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Ratgeber: ESTA, Visum und Einreise – das gilt es in den USA zu beachten

USA Customs declaration

Spätestens seit den Anschlägen vom 11. September gelten die USA als eines der Länder mit den schärfsten Einreise- und Visumsrichtlinien weltweit. Neben einem gültigen Reisepass (vorläufiger Pass reicht nicht!), benötigt ihr als deutscher Staatsbürger ein Visum oder müsst eine sogenannte ESTA vorweisen können.

Deutsche Touristen und Geschäftsreisende können im Regelfall am so genanten Visa Waver Program (deutsch: Visum-Verzichtsprogramm) teilnehmen und benötigen kein klassisches Visum, das in den Reisepass geklebt wird. Um am Visa Waver Program teilnehmen zu können, müsst ihr euch eine Elektronische Einreisegenehmigung besorgen, das so genannte ESTA (Electronic System for Travel Authorization). In bestimmten Fällen oder nach dem Besuch bestimmter Länder kann aber auch ein richtiges Visum von Nöten sein.

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt die Situation für Reisende mit deutscher Staatsangehörigkeit. Die Vorschriften dürften aber für die meisten Zentraleuropäer recht ähnlich sein.

Einreise mit ESTA

Die einfachste Variante für Touristen und Geschäftsreisende an eine US-Einreisegenehmigung zu kommen, ist online die elektronische Einreisegenehmigung ESTA zu beantragen.

ESTA beantragen ›

ESTA beantragen

ESTA beantragen – so geht’s © CBP

  • Wer darf ESTA nutzen? Berechtigt seid ihr zum Beispiel, wenn ihr in den USA Urlaub machen wollt oder ein geschäftliches Meeting in den Staaten geplant habt. Wollt ihr in den USA Arbeit oder ein Studium aufnehmen, müsst ihr jedoch ein richtiges Visum beantragen. Ebenfalls nicht ESTA-berechtigt seid ihr, wenn ihr Doppelstaater seid, die auch die Staatsangehörigkeit von Iran, Irak, Syrien oder Sudan besitzen oder wenn ihr euch nach dem 1. März 2011 in Iran, Irak, Syrien, Sudan, Libyen, Jemen und Somalia aufgehalten habt.
  • Wie funktioniert die Beantragung von ESTA? Die Beantragung geht auf dieser Website. Teilweise wird euch unmittelbar am Ende des Beantragungsprozesses mitgeteilt, dass euer Antrag akzeptiert wurde. Teilweise dauert es auch bis zu 48h, bis ihr die Bestätigung bekommt. Es ist nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen, wenn ihr mal ein bis zwei Tage warten müsst.
  • Wie lange gilt ESTA? Nachdem ihr eine E-Mail bekommt habt, in der bestätigt wird, dass ihr ESTA nutzen dürft, dürft ihr zwei Jahre so oft in die USA einreisen, wie ihr wollt. Die einzelnen Aufenthalte dürfen allerdings 90 Tage nicht überschreiten.
  • Was kostet ESTA? Fällig werden 14$ (ca. 11€). Wird euer Antrag abgelehnt, werden euch davon 10$ zurückgebucht und ihr 4$ Bearbeitungsgebühr verbleiben bei der US-Grenzschutzbehörde Die Bezahlung ist entweder per Kreditkarte oder mittlerweile auch per Paypal (also z.B. via Lastschrift) möglich. Ohne Kreditkarte kommt ihr in den Staaten allerdings ohnehin nicht weit, zum Beispiel ist bei den meisten Mietwagen-Anbietern (Mietwagen-Tipps USA) eine Kreditkarte erforderlich. Wir haben hier einige Tipps für euch:

So beantragt ihr ESTA online:

Achtung: Einige Abzock-Firmen bieten im Netz an, das ESTA für euch gegen Gebühr zu beschaffen. Das ist absolut unnötig. Geht einfach auf die offizielle Website und beantragt dort euer ESTA selbst.

Einreise per Visum

Wenn ihr Doppelstaater seid, die auch die Staatsangehörigkeit von Iran, Irak, Syrien oder Sudan besitzen oder wenn ihr euch nach dem 1. März 2011 in Iran, Irak, Syrien, Sudan, Libyen, Jemen oder Somalia aufgehalten habt, könnt ihr ESTA mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nutzen. Wir empfehlen, dass ihr bei einem US-Konsulat anruft und nachfragt, welche die beste Variante für euch ist.

