Startseite Magazin Ist die Flugbuchung über Online-Reisebüros sicher & seriös?

Ist die Flugbuchung über Online-Reisebüros sicher & seriös?

Reisebüro

Online-Reisebüros (OTA) gibt es wie Sand am Meer: Expedia, Opodo, Cheaptickets, Flugaden, Travel2Be, Travelgenio und so weiter. Diese Anbieter sind theoretisch zwar halbwegs seriös, jedoch lauern eine Menge Fallstricke. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bucht seinen Flug lieber auf der Website der Airline direkt – oder befasst sich vor der Buchung intensiv mit den jeweiligen Portalen. Wir zeigen die typischen Problematiken auf:

Die Flugindustrie hat sich in den vergangenen Jahren drastisch entwickelt: Passagiere erwarten immer mehr Leistung für immer weniger Geld, die Recherchemöglichkeiten für Kunden haben sich dank Google Flights & Co. massiv verbessert. Gleichzeitig zahlen Airlines den Reisebüros in aller Regel keine Provision mehr für die Vermittlung der Flüge. Klassische Offline-Reisebüros bitten stattdessen die Kunden zur Kasse. Bei Online-Reisebüros ist dies anders. Sie wissen, dass sie in Metasuchmaschinen (= Preisvergleichswebsites) wie Momondo, Skyscanner, Idealo und Co. nur wahrgenommen werden, wenn ihr Preis unter dem der Airlines liegt.

Bedeutet: Online-Reisebüros zahlen beim Flug nicht selten aus eigener Tasche drauf, nehmen Verlust in Kauf, um euch den besten Preis zu bieten. Ihr Geld verdienen sie anderweitig:

Preissuchmaschinen nutzen: Preise niedriger!

Vermeidet es, die Websites von Onlinereisebüros direkt aufzurufen und dort nach Flügen zu suchen. Nutzt stattdessen lieber eine sogenannte Metasuchmaschine! Dabei handelt es sich um eine Preisvergleichs-Website, die für euch die preiswerteste OTA herausfindet. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass ihr tatsächlich das günstigste Onlinereisebüro findet – nein, manche OTAs schlagen nochmal eine ordentliche Summe drauf, wenn ihr direkt über deren Websites sucht! Das OTA Cheaptickets schlägt bei unserer Beispielverbindung gut 20€ drauf, wenn ihr nicht über den Idealo-Preisvergleich geht:

Bekannte Preissuchmaschinen sind Momondo, Idealo, Skyscanner oder Kayak. Momondo ist schnell, bietet umfassende Filteroptionen und bildet Zahlungsgebühren und Rabatte ab. Idealo hat eine etwas langsame und nervige Benutzeroberfläche, liefert dafür aber nicht selten die niedrigsten Preise. Und bei Skyscanner werden oft Tarife angezeigt, die andere Metasuchmaschinen gar nicht abbilden können, weil sie z. B. nur bei Buchung über die Airline-Website selbst verfügbar sind.

Zahlungsgebühren & Rabatte bei bestimmten Zahlungsmethoden

Seit Anfang 2018 ist es in der EU verboten, für bestimmte Zahlungsmittel (z. B. Kreditkarten, Paypal, Lastschrift) ein Entgelt zu erheben. Bedeutet: Eigentlich müsstet ihr die gewünschte Reise zu ein und dem selben Preis erhalten, egal ob ihr per Bankeinzug, MasterCard oder was auch immer bezahlt. Mittlerweile halten sich an diese Regel auch so gut wie alle Online-Reisebüros. Aber – manche haben sich schon etwas neues einfallen lassen:

Das Onlinereisebüro Opodo wirbt für einen Flug von Köln nach London mit einem günstigen Preis von 48€ für Hin- und Rückflug. Doch das böse Erwachen kommt beim Bezahlen: Der Preis von 48€ ist nur dann verfügbar, wenn ihr eine ViaBuy MasterCard einsetzt. Sobald man eine andere Kreditkarte eingibt, wird der Rabatt in Höhe von knapp 25€ gestrichen und der Flug kostet auf einmal 72€. Vorher wird dem Kunden aber nur der günstige Preis angezeigt.

