Alle Vor- und Nachteile des Comdirect Girokonto inkl. Visa Debit

Comdirect Visa Debit Titelbild

Von Comdirect, die Direktbank-Tochter der Commerzbank, gibt es ein Girokonto inklusive Visa-Debitkarte, mit der man ihr Ausland ohne Gebühren, Bargeld abheben kann. Außerdem bietet die Comdirect im Gegensatz zu vielen Direktbanken die Möglichkeit, dreimal pro Jahr Bargeld in einer Filiale der Commerzbank, kostenfrei einzuzahlen.

Folgende Vorteile hat das Girokonto und die zugehörige Visa-Debitkarte:

  • Kostenlos bei aktiver Nutzung: Das Girokonto mit Visa-Debitkarte und Girocard sind in den ersten 6 Monaten ohne Bedingungen kostenlos. Damit auch nach den ersten 6 Monaten keine Gebühren anfallen, muss man es aktiv nutzen. Das heißt konkret: entweder 700€ monatlicher Geldeingang (muss nicht zwangsläufig Gehalt sein), monatlich 3 Zahlungen über Apple- oder Google Pay abwickeln oder monatlich 1 Trade/Wertpapiersparplansausführung vorweisen. Wenn keine dieser Bedingungen erfüllt sind, fallen monatlich 4,90€ Kontoführungsgebühr an.
  • Girocard & Visa-Debit inklusive: Neben einer Visa-Debitkarte, erhaltet ihr auf Wunsch auch eine Girocard ausgestellt. Zahlt ihr mit beiden Karten, wird der Zahlbetrag direkt von eurem Girokonto abgebucht. Einen Verfügungsrahmen gibt es nicht. Dafür seid ihr für den Einsatz in Deutschland dank Girocard gut aufgestellt und die Visa-Debit könnt ihr auch bei Apple & Google Pay hinterlegen und so kontaktlos mit eurem Smartphone bezahlen.
  • Bargeld abheben: Mit der Visa-Debit könnt ihr weltweit Fremdwährungen dreimal pro Monat (danach 4,90€ pro Abhebung) ohne Gebühr abheben. Für Bargeldabhebungen in Euro, müsst ihr allerdings die Girocard (Debitkarte) verwenden, um keine Gebühren zu bezahlen. Mit der Girocard könnt ihr zudem deutschlandweit an über 9.000 Geldautomaten unbegrenzt oft pro Monat Bargeld abhebe.
  • Gemeinschaftskonto möglich: Ihr könnt das Comdirect Girokonto auch als Gemeinschaftskonto eröffnen, z. B. zusammen mit eurem Partner oder auch einfach als WG-Konto.
  • Bargeld einzahlen: Dreimal pro Jahr könnt ihr ohne Gebühren am Schalter oder Einzahlungsautomat der Commerzbank euer erspartes Bargeld auf euer Konto einzahlen lassen. Bei vielen anderen Direktbanken gibt es diese Möglichkeit nicht.
  • Kontaktlos bezahlen: Sowohl die Visa- als auch die Girocard unterstützt das kontaktlose Bezahlen. Bis 50€ bei der Visa und bis 25€ bei der Girocard müsst ihr nicht einmal eure PIN eingeben oder eine Unterschrift leisten.
  • Google & Apple Pay: Die Visa könnt ihr sowohl bei Apple Pay als auch Google Pay auf eurem Smartphone (und sogar Smartwatch) als Zahlungskarte hinterlegen und so kontaktlos und ohne PIN-Eingabe in vielen Geschäften bezahlen. Ihr müsst nicht einmal mehr die physische Karte mitschleppen.
  • Visa-Kreditkarte möglich: Für 1,90€ pro Monat (= 23€ pro Jahr) könnt ihr auch eine echte Visa-Kreditkarte mit Verfügungsrahmen erhalten. Außerdem fällt damit keine Fremdwährungsgebühr bei Zahlungen in z.B. in Dollar, Pfund, Kronen an. Mit der Visa-Debit zahlt ihr sonst 1,75%.

