Bewertung: American Airlines Domestic First Class

Unter First Class verstehe ich die luxuriöse Reiseklasse in einem Flugzeug. Das hat sich American Airlines wohl auch gedacht und nennt bei Inlandsflügen ihre Premium-Klassen selbstbewusst First Class:

Warum? Keine Ahnung! Ich vermute, weil die erste Klasse im Zug auch First Class heißt. Wenn da jemand eine plausible Erklärung hat, darf er gerne ein Kommentar hinterlassen.

Unser Ziel war diesmal New Orleans. In der Club World von British Airways ging es von London-Heathrow nach Dallas/Fort Worth. Von dort aus legten wird die letzten 500 Meilen mit American Airlines in der Domestic First Class. Unsere Rückreise erfolgte ebenfalls über Dallas und wieder mit einem Flug Domestic First Class.

Für meine Bewertung beziehe ich beiden Flüge zwischen Dallas und New Orleans ein. Bilder gibt es aber hauptsächlich vom Rückflug:

Check-in

Auf dem Rückflug mussten wir in New Orleans einchecken. Da mein deutscher Reisepass bei den Check-in-Automaten in den USA eh noch nie gelesen werden konnte, stellten wir uns direkt beim First Class Check-in/Priority Check-in an. Da kein Mitarbeiter direkt an der Schlange stand, musste man sich selbstständig vordrängeln. Alles andere als schön. Die „nette“ Mitarbeiterin schien davon auch noch genervt. Von Freundlichkeit keine Spur.

Immerhin erhielten wir alle Boardingpässe für unsere Rückreise bis nach Oslo und konnte bei den Sicherheitskontrollen die Priority Lane problemlos nutzen.

Da man in den USA immer an einem TSA-Beamten vorbei muss, gibt es mittlerweile drei verschieden Schlangen: TSA Pre, Priority Lane und die Schlage für Normalsterbliche. Da vor der Sicherheitskontrolle nur ein TSA-Beamter saß, kamen wir dank Priority recht zügig durch die Sicherheitskontrollen.

Lounge

Wer denkt, in der First Class kann man natürlich die Wartezeit in einer exklusive Lounge verbringen, hat weit gefehlt. Auf inneramerikanischen Flügen gibt es für First Class-Passagiere kein Zugang zu den Admiral Clubs.

Selbst mit dem AAdvantage Executive Platinum Status (Oneworld Emerald) erhält man nur einen Rabatt auf die Admirals Club Mitgliedschaft und muss immer noch 400$ bezahlen.

Hat man hingegen z.B. den Topbonus Gold Status (Oneworld Sapphire), erhält man Loungezugang, auch in der Main Cabin.

Boarding

Als wir auf der Hinreise in Dallas landeten, erfuhren wir, dass am Abend vorher einige Tornados über Dallas gezogen sind und das Wetter war immer noch sehr rau. Deswegen waren und wurden immer noch massig Flüge gestrichen. Zum Glück aber nicht unserer. Trotzdem ging es erst mit über 4 Stunden Verspätung los. Betreuungsleistungen wie in der EU (siehe Entschädigung bei Flugverspätung & Annullierung), gibt es in den USA nicht. Alles muss man selber bezahlen.

Auf dem Rückflug begann das Boarding pünktlich und als First Class-Passagier darf man in der ersten Boarding-Gruppe einsteigen. Das funktioniert, anders als in Deutschland wo sich einfach trotzdem jeder anstellt, in den USA sehr reibungslos.

Komfort

Im Vergleich zu einer innereuropäischen Business Class gibt es bei American Airlines immerhin anständige Recliner Seats in einer 2 – 2 statt einer 2 – 3 Konfiguration im Rest der Kabine.

Die Sitze lassen sich nach hinten neigen und man kann seinen Kopf an einer ausklappbaren Kopfstütze anlehnen.

American Airlines Domestic First Class

Die Sitze in der MD-80

Auf dem Rückflug nahmen wir in der Reihe 3 auf den Plätzen F und E platz. Die Reihe 3 ist in der MD-80 die erste Reihe auf der linken Seite und bietet ordentlich Beinfreiheit (50 cm).

American Airlines Domestic First Class Reihe 3

Beinfreiheit in Reihe 3E/F

Der Tisch wird aus der Armlehne ausgefahren und zusätzlich gibt es ein kleinen Becherhalter zum ausklappen und die Ablage zwischen den Sitzen.

American Airlines Domestic First Class Becherhalter

Becherhalter zum Ausklappen

 

Die Sitze verfügen ebenfalls über einen Stromanschluss wobei dieser wie ein Zigarettenanschluss im Auto funktioniert. Auf Nachfrage kann man aber ein Adapter erhalten.

American Airlines Domestic First Class Power Outlet

Power Outlet

Wie bei fast jeder amerikanischen Airlines gibt es gegen ein Entgelt InFlight-WiFi. Bei American Airlines über den Anbieter GoGo.

