Die beste Amex-Platinum-Lounge in JFK: Bewertung des Virgin Atlantic Clubhouse New York

VS Clubhouse JFK Esstische

Virgin Atlantic ist eine von wenigen Airlines weltweit, deren Streckennetz ausschließlich aus Langstrecken besteht. Da keine von ihnen den D-A-CH-Raum berührt, ist sie hier wohl nur wenigen ein Begriff. Das Streckennetz ab Großbritannien ist aber durchaus beachtlich – und nach dem, was ich mitbekommen habe, genießt die Airline im Heimatland einen sehr guten Ruf.

Selbiges gilt für die Clubhouse-Lounges. Diese gibt es aktuell an sieben Flughäfen weltweit. Ursprünglich betrieb Virgin all diese Lounges selbst, vor kurzem gab es aber einen Wechsel: Alle Lounges abseits von London werden nun von Plaza Premium betrieben und nicht mehr von Virgin. Das sind gute Neuigkeiten für alle Inhaber einer Amex Platin: Denn diese erhalten kostenlosen Zugang zu allen Plaza-Premium-Lounges weltweit.

Seit ich diesen Vorteil im Dezember 2021 erstmals kennengelernt habe, habe ich ihn sehr zu schätzen gelernt. Nachfolgend einige Eindrücke vom Virgin Clubhouse am Flughafen New York JFK.

Lage

Der Flughafen JFK ist riesig und besteht aus über sechs aktiven Terminals. Die größte Auswahl an Airline-Lounges gibt es im Terminal 4. Dort starten so ziemlich alle internationalen Flüge, die nicht von Delta, American, United oder British Airways durchgeführt werden.

Auch Virgin Atlantic ist darunter – und entsprechend das Virgin Atlantic Clubhouse. Es befindet sich oberhalb des Gates A5 im Terminal 4. Das bedeutet gut fünf Minuten Fußweg von der Sicherheitskontrolle. Je nach Abfluggate sollten aber bis zu 20 Minuten Fußweg eingeplant werden, denn das Terminal ist sehr langgezogen.

Abgeflogen bin ich zuletzt nur mit Jetblue, American und British Airways. Keine dieser Airlines nutzt das Terminal 4. Allerdings ist es am Flughafen JFK zum Glück kein Problem, zwecks Lounge-Hopping das Terminal zu wechseln. Dazu muss jedoch jedes Mal die Sicherheitskontrolle passiert werden – nur mit ausreichend Zeit und/oder TSA Precheck zu empfehlen.

Zugang

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Zugang zu den Virgin Clubhouses zu erhalten. In New York (JFK) habt ihr folgende Optionen:

  • Business-Class-Ticket mit Virgin Atlantic
  • Business-Class-Ticket mit Delta (nur Delta One nach UK)
  • Delta SkyMiles Platinum Gold / Diamond Karteninhaber (mit Virgin- / Delta-Flug nach UK)
  • Vielflieger eines Partner-Programms i.V.m. Virgin-Atlantic-Flug
    • Singapore KrisFlyer Elite Gold / PPS
    • Flying Blue Platinum
    • Virgin Australia Velocity Gold / Platin / The Club
  • Inhaber einer Amex Platinum mit beliebigem Flugticket (+ 1 Gast)
    • max. 3h vor Abflug
VS Clubhouse JFK Eingang
Eingang zum Virgin Clubhouse JFK (damals noch mit Maskenpflicht)

Im offiziellen deutschen Loungefinder für die Amex Platin wird der Zugang zu den Virgin Clubhouses nicht aufgeführt. Allerdings ist dieser ohnehin oft veraltet. Ich nutzte daher üblicherweise den amerikanischen Loungefinder und wurde noch nie abgewiesen – auch im Virgin Clubhouse nicht.

Virgin Clubhouse im amerikanischen Amex Loungefinder
(die amerikanische Amex Platinum erlaubt zwei Gäste, die deutsche dagegen nur einen)

Teilweise kann es aber vorkommen, dass der Zugang dann verwehrt wird, wenn die Lounge bereits gut gefüllt ist. Das ist wohl vor allem kurz vor Abflug der Virgin-Flüge nach Großbritannien der Fall. Ein paar entsprechende Erfahrungsberichte gibt es im Flyertalk.