Es gibt aber auch einige Nachteile:

  • Keine Erstattung von Fremdgebühren: In vielen Ländern erheben die Betreiber der Geldautomaten eine zusätzliche Gebühr. Diese wird von der Comdirect nicht erstattet.
  • Kreditkarte ans Girokonto gebunden: Die Kreditkarte wird zwangsläufig über das zugehörige Girokonto abgerechnet. Ein anderes Abrechnungskonto könnt ihr nicht hinterlegen.
  • Visa-Kreditkarte kostet extra: Eine echte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen kostet 1,90€ monatlich extra.
  • 1,75% Fremdwährungsgebühr: Zahlt ihr mit der Visa-Debit oder Girocard in Fremdwährungen (alles außer Euro z. B. US-Dollar, Pfund…), fallen 1,75% Auslandseinsatzgebühr an. Gebt ihr z.B. 1.000€ im Urlaub aus, sind das schon 17,50€ an Gebühren. Hier lohnt es sich zusätzlich noch eine Kreditkarte, ohne Fremdwährungsgebühren im Portmonee zu haben! Die Comdirect bietet auch eine echte Visa-Kreditkarte gegen Aufpreis ohne Fremdwährungsgebühr an.
  • Negativzinsen: Ab einem Gesamtguthaben von 100.000€ fallen ggf. 0,5% p.a. Negativzinsen für euch an. Die Negativzinsen fallen aber nur auf Guthaben was über die 100.000€ hinaus geht an.
  • Eigener Umrechnungskurs: Für die Umrechnung von Fremdwährungen in Euro wird der Devisenkurse der Commerzbank benutzt. Die Comdirect gehört zu 81% der Commerzbank. Somit ist der Umrechnungskurs nicht unabhängig, wie bei anderen Kreditkarten. Den Devisenkurs könnt ihr direkt bei der Commerzbank nachschauen: commerzbank.de/devisenkurse
Comdirect Visa Debitkarte

Echte Visa-Kreditkarte für 1,90€ pro Monat

Gegen einen Aufpreis von 1,90€ pro Monat (= 22,80€ pro Jahr) kann man eine echte Visa-Kreditkarte erhalten. Damit kann man weltweit ohne Fremdwährungsgebühren bezahlen und erhält auch einen Verfügungsrahmen. Der Saldo wird monatlich von dem Comdirect Girokonto ausgeglichen.

Comdirect Visa Kreditkarte

Fazit

Das Comdirect Girokonto bietet dank der Nähe zur Commerzbank einige Vorteile, die Direktbanken eigentlich als Nachteil haben, z. B. das Einzahlen von Bargeld. Außerdem sind die Hürden für ein dauerhaft kostenloses Girokonto bei der Comdirect durch Erfüllen von einer von drei Bedingungen, deutlich einfacher zu meistern, als bei anderen Banken.

Man kann sich mit der Visa zwar weltweit dreimal pro Monat kostenfrei mit Bargeld versorgen, bezahlen mit der Visa kann aber wegen den 1,75% Fremdwährungsgebühr außerhalb der Euro-Region teuer werden. Hier sollte man sich eine zusätzliche Kreditkarte ohne Auslandsgebühren zulegen.

Alternativen

  • DKB Cash inkl. Visa: Als Aktivkunde zahlt man keine Fremdwährungsgebühr weltweit und kann ab 50€ kostenfrei Bargeld abheben.
  • Hanseatic GenialCard: Wer auf der Suche nach einer Reisekreditkarte unabhängig von einem Girokonto ist, ist bei der Hanseatic Bank gut aufgehoben. Die wirklich geniale Karte erhebt dauerhaft keine Jahresgebühr, Gebühren im Ausland oder für das Abheben von Bargeld. Sogar der 100%ige Ausglich per Lastschrift ist möglich.
  • Revolut: Der britische Bankenschreck bietet ein Konto mit zusätzlicher Prepaid-Kreditkarte ohne Auslandsgebühren an. Auch Bargeld abheben ist bis zu 200 Pfund/Monat kostenfrei möglich.

