30 Spartipps für die USA

US Dollar Scheine

Reisen in die USA waren noch nie besonders günstig. Doch aktuell ist ein Urlaub im Land der unbegrenzten Möglichkeiten so teuer wie lange nicht mehr. Dafür sorgen unter anderem der ungünstige Dollarkurs, die starke Inflation, hohe Mietwagenpreise u.v.m.

Alles Punkte, an denen man wenig ändern kann. Gerade deshalb möchten wir in diesem Beitrag ein paar Tipps geben, wie ihr auf der nächsten Nordamerika-Reise vielleicht den einen oder anderen Dollar sparen könnt.

Flüge

Der beste Tipp für günstige Flüge: Täglich Travel-Dealz lesen bzw. unseren Newsletter abonnieren. 😉 Am besten in Kombination mit folgenden Vorschlägen:

Zielflughäfen vergleichen

In vielen Metropolregionen der USA gibt es nicht nur einen großen Flughafen, sondern mehrere zur Auswahl. Wer nach San Francisco möchte, kann bspw. zwischen San Francisco und Oakland wählen, in der Region Los Angeles gibt es nicht nur LAX, sondern auch BUR, SNA, ONT, LGB zur Auswahl.

Flugsuchmaschinen wie Google Flights schlagen diese Alternativen teilweise bereits vor, wenn sie günstiger sind. Daneben ist aber auch ein weiterer Punkt zur berücksichtigen: Die Kosten für den Transfer. Beispiel New York:

  • La Guardia LGA: 2,75 $ (~2,52 €) mit ÖPNV, ca. 45 $ (~41 €) mit Taxi
  • New York JFK: 10,75 $ (~9,87 €) mit ÖPNV, ca. 60 $ (~55 €) mit Taxi
  • Newark EWR: 15,50 $ (~14,23 €), ca. 80 $ (~73 €) mit Taxi

Von JFK und Newark gibt es günstigere Lösungen, wenn ihr zunächst den Bus statt AirTrain nehmt. Allerdings ist das mit Gepäck eher beschwerlich und mit einer längeren Fahrtzeit verbunden.

Gabelflüge in Betracht ziehen

Dieser Tipp lohnt sich natürlich nur, wenn ihr im Rahmen einer Flugrundreise mehrere Ziele auf einmal erkunden möchtet. Beispiel: Ihr wollt euch nicht New York anschauen, sondern auch noch San Francisco und Miami:

Die naheliegendste Option wäre wohl auf den ersten Blick, vier getrennte Tickets zu buchen:

  • Ticket 1: Frankfurt – New York – Frankfurt
  • Ticket 2: New York – San Francisco
  • Ticket 3: San Francisco – Miami
  • Ticket 4: Miami – New York

Oftmals könnt ihr aber Zeit und Geld sparen, indem ihr direkt einen Gabelflug Frankfurt – New York | Miami – Frankfurt auf ein Ticket bucht. Das kostet dann meist nur wenig mehr als ein Ticket nach New York. Ihr spart euch aber einen zusätzlichen Inlandsflug, d.h. gleichzeitig Zeit und Geld.

Morgens ankommen, abends zurück

Natürlich ein alter Trick, aber das macht ihn ja nicht schlechter. Wenn ihr einen Aufenthalt in einer teuren Stadt wie New York plant, solltet ihr möglichst versuchen, die Zeit dort zu maximieren. Perfekt wäre also: Früh morgens ankommen, Koffer im Hotel abstellen und ihr habt noch fast den ganzen Tag vor euch.

Natürlich gibt es hier verschiedene Möglichkeiten, das meiste rauszuholen:

  • Falls ihr doch spät in z.B. Newark ankommt, zunächst eine Nacht in Flughafennähe verbringen. Dort sind die Hotels oftmals deutlich günstiger und ihr könnt einfach am nächsten Morgen in die Stadt fahren.
  • Falls die Preise allzu extrem sind, einen Layover in z.B. Washington-Dulles einlegen und am nächsten Morgen nach New York weiter. Für Fans von Direktflügen eher nicht zu empfehlen (mehr zu Mini-Stopovern)
  • Auf dem Weg nach Hawaii eine Nacht in Los Angeles oder San Francisco bleiben und erst am nächsten Morgen nach Hawaii weiterfliegen. So spart ihr euch eine teure Hotelnacht und kommt gleichzeitig ausgeruht am Ziel an.

