Eine echte First Class im Zug: Bewertung Trenitalia Executive Class im Frecciarossa 1000

Trenitalia Executive Class Sitze 4

Wer von der First Class im Flugzeug spricht, der muss unweigerlich an Champagner, Gourmet-Menüs und jede Menge Platz denken. Bei der Bahn ist es anders: Bei der Deutschen Bahn, SBB, SNCF, … bietet die Erste Klasse einen etwas breiteren Sitzplatz, Ruhe und etwas mehr Beinfreiheit – mehr nicht. Luxus in einem alltäglichen Verkehrsmittel wie der Bahn, das verträgt sich anscheinend nicht gut.

Umso erstaunter war ich, letztes Jahr Fotos einer echten First Class in italienischen Zügen zu sehen. Für mich war sofort klar: Das muss ich selbst einmal ausprobieren. Und kurz darauf kam ich im Rahmen einer kleinen Italien-Rundreise tatsächlich dazu. Im Flaggschiff, dem Frecciarossa 1000, ging es für mich von Neapel nach Florenz und später weiter nach Mailand. Nachfolgend ein paar Eindrücke der beiden Fahrten im August 2021.

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Der Bericht stützt sich primär auf die längere Fahrt von Neapel nach Florenz. Ab und an werde ich Erfahrungen der kurzen Fahrt von Florenz nach Mailand zwei Tage später mit einfließen lassen.

Reiseklassen bei Trenitalia

In den meisten Ländern Europas können Reisende zwischen der ersten und zweiten Klasse wählen, das war’s. In den Hochgeschwindigkeitszügen von Trenitalia haben Passagiere dagegen die Qual der Wahl. In den Frecciarossa 500 (ETR 500) und 1000 (ETR 400) gibt es gleich vier Reiseklassen:

  • Standard Class: Typische Economy-Sitz ein Sitzanordnung 2-2
  • Premium Class: Wie Economy, aber Ledersitze, Willkommensgetränk und kleiner Snack
  • Business Class: Sitze in 1-2-Anordnung (ähnlich der 1. Klasse bei der DB). Zusätzlich gratis Willkommensgetränk und kleiner Snack
  • Executive Class: Echte Premium-Klasse mit kostenlosen Speisen & Getränken, Sitzanordnung 1-1 mit nur 8 – 10 Sitzen je Zug

Damit es nicht zu einfach wird, gibt es in jeder Reiseklasse dann noch verschiedene Ticket-Arten, die sich u.a. durch die Stornierbarkeit voneinander unterscheiden. Bei der Buchung wird das Ganze schnell unübersichtlich:

Das Tarifsystem der italienischen Bahn ist… nicht gerade leicht zu durchblicken

Buchung

Nach dem Motto alles oder nichts entschied ich mich für die Executive Class. Einzeln gebucht hätten die beiden Tickets Neapel – Florenz und Florenz – Mailand rund 140€ + 90€ = 230€ gekostet. Das wäre es mir wohl nicht ganz wert gewesen.

Ich hatte mich stattdessen für den Trenitalia Pass entschieden. Zum Festpreis von 212€ (als Jugendlicher bis 28) konnte ich so 3 Fahrten im privaten Nachtzug-Abteil oder eben tagsüber in der Executive Class absolvieren. Daraus stellte ich folgende Rundreise zusammen:

  • Rom – Catania im Trenitalia Nachtzug
  • Catania – Neapel mit Easyjet
  • Neapel – Florenz in der Trenitalia Executive Class (Frecciarossa 1000)
  • Florenz – Mailand in der Trenitalia Executive Class (Frecciarossa 1000)

Dabei wählte ich extra Verbindungen, die mit dem Frecciarossa 1000 (und nicht dem Frecciarossa 500) durchgeführt werden. Ersterer ist das Flaggschiff der Trenitalia-Flotte und vor allem in der Executive Class deutlich luxuriöser ausgestattet.

