Bewertung SAS Plus (Premium Economy) im Airbus A350 (Los Angeles – Kopenhagen)

SAS Premium Economy LAX CPH Review PE Kabine

Im November 2021 ist Travel-Dealz-Redakteur Dennis mit SAS von Los Angeles nach Kopenhagen geflogen. Der Flug fand in der Premium Economy Class statt. Seine Eindrücke könnt ihr im Folgenden nachlesen. Peer ist die Strecke übrigens genau einen Monat früher in der Business Class geflogen. Dazu gab es auch ein Review.

Vorteile von SAS Plus

SAS Plus kommt mit einigen Vorteilen daher:

  • Geräumigerer Sitz als in der Economy Class
  • Besserer Service als in der Economy Class (3-Gänge-Menu, Snacks etc.)
  • 2x 8 kg Handgepäck (55 x 40 x 23 cm)
  • 23 kg Aufgabegepäck
  • Amenity Kit
  • Fast Track
  • Loungezugang, wenn möglich
  • Priority Boarding
  • Kostenloses WiFi

Buchung

Ich wollte im November 2021 nach Los Angeles, um ein Festival zu besuchen. Da ich noch einige Meilen bei verschiedenen Vielfliegerprogrammen hatte, bin ich sie alle einzeln durch gegangen und habe nach Verfügbarkeiten geschaut. Und Bingo! SAS Eurobonus zeigte mir Verfügbarkeiten von Kopenhagen nach Los Angeles in der Business Class und von Los Angeles nach Kopenhagen in der Premium Economy an.

Da Peer bereits am Review für den Business-Class-Flug arbeitete, hatte ich mich für ein Review für die Premium Economy von SAS entschieden.

Da ich die beiden Reward-Flüge separat gebucht habe, kostete mich das Premium-Economy-Ticket 48.000 Meilen und 4,84€ an Steuern & Gebühren (bei Oneway-Flügen in der PE steigt der Preis von 40.000 auf 48.000 Meilen). Bewertet man die Meilen mit 1 Cent pro Meile, immer noch ein hervorragender Preis mit unter 500€ für einen flexiblen Oneway-Flug in der Premium Economy.

Award Flight LAX CPH PE
Die niedrigen Zuschläge machen Prämienflüge mit SAS sehr attraktiv

Denn oftmals kosten Oneway-Flüge weitaus mehr als die Hälfte eines Roundtrips. Oneway-Flüge sind daher häufig ein guter Einsatzzweck für Punkte.

Check-in & Lounge

Ich war bereits früh am Airport, da ich Gepäck einzuchecken hatte und auch schauen wollte, ob ich dieses mit den anderen Flügen auf anderem Ticket (Austrian Airlines, CPHVIE & VIESOF) durchchecken konnte. Leider war dies, obwohl beide Airlines Allianzpartner sind, nicht möglich. Aber ich hatte glücklicherweise in Kopenhagen genug Zeit, um das Gepäck noch einmal einzuchecken. Man kann sich leider nie sicher sein, ob es mit dem Gepäck-Durchchecken auf zwei verschiedenen Tickets klappt.

Toll fand ich, dass es den Baggage Tag – wie bei Lufthansa auch – digital per E-Mail gibt:

SAS Premium Economy LAX CPH Review Baggage Receipt
Baggage Receipt per E-Mail

Über das Premium-Economy-Ticket habt ihr u.U. Zugang zu einigen Lounges. Hier gibt es aber vieles zu beachten:

  • Mit SAS Plus habt ihr immer Zugang zu den SAS Lounges, falls es denn welche am Flughafen gibt
  • Fliegt ihr innerhalb Europas, so habt ihr mit SAS Plus Zugang zu Star-Alliance-Lounges an Flughäfen, welche SAS direkt anfliegt
  • Außerhalb Europas gibt es SAS-Lounges in Chicago und New York, welche ihr nutzen könnt, wenn ihr mit SAS Plus über den Teich fliegt

Insgesamt sticht damit SAS auch ziemlich heraus. Denn nur wenige andere Premium-Economy-Produkte bieten Loungezugang, meines Wissens nach. Leider gibt es aber keine SAS-Lounge in LAX. Da ich aber Miles&More Senator bin, konnte ich mit der Bordkarte und meiner (digitalen) Mitgliedskarte die Star-Alliance-Lounge betreten. Die Lounge haben wir bereits in der Vergangenheit ausgiebig beleuchtet:

Boarding

Beim Boarding wurde eine elektronische Gesichtserkennung genutzt, sodass ich meine Boardingkarte gar nicht brauchte. Dies ist allerdings US-spezifisch und hat nichts mit dem Produkt von SAS zu tun. Es war das bisher erste Mal in meiner recht langen Flughistorie, dass eine Gesichtserkennung fürs Boarding eingesetzt wurde, und ich fand es recht spannend. Außerdem war ich schnell genug und konnte einen Schnappschuss von dem Gesichtserkenner machen:

Kabine

Im Airbus A350 von SAS gibt es insgesamt 32 Premium-Economy-Sitze (Reihen 20-23) in einer 2-4-2-Anordnung. Die Kabine ist dabei nicht von der Economy Class getrennt.

