App in the Air: Unser Test der All-in-One-App für Vielflieger

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Schon mehrfach haben uns einige unserer Leser die App „App in the Air“ ans Herz gelegt. Die App kombiniert viele Funktionen von anderen Anbietern, wie z.B. Tripit, Awardwallet, und my.Flightradar24. Wir haben uns das Ganze mal genauer angeschaut und getestet, ob die App wirklich empfehlenswert ist, und wo ihre Stärken und Schwächen liegen.

Die App ist sowohl für iOS als auch für Android verfügbar. Eine Desktop-Version gibt es nicht.

Gratis-Funktionen

Folgende Funktionalität bietet die App kostenlos allen Usern:

Flugstatistik

Die App aggregiert die Statistiken eurer vorherigen Reisen, z.B. die geflogene Distanz und die Anzahl der Länder/Airlines/Flugzeugtypen. Einer der schönsten Aspekte so einer Flugstatistik ist allerdings, diese ganzen Flüge auf einer Landkarte zu sehen. Hierfür eignet sich das Smartphone-Format leider nur bedingt, vor allem wenn man viele Interkontinentalflüge geflogen ist:

Eure bisherigen Flüge könnt ihr entweder von Google, TripIt, IMAP, Outlook, oder eurem Kalender importieren lassen. Alternativ könnt ihr die Flüge auch manuell importieren. Dazu könnt ihr unter anderem auch einfach eure Bordkarte einscannen – eine nette Funktion, wenn man die Bordkarte noch hat. Nachdem ich zum Spaß einige Bordkarten eingescannt hatte, habe ich die restlichen Flüge der letzten 4 Jahre von TripIt importieren lassen. Dies hat auch problemlos funktioniert.

Natürlich gibt es auch die chronologische Detailansicht aller bereits abgeschlossenen und zukünftigen Reisen. Am positivsten fiel mir dabei auf, dass überall die tatsächliche Abflug- und Ankunftszeit angezeigt wird.

Meilen tracken

Außerdem kann man seine Mitgliedschaften bei Bonusprogrammen hinterlegen (nur American Airlines, Southwest, und Delta erlauben das nicht). Nicht nur hat man dann immer die Mitgliedsnummer schnell griffbereit, sondern kann auch auf einen Blick sehen, wie viele Meilen man hat. Zusätzlich zeigt die App einem auch wie viele Statusmeilen/Punkte/Nächte man schon gesammelt hat, und auch wann der Status und die Meilen ablaufen.

Buchen

Über die App könnt ihr auch Hotels und Flüge buchen. Die meisten Hotels scheinen von Booking.com vermittelt zu werden. Allerdings laufen bei einigen Ketten, z.B. Hilton, die Buchungen scheinbar über die Kette selbst, bei anderen, z.B. IHG, allerdings nicht. Letztendlich sehe ich keinen guten Grund, weshalb man über diese App buchen sollte.

Koffer-Scanner

Auf der Website wirbt App in the Air auch damit, dass mittels Augmented Reality die Größe des Koffers festgestellt werden kann, indem man mit der Handy-Kamera auf den Koffer zielt und dann dessen Maße angezeigt bekommt. Funktioniert hat dies bei meinen mehreren Versuchen leider nicht.

Impfstatus hinterlegen

Außerdem kann man seinen Impfstatus hinterlegen. Dazu scannt man wie üblich den QR-Code, quasi genau wie bei der CovPass App. Allerdings lässt sich der QR-Code bei App in the Air „screenshotten“ – was man bei CovPass ja nicht kann. Andere Vorteile gegenüber CovPass konnte ich nicht finden.

„Erfolge“

Eine sehr hübsche Funktion der App ist die „Erfolge“-Kategorie, wo einem verschiedene Errungenschaften, die sich aus der Flugstatistik ergeben, angzeigt werden. Dazu gehören z.B. 15 Länder besuchen, 40 Flughäfen besuchen, 40 Flugzeuge fliegen, einen Nachtflug absolvieren, einen frühen Flug zu nehmen, 70 Airbus-Flüge, und vieles mehr. Jeweils kriegt man einen hübschen Sticker dafür. Man bekommt auch einen Sticker für jedes Land, dass man angeflogen hat.