Lounge

Trenitalia betreibt fünf FrecciaLounges in Italien (sowie weitere FrecciaClubs an weniger frequentierten Standorten). Zum Zutritt berechtigen unter anderem Vielfahrerstatus, Lounge-Abo oder eben ein Ticket der Executive Class.

Allerdings muss man dort erst einmal hereinkommen. Ich brauchte zwei Minuten, um den QR-Code-Leser für das Ticket zu finden, aber damit öffnete sich die Tür nicht. Ich lief darauf hin zwei mal erfolglos um die Lounge und fragte schließlich einen Mitarbeite im Reisezentrum um Rat. Dieser wies mich auf die kleine, unbeschriftete Klingel oberhalb des Kartenlesers hin. Damit klappte es dann tatsächlich und ein Mitarbeiter öffnete (per Knopfdruck) die Tür.

Oben musste dann noch einmal kurz das Ticket gezeigt werden und schon stand mir das Paradies aus… Cola und Kekse offen. Nicht allzu überzeugend, aber besser als nichts. Etwas befremdlich fand ich den Hinweis, dass während des Aufenthalts nur ein Getränk und ein Snack erlaubt wäre. Immerhin meinte die Mitarbeiterin direkt, zwei wären auch ok.

Leider gab es keinen vernünftigen Platz, um etwas am Laptop zu arbeiten, sondern nur tiefe Mini-Tische. Ergonomisch eine Katastrophe und Steckdosen fehlten ebenfalls. Platz für einen kleinen Arbeitsbereich wäre jedenfalls genug vorhanden, daher etwas verschenktes Potential.

Wie ihr auf den Bildern oben sehen könnt, war die Lounge in Neapel lichtdurchflutet und insgesamt recht einladend. In Florenz wurde dagegen ein recht dunkler Raum ohne Tageslicht genutzt. Insgesamt sind die Trenitalia-Lounges etwa auf Niveau einer ÖBB-Lounge anzusiedeln. Die Deutsche Bahn bietet im Erste-Klasse-Bereich etwas mehr, beschränkt den Zugriff aber auf teure Flexpreise.

In der FrecciaLounge lassen sich kurze Wartezeiten auf jeden Fall besser überbrücken als im Bahnhof. Mehr Zeit als nötig würde ich dort aber nicht verbringen. Wer viel Zeit hat, ist sowieso besser damit beraten, den Bahnhof zu verlassen und die Stadt zu erkunden.

Nach einer Pizza in Neapel und einer halben Stunde in der Lounge ging es für mich zum Bahnsteig – und pünktlich in den Zug.

Trenitalia Frecciarossa 1000
Sieht er nicht schick aus? Ein ETR 400 aka Fracciarossa 1000 der Trenitalia

Kabine

Ich hatte mir vor der Fahrt einige Reviews und Videos zur Executive Class angesehen. Es ist also nicht so, dass mich der Zug irgendwie überraschen könnte. Und dennoch war ich geflasht, als ich die Kabine der Executive Class zum ersten Mal betrat:

Trenitalia Executive Class Sitze

Sie erinnerte mich eher an einen Privatjet als an einen Schnellzug. Und mit nur 10 Sitzen im ganzen Zug ist die Klasse auch ähnlich exklusiv – zum Bruchteil des Preises.

Reserviert hatte ich Sitzplatz 5D – den ersten Platz Richtung Eingangstür. Allerdings stellte sich heraus, dass ich auf der gesamten Strecke Neapel – Florenz der einzige Gast in der Executive Class war. Und so setzte ich mich irgendwann in Reihe 3 um. Mein ursprünglicher Sitz ließ sich nämlich nicht in Fahrtrichtung drehen. Alle anderen Reihen sind beliebig drehbar – ein tolles Feature.

Sitze

Die Sitze waren super bequem und boten keinerlei Anlass zu Kritik. Während mir bei der DB meist nach zwei, drei Stunden das Gesäß schmerzt (im ICE 4 noch eher), wollte ich in der Executive Class gar nicht mehr aufstehen. Musste ich zum Glück auch nicht, denn das Essen wir ja an den Platz gebracht – aber dazu später mehr.

