Finnair: Neuer Business-Light-Tarif kommt ohne Lounge, ohne Gepäck und ohne Priority-Services

Finnair Wingtip

Vor über einem Jahr hat Finnair erstmals angekündigt, einen Light-Tarif für die Business Class anzubieten. Damals klangen die Details eigentlich noch ganz akzeptabel: Aufgabegepäck wäre nicht inkludiert, aber die üblichen Dienste wie Loungezugang, Priority-Check-in usw. würden vermutlich erhalten bleiben.

Dachten wir zumindest. Die Einführung des neuen Business-Light-Tarifs wurde verschoben und lange war es still um Finnairs neue Tarifstruktur. Heute wurden die neuen Tarife nun zur Buchung freigegeben und zugleich die Informationen auf der Finnair-Website aktualisiert. Daraus geht hervor:

  • Business Light beinhaltet kein Freigepäck
  • Business Light beinhaltet keinen Loungezugang
  • Business Light beinhaltet keine Sitzplatzreservierung
  • Business Light beinhaltet keinen Priority Check-in
  • Business Light beinhaltet keinen Fast Track an der Security
  • Business Light beinhaltet kein Prioriy Boarding
  • Business Light erlaubt keine Umbuchungen (abseits der Corona-Kulanzen)

Das muss man erst einmal sacken lassen und stellt sich im Anschluss die Frage:

Was bleibt überhaupt noch von der Business Class?

Was die Services am Boden angeht, wird ein Business-Light-Passagier tatsächlich mit einem Passagier der Economy Class gleichgestellt. In der Luft gibt es aber – mit kleinen Ausnahmen – das typische Business-Produkt:

  • Business-Class-Sitzplatz (auf Langstrecke lie-flat)
  • Bessere Verpflegung
  • 2x 10 kg Handgepäck + Personal Item
  • 150% Meilen (bei Finnair Plus)

Einige der gestrichenen Services wie Loungezugang oder Sitzplatzreservierung lassen sich käuflich erwerben. Das dürfte allerdings eher unattraktiv sein.

Bildunterschrift? Can be purchased

Ab sofort buchbar – auf Kurz- und Langstrecke

Finnair macht keine Angaben dazu, auf welchen Strecken genau der neue Tarif verfügbar sein wird. Er ist aber auf jeden Fall sowohl innerhalb Europas als auch zu vielen Zielen auf Langstrecke verfügbar.

Bislang sieht es danach aus, als würden alle Strecken außer von / nach Nordamerika von den Änderungen betroffen. Dort verhindert vermutlich das Joint Venture mit British Airways, Iberia, Aer Lingus und American Airlines (noch) derartige Änderungen.

Beispiel: Für einen Flug von Frankfurt nach Bangkok (8. bis 15. Dezember 2021) werden folgende Tarife angeboten:

  • Business Light: 2.450€ roundtrip
  • Business Classic: 2.750€ roundtrip
  • Business Flex: 3.443€ roundtrip

Wer nun ein Business-Class-Ticket für 2.450€ bucht, darf damit nicht in die Lounge und sich zum Check-in am Economy-Schalter anstellen. Die gewohnten Inklusivleistungen gibt es nur für insgesamt 300€ Aufpreis.

Was ändert sich für Statuskunden?

Habt ihr einen Sapphire- oder Emerald-Status bei der Oneworld-Allianz inne, sieht es zum Glück nicht ganz so düster aus. Freigepäck, Priority-Services am Flughafen und Sitzplatzreservierung gehören allesamt zu den Oneworld-Statusvorteilen.

Wir gehen daher davon aus, dass diese auch weiterhin gewährt werden. Womöglich müsst ihr Finnair dann aber telefonisch kontaktieren, um bspw. einen Sitzplatz zu reservieren.

Einzig beim Freigepäck haben auch Statuskunden das Nachsehen. Mit Sapphire- oder Emerald-Status dürfen sie zukünftig wohl nur noch einen Koffer mit 23 kg einchecken. Das Gleiche gilt für Vielflieger mit Silver-Status (Ruby) bei Finnair Plus, wenn der Flug eine Finnair-Flugnummer trägt.