Inlandsflüge mit Southwest fliegen

Der amerikanische Billigflieger Southwest ist – gemessen an den Passagierzahlen – die drittgrößte Airline der Welt. Und dennoch haben wir Europäer sie oftmals gar nicht auf dem Schirm. Das liegt auch daran, dass Flüge mit Southwest bei Vergleichsseiten wie Google Flights oftmals gar nicht bzw. nur gut versteckt auftauchen.

Für Flüge innerhalb der USA (und auch z.B. in die Karibik) ist es daher immer eine gute Idee, auch mal die Preise auf southwest.com zu checken. Wichtigster Vorteil: Neben Handgepäck + Personal Item sind grundsätzlich 2x 23 kg Aufgabegepäck inklusive. Bei anderen US-Airlines seid ihr dafür schnell 50€ pro Richtung los.

Von Oakland (San Francisco) nach Ontario (Los Angeles) für 29 $ (~27 €) – inkl. 2x Stück Aufgabegepäck.

Billigflüge am Schalter buchen

Southwest ist zwar offiziell „Billigflieger“, bietet aber eigentlich mehr als die meisten Airlines. Anders sieht es bei den Ultra-Low-Cost-Carriers Frontier, Spirit und Co aus. Die sind eher mit Ryanair vergleichbar, aber bei den Gebühren noch etwas dreister. Beispielsweise fliegt euch Frontier zwar für 39 $ (~36 €) von Las Vegas nach Denver. Dafür ist dann aber nur ein Personal Item inbegriffen und alleine für ein großes Handgepäck kommen nochmal 54$ dazu.

Darum soll es hier aber weniger gehen. Stattdessen um einen „Trick“, wie ihr zumindest bis zu 23$ je Richtung sparen könnt. Bei der Preisaufschlüsselung werdet ihr feststellen, dass ein großer Teil des Ticketpreises durch die Carrier Interface Charge verursacht wird. Kurz gesagt, eine Gebühr für die Online-Buchung:

Frontier weist diese als optionale Gebühr aus, damit sie darauf keine Steuern zahlen müssen. Und tatsächlich gibt es eine Möglichkeit, die 23$ zu umgehen: Die Flüge altmodisch am Flughafenschalter buchen. In diesem Fall würdet ihr dort nur 16$ statt 39$ zahlen.

Nur für das eine Ticket lohnt sich die Fahrt zum Flughafen natürlich nicht – aber wenn ihr direkt mehrere Flüge / Personen auf einmal bucht umso mehr. In der Praxis ist das aber fast nur für kurzfristige Buchungen eine Option. Denn entsprechende Ticketschalter gibt es nur dort, wo Frontier auch hinfliegt. Mehr dazu u.a. im Flyertalk.

Öffentliche Verkehrsmittel

Am meisten Geld könnt ihr sparen, wenn ihr ganz auf ein Auto verzichtet und nur mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs seid. In New York ist das ohnehin die beste Wahl und auch in San Francisco funktioniert es gut – gleichzeitig müsst ihr euch keine Gedanken um Autoeinbrüche machen.

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in den USA meist so günstig, dass ihr nicht viele Spartipps benötigt. Trotzdem drei Ideen:

10er-Karte für den AirTrain JFK

Ihr kommt am Flughafen John-F-Kennedy an und fliegt auch von dort wieder zurück? Dann solltet ihr nicht einfach blind 4x die Gebühr für den AirTrain zahlen. Der kostet nämlich mittlerweile 8 $ (~7 €) für die kurze Strecke zur nächsten U-Bahn-Station. Die bessere Alternative: Eine 10er Karte zum Preis von 26 $ (~24 €) inkl. 1 Dollar Ausgabegebühr.

Die Karte ist dann 30 Tage lang für insgesamt 10 Fahrten mit dem AirTrain gültig. Das beste daran: Ihr könnt eine solche 10er-Karte mit bis zu 4 Personen teilen. Wenn ihr also zu viert am Flughafen JFK ankommt – und von dort wieder zurückfliegt, spart ihr mit der 10er-Karte stolze 38 Dollar! Und es verleiben noch zwei Fahrten für wen auch immer.

