Das griechische Vielfliegerprogramm Miles+Bonus vom Star-Alliance-Mitglied Aegean war bisher für die einfache Statusqualifikation bekannt. Nun sind die Statusanforderungen zwar verschlechtert worden, jedoch dürften die meisten noch einige Prämienmeilen bei Miles+Bonus haben, sodass sich ein Blick auf die besten Einlösemöglichkeiten lohnt.
In diesem Artikel wollen wir uns also die Sweetspots von Miles+Bonus näher anschauen. Diese sind erstaunlich vielfältig und bieten dank niedriger Meilenpreise für eigentlich jeden eine passende Einlöseoption. Welche das sind und welche sich besonders lohnen, schauen wir uns jetzt einmal an. Eins jedoch vorab: Aegean selbst ist gar nicht dabei.
Inhaltsverzeichnis
- Miles+Bonus Routing Regeln
- Die Miles+Bonus Sweetspots
- Ab 12.500 Meilen + 5€: United Economy von New York nach Grönland
- Ab 30.000 Meilen + 444€: Emirates Business Class nach Nahost
- Ab 32.500 Meilen + 51€: Business Class innerhalb Fernost
- Ab 65.000 Meilen + 265€: Business Class nach Fernost
- Ab 75.000 Meilen + 500€: Business Class nach Ozeanien
- Ab 75.000 Meilen + 580€: Lufthansa First Class
- Ab 75.000 Meilen + 200€: ANA First Class
- Wie komme ich an Aegean Miles+Bonus Meilen
- Fazit
Miles+Bonus Routing Regeln
Bevor wir uns die einzelnen Sweetspots von Miles+Bonus anschauen, ist es wichtig, sich mit den Routing Regeln für Prämienflüge zu beschäftigen. Dabei muss man zwischen Prämienflügen mit Aegean/Olympic Air und den Partnerfluggesellschaften differenzieren. Dies gilt zum einen für die Bepreisung als auch die Segmentregelung.
Prämienflüge mit Aegean und Olympic Air
Prämienflüge für die Miles+Bonus eigenen Airlines werden Prämienflüge pro Segment und distanzbasiert berechnet. Dabei starten die Preise je nach Streckenart (national/international) und Reiseklasse (Economy Flex, Economy Comfort Flex & Business) bei einem fixen Meilenpreis und für längere Strecken kommt ein Multiplikator zum Greifen. Dieser reicht von 8-fach (Economy) bis zu 15-fach (Business). Durch die separate Berechnung sind auch Stopover möglich.

Umbuchungen sind kostenfrei, lediglich eine Steuerdifferenz wird einem in Rechnung gestellt. Eine Streckenänderung ist jedoch nicht möglich. Stornierbar sind die Tickets für 23€, für telefonische Buchungen fällt zudem bei der Buchung eine Servicegebühr von 20€ an. Im Economy Flex Tarif ist zudem kein Aufgabegepäck inkludiert, im Economy Comfort Flex ist zudem eine kostenlose Umbuchung auf einen früheren/späteren Flug am selben Tag enthalten.
Prämienflüge mit den Partnerairlines
Prämienflüge mit allen anderen Airlines werden pauschal nach einem Awardchart bepreist. Dieser ist insgesamt wohl einer, wenn nicht der attraktivste Awardchart innerhalb der Star Alliance. Buchbar sind Economy, Business und First Class Flüge. Letztere sind in der Realität jedoch schwer zu buchen, nachdem es kaum noch Airlines in der Star Alliance mit einer First Class gibt und diese meist nur sehr beschränkt Verfügbarkeiten herausgeben. Emirates, ebenfalls eine Partnerairline von Miles+Bonus bietet mittlerweile gar keine First Class Flüge über das Programm an.

