Bewertung: American Airlines Business Class

American Airlines Business Class Mittelsitze

Nachdem wir auf dem Hinflug ausgiebig die Business Class von British Airways getestet hatte, wählte ich für unseren Rückflug von Dallas nach London-Heathrow American Airlines mit ihrer Business Class aus:

Nach unseren Flug von New Orleans in der Domestic First Class von American Airlines, ging es in erst einmal in die Lounge:

Lounge: Admirals Club

In Dallas-DFW konnten wir die Lounge von American Airlines Admirals Club nutzen. Praktischer weiße befand sie sich direkt neben unserem Gate und trotz nur einstündiger Umsteigezeit, konnten wir einen kurzen Blick hineinwerfen:

Ich bin absolut kein Fan der amerikanischen Lounges. Die Essensauswahl beschränkte sich auch hier mehr oder weniger auf Cookies und Süßes. Man erhält einen Gutschein für ein alkoholisches Getränk und zumindest Softdrinks gibt es so viel man will.

Boarding

American Airlines Boeing 777-300

Unsere Boeing 777-300ER die uns nach London brachte

Dann ging es auch direkt zum Boarding, was wieder sehr gut funktionierte. Kurz nachdem die First Class aufgerufen wurde, war auch die Business Class an der Reihe.

Kleine Anekdote: Die ganze Economy Class musste an uns vorbei. Wir unterhielten uns und auf einmal fragt ein Passagier auf Deutsch „Oh super Deutsche! Ihr versteht mich: Darf ich mal fragen, was ihr hierfür gezahlt habt“. Ich: „500€ für den Hin- und Rückflug„. Daraufhin fasste er sich nur an den Kopf. Hätte er nur einen anderen Business Class-Passagier gefragt… Seine Reaktion ließ vermuten, dass er mehr für sein Economy-Ticket gezahlt hatte, als wir in der Business Class. Ich habe ihn aber kurz aufgeklärt und ihm natürlich Travel-Dealz empfohlen ;).

Sitzplatzwahl in der Boeing 777-300ER

Die Sitze sind in einer 1 – 2 – 1 Konfiguration angeordnet und jeweils schräg mit Blick zum Fenster oder in die Mitte des Flugzeuges. Dadurch hat jeder Passagier einen direkten Zugang zum Gang und etwas mehr Privatsphäre. Anders als bei British Airways, sind die Sitzplätze damit gleichwertig was den Sichtschutz und Zugang zum Gang angeht. Außerdem ist die Sitzplatzreservierung kostenlos.

Angeordnet sind die Sitze übrigens in der so genannten Reverse Herringbone Seating (deutsch: entgegengesetzte Fischgräten Bestuhlung).

Wir entschieden uns auf dem Nachtflug für zwei Mittelsitze, die für zwei zusammenreisende Personen gemacht sind. Die Fenstersitze sind eher für Alleinreisende gedacht, da sie in Richtung Fenster ausgerichtet sind und über einen Sichtschutz in Kopfhöhe verfügen.

Amenity Kit

Bei den Amenity Kits hat sich American Airlines etwas besonders ausgedacht: Alle 3 – 4 Monate wechselt American Airlines die Amenity Kits aus. Insgesamt gibt es neun verschiedene limitierte Designs, jeweils in den Farben und mit dem Logo einer der neuen Fluggesellschaften, die sich bisher zu American Airlines zusammengeschlossen haben: TWA (Trans World Airways), Piedmont, RenoAir, AirCal, American West, Allegheny, US Airways, PSA und natürlich American Airlines.

Wir haben das PSA Amenity Kit erwischt:

Übrigens passt ein iPad Mini perfekt in die Tasche!

Die Sitze & Komfort

Die Sitze sind komfortable Lie-flat Seats mit absenkbarer Armlehne und im Gegensatz zu British Airways verfügen sie über eine verstellbare Fußablage. Die Rückenlehne, Sitzfläche und Fußstütze lassen sich alle einzeln beliebig einstellen.
Die Kopfstütze verfügt zwar über seitlich ausklappbare Kopfstützen, die waren bei mir aber eher auf Schulterhöhe und ließen sich nicht in der Höhe verstellen.