Mit dem Handy zahlen

In vielen Städten ist es immer noch gängig, Bustickets beim Betreten des Busses bar zu zahlen. Das bringt zwei Nachteile mit sich:

  • Ihr müsst immer genug Ein-Dollar-Scheine und Münzen parat haben. Restgeld gibt es i.d.R. nicht
  • Oftmals sind bar bezahlte Tickets teurer als digitale Lösungen
Houston Bus Fare
ÖPNV in Houston ist spottbillig. In diesem Fall gelten die Preise sogar auch bei Barzahlung – sofern ihr einen Quarter parat habt.

Die bessere Alternative: Das Handy als Busticket nutzen. Viele Verkehrsunternehmen bieten eine eigene Smartphone-App an, mit denen ihr Einzelfahrkarten, Tageskarten usw. einfach online kaufen könnt. Beispiele dafür sind Houston, Dallas, Seattle, Atlanta, New Orleans und viele mehr.

Etwas anders sieht die Situation in New York City und vergleichbaren U-Bahn-Systemen aus. Auch dort benötigt ihr aber nur noch in wenigen Fällen eine MetroCard. Immer mehr Städte ermöglichen es, kontaktlos per Kreditkarte oder Apple Pay / Google Pay zu zahlen.

Kostenlose Transfers ausnutzen

Eine Tageskarte für den ÖPNV lohnt sich oftmals erst ab drei, vier Fahrten pro Tag. Und in einigen Städten wie New York City gibt es ohnehin keine Tagespässe.

Dafür sind die Regeln zur Nutzung einer Einzelfahrkarte oftmals recht großzügig. Je nach Stadt könnt ihr mit einem Einzelticket zwei Stunden lang hin und her fahren, egal in welche Richtung.

Anders in New York: Mit einer MetroCard oder OMNY-Zahlung (Kreditkarte per NFC) zahlt ihr zunächst mal 2,75 USD pro Fahrt. Ihr könnt aber innerhalb eines Zeitraums von 2 Stunden einmal kostenlos zwischen U-Bahn und Bus umsteigen. Dabei ist es völlig unerheblich, in welche Richtung ihr fahrt. Ihr möchtet von SoHo zum Flatiron Building und dann weiter zum Times Square? Kostet per U-Bahn 2x 2,75$. Wenn ihr hingegen eine der beiden Strecken im Bus zurücklegt, werden nur 1x 2,75$ fällig.

Mietwagen

Während der ÖPNV in einigen Großstädten besser ist als sein Ruf, gilt das nicht überall. Selbst in Los Angeles macht ein Auto vieles einfacher. Und einen Road Trip durch die Nationalparks der Westküste kann man ohne eigenes Auto ohnehin vergessen.

Spritpreise vergleichen

Innerhalb weniger Meilen können sich die Spritpreise stark unterscheiden. Mittlerweile listet Google Maps bei einer Suche nach Gas Station nicht nur die Tankstellen, sondern fast immer auch die passenden Preise auf. Ein Unterschied von 10% oder mehr ist nicht selten:

(© 2022 Google)

(Ein paar Tage) auf das Auto verzichten

Wie erwähnt ist es nicht immer sinnvoll, auf einen Mietwagen zu verzichten. Aber teilweise reicht es schon, ein paar Tage auf das Auto zu verzichten, um mehrere hundert Euro zu sparen. Wenn ihr beispielsweise einen Road Trip in San Francisco startet, probiert es doch die ersten zwei, drei Tage ohne Auto.

Den Mietwagen könnt ihr dann einfach in der Stadt anmieten, sobald es losgeht. Dann spart ihr zumindest zwei, drei Tage lang die Kosten für einen Mietwagen und zusätzlich die horrenden Parkgebühren. In großen Städten gibt es immer mindestens eine Mietwagen-Station mitten in der Stadt. Und teilweise ist die dann auch noch günstiger als eine Flughafenstation.