Die Toiletten werden ebenfalls mit der Economy Class geteilt und befinden hinter Reihe 39. Diese waren stets sehr sauber.

Die Kabine an sich wirkt modern, recht geräumig und ich mochte die Kombination aus Holz und dunklen Stoffelementen. Die Sitze waren bequem, aber es gab auch einiges zu beanstanden. Dazu aber mehr in dem nächsten Abschnitt.

Sitze

Beim Sitz der SAS-Plus-Klasse hatte ich gemischte Gefühle. Dieser fühlt sich gut gepolstert an und man hat mit 46 cm Sitzbreite zwar etwas weniger Breite als beim Lufthansa-Premium-Economy-Sitz, aber immer noch genug Platz. Jedenfalls ist mir die Sitzbreite nicht sonderlich negativ in Erinnerung geblieben. Dafür ist der Sitzabstand mit 97 cm wirklich gut. Letztlich ist aber leider auch die Sitzneigung mit nur 105° nicht atemberaubend. Das ist in unserem Premium Economy Vergleich tatsächlich sogar mit am schlechtesten.

Hinzu kam, dass ich leider eine Stütze genau zwischen meinen Füßen hatte. Ich konnte mich letztendlich damit abfinden, aber glücklich war ich damit nicht.

Der Sitz hatte allerdings diverse weitere Vorteile: Am Bildschirm gab es einen USB-Stecker, unten rechts gab es eine Steckdose, die Armstütze zum Gang hin ließ sich komplett einfahren und man konnte die Kopfstütze und die Neigung des Sitzes und Fußlehne einstellen.

Der Tisch befindet sich in der Seitenlehne und war recht groß. Aber leider auch nicht 100%ig sauber.

Letztlich muss man sagen, dass wohl ein Sitz am Notausgang ähnliche Vorteile wie der SAS-Plus-Sitz hätte. Den Meilenaufpreis war es wert, ob ich dafür aber den hohen Aufpreis im Vergleich zur Economy Class zahlen würde? Dazu unten mehr.

Essen & Trinken

SAS konnte mich beim Sitz nicht ganz überzeugen. Beim Essen hingegen stach SAS wirklich stark hervor. In der SAS Plus gibt es den folgenden Service:

SAS Premium Economy LAX CPH Review SAS Plus Service

Zum Zeitpunkt des Reviews gab es aber noch einige Covid-bedingte Einschränkungen. Es gab etwa keine Speisekarte. Immerhin befand sich am Sitzplatz beim Boarding bereits eine Wasserflasche (0,33 Liter).

40 Minuten nach dem Start begann dann der Service mit einem Getränk.

Weitere 35 Minuten später gab es dann bereits den Hauptgang. Ich hatte die Auswahl zwischen einem vegetarischen Gericht und Hähnchen. Ich entschied mich für Hähnchen und bekam neben einem sehr, sehr frischen Spinatsalat (mit Hähnchenbrust und Salsa obendrauf) ein Biryani-ähnliches Reisgericht mit Gemüse, Fleisch und Paprikaschoten auf der Seite. Geschmacklich war das locker das beste Essen, was ich jemals in der Premium-Economy-Class bekommen habe. Es war auch besser als einige Business-Class-Essen, die ich in der Vergangenheit probiert hatte (zum Beispiel war es besser als das Air China Business-Class-Essen).

Das Essen ist speziell für die SAS Plus gekocht (dies habe ich extra erfragt). In der Economy Class von SAS gibt es anderes Essen.

Metallbesteck und ein richtiges Glas, statt Plastikbecher, waren ein nettes Extra.

SAS Premium Economy LAX CPH Review Hauptspeise 1

3 Stunden nach dem Start gab es dann einen kleinen Snack (gesalzene Cashewnüsse) und weitere Getränke. Die Cashewnüsse gab es wohl auch als Snack in der Business Class, aber gleich nach dem Start, wenn man sich Peers Bewertung anschaut.