Trenitalia Executive Class Sitze 3
Sitze der Executive Class und hinten die Tür zum Führerstand des Zuges

Zunächst musste ich mich etwas mit den Funktionen des Sitzes vertraut machen. Zunächst wäre da die elektronische Sitzsteuerung für Rückenlehne, Beinstütze und das Leselicht:

Trenitalia Executive Class Sitzverstellung

Komplett flach lässt sich der Sitz nicht verstellen, aber die Neigung ist durchaus ordentlich. Hier ein Bild im vollständig nach hinten gefahrenen Zustand:

Trenitalia Executive Class Sitz reclined

Wie ihr sehen könnt, gibt es auch eine Fußstütze, die simultan dazu verstellt werden kann.

Natürlich gibt es auch einen großen Tisch, der, ähnlich wie im Flugzeug, aus der Armlehne herausgefahren wird. Ich hatte vor der Fahrt etwas Bedenken, dass er zum Arbeiten mit dem Laptop nicht geeignet wäre. Aber diese zerstreuten sich sofort. Sogar mein Mauspad (ohne gehe ich nicht auf Reisen) fand noch ohne Probleme Platz:

Trenitalia Executive Class Laptop
Ausreichend Platz zum Arbeiten – mit Steckdose und guter Aussicht

Insgesamt erinnerte mich der Sitz etwas an den Sessel in der Singapore Airlines Suite. Mit dem Unterschied, dass es hier nicht noch ein zusätzliches Bett (schade eigentlich) und weniger Privatsphäre gibt. Dafür kostet eine Fahrt in der Executive Class an die 100€ und ein ähnlich langer Flug in der Singapore Suite das zwanzigfache.

Erwähnte ich schon, wie bequem der Sitz war? Ja. Dann weiter:

Essen & Trinken

Sämtliches Essen und Trinken ist in der Executive Class inbegriffen. Der Service begann wenige Minuten nach Abfahrt recht unspektakulär mit einer Wasserflasche und einem kleinen Amenity Kit mit Maske und Desinfektionsgel:

Trenitalia Executive Class Wasser

Außerdem wurde mir die Speisekarte (auf Englisch und Italienisch) gereicht. Ich konnte aus sieben Hauptspeisen zum Lunch / Dinner wählen und einigen weiteren Optionen:

Trenitalia Executive Class Speisekarte

Anfangs war mir nicht ganz klar, was davon ich bestellen könne, aber das klärte ich schnell: Alles.

Also begann ich mit einer Portion Rohschinken und Parmesan. Die wurde nicht nur sehr liebevoll angerichtet, sondern schmeckte auch hervorragend:

Trenitalia Executive Class Vorspeise
Rohschinkenplatte mit Parmesan

Nur das trockene Fertigbrötchen wollte nicht so recht dazu passen. Aber das schiebe ich mal auf die Covid-Einsparungen.

Weiter ging es mit einem Fischfilet (Goldbrasse) und einer Ladung Petersilienkartoffeln. Ein kleines Missverständnis führte dazu, dass der Fisch ohne die Caponata (Gemüsegericht) gereicht wurde. Daher sieht das Ganze auf dem Bild etwas traurig aus – geschmeckt hat es trotzdem.

Was die Getränke angeht, kann ich von drei Weißweinen, einem Prosecco und drei Rotweinen berichten. Außerdem standen drei Sorten Bier auf dem Programm. Probiert habe ich nichts davon, aber Weintrinker kommen sicher auf ihre Kosten:

Trenitalia Executive Class Getraenkekarte 1
Wein- und Bierkarte bei Trenitalia

Verschiedene Soft Drinks standen ebenso zur Verfügung und natürlich Espresso. Wir sind ja schließlich in Italien.

