American Airlines streicht Main Cabin Extra für Oneworld-Statuskunden

Man könnte vermuten, dass die Airlines bemüht sind, in diesen schweren Zeiten nicht auch noch die loyalsten Kunden zu vergraulen. American Airlines sieht das offenbar anders und hat einen wichtigen Vorteil innerhalb der Oneworld-Allianz elimiert. Ab sofort erhalten fremde Vielflieger, d.h. Statusinhaber anderer Oneworld-Programme, keinen Zugriff auf die Main Cabin Extra mehr. Bislang stand sie allen Kunden mit Sapphire- oder Emerald-Status offen, sofern sie nicht die Basic Economy gebucht hatten.

Unter der Bezeichnung Main Cabin Extra verbergen sich bei American die Economy-Plätze mit extra Beinfreiheit, beispielsweise solche am Bulkhead oder Notausgang. Kostenlos sind die Plätze jetzt nur noch für Vielflieger des eigenen AAdvantage-Programms, alle anderen müssen für die Reservierung bis zu 150$ zahlen.

Update

24. Oktober 2020: American ist hier teilweise zurückgerudert. Für Vielflieger der Programme von British Airways, Iberia, Finnair und JAL ist die Main Cabin Extra ab sofort wieder kostenlos. Mehr dazu hier:

https://travel-dealz.de/news/american-bringt-main-cabin-extra-zurueck/

Nur Preferred Seats bleiben kostenfrei

Gegenüber The Points Guy hat ein Unternehmenssprecher die Änderungen bereits offiziell bestätigt. Wie es dort heißt, bleibt für alle Sapphire- und Emerald-Kunden nur der Zugriff auf Preferred Seats erhalten. Dabei handelt es sich um Sitzplätze in bevorzugter Lage, deren Sitzabstand sich allerdings nicht von der regulären Economy Class unterscheidet.

In der Praxis bieten die Preferred Seats damit vor allem einen Vorteil: Da kaum jemand bereit ist, für diese Plätze extra zu bezahlen, gibt es deutlich bessere Aussichten auf einen freien Nebensitz. Das ist zwar ebenfalls nicht zu verachten, aber keinesfalls mit 10 cm zusätzlicher Beinfreiheit zu vergleichen.

Zur Veranschaulichung hier die Seat Map einer Boeing 777. Im vorderen Teil der Economy Class gibt es die Main Cabin Extra mit zusätzlicher Beinfreiheit. Es folgen einige Preferred Seats, nur die Mittelsitze dort werden ohne Aufpreis angeboten.

AA MCE 777
Sitzplan einer Boeing 777 von American Airlines
Orange = Main Cabin Extra, Grün = Preferred Seats, Blau = Standard-Sitze

Bei Delta und United bereits üblich

Mit der vergleichsweise großzügigen Vergabe der sonst kostenpflichtigen Sitze an Statuskunden stand American bislang alleine dar. United verbaut in ihren Fliegern zwar besonders viele Sitze der Economy Plus, bietet sie aber nur den Vielfliegern von United MileagePlus kostenlos an. Ähnlich sieht es bei Delta aus, wo die Delta Comfort Plus ausgewählten SkyMiles– und Flying-Blue-Mitgliedern offensteht.

Im Flyertalk wird spekuliert, dass der baldige Oneworld-Beitritt von Alaska Airlines Grund für die jetzige Änderung sein könnte. Voraussichtlich Anfang 2021 wird die bisher statuslose Fluggesellschaft ein vollwertiges Oneworld-Mitglied – was zur Folge hätte, dass auch die Anzahl an Sapphire-Statuskunden plötzlich stark ansteigt.

Immerhin gibt es auch eine gute Neuigkeit für die wenigen Leser, welche tatsächlich einen Status bei AAdvantage inne haben: Seit 1. Oktober gibt es auch dann Zugang zu Upgrades und der Main Cabin Extra, wenn ihr in der Basic Economy unterwegs seid. Das ist ein Novum unter den Big Three der amerikanischen Fluggesellschaften.

Fazit

Die Gründe, noch seiner Allianz treu zu bleiben, schwinden immer weiter. Das kostenlose Freigepäck wird durch Light-Tarife immer weiter ausgehebelt (bei Oneworld muss für die Vorteile bereits eine komplexe Tabelle herhalten) und Airlines wie LATAM ziehen mittlerweile individuelle Partnerschaften der Allianzmitgliedschaft vor.

Nun sperrt American auch noch fremde Vielflieger aus der Main Cabin Extra aus. Das betrifft in erster Linie Kunden aus dem Ausland, beispielsweise solche, die beim British Airways Executive Club Meilen sammeln. Denn diese haben kaum eine Möglichkeit, die hohen Qualifikationshürden bei AAdvantage zu erfüllen.

via Live and let’s Fly

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Kommentare (4)

  1. SIMON PETER sagt:

    ein weiterer Nachteil ist auch, dass man als Statuskunde in einem Eco-Ticket kein Zugriff mehr auf Premium Economy mehr auf Domestic Widebody Flügen hat. LAX-MIA z.B. im 777

    • Peer sagt:

      Gehe ich von aus – zumindest, wenn du keinen AAdvantage-Status hast. Die waren auf Domestic Flights bisher als Main Cabin Extra gelabelt?

  2. Kross sagt:

    Das ist doch nur noch ein scheiss Witz so langsam. Denen ist aber schon bewusst, dass die Verbesserungen auf Eco-Flügen der einzige Vorteil eines Allianz-Status sind, oder? Wenn ich C fliege bringt mir der Status nichts. Das mit diesen dämlichen light Tarifen immer weiter runterzufahren und weitere Vorteile zu streichen, ergibt einfach null Sinn. Echt jetzt, ich bin in Kürze an dem Punkt wo ich sage ich hole mir den Priority Pass für Loungezugang, buche die günstigsten Preise und oneworld kann sich mal beherzt ins Knie ******. Ich hab da keinen Bock mehr drauf jetzt immer drei Stunden lang zu recherchieren ob mir der Tarif den ich Buchen möchte bspw. kostenfreie Exit Seats bringt… was ja ganz einfach herauszufinden ist, wenn es nicht Tarif X, Codeshare Y, Flugnummer Z oder Carrier Blub ist und das Flugdatum nicht auf den 12. Vollmond im Jahr an einem sonnigen Tag fällt. Ja leck mich doch am Arsch.

  3. Sven sagt:

    Es wäre sehr schade, wenn auch bei Oneworld die Statusvorteile immer mehr abgebaut werden. Es stimmt, gerade in diesen schwierigen Zeiten könnte man denken, dass die Airlines ihre Kunden halten wollen. Ich wollte nach Normalisierung des Flugverkehrs der Start Alliance den Rücken kehren, da ich das Verhalten mehrerer *A Airlines unter als unter aller S… empfunden habe. Eigentlich wollte ich zu Oneworld wechseln. Wir werden halt sehen.

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