Erwartungen übertroffen: Bewertung der Air New Zealand Premium Economy

Air NZ Prem Eco AKL ORD 2er Reihe

Reisen nach Neuseeland sind für uns Europäer kein Zuckerschlecken. Das Land liegt für uns am Ende der Welt und so dauert selbst die schnellste Flugverbindung an die 24 Stunden. Umso wichtiger ist es bei einer solch langen Reise, nicht vollkommen gerädert am Ziel anzukommen.

Als diesen Sommer eine Grenzöffnung Neuseelands absehbar war, habe ich daher nicht lange gezögert und bei einer Weltumrundung in Premium Economy zugeschlagen. Teil der kleinen Weltreise waren auch zwei Langstrecken mit dem Flag Carrier der Kiwis. Im Folgenden ein paar Einblicke in deren Bordprodukt.

Als Fokuspunkt dient der längste Flug der Reise – mit rund 14 Stunden Flugzeit von Auckland nach Chicago. Zunächst aber die Flugdaten dieses Segments:

  • Flug: NZ 26 AucklandAKL – Chicago ORD
  • Sitzplatz: 27K
  • Fluggerät: Boeing 787-9 ZK-NZN (Auslieferung September 2018)
  • Planm. Abflug: 20:15 Uhr
  • Planm. Ankunft: 16:00 Uhr
  • Blockzeit: 14h 45min
  • Reisezeitpunkt: November 2022

Buchung

Wir hatten diesen Sommer beim Round-the-World-Angebot der Star Alliance zugeschlagen. Für rund 1.600€ buchten wir folgende Flüge mit Reisezeitraum Oktober – November 2022:

  • Paris – München – Osaka in der Lufthansa Premium Economy
  • Tokio – Auckland in der Air New Zealand Premium Economy
  • Auckland – Houston in der Air New Zealand Premium Economy
  • Austin – Frankfurt – Paris in der Lufthansa Premium Economy

Seit Buchung wurden fast alle Flüge der ursprünglichen Buchung storniert oder verschoben. Einige (unfreiwillige) Umbuchungen später wurde aus obigem Routing:

  • Paris – Frankfurt – Seoul in der Lufthansa Premium Economy
  • Seoul – Osaka in der Asiana Economy Class
  • Tokio – Auckland in der Air New Zealand Premium Economy
  • Auckland – Chicago in der Air New Zealand Premium Economy
  • Chicago – Houston in der United Economy Class
  • Austin – Frankfurt – Paris in der Lufthansa Premium Economy

Die Umbuchungen waren zwar ärgerlich, aber immerhin gab es so noch ein paar zusätzliche Segmente (und einen 23h-Stopp in Seoul) dazu. In dem Review hier soll es jedoch nur um die knapp 15-stündige Langstrecke von Auckland nach Chicago gehen.

Unser Flugticket einmal um die Welt, nach zahlreichen Umbuchungen

Check-in

Die Sitze konnten wir ab dem Buchungszeitpunkt kostenlos reservieren. Der Online-Check-in bot daher keine Vorteile, er hat aber funktioniert.

In Auckland gibt es zwei, voneinander getrennte Terminals. Im internationalen Abflugbereich betreibt Air New Zealand einen eigenen Check-in-Flügel für Premiumkunden. Der steht allen Star-Alliance-Gold-Kunden sowie Passagieren der Premium Economy und Business Class offen. Von außen wirkt der Check-in ähnlich pompös wie so mancher First-Class-Schalter:

Air ZN Premium Check in AKL 1
Sehr vielversprechend: Premium Check-in in Auckland

Innen sieht es dann nicht mehr ganz so luxuriös aus. Es gibt zahlreiche Automaten zum Self-Check-in, aber nur wenige besetzte Tresen. Zum Glück war während unseres Besuchs nicht allzu viel los und wir konnten ohne große Wartezeit den Schalter benutzen.