Das Problem ist hier, dass speziell für eine Zahlungsvariante ein Rabatt gewährt wird und nicht für die anderen Zahlungsmethoden eine Gebühr verlangt wird. Meiner Meinung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Praxis gerichtlich verboten wird. Die Flugsuchmaschine Momondo berücksichtigt (theoretisch) solche Rabatte und sollte euch gleich den korrekten Endpreis anzeigen.

Aufschlag für Airline-Zusatzleistungen

Airlines bieten vielerlei Zusatzleistungen an, zum Beispiel Sitzplatzreservierungen oder Aufgabegepäckstücke. Bucht ihr diese Leistungen über OTAs, erheben diese gerne Zusatzgebühren dafür. Für einen Flug von München nach Hamburg möchte die Lufthansa auf ihrer Website pro Strecke 15€ für ein 23 kg Gepäckstück, für Hin- und Rückflug also 30€. Buchen wir die selbe Reise über Seat24 und wollen hier ein Gepäckstück hinzufügen, werden plötzlich 78€ fällig!

Seat24 Gepaeckbuchung

Dreist: 78€ statt 30€ für das Aufgabegepäckstück

Gleiches gilt auch z. B. für Sitzplatzreservierungen. Hier schlägt Seat24 pauschal 10€ auf den Preis von Lufthansa. Die regulären Plätze kosten auf LH.com 10€, bei Seat24 werden 20€ fällig.

Kosten bei Umbuchung & Storno

Bucht ihr über ein Reisebüro, ist dieses auch dann verantwortlich, wenn ihr den Flug ändern wollt, sprich umbuchen oder stornieren. Online-Reisebüros lasen sich diese Leistungen in der Regel gut bezahlen – zuzüglich zu den Umbuchungs-/Stornogebühren der Airlines verlangen sie eigene Bearbeitungsgebühren. Beispielsweise werden bei Flugladen laut den AGBs zusätzlich zu den Kosten der Airline mindestens 55€ „Service Fee“ fällig:

Die Abwicklung einer Änderung oder Stornierung einer bestätigten Buchung (…) stellt eine zusätzliche Dienstleistung dar. (…) Die Service fee für die erbrachte Dienstleistung beträgt 55 Euro pro Person, maximal jedoch 110 Euro pro Buchung.

Ebenfalls wird eine Bearbeitungspauschale erhoben, wenn ihr für nicht genutzte Flüge Geld (in der Regel die Steuern) zurückholen wollt und dazu Flugladen beauftragt. Hier werden 25€ fällig. Dreist: Ihr erhaltet die Rückforderung nicht ausbezahlt, sondern nur einen Gutschein:

Der Kunde ermächtigt Flugladen, für von ihm nicht genutzte Flugtickets – auch für nicht genutzte Teilstrecken – im Namen des Kunden (…) eine Rückerstattung von der Fluggesellschaft zu fordern. (…) Im Anschluss an eine erfolgreiche Geltendmachung der Rückforderung bei der Fluggesellschaft, übermittelt Flugladen dem Kunden einen Gutschein in Höhe des Wertes der Rückerstattung abzüglich der geltenden Service fee (€ 25 pro Flugticket).

Natürlich könnt ihr auch versuchen, den Flug direkt bei der Airline umzubuchen oder zu stornieren. Doch dies funktioniert bei OTA-Buchung häufig nicht, da die Airlines an das entsprechende Reisebüro verweisen. Wer auf Nummer sicher gehen will, bucht also lieber direkt bei der Airline! Diese erheben meist auch – vor allem bei günstigen Ticket – eine Umbuchungs- oder Stornogebühr, jedoch entfällt die Bearbeitungsgebühr der Reisebüros!