Ich war nach der Essensrunde gestärkt für die Fahrt bis Florenz und arbeitete den Rest der Fahrt. Meine Cola wurde noch gelegentlich nachgefüllt und auf Nachfrage hätte ich sicher auch noch etwas zu Essen bekommen.

Service

Der Service war überall freundlich, aber variierte doch stark. Grundsätzlich kann ich mich keinesfalls beklagen – sicher auch, da ich drei Stunden lang der einzige Gast in der Luxusklasse war. Aber es gab doch starke Unterschiede zwischen den Mitarbeitern, mit denen ich Kontakt hatte.

Vor allem in der ersten Stunde von Neapel nach Rom habe die italienische Gastfreundlichkeit sehr genossen. Das Englisch der Zugbegleiterin war zwar etwas brüchig, aber der Service ungeschlagen. Ich wurde ständig nach meinen Wünschen gefragt und das mit einem authentischen Lächeln im Gesicht.

Leider kam es in Rom zum Personalwechsel und ich wurde „nur“ noch zwei, dreimal gefragt, ob ich etwas bräuchte. Ähnlich lief es auf der Fahrt von Florenz nach Mailand zwei Tage später.

Bei einem Bahnunternehmen mit tausenden Mitarbeitern sind solche Schwankungen beim Service aber zu erwarten. Festzuhalten ist jedenfalls, dass das Essen immer schnell geliefert wurde und ich keinesfalls verdurstet bin. Luft nach oben, die bleibt natürlich immer.

Der Meetingraum

Der Frecciarossa 1000 bietet noch ein ganz besonderes Feature: einen exklusiven Meetingraum im Zug. Auf dem Papier eine tolle Idee und auch in persona sehr beeindruckend.

Der Raum ist durch eine Glaswand vom Rest der Executive Class abgekapselt. Es gibt dort insgesamt fünf Plätze verteilt um einen langen Meetingtisch. Der Raum verfügt sogar über einen großen Bildschirm mit HDMI-Anschluss, um Präsentationen zu halten. Wie cool ist das bitte?

Nach zwei Fahrten weiß ich allerdings nicht ganz, was ich von der Working Area halten soll:

  • Reservieren ließ sich der Raum nicht. Weder mit Ticket der Executive, noch der Business Class
  • Auf der ersten Fahrt war der Raum eine Stunde unbelegt. Nach dem Personalwechsel in Rom machten es sich aber dort die Zugbegleiter gemütlich
  • Auf der Fahrt von Florenz nach Mailand hatten es zwei Personen geschafft, den Meetingraum zu reservieren. Sie betraten erst mit großen Augen die Executive Class – um dann festzustellen, dass sich ihre reservierten Plätze im Meetingraum befanden.

Generell ist es zugleich beeindruckend wie auch irritierend, wie großzügig Trenitalia in der Executive Class mit dem Platz umgeht. Einer der beiden Endwagen des Zuges beherbergt 68 Sitze der Standard Class. Der andere gerade einmal 10 Sitze der Executive Class und besagten Meetingraum. Aber dafür ist der Komfort eben auch nicht zu schlagen.

Extras

Der Zug ist nicht nur von innen und außen hübsch gestaltet, sondern auch ein Meisterwerk italienischer Ingenieurskunst. Gefühlt war die Laufruhe noch etwas besser als in einem ICE und der Zug etwas besser gedämmt. Das kann natürlich auch an der Schnellstrecke und nicht am Zug liegen.

In der Armlehne des Sitzes gibt es zwei europäische Steckdosen. In einige der Steckdosen wurde ein kleines Netzteil mit zwei USB-Anschlüssen eingesetzt, um auch Smartphone und Co mit Strom zu versorgen.

Trenitalia Executive Class Steckdose
Steckdose mit kleinem USB-Ladegerät

Auf Monitoren in der Decke ist ersichtlich, wo sich der Zug gerade befindet, wie schnell er fährt etc. Teillweise wurden dort auch Informationen zum Wetter und z.B. der Maskenpflicht angezeigt.

