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Nov

Bewertung: United Airlines Domestic First Class

United Club Chicago Eingang

United Airlines bietet auf interamerikanischen Flügen neben der Economy Class auch eine First Class an. Mit dem Premier Platinum Status bei MileagePlus erhält man 72 Stunden vor Abflug ein automatisches Upgrade, wenn noch ein Platz frei ist. Für Travel-Dealz hat Nino eine Bewertung über die Domestic First Class bei United Airlines geschrieben:

Wenn man bei amerikanischen Airlines die Domestic First Class bucht, sollte man nicht zu viel erwarten. Es ist kein Vergleich zu z.B. Qatar Airlines First Class auf dem 30 Minuten Flug von Doha nach Abu Dhabi.

Als United Premier Platinum habe ich das Glück auf Inlandsflügen fast immer ein Upgrade in die First zu bekommen, welches beim Platinum-Status 72h vor Abflug automatisch im System geschieht, sofern noch Plätze zur Verfügung stehen.

Dieser Flug war letztendlich aber nur ein Mileage Run (Fliegen, um möglichst viele Meilen zu sammeln um den Status zu erhalten). Die Reise ging von Miami, über Houston nach Los Angeles und am gleichen Abend zurück über Chicago nach Miami. Insgesamt habe ich etwas über 8.000 MileagePlus Meilen damit sammeln können.

Dieser Bericht wird aber nur über die First Class auf dem Flug von Chicago nach Miami berichten, da das der Beste von allen war. Das Einchecken fand aber im Flughafen Miami statt, da alle Flüge am gleichen Tag stattfanden.

Check-in

Ich habe bereits am vorherigen Tag per Handy eingecheckt. Da ich nur Handgepäck hatte, war es bequemer nur mit Handy einzuchecken und letztendlich einen mobilen Boarding Pass zu bekommen.

Am Flughafen in Miami konnte ich aufgrund des Star Alliance Gold Status den Gold Track nutzen. Da an diesem Morgen viele Maschinen abflogen, hatte uns diese Priority Lane schon einige Zeit gespart, um mehr Zeit in der Avianca VIP Lounge zu haben.

Lounge: United Club in Chicago

Das Eigenartige an United Premier Status ist, dass egal welche Reiseklasse oder welchen Status man auf Inlandsflügen hat, man keinen Zugang zu den United Clubs hat. Die Lounge Policy besagt, dass man nur Zugang hat, wenn man:

  • International First oder Business Class fliegt
  • Einen United P.S. Flug zwischen JFK und LAX/SFO gebucht hat
  • Star Alliance Gold-Status (außer bei United) besitzt
  • Einen United Club Lounge Pass besitzt
  • Gast eines Reisenden ist, der Zugang zu Lounge hat
  • Eine United MileAge Plus Club Karte besitzt

Natürlich hatte ich mich vorher informiert und einfach am Eingang meinen Elite Status bei Turkish Airlines Miles&Smiles gezeigt, der äquivalent zum Star Alliance Gold Status ist. Somit bekam ich Zugang und konnte den United Club am Gate B18 austesten.

Ein Tagespass kostet ganze 59$, was ich leider so gar nicht nachvollziehen kann, wenn man einmal einen United Club gesehen hat.

Das Buffet besteht zum Frühstück lediglich aus Muffins, Toast, Kuchen, Marmelade, Cerealien, Früchten, Haferflocken, Kaffe- und Teespezialitäten. Wenn man einmal die Oneworld Lounges von Cathay Pacific und Qantas gesehen hat, ist das einfach nur Abzocke.

Trotzdem schaut man einen geschenkten Gaul nicht ins Maul, sodass ich hier auch etwas frühstückte und auch froh war, mir nichts Teures am Flughafen kaufen zu müssen. 30 Minuten vor Boarding begab ich mich dann zum Gate.

Boarding

United regelt das so, dass am Gate die Boarding Groups aufgelistet sind und man sich dementsprechend einfach in die Schlange stellt. First Class und Platinum-Mitglieder dürfen als Zweites gleich nach den Älteren und Hilfebedürftigen einsteigen.

Der Boarding-Prozess ging trotz der Einteilung auch nicht wirklich schneller. Meiner Auffassung nach sollte man, wenn man über die Jetbridge einsteigt, ein Flugzeug von hinten nach vorn boarden und nicht andersherum.

Sitze und Komfort

Auf den ersten drei Flügen wurde eine Boeing 737-900 betrieben, welche die deutlich neueren Modelle der United Flotte sind. Dennoch fand ich die First Class auf dem Flug von Chicago nach Miami am besten, obwohl dieser von einem Airbus A320 betrieben wurde. In dem A320 sind die First Class-Sitze viel bequemer (vielleicht einfach auch nur durchgesessen ;)) und lassen sich auch viel weiter nach hinten lehnen, was für mich einen absoluten Pluspunkt darstellt.

