Easyjet stellt Service „Hands Free“ ein

Easyjet Berlin

Für alle, die nicht gerne mit dem Rollkoffer durchs Terminal laufen, bot der britische Billigflieger Easyjet bislang einen interessanten Service an: Für eine Gebühr in Höhe von rund 8€ konnten Passagiere das Handgepäck am Priority Check-in abgeben und dann am Gepäckband des Zielflughafens wieder entgegennehmen. Besonders interessant: Gruppen bis zu 6 Personen zahlten nur einen Festpreis von insgesamt ca. 19€.

Im Februar 2021 hat Easyjet das große Stück Handgepäck abgeschafft und erlaubt seitdem nur noch ein kleines Personal Item. So wurde „Hands Free“ auch für preisbewusste Passagiere eine gute Wahl: Auch wenn ein großes Handgepäck (mitsamt Sitzplatzreservierung) teilweise 30€ oder mehr kostet, konnte der kleine Trolley für 8€ einfach aufgegeben werden. Und das sogar am Easyjet Plus Check-in, d.h. in der Regel ohne lange Warteschlangen.

Theoretisch war Hands Free zwar nicht auf allen Flügen verfügbar – mir ist aber noch kein Flug begegnet, wo dies nicht angeboten wurde.

Easyjet schafft Hands Free ersatzlos ab

Das ist nun Geschichte. Wie Easyjet auf der Website mitteilt, kann die Zusatzleistung Hands Free ab sofort nicht mehr gebucht werden:

Besonders ärgerlich ist dies für alle Passagiere, die bereits ein Ticket, aber noch kein Hands Free gebucht haben. Denn Hands Free konnte grundsätzlich erst 30 Tage vor Abflug dazu gebucht werden. Passagiere, denen das Personal Item nicht ausreicht sind nun gezwungen, ein großes Handgepäckstück dazu zu buchen. Dieses gibt es nur im Rahmen einer teuren Sitzplatzreservierung oder neuerdings einzeln über die App. Beides kostet oft ein Vielfaches der bisherigen Hands-Free-Option.

Wer Hands Free bereits der Reservierung hinzugefügt hat, kann den Service am Flugdatum weiter wie gehabt nutzen. Für alle anderen ist das aber nur ein schwacher Trost.

Handgepäck nun über die App buchbar

Im Zuge der Änderung gab es bei Easyjet noch eine weitere Neuerung. Ähnlich wie den anderen Billigfliegern kann ein großes Handgepäck nun einzeln dazu gebucht werden. Allerdings klingt das auf dem Papier besser als in der Praxis.

Die neue Funktion steht nämlich ausschließlich in der App zur Verfügung. Und die Preise sind – genau wie für eine Platzreservierung mit großem Handgepäck – exorbitant hoch. So kostet ein Cabin Trolley von Berlin nach Mallroca mehr als 30€ je Richtung:

Ein Koffer bis 15 kg ist mit 28,49€ nur unwesentlich günstiger. Da wirkt im direkten Vergleich selbst das oftmals teure Priority Boarding von Wizzair wie ein Schnäppchen.

Fazit

In den letzten Jahren konnte sich Easyjet positiv vom Bodensatz der Billigflieger abheben: Handgepäck inklusive, günstige Hands-Free-Option, freundliche Crew und (vergleichsweise) faire Löhne.

Zumindest was die Inklusivleistungen angeht, ist die Airline mittlerweile zu einer orangen Ryanair-Kopie mutiert. Zum Glück bleibt für Inhaber der Easyjet-Plus-Mitgliedschaft für 239€ / Jahr (noch?) alles beim Alten.

Quelle: Vielfliegertreff

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Kommentare (15)

  1. Maci sagt:

    In dem von easyJet veröffentlichen Text, der auch oben im Artikel eingefügt wurde, steht, dass es zwei neue Optionen für 5,99 und 6,99 geben soll. Wo kann man das buchen bzw. Was hat es damit auf sich?