Der Gurt ist einseitig gepolstert verfügt über einen Airbag, was mich allerdings eher gestört hat, da er dadurch sehr schwer ist. (Da wusste ich allerdings noch nicht, dass es sich um einen Airbag handelt.) Vor allem beim Schlafen, wusste ich nicht wohin damit. Die Breite des Sitzes habe ich mit 55 cm gemessen.

Stauraum gibt es an drei Stellen: Direkt am Gang auf Bodenhöhe gibt es einen kleinen Container, auf der Gang abgewandten Seite ein größeres Fach, welches aber nicht bei Start and Landung benutzt werden darf, sowie ein Fach in der Mittelkonsole, wo sich auch der Kopfhöreranschluss für die Noise-Cancelling-Kopfhörer von Bose versteckt. Den muss man erst einmal finden, weil er auf der vom Sitz aus nicht einsehbaren Seite versteckt ist. Nur über den dort eingebauten Spiegel habe ich ihn entdeckt.

American Airlines Business Class Stauraum

Stauraum

Sitz man als Alleinreisender in der Mitte, kann man sich auch durch die offene Tür des Mittelfaches ein wenig mehr Privatsphäre verschaffen:

American Airlines Business Class Mittelsitz

Etwas mehr Privatsphäre durch die geöffnete Tür.

Neben der Ablage in der Mittelkonsole gibt es noch einen ausklappbaren Tisch. Dieser lässt sich aber leider nicht nach vorne oder hinten verschieben.

Direkt am Sitz befindet sich eine Universalsteckdose sowie ein USB- und AV-Anschluss.

Entertainment System

Der Monitor lässt sich über einen Knopf ausfahren, bietet aber keine Möglichkeit ihn nach unten zu neigen. Auch ist er für mein Gefühl etwas zu nah.
Das Entertainment System bietet einen 15,4 Zoll großen hochauflösenden Monitor mit guter Auswahl an Filmen und Serien. Auch die Moving Map taugt etwas. Was nicht so gut funktioniert ist die Touchsteuerung. Deswegen gibt es auch noch eine zusätzliche Fernbedienung, wobei auch damit die Bedienung etwas holprig erschein. Das System ist einfach für Touch gemacht.

American Airlines Business Class Entertainment System

Laut AA 15,4 Zoll Bildschirme

Fährt man das Bett komplett aus, hat man eine üppige Liegefläche. Für meinen Geschmack etwas zu hart, aber das ist Ansichtssache. Beim Schlafen ist man zwar nicht so abgeschirmt wie bei British Airways am Fenster, mich stört das aber eh weniger. Sitz man hingegen bei British Airways aber am Gang, liegt man deutlich mehr auf dem Präsentierteller als bei American Airlines.
Was mich hingegen etwas genervt hat war, das die Kabine nicht vollständig abgedunkelt wurde und durch den zusätzlichen Monitor über dem Gang, Schlafen ohne die Augenmaske nicht möglich war.

American Airlines Business Class Kabinenbeleuchtung

Kabinenbeleuchtung in der Boeing 777-300ER von American Airlines

Essen & Service

Kurz nach wir Platz genommen hatten gab es auch schon die erste Runde Champagner. Allerdings vor dem Start nur in Plastikbechern. Das wird öfters kritisiert, mich stört auch das allerdings nicht.

Ebenfalls schon vor dem Start wurden die Bestellungen aufgenommen und die zuständige Stewardess stellte sich mit ihrem Namen vor. Ich entschied mich für das Rinderfilet und meine Freundin nahm den Fisch.

Allerdings wurde nur sie gefragt, ob sie zum Frühstück geweckt werden möchte oder lieber weiterschlafen will. Nicht ganz konsequent.

American Airlines Business Class Start

Leider hatten wir dieses Mal keinen Fensterplatz

Nach dem Start gab es recht zügig die Vorspeise. Die war allerdings nicht so mein Fall. Dafür war das Hauptgericht bei mir ein echter Knaller. Das Filet war zwar nur noch rosa innen, dafür aber total saftig und in Kombination mit der Schmand- und Pfeffersoße mit Abstand das beste an Fleisch, was ich bisher auf 33.000 Fuß gegessen habe.
Der Heilbutt war allerdings sehr trocken und nicht gerade appetitlich angerichtet.

