Bin sowohl im Dezember als auch Januar so kostengünstig nach HK gekommen. Strecke war DUS-HEL-HKG und umgekehrt. Einmal hat mich das Upgrade 329€ gekostet One Way und 499€ zurück was bei einem Flug für 429€ wenig ist also etwas über 1000€ für Return. Beim zweiten Mal war es etwas teurer da auf beiden Strecken 499€ und 539€ Flugpreis – immer noch günstig.

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  2. Das Haupt-Bild zum Beitrag zeigt die Flügel eines A-330 bzw. A-340. So geht schon mal los… leider wird der Bericht danach auch nicht besser. Das Produkt Finnair-ECO hat ein UNTERIRDISCHES Preis-/Leistungsverhältnis. Das Produkt wird seit Jahren auch stetig schlechter (gilt auch für die BUSI). Ein „4-Sterne-Fazit“ ist leider nicht (mehr) objektiv.

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    • Die Bewertung eines Fluges ist zwangsläufig immer ein Stück weit subjektiv. Jedoch begründe ich die einzelnen Teilbewertungen jeweils ausführlich und dokumentiere das Meiste mit Fotos. Wenn Du zu einem oder mehreren Punkten eine andere (subjektive) Meinung, kannst Du die gerne hier mitteilen.

      Um das Preis-/Leistungsverhältnis geht es in der Bewertung nicht, wir bewerten lediglich das Produkt. In diesem Fall war Finnair jedoch die günstigste Option mit einer Reisezeit von unter 24 Stunden für die Strecke Stockholm – Manila.

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  3. Wein und Bier sollten bei Finnair auf Hong Kong bzw. China, Korea und Japan-Flügen immernoch den ganzen Flug lang kostenlos angeboten werden. Vielleicht halt nur per Nachfrage, weil wir Finnen süchtig nach kostenlosem Alkohol sind… 🙂 Deswegen wurde schon auf den Flügen nach Thailand und Mittelamerika ganz auf den kostenlosen Alkohol ganz verzichtet, und auch nach Nordamerika gibt es Wein und Bier gratis nur mit der ersten Mahlzeit. Auch laut Finnair Webseite ist es so, also Wein und Bier sollte man schon auch midflight bekommen ohne in den Geldbeutel greifen zu müssen.

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  4. Danke für den Bericht, bitte lest ihn nächstes Mal nochmal gegen, es fehlen ein paar Worte und manche Sätze sind nicht vollständig 🙂

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