WLAN steht kostenlos zur Verfügung. Die Geschwindigkeit ist nicht berauschend, aber zum Arbeiten in Ordnung. Im Speedtest zählte ich durchschnittlich 5 – 7 MBit/s im Downstream und ca. 3 MBit/s im Upstream. Das ist zwar langsamer als ein Hotspot mit dem Smartphone, dafür funktionierte der Zugang auch in den zahlreichen Tunneln ohne Probleme. Die Anmeldung im WLAN funktionierte auch ohne italienische Telefonnummer problemlos.

Kurz vor Ankunft in Florenz erhielt ich eine Mail, dass der Zug zwei Minuten verspätet sei. Ohne die Nachricht hätte ich davon gar nichts mitbekommen. Ich hätte an dieser Stelle gerne einen Witz über die Deutsche Bahn eingefügt – aber der wäre nicht angekommen.

Trenitalia Executive Class Vorspeise mit Aussicht
Trenitalia Executive Class Frecciarossa 1000
  • App & Website
  • Lounge
  • Sitz & Komfort
  • Essen & Trinken
  • Service
  • WLAN & Extras
4.13
Fazit

Ich fahre zwar gerne mit der Bahn und empfinde es entspannend, die verschiedenen Landschaften zu beobachten. Aber abgesehen davon ist eine Bahnfahrt in den meisten Ländern doch ziemlich… langweilig und nach einiger Zeit unbequem. Egal, ob in der ersten oder zweiten Klasse.

Umso mehr Spaß hat es mir gemacht, in Italien mal richtigen Luxus zu erleben. Mit der Executive Class macht Trenitalia so ziemlich alles richtig. Das fängt beim super bequemen Sitz an und hört bei den inbegriffenen Mahlzeiten auf. Natürlich ist eine Fahrt nicht super günstig, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis hat definitiv gepasst. Bei der nächsten Italienreise werde ich die Executive Class auf jeden Fall wieder in Erwägung ziehen.

Derweil denke ich darüber nach, wie wohl ein Zug mit echten Business-Class-Sitzen aussehen würde. Auf der Strecke von Lecce nach Mailand ist der Frecciarossa 1000 fast zehn Stunden unterwegs. Eine Lie-Flat Kabine wie im Flugzeug wäre da eine echte Innovation. Klar gibt es Nachtzüge, aber die eignen sich dann meist nicht zum Arbeiten am Laptop.

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Kommentare (26)

  1. Eddie sagt:

    Cooler Bericht!

    Da kommen mir doch ganz tolle Erinnerungen von Ende Oktober 2021… (Venedig – Rom; Danke, Travel Dealz für den Hinweis auf den extra Rabatt) – Heute noch 1te Klasse von München nach Münster gefahren … alles Bestens, doch in der Trenitalia Executive Class im Frecciarossa 1000 war ne andere Liga! 🙂

  2. Florian sagt:

    Hi Peer
    Der Service in der Executive Class ist wieder auf Pre Covid Niveau (heute gefahren). Die April Speisekarte hat wieder volles Frühstück, kompletten Lunch/Dinner Service und Snacks. Einige Gerichte sind von Carlo Cracco inspiriert; sehr fein, ähnliches Konzept wie früher bei LH und heute bei SWISS in C/F.
    Den Konferenzraumraum kann man übrigens auf der Trenitalia Website buchen; während Covid war er z.T. gar nicht oder nur eingeschränkt buchbar. Auch heute gibt es noch bestimmte Regeln, die ändern sich aber. Grundsätzlich gilt, dass Reisende, die den Konferenzraum zusammen nutzen wollen, diesen in einer Buchung machen müssen.
    Gruss
    Florian

    • Peer sagt:

      Danke für die Infos. Die Speisekarte entspricht dann etwa dem, was mir im letzten Jahr angeboten wurde oder gibt es jetzt noch mehr Auswahl? 😀

      • Florian sagt:

        Die Speisekarte ist jetzt vierseitig und hochwertiger aufgemacht. Vielleicht habe ich mich auch täuschen lassen durch die Aufmachung.
        Ich hatte leider keinen grossen Hunger heute Nachmittag – aber das Angebot dünkte mir wieder sehr komplett. Es gab auch wieder „richtiges“ Besteck. Und die Crew war wie immer sehr nett.
        Vielleicht bin ich biased: auch wenn man im SBB Restaurant (oder Service am Platz in 1st) zahlen muss, das Essen hat für Catering eine ausgesprochen hohe Qualität.