An der Straße parken

Apropos Parkgebühren. Während die Hotels nicht selten 20 bis 40 Dollar (pro Tag!) für das Parken in ihrer Tiefgarage verlangen, gibt es oft günstigere Möglichkeiten. Das Street Parking ist über Nacht und am Wochenende meist komplett kostenfrei, tagsüber zahlt ihr meist zwischen 1$ und 3$ pro Stunde.

Street Parking USA
Typisches Street Parking, meist mit Parkuhr

Wenn ihr das Auto aber in der Seitengasse parkt, solltet ihr ganz besonders darauf achten, nichts sichtbar liegen zu lassen. Denn so eine Fensterscheibe ist schneller eingeschlagen als man „911“ sagen kann. Zumal die Downtown vieler Großstädte Personen mit Drogen- und Geldproblemen magisch anzuziehen scheint.

Aufpassen solltet ihr auch genau auf die Beschilderung der Parkplätze. An ein, zwei Tagen in der Woche ist Straßenreinigung angesagt. Und wenn ihr dann die Parkplätze blockiert, wird es teuer.

Verschiedene Standorte vergleichen

Klar ist es bequem, den Mietwagen direkt am Flughafen entgegenzunehmen, alles Gepäck ins Auto zu laden und dann direkt loszulegen. Aber oftmals sind die Autovermietungen am Flughafen auch die mit Abstand teuersten. Vor allem bei Budget und Avis sehe ich es immer wieder, dass das Auto bei Stationen abseits des Flughafens zwischen 30% und 50% günstiger ist.

Leider sind die Websites oft wenig intuitiv, was die Darstellung der Mietwagenstationen angeht. Bei Billiger-Mietwagen beispielsweise wird die Adresse nur klein beim Buchungsabschluss angezeigt. Auf Priceline.com dagegen gibt es eine praktische Übersichtskarte:

Ein Mietwagen bei Avis am Flughafen kostet in dem Beispiel (eine Woche im Sommer) direkt das doppelte

Sobald ihr einen Standort gefunden habt, könnt ihr dann oftmals auch direkt bei Avis und Co buchen statt über Priceline. Dort kostet es dann meist das gleiche, teilweise sogar ein paar Dollar weniger.

Hotels & Unterkünfte

Sofern ihr nicht gerade im Auto schlafen möchtet (was ohnehin verboten ist), fehlt natürlich noch eine Unterkunft. Auch dazu ein paar (nicht so geheime) Spartipps:

Erst das Hotel buchen, dann die Flüge

Ein klassischer Anfängerfehler, den auch ich viel zu oft begehe: Die Flüge sind gebucht und erst bei der Hotelsuche fällt auf, dass die Hotelpreise völlig überzogen sind. Deshalb: Am besten immer erst schauen, was die Hotels zum Wunschzeitraum kosten und erst dann die Flüge buchen. Beispielsweise ist New York City vom Januar bis März meist erschwinglich und man bekommt auch ein gutes Hotel für nur an die 100€ pro Nacht. Dagegen verdreifacht sich der Preis im Sommer und Herbst gerne mal.

Auf die Wochentage achten

Je nachdem wohin eure Reise geht, unterliegen die Hotelpreise auch innerhalb weniger Tage starken Schwankungen.

Besonders extrem sind die Preisunterschiede in der Kasinostadt Las Vegas. Viele Amerikaner unternehmen dorthin nur einen Wochenend-Trip. Daher sind die Hotels am Wochenende gut gefüllt und entsprechend teuer, während ihr unter der Woche gute Schnäppchen machen könnt:

Unter der Woche günstig, am Wochenende ein Vielfaches teurer: Preiskalender des Harrah’s Las Vegas (zzgl. Steuer & Resort Fee)

In Hotels, die primär von Geschäftskunden besucht werden, sieht es teilweise genau anders herum aus. Das Hilton San Francisco beispielsweise ist am Wochenende tendentiell günstiger als unter der Woche:

Preise im Hilton San Francisco Financial District

Natürlich schwankt das alles je nach Hotel und Saison, also prüft die Preise am besten selbst.