In der Regel dürfte es sich um ein B-1- (Geschäftsreisende) oder B-2-Visum (Touristen) handeln. Dieses kann nur von einem Konsulat ausgestellt werden, die Beantragung mit umfassender Sicherheitsbefragung ist recht aufwändig und kostet 160$. Dafür gelten diese Visa bis zu 10 Jahre – und damit deutlich länger als ESTA.

In bestimmten Fällen reichen ESTA bzw. die Touristenvisa nicht aus, z. B. wenn ihr eine Arbeit oder Studium aufnehmen wollt. Folgend typische Visa, die ihr ebenfalls nur über US-Konsulate erhalten könnt:

A Für Regierungsbeamte: Wenn ihr für eine Behörde dienstlich mit Dienst- oder Diplomatenpass einreist
D Für Besatzungsmitglieder: Flugbegleiter, Piloten und Schiffspersonal
F Für Studenten: Wenn ihr in den USA ein Studium aufnehmen wollt
J Für Au-Pairs: Wenn ihr als Au Pair in den USA einen Job aufnehmt
Q Austauschprogramme: Wenn ihr an einem Schüler- oder Studentenaustausch teilnehmt
I Medienvertreter: Wenn ihr in den Staaten einer journalistischen Recherchen nachgehen wollt
L Mitarbeitertransfer: Wenn ihr für eure Firma längere Zeit in den USA arbeitet

Die Beantragung dauert meist zwischen einer und vier Wochen. Kontaktiert am besten das nächste US-Konsulat telefonisch und fragt nach den genauen Anforderungen und Terminen. In der Regel funktioniert die Beantragung so:

  1. Füllt online das DS160-Formular aus
  2. Macht telefonisch einen Interview-Termin bei einem Konsulat aus
  3. Interview im Konsulat (bringt den Nachweis über online-übermittelte DS160-Formular mit!)
  4. Reisepass wird zunächst vom Konsulat einbehalten
  5. Reisepass und Visum werden nach einigen Tagen per Post zugesandt

Prozedere vor und auf dem Hinflug

Sicherheit hat auf USA-Flügen höchste Priorität. Daher prüfen die Airlines nicht nur, ob ihr ein Visum/ESTA für die USA habt, sondern sind auch noch verpflichtet, bestimmte Daten über euch an die Amerikanische grenzschutzbehörde CBP zu übertragen. Unter anderem wird abgeglichen, ob ihr auf einer No-Fly-Liste steht.

APIS: Das muss die Airline von euch wissen

Bereits bei der Buchung – oder spätestens beim Check-In am Flughafen sind die Airlines verpflichtet, zusätzliche Informationen (APIS = Advanced Passenger Information System) von euch zu erheben, die sie an die amerikanischen Behörden übermitteln muss. Klar, Reisepassnummer, Ablaufdatum und Geburtsdatum werden ohnehin von den meisten Airlines erhoben. Darüber hinaus wollen die Airlines beim Check-In bzw. im Buchungsprozess von euch wissen:

  • Reist ihr mit Visum oder ESTA?
  • Besitzt ihr eine permanente Aufenthaltsgenehmigung (Greed Card?)
  • Wie lautet eure Adresse in den USA?

Zwar interessiert es faktisch niemanden, welche US-Adresse ihr bei den Airlines angebt. Dennoch solltet ihr zumindest eine Hotel-Nacht schon vor der Reise buchen, denn spätestens bei der Einreise kann euch der Immigration-Officer fragen, wo ihr wohnt. Könnt ihr keine Hotel-Buchungsbestätigung oder Ähnliches vorweisen, heißt es im schlimmsten Fall: „No address, no States!

Sicherheitsbefragung am Airport

Seit geraumer Zeit sind Fluggesellschaften von der US-Regierung aufgefordert, Reisende auf Flügen in die USA einer Sicherheitsbefragung zu unterziehen. Während US-Airlines wie United, Delta und American diese Vorgabe sehr ernst nehmen, wird bei den meisten europäischen Airlines mehr oder minder auf eine Befragung verzichtet.