Auch die Partner Awardflüge lassen sich für 23€ stornieren und umbuchen. Dabei sind hier leider keine Stopover möglich, maximal kann ein Zwischenstopp somit 23 Stunden dauern, ehe es zu einer einzelnen Bepreisung der Segmente kommt. Dafür ist es bei Miles+Bonus kein Problem, wenn man auf dem Weg in die Zielregion eine weitere Region berührt. Mixed Cabin Awards und Open Jaw Flüge sind leider nicht möglich.
Die Miles+Bonus Sweetspots
Nun aber zu den Sweetspots des Aegean Miles+Bonus Programms. Leider sind dies ausschließlich Flüge mit Partnerairlines, nachdem die Preise für Aegean Flüge meist recht moderat sind und die Segmente distanzbasiert sowie einzeln bepreist werden.
Ab 12.500 Meilen + 5€: United Economy von New York nach Grönland
Ein recht neuer (saisonaler) Sweetspot sind die Flüge von United Airlines nach Grönland. Miles+Bonus zählt Grönland zu Nordamerika und somit kann man die sonst recht teuren Tickets mit United Airlines für nur 12.500 Meilen pro Richtung und ab 5€ Zuzahlung buchen. Bei Preisen um die 1.000 Euro für einen Returnflug lassen sich hier sehr gute Gegenwerte für einen sehr besonderen Flug erreichen.
Ab 30.000 Meilen + 444€: Emirates Business Class nach Nahost
Emirates Skywards ist wohl eines der unattraktivsten Programme der Welt. Deswegen ist beim Buchen eines Prämienfluges schon jetzt der Weg über eines der wenigen Partnerprogramme die sinnvollste Option. Seit 2025 ist auch Aegean Miles+Bonus unter eben diesen. Auch wenn man mittlerweile nicht mehr die Emirates First Class buchen kann, bietet Miles+Bonus trotz hoher Zuzahlung unschlagbare Meilenpreise für Flüge mit der Golfairline.

Flüge innerhalb der Golfregion kosten gerade einmal 21.000 Meilen. Nach Europa (oder andersrum) geht es für nur 30.000 Meilen in der Business Class. Doch auch Flüge ab Dubai nach z.B. Auckland kosten mit 55.000 Meilen (+600€ Zuzahlungen!) ein Bruchteil dessen, was Emirates selbst (178.000 Meilen + dieselben Zuschläge) verlangt. Wer somit unbedingt einmal mit der Golfairline fliegen möchte, kann dies über Miles+Bonus am günstigsten machen.

Für Flüge ab Europa über Dubai in die Welt greift wieder der Awardchart ab Europa. Nach Ozeanien fliegt man somit für 75.000 Meilen plus circa 1.000€ an Zuzahlungen in der Business Class. Die Zuzahlungen bleiben zwar dreist, dafür ist der Meilenpreis in Kombination dazu durchaus eine Option.
Ab 32.500 Meilen + 51€: Business Class innerhalb Fernost
Flüge innerhalb Asiens können schnell mehrere Stunden dauern. Gerade zwischen den Metropolen, wie Singapur/Bangkok/Jakarta und Seoul/Tokio können Flüge bis zu sieben Stunden lang sein, sodass sich hier Business Class Flüge definitiv lohnen. Für gerade einmal 30.000 Meilen plus je nach Startflughafen nur 51€ an Zuzahlungen kann man bis zu sieben Stunden Lieflat Business genießen.


Ab 65.000 Meilen + 265€: Business Class nach Fernost
Nicht nur kurze Flüge oder Flüge innerhalb einer Kategorie können sich lohnen. So sind gerade nach der Entwertung bei Miles&More Flüge mit den Partnerairlines innerhalb der Star Alliance über Miles+Bonus sehr attraktiv. Gerade einmal 65.000 Meilen plus niedrige dreistellige Zuzahlungen werden pro Richtung fällig.

Ab 75.000 Meilen + 500€: Business Class nach Ozeanien
Der wohl beste Sweetspot im Miles+Bonus Programm sind Flüge nach Ozeanien. Gerade einmal 75.000 Miles+Bonus Meilen sind erforderlich, um von Europa in der Business Class an das andere Ende der Welt zu fliegen. Dabei ist zwar immer ein Zwischenstopp notwendig, solange dieser aber kürzer als 24 Stunden ist, ist dies kein Problem.

Möglich sind sowohl Routings über Südostasien (Bangkok/Singapur) als auch Fernost (Seoul/Tokio). Mit etwas Arbeit findet man auch Verfügbarkeiten von Europa, ohne Lufthansa Group Airlines, sodass die Zuzahlungen bei 500€ pro Richtung bleiben.

Ab 75.000 Meilen + 580€: Lufthansa First Class
Lufthansa First Class buchen über Partnerprogramme ist eine Sache für sich. So gibt der Kranich mittlerweile nur 3-5 Tage vor Abflug Verfügbarkeiten für Partnerfluggesellschaften hinaus. Miles+Bonus zeigt jedoch, dass sich das Gepoker durchaus lohnen kann. So kosten Prämienflüge von oder in die USA und Mexiko gerade einmal 75.000 Meilen plus ca. 580€ Zuzahlungen (ab Europa) und ermöglichen einem First-Class-Flüge zu einem der günstigsten Meilenpreise aller Programme weltweit.