Hotels mit Punkten buchen

Vor allem in der Hauptsaison lohnt es sich, angesparte Hotelpunkte zu verbraten. Selbst die etwas angestaubte Travelodge an der Space Needle Seattle kommt im Sommer auf Normalpreise bis zu 300$ pro Nacht:

244$ + Steuern macht in diesem Fall 284$ Gesamtpreis für die nicht-flexible Rate

Alternativ könntet ihr aber auch 15.000 Rewards-Punkte einlösen – und diese Rate ist dann sogar stornierbar:

Sofern ihr das Limit von 60.000 Punkten pro Jahr noch nicht ausgereizt habt, lassen sich Wyndham-Punkte jederzeit zum Preis von 195 $ (~179 €) kaufen. Macht einer Ersparnis von über 30%. Noch besser wird es aber dadurch, dass ihr die Punkte regelmäßig mit Rabatt kaufen könnt.

Ähnliche Beispiele gibt es auch von anderen Hotelketten wie IHG, Hilton oder (Underdog) Choice Hotels.

AAA Rate

Für Mitglieder des Amerikanischen Automobilclubs AAA gibt es üblicherweise 10% Rabatt auf Hotelübernachtungen. Diese Rabatte lassen sich auch als Europäer nutzen, wenn ihr Mitglied im ADAC oder einem anderen Autoclub seid. Sicherheitshalber solltet ihr zusätzlich die AAA Discount-Karte ausdrucken und mitführen.

In der Praxis werden die 10% Rabatt leider oftmals nicht gehalten. Bei Hilton zum Beispiel ist der Rabatt oftmals nicht größer als durch das bloße Registrieren bei Hilton Honors. In folgendem Beispiel gibt es mit AAA-Karte aber immerhin eine stornierbare Rate für 113$, während diese normalerweise 123$ kostet. Die Prepaid-Rate ohne Rabatt wäre aber immer noch günstiger:

So sieht es mit der AAA-Rate häufiger aus: Teurer als Non-Flex, aber lohnenswert soll es stornierbar sein soll

Im Gegensatz zu anderen Firmenraten sammelt ihr mit der AAA-Rate üblicherweise normale Status- und Prämienpunkte beim jeweiligen Hotelprogramm.

Außerhalb der Stadt übernachten

Klar, jeder von uns möchte am liebsten mitten in der Innenstadt übernachten. Und es ist ja auch ein unschlagbarer Vorteil, jederzeit ins Hotelzimmer zu können – sei es für ein kurzes Nickerchen oder um die Einkäufe abzulegen. Entsprechend teuer ist diese Art Urlaub aber auch.

Ein echtes Schnäppchen – zumindest im direkten Vergleich – sind da die zahlreichen Motels und Hotels vor der Stadtgrenze. Am Beispiel Seattle zahlt ihr dort nur gut 100€ statt mindestens 250€ pro Nacht. Vom Motel in die Innenstadt gelangt ihr mit dem Auto in nur 10 Minuten. Mit dem Bus sind es in dem Fall 30 Minuten (zum Preis von 2,75$):

Wer mit dem Auto in die Stadt fährt, muss natürlich noch die Parkgebühren berücksichtigen. An der Parkuhr zahlt ihr zwischen 0,50 und 3 Dollar pro Stunde.

Blind Booking

In den USA sind Blind-Booking-Portale wie Hotwire und Priceline sehr verbreitet. Die Idee dahinter: Es wird nicht angezeigt, welches Hotel ihr am Ende bekommt, dafür ist das Hotel oftmals 20% bis 40% günstiger als bei allen anderen Anbietern. In der Praxis wird das immer mehr aufgeweicht, denn es lässt sich (z.B. anhand eines Fotos) oftmals genau feststellen, welches Hotel ihr tatsächlich erhaltet.

Mehr dazu – und viele weitere Tipps zum Hotelbuchen findet ihr in folgendem Artikel:

Mit Airbnb vergleichen

Airbnb in den USA ist ein zweischneidiges Schwert. Einige Städte wie New York haben die private Untervermietung von Wohnungen komplett verboten. Andernorts ist ein einfaches Privatzimmer über Airbnb teurer als ein vergleichbares Hotelzimmer – trotz fehlender Annehmlichkeiten wie einer 24/7-Rezeption.