Tickets werden nicht direkt ausgestellt

Viele Online-Reisebüros stellen die Flugtickets nicht unmittelbar zum Zeitpunkt eurer Buchung aus. Nicht selten kommt es vor, dass Mitarbeiter erst Stunden nach eurer „Anfrage“ ihr Reservierungssystem bemühen und manuell die Buchung durchführen. Beispielsweise findet sich in den AGB von Flugladen folgender Hinweis:

Es kann vorkommen, dass auf der Website von Flugladen (Kombinationen von) Fluggesellschaften angeboten werden, für welche keine elektronischen Tickets ausgestellt werden können. Nicht alle Fluggesellschaften haben eine Ticketing-Vereinbarung miteinander oder eine IATA-Lizenz.

Das bedeutet: Es könnte dauern, bis ihr die E-Tickets per Email zugeschickt bekommt und/oder im schlimmsten Fall ist zum Zeitpunkt der Buchung der gewünschte Preis bzw. Platz im Flieger schon weg und die OTA wird euch bezüglich Alternativen kontaktieren müssen. Besonders bei Tarifen die nur kurz verfügbar sind oder bei Error Fares kann dies natürlich sehr ärgerlich sein.

Auch hier hilft: Bei den Airlines direkt buchen oder eine OTA bemühen, bei der die Tickets unverzüglich automatisch eingebucht werden, zum Beispiel Expedia.

Versicherungen und Zusatzangebote versprechen zu viel

Typischerweise versuchen die Online-Reisebüros, euch bei der Buchung eine Menge Versicherungen und eigene Zusatzleistungen aufzuquatschen, von der Gepäckversicherung bis zum 24-Stunden-Spezialservice. Doch hier ist Vorsicht geboten: Häufig sind diese Leistungen zu teuer, versprechen zu viel oder sind einfach nicht sinnvoll.

Beispielsweise verspricht uns Travelstart ein „Flexibles Tickets“ für gerade einmal 22€ Aufpreis. Klingt zu schön um wahr zu sein. Aber wie kann das sein? Lufthansa selbst bietet für den selben selben Flug sein tatsächlich flexibles Ticket (= kostenlos umbuchbar zzgl. eventueller Tarifdifferenz) für einen Aufpreis von knapp 120€ an.

Flexibles Ticket für 22€ Aufpreis – wirklich?

Natürlich bedeutet es bei OTA nicht, dass ihr euer Ticket ändern und stornieren könnt wie ihr lustig seid und euch dadurch keine bzw. nur geringe (Tarifdifferenz) Extrakosten entstehen. Aus dem Kleingedruckten geht hervor, dass mit einem flexiblen Ticket lediglich die Servicegebühr von Travelgenio entfällt. Die Umbuchungsgebühren und Steuern der Airlines – die bei günstigen Tickets ja doch recht hoch sind – fallen weiterhin an. Auch hier hilft: Einfach direkt bei der Airline buchen oder jede Aussage hinterfragen.

Beliebt sind auch Reiserücktrittsversicherungen, die versprechen, man könne problemlos von der Reise zurücktreten, zum Beispiel bei Travel2Be:

Travel2Be Reiseruecktrittsgarantie Plus

Aus egal welchen Gründen – wirklich?

Tatsächlich: Der Grund für die Storno der Reise scheint Travel2Be wirklich egal zu sein. Allerdings muss es halt auch irgend einen plausiblen Grund geben, wie aus dem Kleingedruckten hervorgeht. Diesen Grund müsst ihr auch schriftlich und mit Nachweisen (z. B. Bescheinigung des Arbeitgebers, dass ihr doch arbeiten müsst) per Post oder Fax an die OTA schicken. Zudem wird nicht der volle Reisepreis rückerstattet, sondern nur 85% des Fluges, abzüglich Bearbeitungsgebühr (30-50€), abzüglich der Kosten für die Reiserücktrittsgarantie (35€) und abzüglich aller Zusatzleistungen sowie Verwaltungsgebühren. Bei günstigen Flügen dürfte da nicht viel übrig bleiben.