Air NZ Premium Self Check in AKL 1
Innen nur noch halb so luxuriös

Was nun folgte, war einer der langsamsten Check-in-Vorgänge, die ich in den letzten Monaten erlebt hatte. Da Air New Zealand offenbar nicht auf den Rest der Buchung zugreifen konnte, mussten wir die Reservierung für den Rückflug manuell vorzeigen. Alleine dies im System zu hinterlegen hat mehrere Anläufe und ca. 5 Minuten gebraucht. Erst nach ca. 15 Minuten hatten wir dann den Boarding Pass in der Hand und waren die Koffer los. Die Known-Traveller-Nummer (für die TSA-Pre-Sicherheitskontrolle auf dem Anschlussflug ORD-IAH) mussten wir über die United-Seite nachtragen, die Check-in-Dame hatte davon noch nie gehört.

Theoretisch schließt sich an den Premium-Check-in direkt der Fast Track der Sicherheitskontrolle an. Bei unserem Besuch im November war der aber geschlossen.

Obwohl der eigene Check-in-Bereich nett gemeint ist und gut aussieht, war die Erfahrung also insgesamt nicht allzu überzeugend. Ich gehe aber davon aus, dass das nur eine Momentaufnahme ist und andere Passagiere mehr Glück haben.

Lounge

Leider berechtigt ein Premium-Economy-Ticket alleine noch nicht zum Loungezugang. Dank unseres Star-Gold-Status konnten wir aber trotzdem die internationale Lounge am Flughafen Auckland aufsuchen. Und die kann es durchaus mit anderen Lounges aufnehmen.

Die Lounge ist geräumig und mit allerlei Plätzen zum Essen, Arbeiten und Entspannen ausgestattet. Daneben gibt es eine Dusche, die wir nach einer langen Fernbusfahrt aus Wellington gerne in Anspruch genommen haben. Die Duschen sind großzügig eingerichtet und bieten alles, was man braucht:

Air NZ Dusche AKL
Dusche in der Air New Zealand Lounge Auckland

Das Essen wird als Buffet serviert. Es ist etwa auf dem Niveau einer Lufthansa Senator-Lounge. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs gab es drei warme Gerichte zur Auswahl und dazu eine große Salat-Bar mit z.B. Käse am Stück. Auf jeden Fall ausreichend für eine kleine Mahlzeit vor dem Flug.

Etwas irritierend war der Moment, als wir per Lautsprecher zum Service-Schalter der Lounge gebeten worden. Gab es etwa ein unverhofftes Upgrade? Leider nein. Die Dame am Check-in hatte lediglich vergessen, unseren Impfnachweis für den Flug in die USA zu checken. Also mussten wir diesen noch kurz herauskramen und vorzeigen.

Boarding

Das Boarding begann mit 35 Minuten Verspätung, ohne dass ein Grund dafür genannt wurde. Immerhin gab es aber eine Ansage, dass das Boarding noch etwas dauern würde. Dann durften zunächst alle Gäste mit Business-Ticket oder Star-Gold-Status (inkl. mir) an Bord. Ein Premium-Economy-Ticket alleine berechtigt offenbar nicht zum bevorzugten Boarding.

Air New Zealand Dreamliner
Unsere Boeing 787-9 am Gate

Kabine

Bei Air NZ gibt es zwei unterschiedliche Konfigurationen der Boeing 787-9. Auf unserem Flug kam die Premium-Variante mit zusätzlichen Sitzen in der Business & Premium Economy Class zum Einsatz. Dort gibt es insgesamt 33 Sitze in der Premium Economy, verteilt in (für den Dreamliner) üblicher 2-3-2-Konfiguration.

Wir hatten zwei Sitze in der letzten Reihe (27) gewählt. Die Kabine ist durch eine Trennwand von der Economy Class dahinter abgetrennt. Es gibt also keine Geräusche aus der Galley, aber dafür evtl. störendes Kindergeschrei vom Bulkhead der Economy. Auf unserem Flug war das zum Glück nicht der Fall.

Air NZ Prem Eco AKL ORD Kabine
Blick in die Kabine mit fünf Reihen Premium Eco

Sitze

Früher hatte Air New Zealand mit dem SpaceSeat ein sehr ungewöhnliches Premium-Economy-Produkt. Heute unterscheiden sich die Premium-Economy-Sitze der meisten Hersteller kaum noch – und so ist auch der SpaceSeat Geschichte.

