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Bewertung: SWISS Senator Lounge Zürich E-Gates

Swiss Lounge ZRH Buffet

Die zur Lufthansa-Gruppe gehörende Airline Swiss investiert am Drehkreuz Zürich-Kloten aktuell kräftig in die Betreuung ihrer besten Kunden. So werden die für Schengen-Flüge genutzten Business- und Senator-Lounges im Abflugbereich A für 15 Millionen Schweizer Franken saniert. Die Maßnahmen sollen im ersten Quartal 2018 abgeschlossen werden. Die Non-Schengen-Lounges für die E-Gates wurden bereits Anfang 2016 neu eröffnet. Ich hatte vor kurzem die Möglichkeit, die dortige Senator-Lounge im Rahmen einer Umsteigeverbindung zu testen.

Zugang & Zutritt

Wer seine Reise am Flughafen Zürich beginnt, muss zunächst durch die Passkontrolle und dann mit einer unterirdischen, fahrerlosen Bahn zum Satellitenterminal E-Gates fahren. Die Lounge erreicht ihr per Aufzug, sie befindet sich quasi im ersten Obergeschoss. Die freundlichen Mitarbeiter am Empfangsthresen schicken einen je nach Status bzw. Reiseklasse entweder nach links in die Business-Lounge oder nach rechts in die Senator-Lounge.

Zutritt zur von mir getesteten Senator-Lounge haben wie üblich Senatoren des Miles&More-Programms und Star Alliance Gold-Member (Lesetipp: So werde ich schnell Gold-Vielflieger) anderer Vielfliegerprogramme, sofern sie am selben Tag mit Swiss oder einer anderen Fluggesellschaft der Star Alliance von Zürich abfliegen. Zudem können sie eine Begleitperson kostenfrei mitnehmen, sofern diese ebenfalls eine Bordkarte für einen Star Alliance-Flug vorweisen kann. Auch First-Passagiere dürfen natürlich die Senator-Lounge nutzen.

Auf die Business-Lounge werde ich nicht weiter eingehen. Nur so viel: Das Speise- und Getränkeangebot ist etwas eingeschränkter. So gibt es hier keine Whiskey-Bar. Zutritt haben Business Class-Reisende sowie Frequent Traveller, also Vielflieger der niedrigsten Statusstufe bei Miles&More.

Wer W-Lan benötigt, bekommt am Empfangstresen einen persönlichen Voucher. Dazu wird die Bordkarte gescannt. Das W-Lan war durchaus schnell und brauchbar.

Ausstattung & Terrasse

Die großzügige und sehr exklusiv eingereichtete Senator-Lounge ist in verschiedene Bereiche gegliedert:

  • Eingangsbereich mit Zugang zu privaten Dusch-Räumen
  • Bar Whiskey Club 28/10
  • Lounge-Area
  • Restaurantbereich
  • Bürobereich
  • Relax-Area
  • Terrasse

Sämtliche Sitzgelegenheiten sind mit europäischen Steckdosen und USB-Ports ausgestattet. Bei den verwendeten Möbeln handelt es sich um Markenware von Vitra und de Sede. Nicht so schön finde ich, dass die gesamte Lounge mit Werbung für Breitling-Uhren vollgepflastert wurde. Immerhin ist es den Designern gelungen, diese stilvoll ins Gesamtambiente einzubinden. Die Uhrzeit sollte jedenfalls niemand übersehen. 😉

Die Lounge befindet sich überhalb der Gates. Ihr habt perfekten Ausblick auf die Vorfelder vor und hinter dem Satellitenterminal.  Ein besonderes Schmankerl ist die großzügige Terasse mit Blick auf das südlich gelegene Vorfeld und das Flughafen-„Hauptterminal“. Dort liegen sogar (an einer Schnur befestigte) Ferngläser aus!

Interessant sind sicher auch die zahlreichen halboffenen Bürokabinen: Kleine Boxen zum Telefonieren, größere Boxen für die Arbeit am PC. Letztere verfügen über Streckdosen für Laptops; in manchen Kabinen gibt es auch einen festen Computer mit Internetzugang. Verschließen lassen sich die Boxen nicht, sie verfügen leider nicht über eine Tür.