Weitere Alternativen findet ihr in unserem Kreditkartenvergleich.

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Kommentare (14)

  1. ben sagt:

    Hi Johannes

    Der Link funktioniert leider nicht mehr.
    Ist die Bewertung noch aktuell? Dann wäre die comdirect eine Alternative zur DKB…

  2. Sven sagt:

    Hallo Johannes,

    die Comdirect Visa Card ist seitdem 1,90€ im Monat erhoben werden ohne eine Fremdwährungsgebühr im Ausland. Das sollte im Text korrigiert werden.

  3. Phil sagt:

    Der eigene Umrechnungskurs ist meiner Erfahrung nach relevant schlechter als der offizielle. Daher würde ich mit der Karte kein Bargeld im Ausland abheben.

  4. HMweb sagt:

    Die neue (bunte) Girocard macht auch bei vielen Cafés, Bäcker, Restaurant Probleme. Offensichtlich betroffen diese SumUp, iZettle & Co Geräte.
    Ich wurde beim Zücken der Karte schon begrüßt mit „Oh Comdirect! Die funktionieren nicht“.

  5. Michael Heiden sagt:

    Hallo, Negativzinsen werden schon ab 50.000 Euro berechnet und nicht wie beschrieben bei 100.000 Euro. Laut den aktuellen AGBs

  6. Johannes sagt:

    Steht bei uns ja auch unter den Nachteilen (die Visa-Debit ist weiterhin inklusive). Sind auch „nur“ 1,90€ pro Monat.

  7. Johannes sagt:

    Hallo Klaus,

    Probier es aus, kostet ja nicht wirklich was. Wenns klappt freu sic, wenn nicht hast du auch nicht viel verloren. Die Bedingungen solcher Aktionen und die Wirklichkeit der Programmierung in den IT Systemen klaffen meistens weit auseinander.

  8. Johannes sagt:

    Finde die Hürde für die 8.000 Meilen as Gehaltskonto zu wechseln leider zu groß.

  9. Johannes sagt:

    Das ist bei einer Debit-Kreditkarte leider normal.

  10. Johannes sagt:

    Danke für den Hinweis. Ich konnte jetzt zwar keine große Abweichung feststellen aber das sollte man natürlich trotzdem wissen.

    • Klaus sagt:

      Die Abweichung ist enorm! Ich habe in Mauritius fast genau so viel Gebühren mit der angeblich kostenlosen Comdirct Visa Karte bezahlt wie mit der teuren ING-Diba Karte, bei der ganz offiziell 1,75% Gebühren berechnet werden.

      Grund ist, dass bei der Diba der offizielle Kurs verwendet wird, der 1,2 % besser ist. Übrigens nochmal 0,8% besser ist der Kurs der Mastercard gewesen, wodurch die Kosten bei der kostenlosen Mastercard deutlich geringer sind als bei den anderen „kostenlosen“ Karten.

      Noch teurer wird es bei der comdirect dann, wenn der Automatenbetreiber eine Gebühr verlangt. Denn die comdirect hat mir nie mehr als umgerechnet € 250.- auf einmal bezahlt. Das ist die Hälfte des Betrags, der mit der DiBa Karte möglich war. Also bezahlt man zweimal das Geld an den Automatenbetreiber, das man mit der Diba Karte einmal für die gleiche Menge Geld zahlen muss.

      In den USA war der Unterschied geringer, aber die comdirect versteckt auch hier ihre Gebühren und alle Vergleichsportale lassen sich davon reinlegen und listen die angeblich gebührenfreie Kreditkarte der comdirect.

      • Johannes sagt:

        Vergleichsportale zählen eh lieber nur Vorteile auf ;). Ich habe ja extra geschrieben, dass der Wechselkurs nicht unabhängig ist.

        Die ING-Diba-Kreditkarte verwendet den Visa Europe Geldkurs. Bei den meisten MasterCard’s inkl. Advanzia wird kurz von MasterCard benutzt.

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