Bislang beinhaltete jedes Business-Class-Ticket 2x 32 kg Aufgabegepäck + einen weiteren Koffer für Statuskunden.

Fazit

Mit einem Business-Class-Tarif hat das neue Angebot von Finnair nicht mehr viel gemein. Eigentlich könnte man die Flüge auch direkt als Eco Light verkaufen und einfach eine kostenpflichtige Sitzplatzreservierung in den Business-Sitzen anbieten. Dagegen wirkt selbst der Business-Light-Tarif von Qatar noch großzügig.

Bleibt zu hoffen, dass Finnair eine Ausnahme bleibt und andere Airlines an der bewährten Gestaltung eines Business-Tarifs festhalten. Leider sieht es da vermutlich schlecht aus. Lufthansa reibt sich sicher schon die Hände und arbeitet „auf vielfachen Kundenwunsch“ an ähnlichen Tarifen.

Quelle: Pressemitteilung

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Kommentare (17)

  1. VanDude sagt:

    Na ja, in Verbindung mit AMEX Platinum und Priority Pass, kann man machen. Vorausgesetzt die Preise sind deutlich günstiger.

  2. Spaßvogel sagt:

    Na ja die Controller in den Unternehmen wird’s freuen. Auf dem Papier eine Sparmaßnahme verbuchen und der böse Kollege, der noch reisen darf, frisst sich nicht auf Firmenkosten in der Lounge die Hosen dreckig.

  3. Sven sagt:

    Ich buche die Businessclass auch deshalb, weil ich mich um weniger kümmern, entspannter reisen und mich weniger über die Abzockerei bei den Airlines ärgern will.

    Was soll dieses Produkt zu diesem Preis? Finnair ist ohnehin meist relativ teuer, bietet zwar guten Durchschnitt, mehr aber auch nicht.

    Ich hoffe wirklich, dass Airlines, die es mit solchen unseriösen Angeboten versuchen vom Markt abgestraft und gemieden werden.

    Wenn es ist tatsächlich so, wie im Text beschrieben: ein Economy-Flug mit einer sehr teuren Reservierung in der Businessclass.

  4. Jimmy sagt:

    kommt halt immer drauf an, wieviel die Finnen für diesen Schildbürgerstreich denn „nehmen“?

  5. Walter sagt:

    Unseriös … nur damit man in den Suchportalen als „Günstig“ in dem Tarif angezeigt wird! Ein starker Grund die Airline zu meiden!

  6. Stefan sagt:

    Liest sich wie 1. April… irre…

    Wie kommt man nur auf sowas??

  7. Lukas sagt:

    Ich frage mich ob es einen Hintergrund gibt bzgl. Geschäftskunden.
    Buchungssysteme wie SAP Concur bieten oft einen Preisvergleich wo sich der Dienstreisende einen Flug aussuchen kann. Je nach Firma darf der gewählte Flug dann nicht mehr als 10% teurer als die günstigste Verbindung sein. Das System prüft das und (je nach Firma) verweigert die Buchung oder informiert den Vorgesetzten.
    Vielleicht will Finnair damit eher unter den 10% günstigsten Flügen sein und kriegt evtl. mehr Buchungen. Wenn das Gepäck später gebucht wird, hat der Mitarbeiter „regelkonform“ gebucht und kriegt trotzdem Lounge, Freigepäck und schnellen Check in. Daher wird das wohl auch als Paket angeboten. Nur Gepäck zu buchen wäre bei einer > 18 Stunden Dienstreise schon hart.

  8. Michael sagt:

    wie sieht es denn mit Award-Tickets und den Serviceleistungen aus?