SAS Premium Economy LAX CPH Review Starter

Nach 5 Stunden haben Flugbegleiterinnen dann angefangen, weitere Snacks in Form eines Sandwiches zu verteilen. Und das ohne Nachfrage. Das Sandwich sieht zwar auf dem Bild nicht so appetitlich aus, war aber sehr lecker.

Das Frühstück war ebenfalls köstlich. Es gab frische Früchte, einen griechischen Yoghurt mit Granola auf der Seite, einen Orangensaft, guten Kaffee und Aufschnitt und Marmelade mit Brötchen. Da kann man nicht meckern!

SAS Premium Economy LAX CPH Review Fruehstueck

Service

Den Service empfand ich als zuvorkommend und freundlich. Hier gab es weder Kritikpunkte noch besondere Hervorhebungen.

In-Flight-Entertainment

Der Bildschirm ist rund 13,3 Zoll groß und hat laut Seatguru eine höhere Auflösung. Mir persönlich ist das Entertainment-System auf den Flügen recht egal und ich habe es mir nicht so genau angeschaut. Peer hingegen hat in seinem Review auf einige Kritikpunkte hingewiesen. So ist die Auswahl an Filmen u.a. sehr gering, die Menüsprache steht nur in Englisch, Chinesisch und Japanisch zur Verfügung und die Flightmap ist vom Funktionsumfang her sehr beschränkt.

SAS Premium Economy LAX CPH Review Bildschirm 34 cm 13.3 inches
34 cm bzw. 13,3″ Bildschirmdiagonale

Amenity Kit

Das Amenity Kit war relativ durchschnittlich. Cool fand ich persönlich, dass das Amenity Kit nicht in einer kleinen Tasche wie sonst üblich, sondern in einem Schuhbeutel kam. Denn diese kleinen Kosmetik-Taschen hat man irgendwann nach so vielen Flügen doch genug. Den Schuhbeutel konnte ich gut gebrauchen und habe mich gefreut.

Manchmal gibt es auch noch billige Socken im Amenity Kit, bei SAS allerdings nicht und das finde ich auch gut so. Denn die billigen Socken schmeißt man meist doch ohnehin weg und so gibt es immerhin etwas weniger Verschwendung.

WiFi

Wifi gibt es bei den allerwenigsten Airlines wirklich kostenlos. Umso überraschender ist es, dass SAS sogar für die Premium Economy Class kostenfreies Wifi anbietet. Mir ist keine andere Airline bekannt, die das in der Premium Economy macht.

Die Geschwindigkeit war hervorragend, hat allerdings etwas fluktuiert bei meinen zwei Messungen. Das ist aber im Flugzeug normal.

Der Zugang ist auf ein Gerät beschränkt. Man muss sich nämlich mit Buchungsnummer und Nachname einloggen. Streamingservices sind gesperrt, lassen sich allerdings mit einer VPN-Verbindung (ich habe VPN Unlimited genutzt) umgehen.

Eine Volumenbegrenzung gibt es nicht!

Preisvergleich SAS Plus vs. Economy mit Extras

Ich habe in der Bewertung mehrfach darauf hingewiesen, dass ich eventuell statt der SAS Plus doch eher Economy Class mit einem Sitz am Notausgang und diversen anderen Extras gebucht hätte, wenn ich denn mit Geld bezahlt hätte. Hier wollte ich einmal beispielhaft gegenüberstellen, wie teuer die Economy Class mit den diversen Extras eigentlich wäre.

Ich habe mir mal die Preise für Flüge in der Economy Class und SAS Plus angeschaut:

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Insgesamt wäre SAS Plus an meinem gewählten Datum ca. 333€ teurer gewesen (mehr als das Doppelte im Vergleich zur Economy Class).

Ein Sitzplatz am Notausgang würde 55€ extra kosten, ein 23 kg Gepäckstück würde ebenfalls 55€ zusätzlich kosten. Für 27€ bekämt ihr auch Loungezugang.

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Ist euch das Essen auf eurem Flug wichtig, so könntet ihr auch ein 3-Gänge-Menu, ähnlich wie in der SAS Plus, dazu buchen. Das würde ab 25€ los gehen.

Wifi gäbe es tatsächlich schon für günstige 4,90€ für den gesamten Flug.

Würdet ihr also alle SAS-Plus-Extras hinzubuchen, die ihr hinzubuchen könntet, würde sich der Preis für euren Economy-Class-Flug um knapp 167€ erhöhen. Damit hättet ihr allerdings nicht den Fast Track, Priority Boarding und das zweite Handgepäckstück (55 x 40 x 23 cm) inklusive. Auch gäbe es keine erhöhte Meilengutschrift, welche sicherlich auch ein Argument sein kann.