Sehr häufig könnt ihr mit separat – nicht über OTA – gebuchten Versicherungen deutlich sparen, wie unser Ratgeber zeigt:

Fazit

Wenn ihr wisst, was ihr tut, könnt ihr bei Buchung über Onlinereisebüros tatsächlich sparen. Die Ersparnis ist aber in der Regel nur dann gegeben, wenn ihr zunächst Metasuchmaschinen wie Momondo bemüht und keinerlei Zusaltzleistungen hinzubucht. Wollt ihr beispielsweise ein Gepäckstück zusätzlich aufgeben, ist die Buchung über die Airline-Website meist günstiger. Zudem solltet ihr nicht vorhaben, euer Ticket umzubuchen oder zu stornieren – das lassen sich OTAs gut bezahlen und ist nicht selten mit viel Stress verbunden!

Titelbild: CC0-Lizenz/Pixabay-User Photomat

Adrian

Eigentlich von Beruf Radioredakteur. Seit ein paar Jahren regelmäßig in der Luft und auf der Schiene unterwegs. Seither durchforste ich täglich das Netz nach den besten Reiseschnäppchen. Ein Spezialgebiet von mir: Bahnreisen. Seit Juni 2017 bin ich im Team von Travel-Dealz. Ich freu mich über Mails an adrian@travel-dealz.de
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Kommentare (12)

  1. Hatte kürzlich ein lustiges Erlebnis mit travel2be (der Flug war da am günstigsten). Nach Bezahlung mit meiner Kreditkarte wurde mir der Flug bestätigt, die Tickets jedoch noch nicht ausgestellt. Einige Minuten später bekam ich ein Mail von travel2be, dass die Bezahlung nur mittels 3D-Secure akzeptiert werden kann und ich die Bezahlung mittels Klick auf einen angegebenen Link wiederholen soll, was ich dann auch gemacht habe. Zu meiner grossen Überraschung war jetzt der Preis auf einmal nochmals ca. 50 Euro günstiger und die Tickets wurden nach ca. 10 Minuten ausgestellt. Die Rechnung lautete übrigens auf Travelgenio (offenbar gehört travel2be zu Travelgenio). Ich habe somit super günstige Tickets erhalten – schon gast error fare verdächtig. Keine Ahnung wie dieser „Rabatt“ zustande kam. Ansonsten stimme ich voll überein, dass es bei geringem Preisunterschied besser ist bei der Airline direkt oder über Expedia zu buchen, war aber für unseren Flug nicht zu vernünftigen Preisen verfügbar.

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  2. Zeitraubend kann es bei OTA Buchungen am Flughafen auch werden, wenn die Airline die zur Bezahlung des Tickets verwendete Kreditkarte sehen will (z.B. Iberia vor einigen Tagen in TFN), OTA jedoch mit eigener Kreditkarte den Betrag an die Airline weitergereicht hat. Diese Kreditkarte kann dann natürlich auch nicht vorgezeigt werden da in OTA Besitz und der Zahlungsbeleg/ Abrechnung meiner Karte an OTA wurde so ebenfalls nicht akzeptiert. Man wollte explizit die VISA von Bravofly sehen. Iberia hat mich doch tatsächlich aufgefordert OTA zu kontaktieren und mir eine Kopie von deren Kreditkarte zuschicken zu lassen! Da half auch Business check in und BA Status nichts. Nach längerer Diskussion konnte ich zumindest die Dame am Schalter überzeugen, daß eine Kontaktaufnahme so kurz vor Abflug sinnlos ist und keine Chance besteht in der Kürze der Zeit eine Kopie der OTA Kreditkarte zu erhalten. Sie war jedoch nicht befugt uns zum Flug zuzulassen, also telefonierte sie mit ihrem Supervisor und schickte uns mit der Aufforderung auf eine Entscheidung ihres Vorgesetzten zu warten wieder weg. Nach langer Wartezeit erschien dieser dann und verzichtete auf das Vorzeigen der Karte.
    Interessant war hier übrigens auch der Fakt, daß ich 55 Euro weniger gezahlt habe als lt. Beleg Airline erhalten hat! Leider gibt es Flüge wie diesen, die man eigentlich nur über OTA und nicht direkt buchen kann (LA: FRA TFN FRA), sonst würde ich natürlich auch direkt buchen, allein schon wg. Ansprechpartner bei Problemen oder Änderungen.