Bei US-Airlines findet die Befragung meist vor dem Check-In-Schalter statt. Checkt ihr Online ein und überspringt den Check-In-Schalter, werdet ihr am Gate ggf. per Lautsprecherdurchsage aufgerufen und zur Sicherheitsbefragung gebeten. Habt ihr die Befragung erfolgreich absolviert, erhaltet ihr meist einen kleinen Sticker auf euren Pass.

Fliegt ihr mit Lufthansa von Frankfurt oder München, gibt es kurz vor den USA-Gates nochmal eine separate Kontrolle. Hier wird kurz euer Reisepass und eure Bordkarte geprüft und im Rechner gecheckt, ob ihr wirklich Visum oder ESTA habt. Ich wurde noch nie etwas anders gefragt als „Reisen Sie auf ESTA oder Visum?“

Typische Sicherheitsfragen sind:

  • Haben Sie Ihren Koffer selbst gepackt?
  • War das Gepäck die ganze Zeit bei Ihnen?
  • Welche elektronischen Geräte befinden sich im Gepäck?
  • Reisen Sie auf ESTA oder Visum?
  • Warum reisen Sie in die USA?
  • Hatten Sie ihr Gepäck seit dem Packen die ganze Zeit im Blickfeld?
  • Haben Sie im Flughafen noch etwas gekauft? (Bejaht ihr diese Frage, werdet ihr meist nochmal einer zusätzlichen Sicherheitskontrolle unterzogen – die, die auch SSSS-Passagiere durchlaufen müssen. Dazu weiter unten mehr.)

SSSS: Zusätzliche Sicherheitskontrolle am Flughafen

Es kann passieren, dass die vier Buchstaben SSSS auf eure Bordkarte gedruckt werden. Das bedeutet, ihr wurdet (mehr oder minder zufällig) für eine verschärfte Sicherheitskontrolle ausgewählt. SSSS bedeutet Secondary Security Screening Selection und gibt es nur auf Flügen, von, in und aus den USA.

SSSS

Fotomontage aus CC0-Bild und Foto von Wikimedia-User „Definitelynotdodgy“ unter CC-BY-SA-3.0-Lizenz

Auch wenn am oder vor dem Gate festgestellt wird, dass ihr im Flughafen noch etwas gekauft habt, werdet ihr gerne in die SSSS-Sicherheitskontrolle geschickt, damit die Produkte geröntgt werden können.

Auf Flügen in die USA gibt es meist in der Nähe der USA-Gates eine zusätzliche, separate Sicherheitskontrollstelle, die ihr als SSSS-Kandidat passieren müsst. Die Kontrolle ist in Deutschland ähnlich der normalen Sicherheitskontrolle und eigentlich recht harmlos. In den USA kann das Prozedere länger dauern. Alle Infos zu SSSS findet ihr in diesem Artikel:

Zollerklärung im Flieger ausfüllen

Habt ihr endlich alle Checks und Kontrollen am Flughafen überstanden, könnt ihr im Flieger Platz nehmen. Hier wartet jedoch Bürokratie auf euch: Im Flieger werden blaue Zollerklärungen ausgeteilt, die ihr wahrheitsgemäß ausfüllen müsst. Hier ein Beispiel:

Zollerklärung USA

Zollerklärung USA: Die Rückseite ist nur relevant, wenn ihr etwas zu verzollen habt, z. B. Handelsgüter oder Lebensmittel

Aber: Seid ihr seit 2008 mindestens einmal per ESTA in die USA eingereist, ist das Ausfüllen der Zollerklärung in vielen Fällen überfällig. Ihr könnt nämlich zur Einreise an den meisten Airports die sogenannten APC-Kiosks nutzen. Hierbei handelt es sich um Automaten, auf denen ihr per Touchscreen die Zollerklärung ausfüllt. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob die APC-Kiosks benutzt werden dürfen, lasst euch lieber von den Flugbegleitern eine Zollerklärung mitgeben – schaden oder kosten tut das nicht. Mehr zu den Kiosks weiter unten.