Dennoch kann es sich lohnen, einen kurzen Blick in die Angebote zu werfen. In einigen Städten wie Philadelphia habe ich mit Airbnb selbst schon gute Erfahrungen gemacht. Und wenn ihr gerne eine ganze Wohnung für euch habt, gibt es ohnehin nur wenige Alternativen.

Einkäufe

Egal, ob beim Kauf von Lebensmitteln oder Jeans im Outlet-Store: Auch beim Einkaufen ergibt sich deutliches Sparpotential. Ein paar Tipps:

Kundenkarte besorgen

So wie Lidl, Edeka, und Co. bei uns Wochenflyer verteilen, gibt es auch in amerikanischen Supermärkten diverse Rabattangebote. Ihr erkennt sie meist an den gelben Preisschildern. Aber aufgepasst: Diese Angebote gelten in der Regel nur with card. Damit ist nicht etwa eine Kreditkarte gemeint, sondern die Kundenkarte der jeweiligen Supermarktkette.

Walgreens Angebot with Card
Zwei Packungen zum Preis von einer – aber nur mit Kundenkarte

Solche Angebote findet ihr mit Ausnahme von Walmart bei fast allen Supermarkt- und Drogerieketten. Ein paar Beispiele:

  • Supermärkte: Target, Safeway, City Market, Foodland (Hawaii) u.v.m.
  • Drogeriemärkte: Walgreens, CVS Pharmacy
  • Convenience Stores: z.B. 7-Eleven

Auf der sicheren Seite seid ihr, wenn ihr euch die App der jeweiligen Kette besorgt und dort ein Kundenkonto erstellt. Ihr erhaltet dann eine Kundenkarte als Barcode, die beim Check-out nur noch gescannt werden muss.

Oft klappt aber auch eine der folgenden Möglichkeiten:

  1. Das Personal an der Kasse fragen, ob er eine Kundenkarte zum Scannen hat. Dann gehen euch zwar etwaige Bonuspunkte durch die Lappen, aber ihr kommt immerhin in den Genuss der Rabatte.
  2. Einfach eine Telefonnummer in das Kartenterminal tippen. Am besten wäre natürlich eure eigene, allerdings werden internationale Nummern üblicherweise nicht akzeptiert. In dem Fall tut es ggf. die Nummer des Hotels. Eine Registrierung ist in einigen Märkten gar nicht notwendig, sodass es reicht, die Nummer bloß einzutippen.
  3. An der Kasse nach einer Kundenkarte fragen, die euch dann in Form einer Plastikkarte ausgehändigt wird. Die müsst ihr dann aber jedes Mal mitschleppen

Nicht nur zu Walmart

Walmart ist nicht ohne Grund die bekannteste Supermarktkette der USA: Ihr bekommt hier fast alles und das zu sehr günstigen Preisen.

Das bedeutet aber nicht, dass Walmart jederzeit und für jedes Produkt die besten Preise bietet. Beispielsweise ist die Auswahl an Obst & Gemüse oftmals bescheiden und nicht einmal besonders günstig. Als angenehm und vergleichsweise preisgünstig habe ich Target erlebt, vor allem mit Kundenkarte (siehe oben).

Vor allem an der Westküste lohnt sich ein Besuch von Grocery Outlet. Dort gibt es zwar nur ein überschaubares Sortiment an Lebensmitteln. Aber das Angebot rotiert regelmäßig – und die Artikel dort sind oftmals 50% günstiger als bei Walmart und anderen Läden. Auch bei Dollar Tree und Co gibt es oftmals einige Lebensmittel (mittlerweile wurden die Preise aber auf 1,25$ erhöht).

Grocery Outlet USA
Viele Artikel sind bei „Grocery Outlet“ deutlich günstiger als anderswo

Steuer sparen

Egal, ob Supermarkt, Fast-Food-Stand oder Restaurant: Preise in den USA sind (bis auf wenige Ausnahmen) immer ohne Steuer ausgeschildert. Es kommt also noch die Sales Tax dazu, die sich aus Steuern des Staates und des Bezirks zusammensetzt. Oftmals zahlt ihr so 10% mehr als es das Preisschild vermuten lässt.