Seid ihr Star-Alliance-Gold-Kunde, so würde es sogar noch günstiger werden, denn dann müsstet ihr das Extra-Gepäckstück nicht kaufen, hättet auch Loungezugang, kostenloses Wifi, Fast Track und Priority Boarding inklusive.

Letztendlich müsst ihr also persönlich abwägen, ob euch das Gesamtprodukt von SAS Plus wirklich den Aufpreis wert ist.

SAS Plus (Premium Economy Class) Airbus A350 Los Angeles – Kopenhagen
  • Check-in & Boarding
  • Komfort & Kabine
  • Essen & Trinken
  • Service
  • In-Flight Entertainment
  • WLAN
3.83
Conclusion

Insgesamt ist mein Fazit für die SAS-Plus-Klasse eher durchwachsen. Der Sitz ist mit das Allerwichtigste, wenn es um die Bewertung eines Fluges geht und hier kann SAS leider nicht punkten. Denn der Sitz unterscheidet sich nicht sehr stark von einem Economy-Class-Sitz am Notausgang. Der Service war gut, das Essen war hervorragend, das Entertainment unterdurchschnittlich und das kostenlose Wifi durchaus positiv.

Insgesamt würde ich wohl eher Economy Class buchen, und alle mir wichtigen Extras hinzubuchen. Das geht ja bei SAS relativ gut.

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Kommentare (6)

  1. Maximus Prime sagt:

    Danke für deinen Bericht! Deckt sich weitestgehend mit meinen Erfahrungen. Ich bin bisher fünf Mal PE geflogen. 1x LH Tagflug FRA-DXB, 1x NZ SYD-AKL Tagflug, 1x LA GRU-SCL Tagflug, 1x AC AMS-YYZ Tagflug und 1x SK CPH-NRT Nachtflug.

    LH PE war eine positive Überraschung, auf der relativ kurzen Strecke für mich ein toller Kompromiss zwischen Y und C.

    NZ war für die 3,5h mehr als ausreichend und sehr bequem. Gleiches für den 4,5h Flug mit Latam nach SCL (ist schon ’ne Weile her).

    AC war mein bisher längster PE Tagflug und für die Strecke absolut in Ordnung.

    Muss aber dazu sagen, dass ich auch SEN bin und daher das Gesamterlebnis smoother ist.

    SK PE und generell PE und Nachtflug passen für mich nicht zusammen. C war überbucht. Hab dann am Gate ein Downgrade in PE angenommen, die Kompensation in cash + Voucher war damals sehr großzügig. Trotzdem:
    Ich sehe keinen Vorteil zur normalen Eco, und schon gar nicht zu einem wie von dir beschriebenen Y Platz am Notausgang (sofern verfügbar). Schlafen kann ich im Sitzen sehr schwer, und da ist Y genauso schlecht wie Y+.

    Ein Freund von mir ist mal LO PE WAW-LAX geflogen und war sehr angetan – er meinte LO sei ein underdog.

    • Dennis Schäfer sagt:

      Danke, schöne Zusammenfassung. Ich bin bereits mit der PE von LH & Austrian, EVA und jetzt SK geflogen. Bisher am besten hat mir die PE von EVA gefallen. Im Dezember teste ich auch die PE von SQ. Bin sehr gespannt!

  2. Roadrunner sagt:

    Ich bin früher recht viel SK Plus aus ARN – LAX geflogen, das Essen war meistens ziemlich schwach. Der Sitz ist durchaus okay, die etwas geringe recline Funktion ist mir aber auch recht negativ aufgefallen.

    Was ich an SK wirklich schätzen gelernt habe, ist dass die Skandinavier sich weitestgehend rücksichtsvoll verhalten, man hat meistens wirklich seine Ruhe. Leider sind die SK Lounges nicht sehr gut.

    Für die aufgerufenen Preise um 700-800€ fand ich das Produkt aber absolut in Ordnung und einmal keine Eltern an Bord zu haben, die den Unterschied zwischen Flugzeug und Spielplatz nicht verstehen, ist ohnehin unbezahlbar.

  3. ArnoldB sagt:

    Wenn man auf dem langen LAX-Flug in der PE ernsthaft keine zweite Mahlzeit zu Stande bringt, hat man sich für mich schon disqualifiziert.

    • Dennis Schäfer sagt:

      Die zweite Mahlzeit war doch das Frühstück kurz vor der Landung. Also ich bin ziemlich guter Esser, hatte aber tatsächlich keinen Hunger auf dem Flug. Die Sandwiches zwischendurch fand ich auch durchaus angenehm.

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