Prozedere bei der Einreise

Welcome to the United States! Ihr habt es fast geschafft – auf amerikanischen Boden befindet ihr euch schon mal, jedoch müsst ihr noch die Einreisecounter passieren. Das ist in den USA auch etwas umständlicher als in Deutschland. Nicht selten kommt es zu Wartezeiten von über 1½ Stunden. Zudem ist die Benutzung von Handys und Kameras rund um die Passkontrolle – auch im Wartebereich – tabu. Dieses Verbot wird jedoch von Airports zu Airport unterschiedlich streng gehandhabt. Während in San Francisco niemand etwas sagt, wenn ihr auf dem Handy kurz Nachrichten checkt, wird man in Charlotte in militärischem Ton angebrüllt, sobald man nur sein Telefon berührt. Klar sollte sein: Fotos von der Passkontrolle machen – das geht gar nicht.

Zur Einreise gibt es prinzipiell vier verschiedene Möglichkeiten, die ich euch hier im einzelnen Erläuterten möchte:

Regulärer Passcounter

Hierbei handelt es sich um ganz normale Einreisecounter, wie wir sie zum Beispiel auch aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz kennen. Der Unterschied: Die Officer fragen eine menge Fragen – und das kann ganz schön unangenehm sein. Auf diese Fragen müsst ihr euch einstellen:

  • Warum reist du in die USA? (Holiday, Business Meeting, Road Trip, Conference etc.)
  • Wie bleibst du in den USA?
  • Wie sehen deine Reisepläne aus?
  • Hast du Hotel/Mietwagen bereits gebucht? Wo wohnst du in den USA?
  • Wann warst du das letzte mal in den Staaten?
  • Reist du alleine?
  • Wie viel Bargeld hast du dabei? (falls wenig oder keins, könnt ihr sagen, dass ihr eine oder mehrere Kreditkarten dabei habt)
  • Besitzt ihr eine Kreditkarte?
  • Was ist dein Job?
  • Hast du Familie/Freunde in den USA?

Erfahrungsgemäß werden bei jungen Touristen die meisten Fragen gestellt, da die Behörden wohl befürchten, sie könnten in den USA illegal einen Job aufnehmen. Wenn ich geschäftlich in die Staaten reise, werden mir hingegen kaum Fragen gestellt. Je nach Situation dauert die Befragung zwischen 15 Sekunden und 5 Minuten. Nach und/oder während der Befragung:

  • wird euer Reisepass kontrolliert
  • wird ein Foto von euch geschossen
  • werden Fingerabdrücke genommen (meist 4 Finger, teilweise 2 x 4 Finger + Daumen).
  • werden Reisepass und Einreisekarte gestempelt

Die Karte behaltet ihr (zumindest bei den meisten Airports) bis zum Zoll und gebt sie dort ab. Hält der Officer euch für verdächtig oder liegen sonst Komplikationen vor, kann es passieren, dass ihr in ein Hinterzimmer zur Secondary geschickt, zu einer ausführlichen Befragung. Mehr dazu weiter unten.

Einreise über APC-Automaten

Als Ausländer, der per ESTA einreist, ist es durchaus möglich, die APC-Automaten zu nutzen, die es mittlerweile an allen großen US-Airports gibt.

Voraussetzung: Ihr müsst seit 2008 mindestens einmal per ESTA in den Staaten gewesen sein – manchmal funktioniert es (inoffiziell) sogar bei der ersten US-Einreise. Try and Error lautet da die Devise.

Die APC-Kiosks können offiziell überall bei ESTA-Einreise genutzt werden, jedoch kann es vorkommen (z. B. in Charlotte), dass man behauptet, die APC-Automaten seien nur für Amerikaner bestimmt. Eine Sicherheitsmitarbeiterin dort wollte mich sogar mal verhaften lassen, weil ich einfach an die APC-Automaten gegangen bin und mich zunächst weigerte, mich an einem regulären Counter anzustellen.