Im A320 gibt es eine 2 – 2 Bestuhlung in der First Class, statt der 3 – 3 Bestuhlung in der Economy. Die Sitze sind Recliner Seats mit ausklappbaren Kopfstützen. Ich hatte mich für Sitz 3A entschieden.

Man bekommt auch eine Decke, was ich sehr geschätzt habe, da Chicago O’Hare sehr kalt war.

Die Beinfreiheit ist mit knapp 45cm auch recht ordentlich. Direkt im Vordersitz befindet sich auch genug Stauraum.

Der Tisch wird aus der Armlehne ausgefahren. In der Ablage zwischen den Sitzen ist zusätzlich auch ein kleiner Becherhalter eingebaut.

Leider verfügen die älteren First Class Sitze des A320 noch nicht über Stromanschlüsse. Auf den ersten drei Flügen waren diese aber vorhanden.

United bietet ihren Passagieren für ziemlich viel Geld Inflight-Wifi an. Zum Beispiel den ganzen Flug (bei mir 2,5 Stunden) für 7,99$. Ich finde es völlig überteuert. Dennoch kann man nach dem Download der United App kostenlos Filme anschauen und den Flugstatus inkl. Moving Map verfolgen.

Chicago InFlight

Chicago während des Sonnenaufgangs

Service

Bei 12 Sitzen ist nur eine Stewardess eingeteilt. Sie war nicht nur freundlich, sondern zeigte auch Persönlichkeit und hatte Zeit für ein kleines Gespräch. Direkt nach dem Platz einnehmen wurde ein Pre-Departure Drink serviert und man wurde mit Namen adressiert.

United Airlines Domestic First Class Pre-Departure Drink

Pre-Departure Drink

Etwa 40 Minuten nach dem Start, begann der Frühstücksservice. Da der Flug länger als 1 Stunde ging wurde auch warmes Essen serviert. Es bestand die Auswahl zwischen French Toast und Fiesta Omlette. Ich hatte mich für das French Toast entschieden, was sehr lecker war.

Für einen 2,5 Stunden-Flug fand ich die Qualität des Essens und die Anrichte für amerikanische Verhältnisse spitzenklasse.

Mein Getränk wurde mehrmals aufgefüllt und die Flugbegleiterin fragte auch andauernd, ob ich denn noch einen Wunsch hätte.

Fazit

Bewertung: United Airlines Domestic First Class
  • Check-in & Boarding
  • Komfort
  • Essen
  • Service

Kurzfassung

Die United First Class liegt deutlich über dem Service und Komfort der Economy Class. Hinzu kommt die Tatsache, dass ich Economy bezahlt habe und nur aufgrund meines Status in die First Class automatisch geupgraded wurde. Das ist bei deutschen Airlines leider nicht der Fall.

Das Essen war sehr lecker, der Service sehr persönlich und herzlich (NYC Crew) und die Plätze überraschenderweise sehr bequem.

Ich bin mir dennoch nicht sicher, ob ich das 5 - 8 fache für diese Reiseklasse bezahlen würde bei einem 2,5h Flug. Ansonsten freue ich mich jedes Mal, wenn ich 72 Stunden vor Abflug die Upgrade-Email bekomme.

4.0
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Danke geht an Nino!

Vielen Dank für diese Bewertung geht an Nino! Mehr Bilder von seinen Reisen findet ihr auf seinem Facebook Profil.

Als Gastautor für Travel-Dealz hat er bereits über seine Erfahrung mit der Cathay Pacific Business Class auf dem Flug von New York über Vancouver nach Hong Kong geschrieben:

Passend zu United Airlines, hier die Bewertung von Dani zur BusinessFirst auf Langstrecke:

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Kategorie: Bewertungen
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Nino ist angehender plastischer Chirurg und studiert aktuell in Kapstadt, Südafrika. Neben seinem Studium nutzt er jede Minute um sich in der Fliegerei und in den verschiedenen Meilenprogrammen weiterzubilden. Nach dem Motto "one mile of highway, takes you a mile, but one mile of runway, takes you everywhere" genießt er das Reisen, um neue Orte zu erkunden.

2 Kommentare bei “Bewertung: United Airlines Domestic First Class
  1. RobertRobert sagt:

    Länger als eine Stunde ist auch nicht dasselbe wie knapp unter einer Stunde!

  2. MartinMartin sagt:

    Hi,

    das mit 1 Stunde und warmes Essen muss ich korrigieren. Ich hatte letzte Woche zwei First-Class-Flüge mit United und bei beiden wurden kein warmes Frühstück bzw. Essen serviert. Nur die üblichen „Snacks“. Beide Flüge waren knapp unter einer Stunde…
    Tja das sind die First-Class-flüge in USA halt.

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