        Hast du mal TGV Lyria Business 1ere ausprobiert? Die servieren das Essen sehr stilvoll, und qualitativ das Beste Essen an Bord eines Zuges, das ich kenne.

        • Peer sagt:

          Klingt gut. 🙂

          War bisher nur 1x im regulären TGV 2. Klasse und das war’s. Business 1ere sieht aber tatsächlich nice aus, danke für den Tipp. Vielleicht komme ich ja mal dazu

  3. MrX sagt:

    Bin mal die ähnliche 1te klasse bei der Konkurenz Italo gefahren. Die fand ich von der Ausstattung noch besser.

  4. René sagt:

    Hallo Peer,
    das muss doch wie Weihnachten für Dich gewesen sein, als alter Eisenbahnfreund … ?
    Vielen Dank für Deinen Bericht, macht auch bei Nicht-Eisenbahnfreunden, wie mir, Lust aufs Bahnfahren.

    • Peer sagt:

      Danke dir. 🙂

      So schnell werde ich die Fahrt auf jeden Fall nicht vergessen. Jetzt habe ich mal Lust auf eine längere Fahrt in Nordamerika, aber leider preislich eine andere Liga (wenn es bequem sein soll).

      • DoThingsAndFly sagt:

        Hallo Peer, kann dir in Nordamerika den Zug California Zephyr von Chicago nach San Francisco empfehlen. Eine traumhafte Reise durch grandiose Natur. Richte dir einfach einen Amtrak Account ein. 2-3 im Jahr laufen Aktionen 50% Rabatt auf eine Fahrt oder 2 Personen fahren und einer zahlt nur. Dann kannst du echt günstig auch ein richtiges Schlafwagen-Abteil buchen. Inkludiert sind dann alle Mahlzeiten und nicht-alkoholischen Getränke. Es ist sicher nichts für Gourmets aber man wird satt. Aber man trifft Leute aus dem Land aller Klassen, vom Unternehmer, Arzt, ganz normale Menschen, “ Verrückte“ . In diesen 1 1/2 Tagen Bahnfahrt lernt man mehr über die USA als in 3 Wochen im Auto während eines Road Trips. Auch sehr schön ist der Coast Starlight Express von Los Angeles nach Seattle, auch traumhafte Landschaft. Bei diesem Zug gab es exklusiv für Schlafwagengäste ein Parlour-Car, eine Art Saloon Wagen…super gemütlich mit Panorama- Dachverglasung und ungemütlich. Viel Spaß….wir warten schon alle sehnsüchtig auf Reviews von dir!

        • Peer sagt:

          Danke. 😃

          Die regelmäßigen Angebote und beide Strecken habe ich definitiv auf dem Schirm und Sales. Den „Canadian“ in Kanada auch, aber gefühlt ist der nochmals teurer als der Amtrak.

          Leider wurden die letzten Parlcour Cars anscheinend 2019 außer Diesnt gestellt und verkehren jetzt nur noch als Museumszug. Die hatten mich nämlich auch angelächelt:
          http://www.rtabern.com/ppc/now.html

          Die Panoramawagen gibt es natürlich noch.

  5. Nils Kretzmer sagt:

    Wow, das sieht wirklich alles sehr sehr gut aus! Der Hinweis auf den Pass ist sehr sehr interessant.