Nachdem ihr euren Pass eingelegt habt, fragt der Automat alle wichtigen Informationen ab, die auch auf der Einreisekarte angeben werden müssen – lediglich nicht so detailliert. Es ist nicht mehr zwingend erforderlich, die Zollerklärung (die ihr im Flieger erhaltet) auszufüllen. Anschließend wird ein Foto von euch gemacht und ihr müsst eure Fingerabdrücke scannen lassen, was teilweise etwas schlecht funktioniert. Seid ihr fertig, kommt ein Ausdruck (mit Foto und allen euren Daten) aus dem Automaten, der Zollerklärung und Reisepass ersetzt:

  • Ausdruck enthält ein großes „X“: Irgendetwas stimmt nicht (z. B. ihr konntet keiner Flugnummer zugeordnet werden, Fingerabdrücke nicht richtig gescannt) und ihr werdet – nachdem ihr den Automatenbereich verlassen habt – in eine spezielle Schlange (mit Einreisecountern am Ende) geschickt. Das braucht euch nicht beunruhigen! Ich hatte fast bei jeder zweiten Einreise ein X auf dem „Kassenzettel“.
  • Ausdruck enthält ein großes „O“: Ihr habt angegeben, dass ihr etwas zu verzollen habt, oder irgendetwas einführt (z. B. Lebensmittel), das sich der Zoll genauer ansehen sollte.
  • Ausdruck enthält weder „X“ noch „O“: Alles bestens – ihr dürft nach Verlassen des Automatenbereichs die Nicht-X-Schlange wählen. Am Ende der Schlange steht ein Officer, der meist angenehm wenige Fragen stellt und schnell den Stempel in den Pass macht.
APC Receipt mit X

APC-Ausdruck enthält ein X, weil die Flugnummer fehlt

Behaltet aber euren Ausdruck auch nach dem Einreiseschalter; ihr müsst ihn beim Zoll erneut vorzeigen!

Einreise mit Global Entry

Die sicherlich komfortabelste Variante einzureisen heißt Global Entry: Dabei handelt es sich um eine bezahlte Mitgliedschaft, für die man sich bei der US-Grenzschutzbehörde CBP bewerben kann. Für 100$ genießt ihr nach einer ausführlichen Sicherheitsüberprüfung und Befragung für fünf Jahre Global Entry und TSA Precheck.

Die Einreise funktioniert ebenfalls über Automaten, die im Prinzip sehr ähnlich funktionieren, wie die APC-Kiosks. Lediglich die Software scheint etwas benutzerfreundlicher zu sein, die Fingerabdrucksensoren reagieren schneller und das Portraitfoto muss offenbar nicht schön (= biometrisch etc.) sein, wie dieses Beweisfoto zeigt:

Global Entry Receipt

Global Entry-Beleg

Nachdem ihr euren Ausdruck erhalten habt könnt ihr ohne Wartezeit an der Immigration vorbei gehen, meist werden keinerlei Fragen gestellt. In manchen Airports (z. B. Chicago), ist es noch nicht einmal erforderlich bei der Einreise stehenzubleiben. Der Sinn dahinter: Der Ausdruck wird ja beim Zoll ohnehin nochmals kontrolliert, somit wird sicher gestellt, dass ihr nicht illegal einreisen könnt.

Einreise als Diplomat/Crew

Für Reisende mit einem A- (Diplomaten) oder D-Visum (Flugbegleiter/Piloten) steht meist ein separater Counter zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um einen ganz regulären Einreisecounter, der zum Teil auch von Rollstuhlfahrern etc. genutzt werden darf. Wenn ihr nicht gerade Angela Merkel heißt, müsst ihr euch darauf einstellen, dass euch die gleichen Fragen gestellt werden, wie im Punkt Regulärer Passcounter.

Zoll in den USA

Habt ihr die Einreise samt Befragung überstanden, erwarten euch hinter den Countern und Automaten meist die Gepäckbänder. Hier immer schon ein paar Zollbeamte (mit Hunden) herum und stellen auch gerne Fragen zum Gepäck. Habt ihr euer Gepäckstück, dürft ihr zum Ausgang, wo ein Officer euch und euer Gepäck „bewertet“:

  • Entweder zieht er eure Zollerklärung (oder den Automatenausdruck) ein und ihr dürft gehen
  • Oder: Ihr werdet zu einer Secondary Inspection gebeten und euer Gepäck wird geröntgt
  • Oder: Ihr gebt selbst an, dass ihr etwas zu verzollen habt und müsst dann zu einer Secondary Inspection

Tipp: Gebt auf den Zollerklärungen bzw. am Automaten auch an, wenn ihr Lebensmittel dabei habt – und sei es nur ein Apfel, eine Tafel Schokolade oder ähnliches. Tut ihr das nicht, könnt ihr bei der Kontrolle auffliegen und eure Einreiseprivilegien wie Global Entry dauerhaft verspielen!