Air NZ Prem Eco AKL ORD 2er Reihe
Übergang von der Premium Eco in die Economy Class

Dafür kann die Airline in einem anderen Aspekt punkten – und das ist die Beinfreiheit. Air New Zealand bietet satte 104 cm (41″) Abstand zwischen den Sitzen. Das ist mehr, als alle anderen Airlines in unserem Premium-Economy-Vergleich (mit Ausnahme des Qantas A380) zu bieten haben. Und diese 5 bis 10 cm mehr Platz machen sich durchaus bemerkbar. Es ist ohne Probleme möglich, die Beine zu überkreuzen und mit etwas Mühe kommt man sogar am Passagier am Gang vorbei, ohne dass dieser aufstehen muss.

Air NZ Prem Eco Sitztasche
Selbst mit vollgestopfter Sitztasche bleibt jede Menge Platz für meine langen Beine. Daumen hoch

Der hohe Sitzabstand ermöglicht auch die Installation einer geräumigen Beinstütze, nicht nur am Bulkhead, sondern an jedem Sitz. Die mit angebrachte Fußstütze ist für mich mit 1,98m zwar witzlos, aber diese muss zum Glück nicht ausgeklappt werden.

Air NZ Prem Eco Fussstuetze
Sitz mit ausgefahrener Beinstütze

Die Kopfstütze lässt sich seitlich einknicken, um sich beim Schlaf dort anzulehnen. Ebenso ist sie natürlich höhenverstellbar. In meinem Fall sogar etwas zu weit, denn ich hatte plötzlich die ganze Kopfstütze in der Hand. Zum Glück ließ sie sich dann mithilfe der Crew wieder einrasten.

Air NZ Kopfstuetze weg
Ein bisschen zu viel des Guten: Die Kopfstütze ließ sich ganz herausschieben

Da wir einen Sitz in der letzten Reihe gewählt hatten (ups), war der Recline (Zurücklehnbarkeit) nicht berauschend. Selbst auf dem Flug von Tokio nach Auckland hätte es ruhig ein wenig mehr sein können. Aber das ist Meckern auf einem relativ hohen Niveau. Ebenso der Wunsch nach einer kleinen Extra-Tasche an der Sitztasche, um Ordnung reinzubringen. Insgesamt konnte ich dank des großen Sitzabstands, der guten Polsterung usw. so gut schlafen wie auf noch keinem anderen Premium-Eco-Flug.

Air NZ Prem Eco AKL ORD Sitz Seite
Unsere 2er Sitze in der letzten Reihe. Der beschränkte Recline ist schon zu erahnen

Essen & Trinken

Noch vor dem Start wurde jedem Gast ein erfrischendes Hot Towel gereicht. Einen Welcome Drink vor dem Takeoff gab es aber nicht, sodass ca. 60 Minuten bis zum ersten Getränkeservice vergingen.

Die Getränkeauswahl umfasst allerlei alkoholische und alkoholfreie Getränke. Eine Weinkarte gab es nicht. In der Speisekarte hieß es, man solle sich bezüglich der Auswahl an Bier und (neuseeländischen) Weinen an die Crew wenden. Man hätte aber (fällt mir erst beim Schreiben des Reviews ein) wohl auch im Entertainment-System nachschauen können.

Air NZ Prem Eco AKL ORD Getraenke
Getränkeservice. Heimlicher Star ist der (gute) Orangensaft

Besonderes Lob verdient Air New Zealand für den Orangensaft. Während andere Airlines das billigste Konzentrat verwenden, schmeckt er hier wie frisch gepresst. Das kannte ich bisher nur aus der Lufthansa Business Class.

Hier ein Blick in die Speise- und Getränkekarte:

speisekarte air nz prem eco 1

Die Optionen fürs Abendessen klangen alle sehr gut. Ich entschied mich unter den Hauptspeisen für das Rind mit Polenta und Bohnen.

Das Essen kam auf diesem Flug wegen leichter Turbulenzen erst recht spät (ca. anderthalb Stunden nach Abflug) bei uns an. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt daran. Denn das Rind (eine Art Gulasch) war ausgezeichnet und auch die Beilagen wussten zu gefallen. Insgesamt ist das Essen sehr nah an dem, was andere Airlines in der Business Class servieren. Einzig bei Vorspeise und Dessert würde man als Business-Class-Kunde vielleicht einen Punkt abziehen.

