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Bahnticket stornieren: So viel kostet das Zurückgeben von DB Fahrkarten

Regionalzug

Ob Online-Ticket, am Schalter oder am Automaten: Der gebuchte Tarif entscheidet darüber, ob ihr euer DB-Ticket zurückgeben könnt – und auch, ob ihr dafür etwas bezahlen müsst. Grundsätzlich gilt: Flexible Tickets könnt ihr in der Regel zurückgeben, während die Situation bei Sparangeboten etwas komplizierter ist. In diesem Artikel möchte ich euch eine praktische Übersicht geben.

So gebt ihr eure DB-Fahrkarte zurück

Was man machen muss, um Geld zurück zu bekommen, ist abhängig davon, wie bzw. wo ihr das Ticket gekauft habt:

  • Online-Ticket: Ihr könnt die Storno auf dieser Seite durchführen oder euch alternativ mit eurem Meine BahnAccount einloggen
  • Handy-Ticket: Nutzt die Buchungsrückschau in der DB Navigator-App
  • am Schalter- oder Automaten gekauft: Rückgabe in allen Reisezentren und DB Agenturen möglich

Regeln für Umtausch & Erstattung

Die Deutsche Bahn setzt Erstattung (= Storno) und Umtausch grundsätzlich gleich: Wenn ihr euer Ticket zurückgeben dürft, dürft ihr es auch durch eine andere Fahrkarte ersetzen lassen (= Umtausch). Ist die neue Fahrkarte teurer, müsst ihr natürlich den Differenzbetrag bezahlen.

Flexpreis-Tickets

Beim Flexpreis handelt es sich um die „normale“ Bahnfahrkarte. Es spielt es keine Rolle, ob ihr einen BahnCard-Rabatt nutzt oder nicht. Folgende Konditionen gelten:

  • Vor dem 1. Geltungstag der Hinfahrt: Storno kostenfrei möglich
  • Ab dem ersten Geltungstag der Hinfahrt: Storno kostet 19€ für Fernverkehrs-Tickets (ICE, IC, EC) und 17,50€ für reine Nahverkehrstickets. Sobald nur ein Teilstück im ICE, IC oder EC zurückgelegt wird, zählt euer gesamtes Ticket als Fernverkehrsticket.

Habt ihr Hin- und Rückfahrt zusammen gebucht, könnt ihr das Ticket nur komplett stornieren. Da der Flexpreis aber immer gleich viel kostet ist, könnt ihr erneut Hin- oder Rückfahrt einzeln buchen.

Sparpreis-Tickets

Bei den Sparpreisen handelt es sich um die bekannten vergünstigten Fernverkehrs-Tickets mit Zugbindung. Ab 19,90€ könnt ihr durch die Republik fahren, seid dafür aber weniger flexibel. Folgende Konditionen gelten:

  • Vor dem 1. Geltungstag der Hinfahrt: Storno kostet pauschal 19€
  • Ab dem ersten Geltungstag der Hinfahrt: Storno nicht mehr möglich. Keine Erstattung.

Diese Reglung gilt übrigens für alle Sparpreis-Angebot, auch den Sparpreis Europa, sowie den Sparpreis IC Bus. Habt ihr Hin- und Rückfahrt zusammen gebucht, könnt ihr das Ticket nur komplett stornieren.

Sonderangebote des Nahverkehrs

Das Quer-durchs-Land-Ticket, das Schönes-Wochenende-Ticket und die beliebten Ländertickets (z. B. Bayern-Ticket, Schleswig-Holstein-Ticket usw.) können nicht storniert oder umgetauscht werden.

Sonderangebote des Fernferkehrs

Auch Aktionstickets des Fernverkehrs (z. B. Maxdome-Ticket, Nutella-Ticket, Lidl-Ticket usw.) sind von Umtausch und Erstattung in der Regel ausgeschlossen. Da es sich um Beförderungsleistungen handelt, gibt es auch kein 14-tägiges Rückgaberecht nach dem Kauf.

Sitzplatzreservierungen

Wer sich stolzer Besitzer einer Sitzplatzreservierung nennen darf, kann diese bis vor Fahrtantritt einmalig kostenlos Umtauschen, jedoch nicht stornieren. Für Reservierungen auf dem Handy nutzt die entsprechende Funktion in der DB Navigator-App. Habt ihr euren Platz online gebucht, könnt ihr den Umtausch per Auftragssuche durchführen oder euch alternativ mit eurem Meine BahnAccount einloggen. Am Schalter, Automaten oder per Hotline gebuchte Tickets könnt ihr hier umtauschen.

Habt ihr euere Sitzplatzreservierung zusammen mit einem Spar- oder Flexpreisticket gekauft, verfällt diese, sobald ihr die Fahrkarte storniert.

Bahnticket stornieren wegen Verspätung

Wer kennt es nicht: eingefrorene Weichen, Türen die nicht mehr schließen: Es gibt viele Gründe warum die Deutsche Bahn mit Verspätung ihr Ziel erreicht. Bei einer zu erwartenden Verspätung am Zielbahnhof von mehr als 60 Minuten kann der Fahrgast laut dem Fahrgastrechtegesetz:

  • Von seiner Reise zurücktreten und sich den vollen Fahrpreis erstatten lassen
  • Bei Nutzung einer Teilstrecke sich den nicht genutzten Anteil erstatten lassen
  • Bei Reiseabbruch und Rückkehr zum Ausgangsbahnhof, sich den bereits genutzten Anteil und den nicht genutzten Anteil erstatten lassen

Wer seine Reise nicht abbrechen möchte, bekommt immerhin eine Entschädigung. Diese Beträgt in der Regel:

  • 25% des Fahrpreises bei 60 Minuten Verspätung oder mehr
  • 50% des Fahrpreises bei 120 Minuten Verspätung oder mehr

Es gibt Sonderregelungen: Für Zeitkarteninhaber gibt es zum Beispiel pauschale Entschädigungssätze, bei Sonderangeboten des Nahverkehrs (z. B. Ländertickets) gibt es gar kein Geld. Mehr Informationen dazu in diesem Artikel:

Die Durchsetzung erfolgt in der Regel über das Fahrgastrechte-Formular. Bei komplexeren Fällen rate ich euch, eine kleine Erklärung beizulegen und das Formular per Post zu verschicken. Immer sinnvoll sind Verspätungsbescheinigungen und ähnliches vom Zug- oder Bahnhofspersonal.

Titelbild: Pixabay-Nutzer Didgeman, CC0-Lizenz

Adrian

Eigentlich von Beruf Radioredakteur. Seit ein paar Jahren regelmäßig in der Luft und auf der Schiene unterwegs. Seither durchforste ich täglich das Netz nach den besten Reiseschnäppchen. Ein Spezialgebiet von mir: Bahnreisen. Seit Juni 2017 bin ich im Team von Travel-Dealz. Ich freu mich über Mails an adrian@travel-dealz.de

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