Habt ihr den Zoll überstanden, habt ihr es wirklich geschafft. Ihr seid offiziell in den USA und nichts und niemand kann euch mehr stoppen ;)!

Sonderfall: Transit durch die USA

Nach einem internationalen Flug in die USA müsst ihr immer in die Staaten einreisen (es gibt auf US-Airports keine Transitbereiche!) und durch den Zoll.

Egal ob International- oder USA-Transit: Ihr müsst nach eurer Ankunft einreisen, anschließend euer Gepäck vom Band nehmen und durch den Zoll. Und zwar auch dann, wenn euer Gepäck laut Gepäcklabel schon bis zum endgültigen Zielflughafen durchgecheckt wurde. Nach dem Zollbereich befindet sich meist ein Kofferband, auf das ihr euren Koffer selbst wieder drauf legen könnt. Habt ihr noch kein Gepäcklabel für den Weiterflug, befinden sich in unmittelbarer Nähe Transit/Check-In-Schalter, bei denen ihr diese bekommt.

Keine Regel ohne Ausnahme: Einige Airlines bieten neuerdings an, das Gepäck bei internationalen Transits (= Drittland-USA-Drittland) tatsächlich durchzuchecken. Delta macht das zum Beispiel bei einigen Routings über Atlanta. Dies ist aber ein Sonderfall und ihr werdet beim Check-In auf jeden Fall darauf hingewiesen.

Reist ihr innerhalb der USA oder aus den USA heraus, wird euer Gepäck in der Regel durchgecheckt und ihr müsst euch nicht mehr darum kümmern.

Sonderfall: Erweiterte Sicherheitsbefragung bei Einreise – Immigration Secondary

Wenn mit euren Dokumenten etwas nicht stimmt, euer ESTA ungültig ist oder ihr euch sonst irgendwie verdächtig gemacht habt, werdet ihr vom Einreiseschalter in ein Hinterzimmer geschickt. Ich habe dies selbst mal erlebt, als ich über die Türkei eingereist bin und möchte euch kurz meine Erfahrungen schildern:

Der Einreiseofficer teilte mir mit, dass er das nicht bearbeiten könne und ich zur Secondary müsse. Ich wurdevon einem Beamten abgeholt und in ein Hinterzimmer geführt, in dem bereits mehrere Leute auf ihre Befragung warteten. Es vergingen in etwa 1,5 Stunden, ehe ich an die Reihe kam. Der Officer war nicht sonderbar freundlich. Er stellte Fragen wie „Sind Sie Muslim?“ oder „Warum sind Sie nach Ägypten gereist? Das ist doch ein Terrorland!“ und sah sich sämtliche Reiseunterlagen und – besonders unangenehm – Fotos auf meinem Handy an. Die Befragung an sich dauerte ca. 30 Minuten.

Ausreise aus den USA

Kurz gesagt: Gibt es in den Vereinigten Staaten nicht. Nach dem Check-In könnt ihr euch auf direktem Wege zur Sicherheitskontrolle begeben. Dort werden von der Transportsicherheitsbehörde TSA zunächst eure Bordkarte und euer Reisepass gecheckt. Wer TSA Precheck-Member (= Global Entry) ist kann die bevorzugte Sicherheitskontrolle nutzen, muss weder Schuhe noch Gürtel ausziehen und kann Laptops und Flüssigkeiten im Gepäck lasssen. Mehr Informationen:

Internationaler und Inlands-Abflugbereich sind in den USA nicht unbedingt getrennt, es kann sein, dass das Gate für den Flug nach Detroit gleich neben dem nach Frankfurt liegt.