Ausstattung

Das Virgin Clubhouse in New York umfasst eine Fläche von etwa 650 m². Das ist für eine Flughafenlounge nicht überwältigend, allerdings bedient die Lounge im Terminal 4 auch eine eher kleine Zielgruppe.

Die Lounge ist im Wesentlichen in drei größere Bereiche untergliedert:

  • einen Restaurantbereich mit richtigen, gedeckten Tischen
  • einen Aufenthaltsbereich mit großer Bar, Sesseln und ähnlichen Sitzgelegenheiten
  • einen dritten Bereich, der aus kleinen Sesseln mit Loungetischen an der Fensterfront besteht

Was ich ein wenig vermisst habe, ist ein vernünftiger Platz zum Arbeiten. Den Restaurantbereich möchte ich nur ungerne für längere Zeit mit dem Laptop blockieren, ansonsten gibt es aber kaum richtige Tische. Am ehesten bietet sich noch eine langer Tisch am Eingang an:

VS Clubhouse JFK Langer Tisch
Breiter Tisch nahe des Eingangs, oft unbelegt

Wer vorm Abflug nur etwas entspannen möchte, kann aber bedenkenlos im Clubhouse bleiben. Es gibt zwar nur 13 Esstische, aber abseits davon noch einige Sessel und Bartische. Die können zwar voll werden, aber ein, zwei freie Plätze lassen sich meist noch finden. Und an der Bar stehen die passenden Biere, Cocktails, usw. bereit.

Auch die Einrichtung hebt sich positiv von den sterilen Lounges anderer Airlines ab. Es gibt unter anderem einen Snooker-Tisch, Koffer mit dem Aufdruck London Calling und – je nach Saison – auch einen bzw. mehrere Weihnachtsbäume.

VS Clubhouse JFK London calling
Für die meisten Passagiere hier geht es vermutlich nach London

Essen & Trinken

Der wichtigste Grund für einen Besuch der Virgin-Lounge ist (zumindest für mich) das dort servierte Essen. Nach mehreren Reisetagen hängt häufig selbst mir das Loungefood zum Hals heraus. Das À-la-carte-Dining im Clubhouse bietet da eine gerne gesehene Abwechslung.

Grundsätzlich kann man sich die Speisen überall in der Lounge an den Tisch liefern lassen. Aber stilechter ist das natürlich im Dining-Bereich:

Hier kann dann wahlweise per QR-Code am Smartphone oder direkt beim Kellner bestellt werden. Persönlich greife ich dann lieber zum QR-Code – aber mit echter Speisekarte kommt natürlich eher ein richtiges Restaurant-Gefühl auf.

VS Clubhouse JFK QR Code
Bestellen per QR Code oder Speisekarte. Stilecht mit Stoff-Serviette, Weinglas – und Aussicht auf den Etihad-Flieger

Ein Buffet gibt es in der Lounge nicht. Auch alle Getränke müssen per App oder beim Kellner bestellt werden – oder ggf. an der Bar abgeholt werden.

Im Folgenden ein paar Screenshots der digitalen Speise- und Getränkekarte Stand Juli 2022. Seit meinem letzten Besuch im Frühjahr 2022 wurde das Angebot anscheinend nochmals etwas ausgebaut:

Ich habe bei meinem Besuch wie immer keine Mühen geschaut, um euch einen möglichst umfassenden Einblick in die Speisekarte zu geben:

Besonders überzeugen konnten mich von den abgebildeten Speisen das frisch gebratene Gemüse und der Lava Cake zum Abschluss. Burger und Hähnchen waren zwar nicht schlecht, aber insgesamt ein wenig trocken.

Generell würde ich mir ein paar mehr frische, nicht frittierte Hauptspeisen wünschen. Allerdings ist das für eine Lounge Jammern auf sehr hohem Niveau. Satt wird man allemal – und wer gesund essen will, kann ja auch zum Salat greifen.

Service

Vor allem im Restaurant-Bereich war der Service bei mir zunächst sehr aufmerksam. Der Service ebbte allerdings ein wenig ab, als ich darauf hinwies, lieber per QR-Code zu bestellen. Offenbar sah der Kellner an dieser Stelle seine Chancen auf ein Trinkgeld schwinden.