Es gibt auch eine Rangliste, in der man mit anderen App-Usern verglichen wird, anhand der geflogenen Kilometer.

Pro-Version

Die App bietet auch eine Pro-Version an, für ganze 31,99€ pro Jahr. Alternativ kann man auch 54,99€ für eine lebenslange Mitgliedschaft zahlen und eine kostenlose Testversion für 14 Tage gibt es auch. Die Pro-Version bietet folgende zusätzliche Dienste:

  • Flug-Alarme
  • Offline-Zugriff
  • Familie benachrichtigen
  • Auto-Check-in
  • Für in der App gebuchte Flüge werden Bäume gepflanzt
  • Unbegrenzte Treueprogramme zum Tracken

Gehen wir die Funktionen mal einzeln durch:

Flug-Alarme

Dies ist der wohl größte Vorteil der Pro-Version – denn er funktionierte nicht nur einwandfrei, sondern sogar beeindruckend gut. Man bekommt eine Push-Nachricht, wenn der Check-in öffnet, wenn das Gate feststeht, wenn das Boarding beginnt, wenn es eine Verspätung gibt, wenn der Flieger zurücksetzt, und wenn der Flug am Gate ankommt.

Am interessantesten sind davon wohl die Erinnerung an den Check-in, das Gate und auch eventuelle Verspätungen. Beeindruckt war ich aber vor allem davon, dass ich in der Sekunde, in der das Flugzeug zurücksetzte, die Benachrichtigung dazu bekam. Ebenso war es in der Sekunde, an der ich das Gate in Bariloche (also sogar an einem Provinz-Flughafen) erreichte. Auch wenn diese Nachrichten für mich nutzlos waren, fand ich die Genauigkeit und Schnelligkeit fast unglaublich.

Offline-Zugriff

Unter dem Begriff Offline-Zugriff versteckt sich folgende Funktion: sollte man keinen Internetzugriff haben, bekommt man die Push-Nachricht per SMS. Da ich jederzeit Internetzugang hatte, habe ich bei meinem Test keine SMS bekommen.

Familie benachrichtigen

Die App kann auch euren Freunden und Familienmitgliedern Updates über euren Flug senden. Eine weitere Funktion, die ich nicht brauche und auch nicht testen wollte. Wird man von jemandem aber am Flughafen abgeholt, könnte dies nützlich sein.

Auto-Check-in

Diese Funktion ist sehr interessant, hat bei mir aber leider auf beiden Flügen nicht funktioniert. Im Prinzip hinterlegt man seine Präferenzen (Vorne, Mitte, Hinten, Fenster, Mitte, Gang) und wird automatisch von der App eingecheckt. Außerdem kann man angeben, ob man auf jeden Fall eingecheckt werden soll, selbst wenn die Präferenzen nicht verfügbar sind, oder nur wenn ein passender Sitz frei ist.

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Leider hat das, wie zuvor erwähnt, bei beiden Flügen nicht funktioniert – vielleicht liegt das Problem aber auch an Aerolíneas Argentinas. Sollte sie aber funktionieren, wäre das schon eine tolle Sache, gerade bei Airlines wie Lufthansa, wo man selbst in der Premium Economy sich möglichst schnell nach Check-In-Beginn die guten Plätze schnappen muss. Für eine Sitzplatzreservierung wird heutzutage ja ein ordentlicher Aufpreis kassiert.

Für in der App gebuchte Flüge werden Bäume gepflanzt

Für jede in der App getätigte Flug-Buchung pflanzt die App Bäume. Auf der Website steht ein Baum, in der App ist von 5 Bäumen die Rede. So oder so, kein spektakulärer Vorteil – besonders da ich wohl nie über die App Flüge buchen würde.