Titelbild: © FM2

Adrian

Eigentlich von Beruf Radioredakteur. Seit ein paar Jahren regelmäßig in der Luft und auf der Schiene unterwegs. Seither durchforste ich täglich das Netz nach den besten Reiseschnäppchen. Ein Spezialgebiet von mir: Bahnreisen. Seit Juni 2017 bin ich im Team von Travel-Dealz. Ich freu mich über Mails an adrian@travel-dealz.de
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Kommentare (10)

  1. Ich fand es eigentlich recht einfach. Einreise war quasi Reisepass-Scan, dahinterliegendes ESTA prüfen und einige Fragen zum Zettel den man ausfüllte (quasi die Fragen die da standen mündlich noch einmal gefragt um die Validität zu prüfen) und dann noch das übliche „was machen Sie beruflich? Welchen Zweck verfolgt Ihre Reise? Sind Sie die ganze Zeit in dem angegebenen Hotel oder reisen Sie innerhalb der USA weiter?“
    und dann gab es die Koffer (meiner war ungeöffnet so da), keine extra Handgepäckprüfung, eigentlich nichts weiteres als die Fragen des Einreisemenschens…

    Das sieht dann bei Abreise natürlich ganz anders aus, aber die Einreise war so einfach dass ich schon angst hatte irgendwas verpasst zu haben.

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  2. Wer freiwillig in diesen Schurkenstaat fliegt, dessen pschopathische politische Klasse seit Jahrzehnten die Welt mit Kriegen über zieht, die nur Not und Elend schaffen, braucht dringend einen Arzt!

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  3. Ich habe B1/B2 Visa.

    Wenn man in die USA einreisen möchte, sollte man möglichst versuchen, die Reise auf einem Ticket zu buchen.

    Mit ist es nun schon 4 mal passiert, das ich nur CPH-YYZ-CPH und auf ein weiteres Ticket YYZ-ICT-YYZ gebucht habe. Der Grund war, das ich dadurch unglaubliche Schnäppchen in der SAS Business machen konnte, die auf einem Ticket nicht möglich waren.

    Bei United war ein Online Checkin niemals möglich, sondern ich musste immer an den Kiosk, wo mir dann der Stempel SSSS aufgedrückt wurde.

    Eine Begründung gabs keine.

    Ich vermute, das die mit dem Flugverhalten nicht klar gekommen sind.

    Trotzdem lief alles reibungslos.

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  4. warum sollte sich ein denkender Mensch diese feindliche Prozedur gefallen lassen. Kiss my back, trUSAmp

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  5. Danke für den guten Überblick!
    Ich habe gelesen, dass es rechtwiedrig ist, wenn Handys und Laptops durchsucht werden dürfen. Habt ihr Erfahrungen und Infos darüber, wenn man beim secondary screening verweigert seine Handy Pin zu nennen etc. ?

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  6. Bei der Einreise mit A-Visum dürfen keine Fingerabdrücke genommen werden und auch keine Fragen zu gründen der Einreise gestellt werden.

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    • Ja, fürs Diplomatenvisum ganz klar. Das haben aber eben auch nur Diplomaten…
      Alle anderen müssen den Anweisungen der Officer folgen – und wenn er einen Global Entry Menschen nach erfolgreichem Check am Automaten fürs SSSS-Screening rauswinkt – dann muss das sein…

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  7. Kann GE absolut empfehlen. Hab’s selber seit 4 Jahren und bei ca 15 Einreisen nutzen können. Man spart unheimlich Zeit, viel geringer Stressfaktor nach einem 8 – 10 Stunden Flug, und ein sicheres Mittel um ggfs seinen Anschlussflug noch zu erreichen. Noch kurze Anmerkung, was im Artikel nicht stand: mit GE kann man auch von einigen wenigen europäischen Airport schon „Einreisen“, der Flug dann in die USA ist dann quasi domestic, hab selbst mal in Dublin ca. 90 Sekunden für GE gebraucht, mein pers. Rekord.

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    • GE finde ich ebenfalls sehr praktisch. Aber die Pre-Clearance (Kanada, Dublin, Abu Dhabi…) hat damit ja erstmal nichts zu tun, da sie auch ohne GE nutzen kann. Nur muss man dann halt meist ein paar Minuten länger warten.

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  8. Hey, meiner Erfahrung nach kann das (kostenlose) A-Visum auch in einen regulären Pass geklebt werden und es ist auch keine Vorsprache beim Konsulat erforderlich. Bei der Einreise gab es dann ohne weitere Fragen, Foto- oder Fingerabdrucknahme den Stempel in den Pass. Ist natürlich nur für eine Minderheit interessant.

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