Info

Exkurs Trinkgeld: Die Meinungen bezüglich Trinkgeldern in Flughafenlounges gehen auf Portalen wie Flyertalk, BoardingArea und Co stark auseinander. Einige Blogger sind der Ansicht, Tipping in einer US-Lounge wäre wie in Restaurants zu handhaben. Bedeutet: Man schätzt einen ungefähren Wert des Essens und lässt 15% bis 20% davon als Trinkgeld am Tisch liegen.

Andere wiederum sind der Ansicht, der Service wäre im Flugticket bzw. dem jeweiligen Loungezugang inbegriffen. Beim Flagship Dining von American etwa sind Trinkgelder sogar explizit verboten – allerdings nur in der Theorie. Ich zähle mich jedenfalls zu letzterer Gruppe und lasse nur selten mal ein paar Dollar am Platz liegen.

Das Essen wird in der Lounge anscheinend wirklich frisch zubereitet. Ich musste jedenfalls je nach Gericht rund 10 bis 20 Minuten warten, bis es serviert wurde. In anderen Lounges sind die Mitarbeiter ja nur damit beschäftigt, Essen aus einem Warmhaltetopf auf einen Teller zu schaufeln. In dem Fall ist die Wartezeit für mich ein klarer Pluspunkt.

WiFi & Steckdosen

WLAN steht in der Lounge natürlich kostenfrei zur Verfügung – ein Passwort ist nicht erforderlich. Das Netzwerk ist zwar nicht das schnellste, das ich je in einer Lounge gesehen habe (dieser Titel geht nach Calgary), aber kann sich trotzdem sehen lassen. Ich erreichte beim Speedtest 60 MBit/s als Download-Geschwindigkeit und im Upstream noch ein wenig mehr:

Virgin Atlantic Clubhouse JFK Speedtest

Um vernünftig arbeiten zu können, fehlt aber noch eine Sache: Steckdosen. Diese sind in der Lounge eher spärlich verteilt, so wie es auch an vernünftigen Arbeitsplätzen mangelt. Wer bei der Sitzplatzwahl acht gibt, wird einen Platz mit Steckdose finden. Aber es zeigt sich doch, dass die Lounge nicht wirklich zum Arbeiten ausgelegt ist – sondern eher zum Entspannen vor dem Flug. Zum Arbeiten bin ich im Anschluss lieber in die Centurion Lounge gegangen. Die befindet sich zum Glück nur wenige Minuten entfernt.

Extras

In der Lounge gibt es auch mehrere Duschräume, um sich vor dem Langstreckenflug frisch zu machen. Ich habe beim letzten Besuch mal einen Blick reingeworfen und eine saubere, große Duschkabine vorgefunden:

VS Clubhouse JFK Dusche
Virgin Atlantic Clubhouse JFK
  • Komfort & Ausstattung
  • Essen & Trinken
  • Service
  • WiFi & Extras
4.13
Fazit

Ich bin sehr froh über die Aufnahme der Virgin-Lounges in das Amex-Portfolio. Vor allem mit einem Economy-Flugticket ist es einiges wert, in der Flughafenlounge ein vollwertiges Abendessen einnehmen zu können. Bislang habe ich das Clubhouse JFK jedenfalls immer kugelrund und glücklich verlassen. In Zukunft werde ich gerne auch mal die übrigen Standorte ausprobieren.

Abseits von New York JFK gibt es Virgin Clubhouses auch in London-Heathrow (nicht mit Amex zugänglich), New York Newark (EWR), San Francisco, Washington D.C., Boston und Johannesburg.

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Kommentare (8)

  1. Dan sagt:

    Ist eigentlich noch jemanden aufgefallen, dass auf dem Foto „Gut gefüllte Sitzplätze an der Fensterfront“ ein Mann ziemlich mittig barfuß sitzt?!

  2. Toom sagt:

    Leider sind nahezu alle Lounges im T4 aktuell sehr stark besucht. War gerade am 18.7. in der Virgin Lounge vor dem Rückflug mit SQ nach Frankfurt. Die Lounge an sich ist mittlerweile schon ein wenig abgegriffen – leider. Auch die Waschräume waren leider recht unsauber und stark frequentiert. Nach wie vor sehr gut und schnell bewerte ich den Service und die Qualität der Speisen. Besonderer Tipp: der Shrimp- Cocktail ist klasse und lecker, die Cocktails sind sehr gut und auf der Kinderkarte gibt es für alle, die schon genug Hamburger etc. gegessen haben, eine riesige Banana-Split-Portion. Sehr lecker und auch zu zweit genug. Würde die Virgin Lounge definitiv der Centurion Lounge vorziehen. Sie ist zwar moderner, aber meist von teens und twens überfüllt und die snacks und drinks sind eher normalo average. Kann man sich sparen