  2. Martin sagt:

    Ich hab noch eine Flugbuchung aus der Zeit bevor große Handgepäcke verboten wurden. In einer Mail bestätigte Easyjet mit dem Kommentar „Hinweis: Du musst diese E-Mail aufbewahren, um das unten stehende Hands Free-Angebot nutzen zu können.“, dass ich Hands-Free kostenlos noch nutzen kann. Mein Flug ist 28.12.21 – 03.01.22 Kann ich den Service dann noch nutzen?

    • Peer sagt:

      Ich denke ja. Im Screenshot wird ja explizit erwähnt:

      If you […] have a voucher for Hands Free, you can of course still use the service

      Vermutlich zählt die Mail dann als ein solcher Gutschein.

      Nach meinem Rechtsverständnis müsste bei Buchung vor Bekanntgabe der neuen Regeln nicht nur Hands Free, sondern auch die Mitnahme in die Kabine erlaubt sein. Denn das war ja zu dem Zeitpunkt die kommunizierte Handgepäckregeln. Aber ich weiß nicht, ob das schon jemand erfolgreich durchgesetzt hat.

  3. Paul sagt:

    Ich finde dass es eine Verordnung geben sollte, dass bei Flügen welche von Deutschland abfliegen ein kleiner Koffer inklusive sein muss. Egal ob man den nun Aufgeben muss oder mit in die Kabine nehmen muss. So gut wie jeder benötigt mindestens das auf einem Flug. Dass man nur einen kleinen Rucksack mitnehmen darf ist einfach nur ein Mittel um Kunden auf ein günstiges Ticket aufmerksam zu machen. Da sollte der Verbraucherschutz einschreiten. Gerade auch im Hinblick darauf dass Fluggäste bei z.B. Easyjet damit gerechnet haben dass sie Handsfree buchen können. Es ist einfach was falsch wenn die Gebühr für einen kleinen Trolley höher ist wie die von dem Ticket.

    • Peer sagt:

      Fände ich auch gut. Denke nur leider nicht, dass das kommen wird. Und wenn doch, werden die Schlangen so sein, dass doch jeder „Priority“ dazu buchen muss.

      „Gerade auch im Hinblick darauf dass Fluggäste bei z.B. Easyjet damit gerechnet haben dass sie Handsfree buchen können“
      Das sehe ich auch sehr kritisch. Vermutlich kann sich Easyjet durch das „nicht auf allen Flügen verfügbar“ rausreden.

    • Mat sagt:

      Na wie wäre es denn dann einfach, eine Fluggesellschaft zu buchen, bei der das Handgepäck inkludiert ist, anstatt über die Billigflieger zu meckern?
      Aber halt, das ist ja nicht so billig, wie Billigflieger, gar nicht gut beim deutschen “Geiz ist geil”… 🙄

      • Peer sagt:

        Das ist halt gar nicht mehr so einfach. Zu den großen Hubs wie FRA/MUC/CDG/AMS/MAD findet man natürlich immer etwas, aber abseits davon kommt man kaum noch an den Billigfliegern vorbei.

        Dass Billigflieger stets billig wären, ist ja auch nur ein Mythos. Schnell kostet auch ein Flug mit Easyjet 100€ je Richtung – Handgepäck oder Sitzplatz sind dann noch nicht mal inklusive.

        • Mat sagt:

          Nunja, das mit nur die Hubs kann man ja umgehen, wenn man möchte.
          Ich fliege oft die Strecke CTA-FRA. Direktflüge meistens Ryanair, Eurowings, Easyjet. Ab und zu mit vollkommenen Fantasiepreisen LH.
          Also fliege ich Alitalia, jetzt ITA, und mache eine Zwischenlandung in Rom. Dauert zwei Stunden länger, kostet ab und zu etwas mehr, öfters vergleichbar oder günstiger, aber das Nichtunterstützen der LCCs ist mir das Wert…

          Einzig diese Woche CTA-CDG muss ich Easyjet fliegen, alles andere war Zeittechnisch nicht drinnen. Da wusste ich wieder wieso nie LCCs. Zu teuer, alles extra, ekelhaft geringer Sitzabstand…

      • Paul sagt:

        Ganz einfach, ich fliege mit der Fluggesellschaft welche mich am günsigsten und bequemsten transportieren kann. Ich fliege meistens mit Swiss, da ich ab Zürich sowieso nur eine begrenzte Auswahl habe. Dennoch gibt es viele Strecken welche nur von LCCs bedient werden. Ich bin zum Beispiel im Sommer in den Urlaub nach Nantes geflogen. Das einzig sinnfolle war nach Basel zu fahren und mit Easyjet zu fliegen, da es ab Zürich keine Flüge nach Nantes gibt. Ganz anders ist es ja ab Berlin wo man meistens nur die Auswahl zwischen LCCs hat. Die heutigen Flugangebote sind alle nur Lockangebote, da so gut wie jeder Passagier teure Extras (wie jetzt das Handgepäck) braucht. Für den Kunden ist es im übrigen auch einfach anstrengend dann immer alles vergleichen zu müssen. Aus diesem Grund finde ich dass die Preise mit welchen die Fluggesellschaften werben, einfach etwas täuscherisch für den ganz einfachen Kunden, der vielleicht es auch nicht weiss oder keine Ahnung davon hat, sich über die ständig ändernden Richtlinien der Fluggesellschaft zu informieren.
        PS: Am bescheuertsten ist sowieso die gute alte Condor, welche den „nur kleines Gepäckstück“-Tarif auf Interkontinentalstrecken anbietet. Das braucht wohl wirklich niemand.

        • Rainer Haeßner sagt:

          Ich würde den Ball mit der Fragmentierung der Flugpreise nicht unbedingt den Fluggesellschaften zuspielen. Natürlich verlangen diese mittlerweile die Einzelabrechnung jeder Leistung.
          Aus meiner Sicht ist das aber nur eine Folgeentwicklung.
          Wie suchen wir denn unsere Flüge? Wir nutzen eine Suchmaschine unserer Wahl und lassen anschließend die Flüge nach Preis sortieren. Wer dort auf vorderen Rängen landet, hat gute Aussichten, den Auftrag zu erhalten. Der Frage, wie sich der angezeigte Preis denn zusammensetzt, widmen sich die Wenigsten, zumindest bisher.
          Wer jetzt eine Mischkalkulation betreibt, die durchschnittlichen Kosten für Catering, Gepäck, Sitzplatzreservierung, Loungezugang, … auf den Flugpreis aufschlägt, landet bei der Suche auf den hinteren Rängen. Obwohl möglicherweise das Gesamtangebot günstiger ist, bleibt der Auftrag aus.
          Was willst Du machen? Was die Fluggesellschaften machen, ist klar: Entbündelung der Tarife. Das ist a priori erst einmal nichts Schlechtes. Das Problem ist die schwerer gewordene Vergleichbarkeit, weil die Kosten für Gepäck & Co. variieren können. Ein Fluggast mag einen Status bei Oneworld besitzen, der beispielsweise Freigepäck einschließt. Das gilt dann aber nicht für Star Alliance oder Sky Team.

          Mal schauen, wie das weitergeht. Ich hoffe ja auf eine individuelle Konfigurierbarkeit der Suchmaschinen.

          Zum eigentlichen Thema: Alles, was in die Kabine kommt und über wirkliches Handgepäck hinausgeht, kann in meinen Augen nicht teuer genug sein.

  4. Christian sagt:

    Angesichts des Corona Chaos bei der Security an so ziemlich allen Airports sollte Handgepäck endlich komplett der Vergangenheit angehören. Wie will man das sonst künftig noch abwickeln?

  5. Pat sagt:

    Wer fliegt schon mit diesen unfreundlichsten Personal ever. Albern wie Kleinkinder immer hetum und sind zu Kd.stehts rotzfrech. Mehrfach erlebt, aktiv und passiv. Dy ist Ryanair und Wizzair mehr als besser

  6. Rainer Haessner sagt:

    Kabinentrolley für 30€ finde ich sehr gut. Sollte jede Fluggesellschaft einführen.

    Das würde das Handgepäck auf „Hand“ gepäck reduzieren und diese elenden Kampfhandlungen um die Gepäckfächer beenden. Es mag schon reale Gründe für einen solchen Rolltrumm geben. Dann muss man dessen Nutzung eben einfach begründen: durch Zahlung von 30€.

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