Unbegrenzte Treueprogramme zum Tracken

Auch hier fehlt es etwas an Informationen, da nirgendwo steht, auf wie viele Programme die Basis-Version beschränkt ist. Ich konnte jedenfalls problemlos 4 Programme in der Basis-Version hinterlegen, und ich bezweifle, dass die meisten User viel mehr als das hinterlegen wollen. Auch dies ist ein Vorteil, für den ich wohl keinen Cent ausgeben würde.

Mehr Fluginfos/Statistiken

Als Pro-Mitglied kann man für jeden Flug außerdem die Bordkarte hinterlegen (praktisch, um nicht für jede Airline eine separate App für die mobile Bordkarte herunterladen, oder im E-Mail-Postfach herumkramen zu müssen). Zudem werden für die vergangene Flüge genauere Statistiken angezeigt. Man sieht nun nicht mehr nur die Gesamtzahl der Flugzeugtypen, Airlines, und Flughäfen, sondern kann die genaue Aufschlüsselung sehen:

Fazit

App in the Air bietet die Funktionalität verschiedener Dienste (z.B. TripIt, AwardWallet, my.flightradar24) gebündelt an. Jeder dieser Dienste erfüllt dessen Funktion besser als diese App es tut. Wer sich aber sparen möchte, mehrere Accounts zu verwenden und stattdessen eine One-for-All-Lösung sucht, dem wird diese App wohl gefallen.

Die Pro-Version bietet meiner Meinung nach keinen Vorteil, der einen Preis von über 30€ rechtfertigt. Die kostenlose Version hat mich aber genug überzeugt, um die App nach diesem Test weiterzuverwenden. Allerdings löst sie die Konkurrenz-Accounts wie TripIt bei mir nicht ab, sondern dient nur als mobile Ergänzung. Die App ist nämlich insgesamt besser/hübscher designt als bei der Konkurrenz.

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Kommentare (13)

  1. Ron S. sagt:

    Nutze die App sei Jahren intensiv, habe mir aufgrund der genaueren Statistiken auch die Lifetime-Pro geholt (wie man bei 32€ pro Jahr und 56€ einmalig überhaupt über das erstere nachdenken kann erschließt sich mir nicht).
    Teilweise macht es Sinn bei den Flugzeugen manuell einen Typen auszuwählen da z.B. für den A320 4…5 verschiedene Typen existieren die mehr order weniger reingewürfelt werden. Durch die manuelle Auswahl auf immer den gleich A320 werden die Statistiken akkurater.
    Das Hauptfeature für mich ist die Karte und die Statistiken…
    Den Support möchte ich lobend erwähnen, die Antworten (auch für nicht Bezahlmitglieder) schnell und freundlich.

  2. Vielreisendet sagt:

    wichtiger wäre zu wissen, wie sicher die Daten sind. Was werden hier ja praktisch diverse Accounts zusammengefasst. Mir ist das zu unsicher. Risiko: im schlimmsten Fall können Fremde in meinen Buchungen wühlen… Verzichte lieber darauf noch eine Datenkrake zu füttern.

    • Ditmar Lange sagt:

      Das ist tatsächlich einer der positivsten Aspekte der App, denn dadurch, dass es keine Desktop-Version gibt, werden die Zugangsdaten angeblich nur lokal auf deinem Handy gespeichert. Tatsächlich hätte ich es sonst auch abgelehnt, diesen Aspekt der App zu testen. Auch sonst hat die App keine Daten von mir gefordert, alle Daten (Name, Telefonnummer, Geburtsdatum, etc.) sind freiwillig.

  3. Christian vom Gourmet Report sagt:

    Danke für den Test!
    Schade, dass es keine Desktop Version als Zusatz gibt. Ich gucke mir solche Sachen doch lieber auf einem großen Bildschirm an.
    Ich werde wohl bei Kayak bleiben, dass ist übersichtlich genug für mich.

  4. Emmanuel sagt:

    was ist mit der Import Funktion aus MyFlightradar24 bzw. aus FlugStatistik?
    Gibt es eine Web Version dazu?

  5. Joachim sagt:

    Für das 1. Jahr gibt es 50 % Rabatt.

    Das habe ich mir mal geholt.

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