Eine tolle Idee: Sobald der große Essensservice beendet ist, können Getränke und kleine Snacks auch über den Bildschirm geordert werden. Was Snacks angeht, ist die Auswahl im IFE leider dürftig: Es gibt dort nur die gleichen, kleinen Snacks (Chips & Getränke) wie sie auch in der Galley stehen.

Die Speisekarte versprach dagegen auch ein Hot Dog als Mid-flight Snack. Da ich den Großteil des Flugs verschlafen hatte, bestellte ich ihn erst kurz vor dem Frühstück. Er sah ein wenig traurig aus, war aber geschmacklich okay:

Air New Zealand Hot Dog
Hot Dog mit Zwiebeln als kleine Zwischenmahlzeit

Drei Stunden vor dem Touchdown in Chicago gingen dann langsam die Lichter an, 2h 10min vor Landung wurde das Frühstück serviert. Normalerweise gäbe es Minuspunkte für frühes Wecken, aber bei 15h Flugzeit blieb auch so genug Zeit zum Schlafen.

Zum Frühstück wählte ich die herzhafte Option: Rührei mit Bacon und Gemüse (und natürlich den guten O-Saft). Dazu gab es noch diverse Beilagen: Erdbeerjoghurt, Fruchtsalat, Croissant und Müsli mit Milch. Hungrig musste also niemand aus dem Flieger steigen, vor allem wenn er davor erst den Hot Dog hatte.

Air NZ Prem Eco AKL ORD Fruehstueck
Frühstück: Rührei mit Speck und Gemüse

Insgesamt verdient das Catering in der Air NZ Premium Eco großes Lob. Einzig beim Mitternachts-Snack ist vielleicht noch etwas Luft nach oben – zumindest wenn ich ihn damit vergleiche, was Qatar Airways auf einem 15h-Flug selbst in der Eco serviert.

Service

Auf unserem Flug kümmerten sich zwei Flugbegleiter um die Belange der Premium-Eco-Passagiere. Wir hatten Glück und einen stets gut gelaunten, etwas älteren Herren erwischt. Der war die ganze Zeit zum Scherzen aufgelegt und verbreitete so gute Laune unter den Fluggästen. Zugleich war er sehr aufmerksam. Die Funktion, Getränke über den Bildschirm zu bestellen musste ich so gar nicht nutzen, denn ehe ich mich versah, war das Glas Cola schon wieder aufgefüllt.

Wer nicht per Crew-Call-Button auf sich aufmerksam machen will, hat übrigens noch eine weitere Möglichkeit, die Crew zu erreichen: Einen Chat. Jeder Passagier kann direkt am Unterhaltungsbildschirm seine Wünsche eintippen und die Crew bekommt dann alle Nachrichten in ihrem Interface angezeigt. Wir nutzten die Funktion 3 Stunden vor der Landung mit der Frage, ob es den Hot Dog noch gäbe.

Nur eine Minute darauf sprach uns eine Flugbegleiterin an und erklärte, dies sei leider nicht möglich, da das Frühstück in 15 Minuten beginnen würde. Offenbar hatte die Crew das aber nicht untereinander abgesprochen. Und so kam kurz darauf noch ein anderer Mitarbeiter zu uns: Das Frühstück würde zwar in einer halben Stunde starten – aber wenn wir wollten, könnten wir trotzdem noch jeder einen Hot Dog bekommen. Da sagten wir natürlich nicht nein.

In-Flight Entertainment

Jeder Sitzplatz ist natürlich mit einem eigenen Touchscreen zur Unterhaltung ausgestaltet. In der Premium Economy misst dieser 11″ (28 cm) in der Diagonalen (in der Economy 9″). Bei brandneuen Sitzen haben sich mittlerweile 13″ als Standard etabliert, aber für ein 8 Jahre altes Produkt ist das nicht allzu schlecht.

Die Auswahl an Filmen ist ordentlich, auch wenn viele Inhalte schon mehrere Jahre auf dem Buckel haben. Daneben gibt es verschiedene Serien und fünf Spiele inkl. Angry Birds. Langweilig wird einem jedenfalls selbst auf einer Ultralangstrecke nicht.