  6. DoThingsAndFly sagt:

    Hallo Peer, noch ein Nachtrag zu meinem Beitrag. Aktuell wohl leider noch kein Betrieb wegen Corona. Man soll das Hoffen nicht aufgeben…es wäre ein Jammer, wenn Betrieb für immer ruht….

    Einstellung des Nachtzugverkehrs während der COVID-19-Pandemie

    Infolge der COVID-19-Pandemie wurden die Trenhotel – Verbindungen ab 17. März 2020 eingestellt. Ende Mai 2020 gab Renfe bekannt, alle Nachtzugverbindungen (Trenhotel) aufgrund mangelnder Rentabilität einzustellen. Nach Gesprächen mit Regionalregierungen gab Renfe am 2. Juni 2020 bekannt, die Verbindungen nach Galicien doch nicht endgültig einzustellen,[3][4] ebenso die Verbindungen nach Portugal.[5]

    Vor dem 17. März 2020 betrieb Renfe zwei nationale Nachtzugverbindungen (Madrid-Coruña-Pontevedra-Ferrol und Barcelona-Coruña-Vigo) und zwei internationale Verbindungen (Madrid-Lissabon und Hendaye / Irun-Lissabon), letztere in Zusammenarbeit mit CP[6][7][8][9]. Stand Ende April 2021 wurde jedoch noch trotz Bemühungen der betroffenen Regionen keine der oben genannten Strecken wieder in Betrieb genommen[10][11].

  7. DoThingsAndFly sagt:

    Hallo Peer, wirklich wieder einmal eine tolle kurzweilige Review ! Schön, dass ihr euch auch mit dem Thema Bahnfahren in Europa beschäftigt. Ich bin schon oft und viel Zug in Italien gefahren und ebenfalls begeistert. Wenn du noch mehr solcher Abenteuer suchst, empfehle ich eine Reise im Nachtzug in Spanien von Barcelona nach Vigo. Dort gönne dir unbedingt ein Exklusiv-Abteil mit eigener Dusche, wirklich sehr bequem und luxuriös für einen Linienzug. Die Talgo Züge haben eine unvergleichliche Laufruhe. Morgens nach dem Aufwachen fährt der Zug durch wunderschöne Landschaft. Vigo ist eine phantastische Stadt und die Austern sind preiswert und lecker. Unbedingt einen Ausflug zu den vorgelagerten Islas Cies machen, eine europäische Perle mit atemberaubender Natur und Stränden wie in der Karibik. Würde mich sehr freuen, irgendwann darüber eine Review zu lesen. Bitte weiter so.

    • AT sagt:

      Ich schließe mich dem Wunsch nach Berichterstattung an.

    • Peer sagt:

      Danke für den Tipp, klingt interessant.

      Beim Trenitalia-Nachtzug war es tatsächlich vor allem die geringe Laufrufe, die mich störte. Da klingen die Talgo-Züge gleich viel besser.

    • Max sagt:

      Auf der gleichen Strecke (Madrid-Zaragoza-Barcelona) habe ich um ehrlich zu sein, den Velaro (ICE-Equivalent) als deutlich ruhiger im Vergleich zum Talgo wahrgenommen. Die DB sollte aber natuerlich ihr Personal einmal nach Russland & Spanien ins Praktikum schicken, dort laufne die Velaros auch bei Extremwetter (sowohl heiss als auch kalt) sehr zuverlaessig.

  8. Gabriel sagt:

    Bin mit dem Freccia 1000 in der Executive von Mailand nach Paris gefahren. Der ganze Zug war ausgebucht. Gemäss den Angestellten ist das immer so. Dabei gibts die Verbindung erst seit Dezember 2021. Wie lange der parallel fahrende TGV da noch fährt… Zwischen Freccia und dem Rest liegen eben wirklich Welten.

  9. AT sagt:

    Das ist ein sehr guter Artikel. Vielen Dank!

    Mich würde es auch interessieren wie die Reise mit dem Nachtzug aussieht. Luxus oder Holzklasse?