    • Robert sagt:

      War am 13.7.22 ebenfalls vor SQ25 nach FRA dort und kann deine Aussage bestätigen bzw. dahingehend konkretisieren, dass insbesondere die Nutzung der Duschen (ich meine, es waren 3 an der Zahl) mit sehr langer Wartezeit verbunden waren. Zwischen den einzelnen Nutzern wurde nicht gereinigt, Handtücher wurden nicht aufgefüllt. Selbst für Herren-Toiletten musste teilweise angestanden werden. Die Lounge war nahezu komplett belegt, kaum freie Sitzplätze. Service und Speisen waren aber in Ordnung – das Menu war immer noch exakt gleich wie in den Screenshots oben dargestellt.

  3. Sven sagt:

    Es ist schön, dass dies Lounge existiert.

    Ich habe in diesem Jahr bereits an 4 Flughäfen nach einer Lounge gesucht, die ich mit meiner Platinum-Amex nutzen kann. Möglich war es lediglich in Frankfurt.

    Am Flughafen New York JFK im Terminal 7 wurde mir der Zugang zur Lounge, die von Alaska Airlines betrieben wird, verwehrt. Man musste sich anmelden und bekam dann nach 1,5 – 2 Stunden ein Zeitfenster für die Benutzung der Lounge zugeteilt. Das macht sehr viel Sinn, da Fluggäste üblicherweise mindestens 4 Stunden an einem Flughafen warten, um eine Lounge besuchen zu dürfen …
    Ich habe die Lounge lange beobachtet. Ich denke, das Abweisen erfolgte systematisch, um den Amex-Inhabern den Zugang zu unmöglich zu machen. Es ging nämlich kaum jemand hinein. Abgewiesen wurden viele Menschen.

    Letztlich sind meine Erfahrungen mit der Platin-Amex hinsichtlich der Lounges nach fast einem Jahr absolut schlecht, da diese Leistung überwiegend nicht gewährt wird. Ich komme mir verkohlt vor und erwäge auch eine Kündigung.

    • Thomas sagt:

      Hallo Sven, ich finde deine Erfahrungen sehr spannend, da ich genau das Gegenteil berichten kann. Ich selber habe mir die Amex Platinum genau aus diesem Grund zugelegt (zumindest war einer der wesentlichen Entscheidungsgründe). Habe sie jetzt seid 1,5 Jahren und war seither problemlos inkl. Gast in Lounges in Amsterdam, Toronto, San Francisco und Zürich. New York steht im Dezember an. Darum interessierst mich das jetzt etwas genauer. Ich nehme an du hast den priority pass via Amex beantragt und hast diesen auch vorgezeigt? Ich hab’s nämlich erst letztens erlebt, dass eine Dame mit ihrer Amex platinum in die Aspire Lounge in Amsterdam wollte, was natürlich nicht möglich ist. Hier sollte man dann schon den priority pass haben.

      • Sven sagt:

        Ich habe einen Priority Pass, den ich über die Amex beantragt habe, vorgezeigt. Die beschriebenen Spielchen kann man auch auf Google bestätigt finden. Viele Priority-PassKunden beschweren sich hier über die Alaska-Airlines-Lounge am Terminal 7 und beschreiben ähnliche Erfahrungen. Die Lounge bringt es auf 2 von 5 Punkten.

        Ein für mich wichtiger Flughafen ist Berlin. Hier kann man mittlerweile zumindest als Lufthansa-Passagier die Lounges nutzen. Wenn ich es richtig verstanden habe, erhalten „normale“ Priority-Pass-Inhaber einen Gutschein am BER. Amex-Platinum-Inhaber gehen leer aus.

        Ich habe die Platinum seit Herbst letzten Jahres und bin über die Nutzungsmöglichkeiten für Lounges für meine Bedürfnisse extrem unzufrieden. New York hat dem ganzen wirklich die Krone aufgesetzt. Ich hätte das nicht erwartet.

        Vermutlich sollte man sorgsam prüfen, von wo man fliegt und wie wichtig einem der Priotity Pass ist.

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