Um die Bordunterhaltung genießen zu können, befanden sich Over-Ear-Kopfhörer an jedem Platz. Die mussten zwar ohne aktives Noise Cancelling auskommen, waren aber – für Premium-Eco-Verhältnisse – trotzdem recht wertig.

Es gibt beim IFE von Air New Zealand noch zwei spannende Features, die eine extra Erwähnung wert sind:

  • Chat: Über den Unterhaltungsbildschirm kann eine Konversation mit anderen Passagieren im Flieger gestartet werden. Sogar Gruppen-Chats sind hier möglich und es gibt eine Benachrichtigung, sobald eine neue Nachricht eingeht. Natürlich geht das Tippen nicht so schnell wie am Smartphone, trotzdem nett.
  • Filme mit Sitznachbarn synchronisieren: Mit einem Klick seht ihr, was der Sitznachbar gerade schaut. Ein weiterer Klick und der gleiche Film wird auch auf eurem Bildschirm geöffnet. Das Beste daran: Die Filme laufen dann (theoretisch) synchron, d.h. ohne Zeitversatz. Leider kam es dabei zu ca. einer Sekunde Verzögerung, d.h. 100%ig synchron liefen die Filme am Ende doch nicht. Und wenn mein Nachbar den Film kurz pausiert hatte, so lief er bei mir einfach weiter. Gute Idee, aber nur 3 Sterne in der Umsetzung.

Extras

Jeder Passagier in der Premium Economy erhält ein kleines Amenity Kit bestehend aus:

  • kleiner, gepolsterter Tasche
  • Socken
  • Schlafmaske
  • Zahnbürste & Zahnpasta
  • Lippenbalsam
  • Ohrstöpsel
  • Kugelschreiber

In der Premium Economy gibt es außerdem ein (fast schon zu) großes Kissen und eine große Decke. Letztere ist zwar nicht auf Business-Niveau, aber dick genug, um gemütlich schlafen zu können.

Zu jedem Sitzplatz gehört ein USB-Anschluss (beim Bildschirm) und mindestens eine Steckdose. Letztere nimmt Stecker aus fast allen Ländern weltweit auf, sie befindet sich (jeweils als 2er Paar) zwischen den Sitzen.

Bei Air New Zealand gibt es für die Premium Economy eigene, exklusive Toiletten. In unserem Fall sogar zwei Stück, positioniert zwischen Premium Eco und Business Class.

WiFi

WLAN ist bei Air New Zealand ein zweischneidiges Schwer. Für den Flug Tokio – Auckland gäbe es in diesem Aspekt null Punkte, denn es gab schlicht kein WLAN. Auf Tokio – Chicago hatten wir dagegen Glück: Wir erwischten einen der vier Dreamliner, die schon mit WLAN-Antennen ausgestattet sind.

Und in diesem Fall kann Air NZ durchaus punkten: Denn WLAN ist, sofern vorhanden, für alle Passagiere kostenlos. Und auch die Geschwindigkeiten waren durchaus beachtlich. Zumindest, wenn man berücksichtigt, dass wir zu dieser Zeit mit 1.000 km/h über den Pazifik gedüst sind:

Speedtest Air NZ Wifi
Air New Zealand Premium Economy
  • Check-in & Boarding
  • Sitz
  • Essen & Verpflegung
  • Service
  • In-Flight Entertainment
  • WLAN
  • Extras
4.14
Fazit

Bei einigen Airlines (z.B. Lufthansa) ist die Premium Economy kaum mehr als eine Economy Class mit bequemeren Sitzen und zusätzlichem Freigepäck. Dagegen hatte ich das Gefühl, dass Air New Zealand das Wörtchen „Premium“ im Produktnamen deutlich ernster nimmt. Das beginnt beim eigenen Check-in-Bereich und äußert sich an Bord beim Essen in Business-Class-Qualität.

Auch der Sitzkomfort hat mir besser gefallen als bei anderen Sitzen (z.B. Lufthansa oder United), die ich schon geflogen bin. Das liegt nicht zuletzt am konkurrenzlos großen Sitzabstand. Wenn der Preis passt, werde ich die Premium Eco von Air NZ in Zukunft gerne wieder wählen. Schade nur, dass die Airline (seit Wegfall der Strecke LHR-LAX-AKL) nicht mehr nach Europa fliegt.