American Airlines Domestic First Class WiFi onboard

WiFi onboard

Service

Um die First Class-Kabine kümmert sich in der MD-80 nur ein Steward bzw. Stewardess. Kurz nachdem wir platzgenommen hatten, wurden wir auch schon nach einem Getränkewunsch gefragt. Das bestellte Wasser kam auch prompt.

American Airlines Domestic First Class Getränke

Vor dem Start gibt es die Getränke in Plastikbechern

Beim angebotenen Essen unterscheidet sich die First Class auf kurzen Strecken deutlich von der europäischen Business Class. Auf Flügen unter 900 Meilen (zwischen Dallas-DFW und New Orleans sind es 500 Meilen), gibt nur eine Auswahl bestehend aus Chips, Popcorn, Cookies. Alles schön easy im verpackten Zustand. Auf Flügen über 900 Meilen gibt es zumindest tagsüber ein Essen, was man mit dem einer innereuropäischen Business Class vergleichen kann.

American Airlines Domestic First Class Snacks

Snacks und Getränke auf unserem 500 Meilen-Flug

Immerhin gibt es aber Getränke im Glas oder in einer Porzellantasse. Der Steward war aber den gesamten Flug sehr bemüht, lief ständig mit seinen Snack-Korb die First Class auf und ab und erfüllte jeden Getränkewunsch.

American Airlines Domestic First Class

  • Check-in & Boarding ★★★★★ ★★★★★
  • Komfort & Kabine ★★★★★ ★★★★★
  • Essen ★★★★★ ★★★★★
  • Service ★★★★★ ★★★★★
★★★★★ ★★★★★ 4,00

Fazit

Vom Komfort liegt die American Airlines Domestic First Class natürlich vor den regionalen Business Classes in Europa.

Beim Essen aber klar dahinter. Auch wenn es auf längeren Flügen ein richtiges Essen gibt, sind die Regeln sehr umständlich (z.B. nicht auf Flügen nach 20 Uhr…). In der British Airways Club Europe gibt es auch auf den kürzesten Hüpfern ein Essen und nicht nur Chips wie in der Economy.

Auf dem Rückflug habe ich fleißig fotografiert, da das Licht im Anflug auf Dallas kurz vor Sonnenuntergang echt toll war:

Eure Meinung?

Ihr seid auch inneramerikanisch First Class mit American Airlines geflogen? Dann würde ich mich über euer Feedback freuen! Hinterlasst einfach ein Kommentar.

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Johannes

Ich habe 2010 Travel-Dealz gegründet und schreibe seit dem täglich über die neusten Reiseschnäppchen. Seitdem ich 17 bin, suche ich nach Wegen so günstig wie möglich zu fliegen. Mit meinem Wissen versuche ich Dir genau das selbe zu ermöglichen. Wenn du eine Frage hast kannst du dich jederzeit an mich wenden! Schreib mir einfach eine Email an: Johannes@Travel-Dealz.de Bitte aber nicht mit einem Reisebüro verwechseln.

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bin im letzten Sommer in der American Domestic First Class in einer alten 737-800 von JFK nach ORD geflogen. Und ich muss sagen, dass ich positiv echt überrascht war. So eine Freundlichkeit und Herzlichkeit, was die beiden Flugbegleiterinnen (Bostoner Crew) rübergebracht haben, das war einfach nur genial und das trotz vierstündiger Verspätung.

    Als wir wegen Unwetters ca. 1,5 h auf dem Rollfeld standen, wurden schon einmal die ersten Cocktails gereicht. Wobei Cocktail ein Glas mit Eiswürfeln ist, welches zu drei Viertel mit Wodka und einem Viertel mit Organgensaft gefüllt ist. Sie meinten es ziemlich gut mit uns.

    Oben in der Luft wurde uns ein warmes Abendessen serviert. Wir hatten die Wahl zwischen Lasagne und Surf & Turf. Kulinarisch kein Highlight, aber man hat sich Mühe gegeben und es hat satt gemacht. Am besten sind jedoch die warmen Cookies zum Nachtisch- himmlisch.

    Mit Flüssigkeiten waren wir auch immer gut versorgt.

    Wir haben uns echt gut mit der Crew verstanden. Als Abschied haben sogar noch vier von den großen American-Glasgläsern mitbekommen. 😉

    Im Ganzen muss ich sagen, dass mir das neue, frische Image von American echt gut gefällt.

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  2. Deutlich schöner ist hier natürlich der Flug JFK-LAX im A321 von AA. Dreiklassenkonfiguration mit echter Business- und First Class. Ein Traum für einen sechstündigen Flug.
    AA fliegt außerdem in letzter Zeit immer wieder 757 oder 777, die für den internationalen Einsatz geplant sind/waren auf kurzen Domestic Strecken. JFK-MIA ist hier ein Beispiel. Da kann es durchaus Spaß machen Business Class Domestic zu fliegen!

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