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  3. Guter Artikel. Die 50 Euro, die man bei einer Buchung über ein Online-„Reisebüro“ spart, holt man bei Unregelmässigkeiten schnell wieder rein. Ich wähle meistens auf verschiedenen Portalen (Momondo, Google Flights, Skiplagged) gute Verbindungen und suche die dann auf der Website der Airline direkt und buche auch dort. Kann das nur empfehlen.

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  4. Hütet euch vor eDreams/Opodo vor allem bei Error Fares und Angeboten, die eine solche sein könnten, ohne so deklariert zu sein (Preis „zu gut um wahr zu sein“). Geht etwas schief, sprich: wird euch die Buchung storniert, haben diese OTAs einen besonders schlechten Ruf was die Rückzahlung eures Geldes angeht. Bei Expedia geht auch in einem solchen Fall alles speditiv vonstatten.

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  5. Hatte kürzlich ein massives Problem mit Tripsta, was sehr gut aufzeigt, wie es läuft, wenn’s nicht läuft: Anfang des Jahres einen supergünstigen Flug im Herbst nach Neuseeland über das günstigste Portal Tripsta gebucht. So weit auch erstmal alles im Ordnung – Ticket wurde zügig ausgestellt, und das zum angezeigten Flugpreis. Ende Juni kam dann die Nachricht: Die Airline hat Ihren Flug verlegt, ob ich die neuen Zeiten akzeptieren würde. Nach einigen Tagen Bedenkzeit und eigener Recherche kam heraus, dass die Verlegung zumindest auf dem Hinflug Blödsinn ist, da der alte Flug weiterhin existiert und buchbar ist. Das wollte ich mit Tripsta am Telefon klären, aber auf deren Website gab es ausschließlich ein Online-Formular. Also dort mein Problem geschildert und eine Standard-Mail zurückbekommen, die ich (leider) nicht näher gelesen habe – ich ging davon aus, dass mein Problem jetzt bearbeitet wird. Nachdem ich nach zwei Wochen immer noch keine Antwort bekommen hatte, habe ich mein Problem nochmals per Online-Formular geschildert – und dieses Mal die Standard-Mail genauer gelesen: In dieser Stand drin, dass Tripsta „vorübergehend“ den Service „Ausstellen von Tickets“ eingestellt hat, meine Tickets jedoch gültig blieben und ich mich bei weiteren Fragen an die Airline wenden müsse.
    Also die Airline (Air China, immerhin mit kostenloser Servicenummer und deutschsprachigem Service zu Bürozeiten) kontaktiert und mein Problem geschildert. Man konnte mein Problem nach einigen Minuten auch nachvollziehen und erklärte mir, dass die Zeitänderung nur mit der Änderung der Flugnummern zu tun habe, ich auch gerne meine alten Flugzeiten wiederbekommen könnte, meinte jedoch, für die dafür erforderliche Neuausstellung des Tickets sei der Ticketaussteller Tripsta zuständig; man könne mir daher nicht helfen…
    Da mich das nicht zufriedenstellte, suchte ich nach einer Servicenummer von Tripsta und fand in irgendeinem Website-Cache auch welche (Deutschland und Großbritannien), auf die allerdings jeweils niemand antwortete. Zusätzlich fand ich eine griechische Servicenummer der Zentrale (Tripsta hat Firmensitz in Athen). Dort meldete sich allerdings auch nur ein Anrufbeantworter oder irgendein automatisches System, ausschließlich auf griechisch, so dass ich die Durchsagen nicht verstehen konnte.
    Ich rief daraufhin nochmals bei Air China an und schilderte nochmals mein Problem mit dem Hinweis, Tripsta sei unerreichbar, so dass sie mir nicht helfen könnten. Es dauerte eine Weile (10 Minuten Wartemusik) bis sich die – tatsächlich sehr hilfsbereite – Mitarbeiterin mit der Info zurückmeldete, Tripsta hätte das Recht, Tickets auszustellen, verloren (klingt nach Pleite?!? Oder Unregelmäßigkeiten im Geschäftsablauf?!?), und daher würde Air China nun tatsächlich die Verantwortung für meine Buchung übernehmen. Es dauerte dann noch 2-3 Tage bis ich mein neues Ticket mit den „neuen-alten“ Flugzeiten hatte, aber immerhin funktionierte es dann.