Enttäuschend ist der Ruhebereich der Lounge. Während es in deutschen Lufthansa-Lounges häufig einen dunklen Schlafraum mit flachen Liegen gibt, sind in der Swiss Senator-Lounge lediglich abgeschrägte Sessel zu finden. Diese befindet sich direkt an einer Glas-Front mit Ausblick auf das Vorfeld. Tagsüber ist es hier dementsprechend hell. Der Ruheraum ist von der restlichen Lounge mit einen offen Durchgang getrennt. Ein Vorhang an der Rückwand des Raumes schluckt allerdings einen Großteil der Geräusche, so dass es trotzdem durchaus angenehm ruhig ist.

Verpflegung mit Front Cooking

Seltenheitswert hat das Speisebuffet der Lounge. Die Köche bereiten vor den Augen der Passagiere die Hauptgereichte frisch und nach Wunsch zu. Zumindest in der Theorie. In meinem Fall waren die Speisen bereits fertig und wurden vom Koch lediglich noch aus einem Behältnis geholt. In anderen Reviews wird allerdings durchaus darüber berichtet, dass auch „frisch“ gekocht wird. Zur Frühstückszeit bereiten die Mitarbeiter zum Beispiel Omelettes und andere Eispeisen nach Wunsch zu. Die Portionen sind allerdings recht klein – aber sie sollen ja auch keine vollwertige Mahlzeit ersetzen.

Bei meinem Besuch gab es:

  • Lammragout mit Gemüse
  • Farfalle mit Tomatensauce
  • Kaiserschmarren mit Apfelkompott

Die Beilagen musste man sich selbst auf den Teller laden: Reis, Spätzle und Kartoffelecken standen zur Wahl. Zudem gab es zwei verschiedene Suppen, diverse Käsesorten, Antipasti, Salate, belegte Brötchen, Kuchen- und Joghurtvariationen.

Unmittelbar neben dem Speisebuffet gibt es eine Getränkestation mit mehreren Kaffeevollautomaten sowie eine kleine Selbstbedienungs-Alkoholika-Bar. Zapfanlagen gibt es nicht. Biere, aber auch Softgetränke wie Coca Cola werden ausschließlich in Flaschen serviert.

Whiskey Club 28/10

Etwas abgetrennt von den restlichen Lounge-Bereichen befindet sich die Bar Whiskey Club 28/10 . Hier können Liebhaber aus 220 verschiedenen zum Teil sehr hochwertigen Whiskey-Sorten wählen. Nicht Angeboten an der Bar werden klassische Cocktails und nur ein sehr eingeschränktes Angebot anderer Getränke. Der anwesende Barkeeper machte einen äußerst kompetenten Eindruck – er konnte zu jeder Sorte so einiges erzählen. Wirklich beurteilen kann ich seine Kenntnisse jedoch nicht, denn ich trinke eigentlich keinen Whiskey. Die Getränkeauswahl in der Lounge insgesamt ist etwas exotisch, manche „Klassiker“ gibt es einfach nicht. Auf Baileys müsst ihr zum Beispiel verzichten, dafür gibt es Amarula-Cream.

Swiss Lounge ZRH Bar

Etwa 220 Whiskeysorten können getestet werden

Swiss empfiehlt übrigens auch ihren First-Lounge-Kunden der Senator-Lounge einen Besuch abzustatten – wegen der Bar.

Duschräume

Wer duschen will, muss sich bei der Rezeption der Lounge anmelden. Dort hinterlegt man seine Bordkarte und bekommt im Gegenzug den Schlüssel für einen von drei identisch ausgestatteten Duschräumen ausgehändigt. Die Räume sind sehr stilvoll ausgestattet, verfügen über einen Waschtisch, eine Toilette und eine Duschkabine mit Regendusche sowie normalem „Hand“-Duschkopf. Es stehen Shampoo, Duschgel, Seife und Body-Lotion von Rituals zur Verfügung. Leider liegen – im Gegensatz zu anderen Lounges – keine Zahnbürsten, Rasierer, Kämme und ähnliches aus. Möglicherweise bekommt man diese auf Nachfrage beim Personal.

