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TSA Precheck: Schnelle & bequeme Sicherheitskontrolle in den USA

Flughafen-Sicherheitskontrollen in den USA können grausam sein: Ewig lange Schlangen, Wartezeiten vor dem Ganzkörperscanner und die Pflicht, die Schuhe ausziehen sind in hier Normalität. Doch das muss nicht sein!

Mit dem Precheck-Programm (auch TSA Pre oder TSA Pre✓) der amerikanischen Transportsicherheitsbehörde TSA dürft ihr eine separate Sicherheitskontrolle nutzen, müsst weder Schuhe ausziehen, noch Flüssigkeiten oder Laptops herausholen und habt viele weitere Sonderrechte. Wie ihr TSA Precheck-Mitglied werdet und welche Vorteile das Programm bietet, möchte ich euch in diesem Artikel erklären.

Precheck-Website ›

Funktionsweise & Vorteile

Wer TSA Precheck-Mitglied ist und über eine Known Traveller Number verfügt, darf in den USA die bevorzugte Sicherheitskontrolle nutzen. Auf großen US-Airports gibt es meist separate Precheck-Sicherheitskontrollen, auf kleineren Flughäfen gibt es häufig Precheck-Schlangen, über die ihr an den anderen Reisenden vorbeigeführt werdet. Ist beides nicht vorhanden, könnt ihr dem TSA-Personal eure Bordkarte mit Precheck-Vermerk zeigen und werdet ggf. bevorzugt behandelt und müsst nicht durch den Ganzkörperscanner.

Wichtig: Der Precheck-Status muss auf eurer Bordkarte vermerkt sein und das geht nur, wenn die Airline auch am Precheck-Programm teilnimmt. Neben fast allen US-Airlines sind das Lufthansa, Air Canada, Air France, Brussels Airlines, Emirates, Etihad, KLM, Singapore Airlines, Turkish Airlines und dutzende weitere. Swiss, Austrian, LOT und British Airways befinden sich z. B. nicht in der Liste.

tsa pre bordkarte

TSA Precheck auf einer Bordkarte von American Airlines

Diese Vorteile bietet euch TSA Precheck:

  • Kürzere Wartezeiten: 94% der TSA Pre✓-Passagiere warteten im Januar 2018 weniger als fünf Minuten an den Sicherheitskontrollen der US-Flughäfen
  • Viele Airports & Airlines: Auf fast allen Flughäfen in den USA gibt es Precheck-Schlangen oder -Sicherheitskontrollen. Insgesamt nehmen 47 Airlines am Programm teil, darunter United, American, Delta und Lufthansa
  • Kein Schuheausziehen: Als TSA-Precheck-Member dürft ihr eure Schuhe anlassen. Es sei denn, der Metalldetektor schlägt an; in diesem Fall werdet ihr gebeten, die Schuhe auszuziehen und sie röntgen zu lassen
  • Metalldetektor statt Ganzkörperscanner: An den US-Sicherheitskontrollen müsst ihr heutzutage fast immer einen Ganzkörperscanner passieren, dies ist bei Pre✓ anders: Hier werdet ihr in der Regel durch einen Metalldetektor gelotst, den ihr in maximal 2 Sekunden passiert habt. Schlägt dieser an, werdet ihr ggf. zum Ganzkörperscanner geschickt
  • Laptops und Flüssigkeiten: Im Gegensatz zur normalen Sicherheitskontrolle, dürfen Laptops, andere elektronische Geräte sowie Flüssigkeiten im Gepäck bleiben und müssen nicht herausgeholt werden. Trotzdem gilt für Flüssigkeiten die weltweite Regel: Sie müssen in einem Klarsichtbeutel (max. 1l) verpackt werden und die einzelnen Flüssigkeiten dürfen 100 ml pro Packung nicht überschreiten
  • Jacken und Gürtel anlassen: Den Metalldetektor dürft ihr auch dann passieren, wenn ihr leichte Jacken oder einen Gürtel anhabt. Natürlich müssen eure Hosen- und Jackentaschen leer sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Metalldetektor sehr schwach eingestellt ist: Selbst mit Gürtel und winterlichen Wanderschuhen (die in Deutschland fast immer piepsen), hatte ich in den USA noch keine Probeme
  • Mitreisende mitnehmen: Fast immer bekommen eure Mitreisenden auf der gleichen Buchung (inoffiziell) auch den Precheck-Vermerk auf die Bordkarte und dürfen mit euch durch die schnelle Sicherheitskontrolle. Die Erfahrung aus dem Travel-Dealz-Team zeigt, dass das in mehr als 80% der Fälle funktioniert
TSA Precheck Screening

© TSA

TSA Pre-Mitglied werden

Um den Precheck-Status zu bekommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder ihr nehmt am Global Entry-Programm teil; ihr seid Amerikaner und könnt euch gegen Gebühr direkt für Precheck registrieren. Oder: Eure Airline ernennt euch direkt zum Precheck-Kunden.

Global Entry: Jeder, der die Beantragung von Global Entry überstanden hat, darf nicht nur die schnelle Einreise in die USA nutzen, sondern ist automatisch auch Precheck-Mitglied. Die Global-Entry Mitgliedschaft kostet 100$ und gilt für fünf Jahre. Der Beantragungsprozess inkl. Interview in den USA ist allerdings recht aufwendig – dafür oft aber die einzige Möglicheit für Deutsche, an Precheck zu kommen. Peer hat alle Infos zusammengefasst:

Direktbewerbung als Amerikaner: Als US-Staatsbürger oder Green Card Holder könnt ihr euch auch direkt für Precheck bewerben. Die Fünf-Jahres-Mitgliedschaft kostet 85$. Genau wie bei Global Entry müsst ihr die Mitgliedschaft online beantragen, anschließend erfolgt eine Hintergrundüberprüfung und schließlich werdet ihr zu einem Interview in einem Enrollment-Center in den Staaten eingeladen. Dort werdet ihr für ca. 5 Minuten befragt und anschließend für Precheck freigegeben.