    Daher meine Konsequenz für die Zukunft: Möglichst tatsächlich bei der Airline buchen – ist ein Onlineportal zwischengeschaltet, besteht leider zusätzlich die Gefahr, dass dieses Pleite geht (und ich frage mich auch, was passieren würde, wenn die wegen einer Pleite nicht den Flugpreis an die Airline weitergeleitet haben – kann die Airline dann evtl. das Ticket stornieren?!?) oder einfach nicht mehr aktiv ist. Klar, auch eine Airline kann Pleite gehen, aber dabei kann einem ein Onlineportal dann auch nicht helfen – bei Direktbuchung mit der Airline spart man sich aber Scherereien, wenn das Onlineportal Probleme macht. Und da aus meiner Sicht das Geschäftsmodell der Online-Portale (draufzahlen beim reinen Flugpreis, um dann überteuerte Service-Dienstleistungen oder Versicherungen zu verkaufen) sowieso auf relativ wackligen Beinen steht, halte ich es für gut möglich, dass auch andere Portale den Weg von Tripsta gehen…

    P.S.: Bei einem großen, seriösen Portal wie Expedia würde ich buchen.

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  6. Letztens hatten wir über ein klassisches Reisebüro gebucht. LH hat beim Zwischenstop den Flug storniert. 300 Leute in der Schlange in FRA. Kurzer Anruf im Reisebüro und die haben den Anschlussflug freigegeben. Nur noch Aussruck am Ticketautomat.
    Übrigens haben die oft gute Preise bei den Hotels.

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  7. Schöner Artikel! Ich buche ohne Ausnahme immer bei der Airline direkt oder bei Expedia. In beiden Fällen noch nie Probleme gehabt trotz Flugplanänderungen sowie Ausfällen.

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  8. Auch ich bin ein bekennender Pfennigfuchser und grundsätzlich auf der Jagd nach dem billigsten bzw. günstigsten Schnäppchen, was bedeutet daß auch ich zumeist über die bekannten Suchplattformen buche. In letzter Zeit hatte ich dabei jedoch zwei negative Erfahrungen die ich euch nicht vorenthalten will.
    – 1. Manche Airlines verweigern Passagieren die nicht direkt gebucht haben Auskünfte über das Servicecenter. Jüngst passiert bei Wideroe.
    – 2. Und jetzt kommt der Hammer. Bin neulich in LHR gestrandet (erster Flug wegen Verspätung verpaßt und zweiter gestrichen) und British Airways hat sich GEWEIGERT mich selbständig auf den nächsten verfügbaren Flug umzubuchen! Ich sollte entweder das Onlinereisebüro oder BA Reservations anrufen und mich selber darum kümmern wie ich nach Hause komme (die Umbuchung selber war natürlich kostenfrei)! Wie gesagt nachdem BA den Flug gestrichen hatte!
    Man sieht also die Buchung über OTA ist nur solange problemlos solange es eben keine Probleme gibt.