Es gibt jedoch auch noch weitere Strecken, die die Lufthansa mit einer First Class bedient. So kann man ab 75.000 Meilen auch nach Indien oder Südafrika fliegen. Für 90.000 Meilen kann man zudem in der Lufthansa First Class ab zum Beispiel Tokio nach Frankfurt fliegen.

Ab 75.000 Meilen + 200€: ANA First Class
Eine weitere sehr attraktive Einlösemöglichkeit sind First Class Flüge mit ANA. Den günstigsten Preis findet man für First Class Flüge mit ANA von Japan nach Hawaii (bzw. vice versa) an Bord des Airbus A380. Die Verfügbarkeiten sind zwar nicht prächtig, jedoch gibt es teilweise sogar zwei Verfügbarkeiten an einem Datum.
Es gibt aber auch noch weitere ANA First Class Verbindungen, die man mit Aegean Miles+Bonus Meilen buchen kann. Hier sind die Verfügbarkeiten meist deutlich schlechter. Auf den folgenden Strecken konnten wir binnen der nächsten 360 Tage mindestens eine Verfügbarkeit finden:
- Tokio (Haneda) – London (LHR): 90.000 Meilen
- Chicago (ORD) – Tokio (HND): 100.000 Meilen
Wie komme ich an Aegean Miles+Bonus Meilen
An Miles+Bonus Meilen kommt man leider nicht ganz so einfach, wie an die anderer Vielfliegerprogramme. Neben dem Sammeln durch Flüge kann man Aegean Miles mittlerweile jedoch auch in Deutschland durch Kreditkartenumsätze sammeln.
Die Lösung hierfür ist Revolut. Alle Informationen zu den RevPoints von Revolut, sowie der 1:1 Transferoption zu Miles+Bonus haben wir im verlinkten Artikel für euch zusammengefasst:
Leider kann man die genauen Verfügbarkeiten bei Miles+Bonus nur einsehen, wenn man entsprechend viele Meilen auf dem Konto hat. Man sollte vorab also bei einem anderen Programm die Partnerverfügbarkeiten gegenchecken, bevor man Meilen transferiert.
Fazit
Miles+Bonus ist meiner Meinung nach eines der spannendsten Meilenprogramme der Welt. Während gefühlt jedes andere Vielfliegerprogramm in den letzten Jahren am Awardchart geschraubt hat, sind die Meilenpreise hier nach wie vor auf einem (sehr) niedrigen Niveau. Zwar sind nicht so viele Optionen zwecks Open Jaw, Mixed Cabin Award und Routing möglich, , das ist bei den Meilenpreisen jedoch auch nicht wirklich nötig, um trotzdem adäquate Gegenwerte zu erhalten.
Vielen Dank an Stefan für die Fotos!
Titelbild: © Aegean Airlines
Kommentare (6)
Meinen Lieblings-Sweetspot bei M&B habt ihr zum Glück gar nicht gefunden. 7 Stunden in der C für gerade mal 21500Meilen + 50 Euro. Verfügbarkeit hervorragend.
Klingt so spontan nach Flügen mit Ethopian Airlines innerhalb Afrikas.
Vielleicht bist du ja aber so nett und teilst den mit uns. 😉
Beste Grüße
Meinen Lieblings-Sweetspot bei M&B habt ihr zum Glück gar nicht gefunden. 7 Stunden in der C für gerade mal 21500Meilen + 50 Euro. Verfügbarkeit hervorragend.
Die eigentlichen Sweetspots liegen in den Geographie-Kentnissen a la topbonus.
Das ist alles theoretisch super, ich hatte aber größte Mühe, meine fast 800’000 Meilen loszuwerden: Verfügbarkeit ist nur in die USA zu finden, sonst maximal Einzelplätze. Asien sowieso nur während des Monsuns. Verfügbarkeit mit M&M ist um Welten besser, auch bei Nicht-Gruppen-Airlines.
Das mag sein, aber der größte Vorteil ist das die Meilen nicht verfallen. Im Gegensatz zu vielen anderen *A Airlines hat man also Zeit was passendes zu finden.
ich habe bisher immer was gefunden .