Swiss Senator-Lounge Zürich E-Gates

  • Lage und Ausstattung ★★★★★ ★★★★★
  • Essen ★★★★★ ★★★★★
  • Service ★★★★★ ★★★★★
  • Extras ★★★★★ ★★★★★
★★★★★ ★★★★★ 4,63

Fazit

Die Swiss Senator-Lounge Zürich E-Gates ist meine neuer Favorit unter den Star Alliance Gold-Lounges! Sie toppt meines Erachtens sogar die vielgelobte Turkish Airlines-Lounge am Istanbuler Atatürk-Flughafen. Diese mag zwar riesig sein und mit den frisch gegrillten Fleischspezialitäten und dem Spielebereich im Untergeschoss Alleinstellungsmerkmale bieten. Die Swiss Lounge aber erzeugt mit ihrem exzellenten Design ein echtes Wow-Erlebnis und man fühlt sich irgendwie exklusiv. Front-Cooking, die Terrasse und die Whiskey-Bar sind normalerweise eher Merkmale, die First-Class-Lounges auszeichnen. Negativ sind mir lediglich das übersichtliche Speiseangebot mit kleinen Portionsgrößen sowie der praktisch nicht existente Schlafbereich aufgefallen.

Adrian

Eigentlich von Beruf Radioredakteur. Seit ein paar Jahren regelmäßig in der Luft und auf der Schiene unterwegs. Seither durchforste ich täglich das Netz nach den besten Reiseschnäppchen. Ein Spezialgebiet von mir: Bahnreisen. Seit Juni 2017 bin ich im Team von Travel-Dealz. Ich freu mich über Mails an adrian@travel-dealz.de
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Kommentare (5)

  1. Mir ist nicht klar was Du in Istanbul in der CIP gesehen hast – aber da gibt es vortreffliche Schlafräume und mehrere Stationen an denen frisch zubereitet wird.

    Dagegen ist ZRH enttäuschend und kommt nicht gehen das Speiseangebot nicht ansatzweise mit.

    Antwort

  2. vielen Dank für den tollen Bericht. Ich bin demnächst dort und komme mit SWISS aus Frankfurt an. Wie komme ich am besten zur Lounge in E (mein Anschlussflug ist non-schnengen auch mit SWISS). Muss man durch den Tunnel?

    Antwort

    • Du musst zuerst durch die Passkontrolle und dann mit dem Zug rüber zu den E-Gates. Auf dem Rückweg das gleiche mit erneuter Passkontrolle.

      Antwort

  3. Schön…
    Ich war vor ca 7 Monaten wohl zwischen den Mahlzeiten da … Brötchen , billige Wurst .Die Trink Schkolade und Mövenpick Eis waren gut…
    Die Terassenaussicht ist SUPER …
    Das Catering in der C lounge war noch schlimmer…Pappbrötchen mit jeweils einem hauchdünnen Scheibchen Käse oder Schinken .Das sogenannte Mittagessen bestand aus 2 Warmhalten ; eine mit kleinen Hühnerstücken , die andere mit Bratkartoffeln ; beides lauwarm…
    Mit SQ nach Singapur…
    Das Catering auf SQ Flügen abgehend von ZRH ähnelt dem von DME…
    Nur das die Fischportion ab Moskau größer und frischer war .
    Da lobe ich mir meinen Hummer thermidor ab SIN und die SQ Lounge dort in Terminal 3.
    Vor ein paar Jahren…C war in SQ ausgebucht also Nachtflug mit LX in C…
    Ich erwartete ein nettes Essen…
    Was mich erwartete , war die Auswahl zwischen Pasta und HACKBRATEN (kein seafood in C bei LX)
    Auf meine Frage ob das hier eine fliegende Jugendherberge sei…
    Bei Swiss bieten wir immer kantonale Spezialitäten z.Z. eben Hackbraten…und die meisten Fluggäste möchten eh nicht viel essen bei einem Nachtflug das ist ja auch nicht gesund.
    Dafür war das Bett angenehm.
    Danke Dir und Deinem Mitarbeiter für die site.
    Wünsche Euch eine schöne Weihnachtzeit und viele tolle Flüge

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  4. danke für diesen tollen bericht, hut ab. leider war ich 3/16 zu faul so etwas zu machen. die SEN lounge ist in der tat G E N I A L. wir waren erst in der First lounge – essen dort 5* = klein und fein, man könnte ohne probleme 2 super tolle gerichte verputzen – sind dann aber „downgegraded“ da die F zwar perfekt ist aber mir zu steril und ich auch mehr freund von help yourself bin.

    die SEN whiskey bar ist irre, fast wie LH F in FRA. dazu tolles personal, multikulti vom feinsten. wir waren fast traurig als der ruf zum boarding kam. verabschiedung mit handschlag wie bei freunden

    dank der pleite von AB wird nun wieder öfter ZRH auf dem routing stehen, nach 2 jahren fast nur AB richtung BKK

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