Precheck automatisch als Vielflieger: Habt ihr einen Vielfliegerstatus bei einer (amerikanischen) Airline, kann es passieren, dass TSA Precheck auf eure Bordkarte gedruckt wird, obwohl ihr weder eine Sicherheitsbefragung absolviert habt, noch eine Known Traveller Number besitzt. Dieser Vorteil wird aber nur inoffiziell gewährt, das heißt, ihr habt nicht automatisch Anspruch. Zudem hat die TSA angekündigt, dies stark einzuschränken.

TSA Pre✓-Mitgliedschaft bei Buchung hinterlegen

Sowohl als Global Entry-Member, als auch als Amerikaner mit direkter Precheck-Registrierung, erhaltet ihr eine sogenannte Known Traveller Number (auch KTN, Passid oder Global Entry ID). Die Nummer, die ihr für Global Entry erhaltet, ist die gleiche, die ihr auch für Precheck benötigt.

DIe KTN könnt ihr bei der Buchung direkt angeben. Meist gibt es ein Feld für die Known Traveller Number. Gerade bei US-Airlines gibt es häufig auch die Möglichkeit, die Nummer im Vielfliegerprofil zu hinterlegen. Die Nummer muss spätestens beim Check-In hinzugefügt werden. Bei United funktioniert dies auch an den Self-Service-Check-In-Automaten, bei z. B. Delta und Lufthansa müsst ihr euch an das Personal wenden.

Hinweis: Bei manchen Airlines, z. B. Lufthansa, ist der Precheck-Vermerk nicht auf mobilen Bordkarten zu sehen. In diesem Fall müsst ihr euch eine Papier-Bordkarte besorgen.

Fazit

Ich bin recht häufig in den USA unterwegs und habe mir daher Global Entry samt TSA Precheck zugelegt. Die nötige Investition von 100$ betreue ich kein bisschen. Tatsächlich finde ich Precheck fast noch ein bisschen praktischer als Global Entry; schon alleine deshalb, weil man es ja üblicherweise häufiger nutzt. Die Sicherheitskontrollen mit Precheck gehen enorm schnell vonstatten, Nachfragen zum Inhalt des Gepäcks gibt es so gut wie nie (im Gegensatz zu Deutschland!). Dabei zeigt sich die Herangehensweise der amerikanischen Behörden, mit der sie in diesem Fall vielleicht gar nicht so unrecht haben: Potentielle Gefährder erkennt man eher durch eine Hintergrundüberprüfung vor dem Flug (NSA lässt grüßen), als bei der Flughafen-Sicherheitskontrolle an sich.

Titelbild: © TSA

Adrian

Eigentlich von Beruf Radioredakteur. Seit ein paar Jahren regelmäßig in der Luft und auf der Schiene unterwegs. Seither durchforste ich täglich das Netz nach den besten Reiseschnäppchen. Ein Spezialgebiet von mir: Bahnreisen. Seit Juni 2017 bin ich im Team von Travel-Dealz. Ich freu mich über Mails an adrian@travel-dealz.de
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Kommentare (3)

  1. Hallo Adrian,
    ich bin auch,oft in den USA und habe letzten November mein Interview gehabt. Bin angenommen, Allerdings habe ich zwar eine Nummer bekommen, die mit Kuli in ein Heft geschrieben wurde, aber ich habe keine Karte für global entry bekommen. Mein Sohn, der in USA lebt, hat auch das Interview gemacht und dann eine global entry ID Karte bekommen, die er jetzt bei Immigration zusammen mit seiner Greencard in den Automaten stecken muss. Wie ist das bei dir? Muss ich mich da nochmal melden, oder bekommen deutsche Staatsbürger ohne Greencard keine separate Karte? Das ist blöd, besonders weil wir auch mit dem Auto nach Kanada fahren und dann bei der Rückreise ich ja nicht nachweisen kann dass ich für global entry registriert bin und wir folglich in der Riesenschlange wie alle anderen zurückreisen müssen statt die global entry Schlange nutzen zu können. Das wäre total nett wenn du mir das beantworten könntest. Liebe Grüße und vielen Dank für deine tollen Tipps , fritzi

    Antwort

    • Für deutsche Staatsbürger gibt es leider keine Karte. Läuft alles über den Reisepass bzw. die Known Traveller Nummer, die du ja schon erhalten hast.

      Somit ist die Nexus Lane zur Einreise leider auch nicht nutzbar und man muss sich in die Schlange stellen wie alle anderen auch.

      Antwort

  2. Ob das mit dem Metalldetektor so stimmt?
    Ich erinnere mich die Titandrähte hinter meinen Schneidezähnen (vom Orthopäden nach einer Behandlung zur Stabilisierung der Zähne angebracht) erklären zu müssen – die dann so pingelig waren und das ganze mit nem Anruf bei einem Artzt verifiziert hatten… – Ja, die haben jeweils bei Hin- und Rückflug Kieferorthopäden angerufen um meine Aussage zu bestätigen. Das hat die „dreiviertelstunde-warten-Schlange“ (nur in US) noch mal um 15 Minuten verzögert.

    Sowohl in DE als auch in US – aber damals gab es kein TSA pre…

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