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  9. Danke für den aufschlussreichen Artikel.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei opodo direkt die Preise besser sind als bei opodo via momondo. Man sollte also individuell vergleichen…

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  10. Schreenshot von?? „Diese Zusatzgebühr kann man nach dem Kauf dann einfordern und natürlich kann jedes Marktteilnehmer, der in Konkurrenz zu den OTAs steht die OTA auf Wettbewerbswidrigkeit abmahnen.
    Erfolgreich habe ich schon von opodo/edreams mir die Gebühr zurück erstatten lassen, per Telefon kam nur der Hinweis, ich könnte kostenlos stornieren, mein Anliegen war natürlich die Erstattung der 50€, die es dann nach Aufforderung per email bei Einreichen eines Screenshots gab.
    Antwort“

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  11. Ich habe aber auch noch ein Gegenbeispiel für neg. Erfahrungen bei Buchung direkt bei Airlines:
    QR = Es wird der Pass + geschwärzte Kreditkarte per email angefordert mit Fristsetzung von 48h
    AA = Tickets sind oft in der ticketing queue und werden nicht automatisch vom robot geticketed, manual ticketing ist dann nötig, macht natürlich keiner bei denen von alleine, d.h. man muss anrufen. Es wird dann immer darauf verwiesen, dass Ticketing 48h dauern kann, nach Hinweis, dass doch bitte es jetzt sofort gemacht werden soll, kommt:“Sie haben recht, hätte ich es jetzt nicht manuell gemacht, wäre es gar nicht gegangen und die Buchung wäre verfallen.“ Hatte ich regelmäßig mit AA.
    LH = Warteschlange bis zu 90 Minuten an der Hotline bei Umbuchungen + schlecht trainierte Mitarbeiter

    Mein Tipp:
    Wer den niedrigsten Preis haben möchte und generell nie was umbuchen möchte etc., dann nehmt die billigste OTA
    Wer Service haben möchte und dafür bereit ist ein bisschen drauf zu bezahlen, bucht nicht direkt bei den billigen OTAs und auch nicht bei den Airlines, sondern wirklich bei einem Travel Agent, der richtig Ahnung hat – viele schlagen zu dem Public Tarif auch keine zusätzlichen Gebühren drauf.

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  12. Schön geschriebener Artikel, vorallem mit dem Aufpreis zu den Zusatzleistungen, wie Sitz, Gepäck, …

    Ich hatte mich mal zum Thema PSD2 + unerlaube Zuschläge bei Zahlung einer anderen Kreditkarte eingelesen gehabt und habe auch den Fachanwalt gefragt.
    „Das Problem ist hier, dass speziell für eine Zahlungsvariante ein Rabatt gewährt wird und nicht für die anderen Zahlungsmethoden eine Gebühr verlangt wird. Meiner Meinung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Praxis gerichtlich verboten wird“
    Dies ist soweit rechtlich erlaubt und sogar ganz klar vom Gesetzgeber niedergeschrieben, ich sehe also nicht, dass es demnächst eine Änderung geben wird.
    Der Händler darf einen Rabatt für eine Zahlungsmethode geben, der Rabatt muss aber wirklich dem Ersparnis gegenüberstehen. Es ist also nicht erlaub Flüge mehrere hundert € billiger zu machen bei einer bestimmten Bezahlmethode. Und, der Rabatt muss eine gängige Bezahlmethode sein (Lastschrift, Überweisung, Visa, MasterCard, Sofort-Überweisung), für AmEx und bestimmte Kreditkarte, z.B. fluege.de MasterCard oder auch ansonsten eine Kreditkarte, die von einem bestimmten Institut herausgegeben wird, ist nicht erlaubt.
    Diese Zusatzgebühr kann man nach dem Kauf dann einfordern und natürlich kann jedes Marktteilnehmer, der in Konkurrenz zu den OTAs steht die OTA auf Wettbewerbswidrigkeit abmahnen.
    Erfolgreich habe ich schon von opodo/edreams mir die Gebühr zurück erstatten lassen, per Telefon kam nur der Hinweis, ich könnte kostenlos stornieren, mein Anliegen war natürlich die Erstattung der 50€, die es dann nach Aufforderung per email bei Einreichen eines Screenshots gab.

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