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Kommentare (6)

  1. Sven sagt:

    Peer, danke für deinen Bericht!
    der erhöht meine Vorfreude – ich habe ähnliche Routing aber für Ende Juli gebucht, und zeigt, dass ich nicht allein mit meinen Umbuchungserfahrungen bin.

    Ich habe vor 2 Wochen gebucht und der Zeit wurde bei einem Flug die Abflugzeit um 5 Minuten geändert (nicht schlimm) und der andere Flug wurde angeblich gecancelt (man findet ihn aber immer noch überall) und ich wurde auf einen Flug Tag davor umgebucht. Und das bei den Flüge, die erst in 7 Monaten stattfinden sollen.

    Einerseits ist es schon beeindruckend, wie weit in voraus die Flugpläne durchgerechnet werden, anderseits macht es einem schon wütend, wie hilflos man dagegen ist. Man darf sofort bezahlen, darf nicht canceln und nur gegen Gebühr umbuchen, und die Airlines können die Pläne beliebig ändern.

    Ich bin gespannt was von meinem Routing am Ende noch bleibt.

    • Peer sagt:

      Gerne. 🙂

      In meinem Fall war ich letztlich sogar froh über die Flugplanänderungen. Wir hatten so:
      – bis kurz vor Abflug die Möglichkeit, das Ticket kostenlos zu stornieren
      – mit dem von mir gewählten Routing 2 Tage mehr in Japan als ursprünglich geplant (da wir wegen der Grenzöffnung unsicher waren)

      Nichtsdestotrotz kann ich das natürlich vollkommen nachvollziehen. Gerade dass ein Flug gestrichen wird, man ihn aber trotzdem noch buchen kann, ist sehr merkwürdig.

  2. Christian Timm sagt:

    Hallo Peer, danke für die ausführliche Bewertung. Auch wir ein gutes Angebot bekommen und werden im Mai ebenfalls einmal um die Welt fliegen. Wir starten von Venedig nach Singapur, Auckland, San Francisco und zurück nach Venedig. Wie läuft das mit den Änderungen bzw. Stornierungen der Flüge? Bekomme ich Alternativen oder muss ich mir das selber suchen? Ich habe für die Stops in SIN, AKL und SFO natürlich Hotels gebucht, was ist mit dieser Planung? Hast du ein paar hilfreiche Tipps und Hinweise für mich. Danke vorab. Weihnachtliche Grüße Christian

    • Peer sagt:

      Bitte entschuldige die späte Antwort, irgendwie ist mir dein Kommentar durch die Lappen gegangen.

      Letztlich kommt es natürlich stark darauf an, wo du gebucht hast. Ich hatte sozusagen mein eigenes Reisebüro gespielt und die Flüge direkt über Amadeus (internationales Reservierungssystem) eingebucht. Die Lufthansa hat für ein paar Flüge Alternativen vorgeschlagen. Aber die meisten davon haben mir nicht gepasst, sodass ich mir dann eigene Alternativen rausgesucht habe. Beispielsweise wäre AKL-IAH beim LH-Vorschlag einen Tag später gewesen und ich bin dann eben AKL-ORD-IAH geflogen, um am gleichen Tag anzukommen.

      Generell würde ich Hotels aber natürlich nur stornierbar buchen, sofern das möglich ist.

  3. Christoph Kunz sagt:

    Hi,

    danke für den tollen Bericht!
    Eine Frage hätte ich dazu noch. Mir ist es nahezu unmöglich Verfügbarkeiten für Air New Zealand allein schon in der Economy auf Langstrecke zu finden. Worüber hast du die PE Langstreckenflüge gefunden? Nur über die Hotline oder auch über Onlinetools?

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Christoph

    • Peer sagt:

      Als wir gebucht hatten, war die Grenze Japans noch geschlossen, deshalb waren die Verfügbarkeiten für Flüge von/nach Tokio noch recht gut. Mittlerweile sieht das in der Tat schlechter aus.

      Bei mir war das eine Mischung aus Suche über Google Flightse und Zurateziehen von Expertflyer, um das Ganze zu beschleunigen. Letzteres geht aber sinnvoll nur mit kostenpflichtigem Jahresabo.

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