    • Peer sagt:

      Danke. 🙂

      Mit dem Executive-Pass konnte ich zumindest ein privates Schlafwagen-Abteil buchen. Nur die Klasse „Excelsior“ mit privater Dusche ist ausgeschlossen (für mich unverständlich, da meist deutlich günstiger als die Executive Class tagsüber).

      Viele Vergleichswerte habe ich nicht, war zuletzt vor zig Jahren InterCity Night Line gefahren. Der Komfort war insgesamt in Ordnung, liegt aber Klassen unterhalb der Executive Class tagsüber. Zu Essen gab es nur ein rudimentäres Frühstück. Hier ein Blick in die Kabine:
      https://i.imgur.com/AqZdhi0.png</a

      Persönlich konnte ich leider die ganze Nacht nur ~2h schlafen, was aber eher an der ungewohnten Lärmkulisse lag als am Schlafkomfort. Dafür war es sehr interessant mit anzusehen, wie der Schlafwagen auf die Fähre nach Sizilien fährt. 😀

  10. Sean sagt:

    @M.Mellinghoff. Bin anfang April von Florenz nach Mailand gefahren mit Frecciarossa in economy class. Es gab gar nichts. Kein Wasser, Snacks oder Espresso. Auch kein Mundschutz oder Desinfektionsmittel.

  11. M. Mellinghoff sagt:

    Es ist vielleicht zu ergänzen, dass in den Freccia-Zügen in Italien generell alles besser ist als bei der DB. Es gibt die im tollen Bericht angemerkten 4 Klassen. In der Standard-Klasse reist man wie in der zweiten Klasse der DB was den Service anbetrifft (also null). Darüber kommen Mitarbeiter vorbei mit kostenfreiem Wasser, Snack und (schmeckendem!) Espresso. Und freundlich sind sie meist obendrein.

    Insgesamt kommt bei mir Trenitalia nach vielen Zugfahrten in Italien deutlich besser weg als DB.

    Und: nur wenige Wochen nach Einbruch der Covid-Pandemie gab es für jeden Fahrgast das im Bericht beschriebene Kit mit Maske, Desinfektionsmittel etc. Kostenlos und in allen Klassen. Zum Teil sogar mit Einmal-Kopfpolster-Schutz! DB sollte dringend mal nach Süden schauen….erst recht, wenn sie Lufthansa auf den Sinnlosstrecken (Frankfurt-Düsseldorf…)

    Frage an die Travel-Dealz-Redaktion: wenn Trenitalia in der Executive Class nur die Note 4,1 bekommt, was bekommt dann die 1. Klasse der DB ?

    • Peer sagt:

      Das mit den Bewertungssternen ist bei unseren Reviews immer so eine Sache. Sie sind:

      1) Subjektiv nach Empfinden des Autors
      2) Nicht immer vergleichbar, da sie auch an der Erwartungshaltung hängen. Bei der DB kann ich ja z.B. schlecht einen Stern fürs Essen vergeben, nur weil es kostenpflichtig ist
      3) Nicht gewichtet, sodass ein weniger wichtiger Faktor wie die Lounge den tollen Sitz nach unten zieht.

      Deshalb empfehle ich, da nicht allzu viel rein zu interpretieren. Es ist eher eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Punkte. Wir sind aber bisher noch zu keiner besseren Lösung gekommen.

      Allerdings ist das Ganze sowieso nicht die Note 4,1 – sondern 4,1 / 5 Bewertungssternen. Macht in Schulnoten etwa eine 2. Und im Vergleich zur DB natürlich eine 1 mit Stern.

  12. Tom sagt:

    Wow! Danke für den Bericht, wieder was neues dazugelernt 🙂 hab’s mir gleich Mal auf die To-Do Liste geschrieben.

  13. Icke sagt:

    „Ich hätte an dieser Stelle gerne einen Witz über die Deutsche Bahn eingefügt..“ – der lag mir auch sofort auf der zunge! 🙂 danke für den bericht!

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