  9. Hasan sagt:

    2450 Euro ist zuviel.Da kann man ja einen richtigen Buissnesflug kaufen.Selbst als Statuskunde würde ich das nicht buchen.Früher gab es mal bei Garuda indonesia einen Supertouristtarif mit Sitzplatz in Buissnes und Ekonomyservice und Gepäck um 600 Mark Aufpreis. Das habe ich früher gebucht und war zufrieden.Dies ist für mich ein Lighttarif. War mir klar dass Lufthansa dem folgen wird.Seit es keinen Service mehr gibt fliege ich mit anderen wenn es möglich ist in Ekonomy. Biussneslighttarif.
    muss auch light sein und sollte die Hälfte von 2450 EUR kosten.wird immer schlimmer mit dem Fliegen.Emirates und Qatar Airlines kommen für mich nicht mehr in Frage und jetzt gibt es bei Singapore Airlines für Ekonomy Lighttarif auch noch nur 25 Kilo Freigepäck. In Zukunft macht das Reisen keinen Spaß mehr wenn das so weitergehen wird.Wenn dann die ökofanatiker in der Regierung auch noch kassieren dann wird man wohl in Deutschland oder Europa den Urlaub verbringen müssen.Geld hat man ja durch sie ökofanatikermassnahmen sowieso keines mehr wenn man Heizung Strom und den Sprit zum Pendeln bezahlen muss.lebensmittel sollen auch teurer werden .Wenn auch noch Kleidung und Schuhe teurer werden werden die Innenstädte wohl veröden. VIEL SPASS FÜR DIE ZUKUNFT.

  10. Maxim sagt:

    Solange die Buchungszahlen stimmen sehen die Verantwortlichen nur eins: Es funktioniert.
    Man kann nur zusehen, dass man um solche Airlines bzw. Tarife einen großen Bogen macht. Die Frage ist, wie viele Leute da wirklich auf Preis Leistung achten oder sich von irgendwelchen Marketing Maßnahmen beeinflussen lassen.

  11. Stefan sagt:

    Der Status Vielflieger wird sich freuen. Aber im Hinblick auf den gerade zu erwartentenden stärkeren Urlaubsflieger schon interessant. Wenn ich da Geld für C ausgebe, will ich schon das Rundumpaket und fühle mich bei so light Sachen veräppelt. Da buche ich lieber woanders. Und wie ihr schon schreibt, die LH lässt sich da bestimmt was ganz besonderes noch einfallen….

    • Rainer Haessner sagt:

      Ich sehe das nicht so verbissen. Die tatsächlich gezahlten Tarife ergeben sich aus dem Wettbewerb.
      Der eigentlich ärgerliche Punkt ist die Manipulation der Suchmaschinen. Ein gefundenes Ergebnis muss man jetzt auch in C nachträglich noch einmal umrechnen.
      Warten wir einmal ab, vielleicht passen sich auch die Suchmaschinen an und bieten Suchoptionen wie „addiere 75 €, wenn kein Freigepäck enthalten ist, addiere 50€ für eine fehlende Sitzplatzreservierung“ und sortiere nach dem Preis zuzüglich der „Optionen“.

      • Maxim sagt:

        Stimmt prinzipiell.
        Das setzt allerdings voraus, dass die Tarife ohne entsprechende Leistungen auch günstiger werden. Soweit ich mich erinnern kann, sind viele Tarife, die ähnliche Modelle umgesetzt haben (Eco Light auf transatlantik, Katar und die Lounge) erst mal nicht günstiger geworden.
        Und das bedeutet letztendlich nur eine Preiserhöhung. Zumal halt irgendwie das gute Gefühl kaputt geht, wenn man für jede Leistung die KK rausholen muss.

        • Peer sagt:

          Genau das ist leider das Problem. Bei Qatar wurden die Tickets auch keinen Cent günstiger, als der neue Tarif ohne Lounge eingeführt wurde.

        • Sven sagt:

          Ich würde bei diesem Leistungsumfang einen Preis von knapp unter 1000€ für einen Transatlantikflug erwarten.
          Andernfalls wüsste ich nicht, warum ich ausgerechnet Finnair mit seinem „light-Tarif buchen sollte.

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