Als Nachspeise wählten wir beide das Eis was auch uns beiden sehr gut geschmeckt hat. Allerdings war die Portion wirklich riesig:

American Airlines Business Class Ice Cream

Ben & Jerry’s Ice Cream als Nachtisch

Die Crew war die ganze Zeit sehr bemüht und erfüllte auch nach dem Abendessen jeden Getränkewunsch. Wer nicht satt wird, dem bietet American Airlines in der Galley ein Auswahl an verschieden Snacks. Das sah sehr gut aus, allerdings habe ich vergessen ein Bild zu machen. Ich war damit beschäftigt New York City bei Nacht zu fotografieren:

New York InFlight

New York City mit Manhattan aus 33.000 Fuß

Nur Minuten vor dem Frühstück wurde ich durch das Geschirrklappern geweckt und entschied mich für die Früchteplatte. Zwar hätte ich auch gerne die Quiche probiert aber das Abendessen lag mir noch zu schwer im Magen. Dafür waren die Früchte aber exzellent und wirklich zu empfehlen.

American Airlines Business Class Frühstück

Frech Fruit Bowl als Frühstück

American Airlines Boeing 777-300ER Business Class Bewertung

  • Lounge ★★★★★ ★★★★★
  • Boarding ★★★★★ ★★★★★
  • Komfort & Kabine ★★★★★ ★★★★★
  • Essen & Service ★★★★★ ★★★★★
  • Entertainment System ★★★★★ ★★★★★
  • Extras ★★★★★ ★★★★★
★★★★★ ★★★★★ 4,50

Fazit

Die Business Class von American Airlines in der Boeing 777-300ER hat mir wirklich seht gut gefallen. Die Plätze sind alle gleichwertig und man liegt nicht komplett auf dem Präsentierteller. Es gibt sowohl für für alleinreisende als auch für zu zweit reisende Passagiere geeignete Plätze und die Sitzplatzreservierung ist kostenlos.

Das Amenity Kit und dessen Inhalt hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Ich werde es für mein iPad Mini weiterverwenden.

Das Essen fand ich im Ganzen lecker und am Service war auch nichts auszusetzen.

Der einzige wirkliche Kritikpunkt ist die Lounge. Wenn vorhanden, würde ich immer eine Lounge einer andere Oneworld-Fluggesellschaft wählen.

Eure Meinung?

Ihr seid auch Business Class auf Langstrecke mit American Airlines geflogen? Dann würde ich mich über euer Feedback freuen! Hinterlasst einfach ein Kommentar.

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Johannes

Ich habe 2010 Travel-Dealz gegründet und schreibe seit dem täglich über die neusten Reiseschnäppchen. Seitdem ich 17 bin, suche ich nach Wegen so günstig wie möglich zu fliegen. Mit meinem Wissen versuche ich Dir genau das selbe zu ermöglichen.
Wenn du eine Frage hast kannst du dich jederzeit an mich wenden! Schreib mir einfach eine Email an: Johannes@Travel-Dealz.de Bitte aber nicht mit einem Reisebüro verwechseln.

Kommentare (9) Schreibe einen Kommentar

  1. Das sind übrigens die gleichen Sitze wie bei Finnair in der Business im A350.

    Viele Grüsse

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    • In der Tat.
      Hatte kürzlich auch das Vergnügen, mit Finnair A350 Business Class nach BKK.

      Als Paar im Hinflug die beiden Mittelsitze, auf dem Rückflug bewusst Mittel- und Fensterkombi. Die Mittelsitze sind nicht für Paare, man ist sich – für meine Begriffe – entfernter als über den (schmalen) Gang.

      Antwort

  2. Danke für diesen interessanten Bericht.

    Jetzt frage ich mich gerade, ob ich das Angebot von 500€ in der Business Classe bei euch gelesen habe. Kann mich überhaupt nicht daran erinnern 🙁

    Antwort

  3. Kleiner Hinweis: der Gurt ist nicht gepolstert, sondern es handelt sich um einen Airbag. Zugegebenermaßen nicht besonders bequem, aber anscheinend sinnvoll.
    Ansonsten fanden wir die Business Class in einem American A330 ähnlich gut. Besonders gefallen hat uns, dass die Filme alle ungekürzt liefen, das ist im Flugzeug ja nicht selbstverständlich.

    Antwort

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