Glücklicherweise sind Lebensmittel im Supermarkt oftmals komplett steuerfrei. Bei größeren Anschaffungen wie Elektronik, Kleidung, … lohnt es sich aber, genauer hinzuschauen. Beispielsweise sind Einkäufe in Oregon komplett steuerfrei, während ihr in Louisiana bis zu 13% an Zuschlägen zahlt.

Ob das iPad umgerechnet 300€ oder 339€ kostet, kann dann durchaus einen Unterschied machen. Eine Karte der lokalen Steuern findet ihr nachfolgend:

USA Sales Tax Karte
Summe aus State Sales Tax und Local Sales Tax in den USA (Quelle: Wikimedia Commons)

Essen

Wie auch bei den Hotels gehen die Ansprüche beim Essen stark auseinander. Während ich mich selbst meist mit Street- und Fast Food begnüge, kann ich jeden verstehen, der sich für 50€ pro Tag ins Restaurant setzt. Daher ist es schwierig, universelle Spartipps aufzulisten. Ein Versuch:

Mittags essen statt abends

In vielen Restaurants gibt es Lunch Specials, die deutlich günstiger sind als das typische Dinner abends. Je nach Lokal und Standort müsst ihr mit 8$ bis 20$ (zzgl. Tip und Steuer) rechnen, aber dafür verlässt man das Restaurant dann üblicherweise gut gesättigt. Je nach Restaurant gibt es Lunch dann oft bis 15, 16 oder gar 17 Uhr.

Essen zum Mitnehmen

Überraschung: Essen zum Mitnehmen ist günstiger als im Edel-Lokal. Aber auch hier gibt es deutliche Qualitäts- und vor allem Preisunterschiede. In New York City beispielsweise könnt ihr für nur 1$ ein großes und erstaunlich leckeres Stück Pizza bekommen – während der Laden nebenan das Vierfache verlangt, aber kaum besser ist.

Dollar Pizza Slice
Eine Dollar Pizza Slice in New York City. Bzw. in diesem Fall zwei Stück für den mittelgroßen Hunger

Fast Food? Preise vergleichen

Ist es verrückt, in der Business Class in die USA zu fliegen, nur um dann am Ziel Fast Food zu essen? Vielleicht. Mich hält das jedenfalls nicht davon ab, Taco Bell aufzusuchen, wenn immer ich in den USA bin.

Falls es euch ähnlich geht, ein kleiner Tipp: In Manhattan werden viele Filialen von Franchise-Nehmern betrieben, während einige Filialen dem Unternehmen gehören. Letztere kosten nicht mehr als auf einem Dorf in Texas, erstere nehmen dagegen gerne mal das doppelte. Ihr könnt einfach die Preise über die Website checken, um dann die richtige Entscheidung zu treffen.

Diese starken Preisunterschiede gibt es übrigens auch in anderen Städten, aber in New York sind sie gefühlt am größten. Bei Taco Bell lohnt es sich übrigens ebenfalls, über die Website oder App zu bestellen. Denn die 5$ My Cravings Box gibt es nur dort.

Restaurantketten mit nationalen Preisen

Es gibt allerdings nicht nur Fast-Food-Ketten, sondern auch sehr viele Restaurantketten, wie z.B. die Cheesecake Factory, mit Kellnern und echten Gerichten (z.B. Gegrillter Lachs mit Kartoffelbrei und Gemüse für 18 $ (~17 €)). Diese haben oft eine Speisekarte für die gesamten USA, mit einheitlichen Preisen. Gerade in teureren Städten wie Boston kann dieser nationale Preis teilweise deutlich unter dem üblichen Preisniveau der Stadt liegen.

Too good to Go

Die App Too Good to Go ist vermutlich auch einigen aus Europa ein Begriff. Hier gibt es kurz vor Ladenschluss deutlich reduzierte Speisen. Auch in den USA könnt ihr so oftmals ein günstiges Mittagessen, ein paar Donuts, Dumplings, oder was auch immer mitnehmen.

Die App bietet zum Glück eine (recht rudimentäre) Bewertungsfunktion. Ihr könnt also zumindest ganz gut auseinanderhalten, ob euch hier nur jemand vertrocknete Reste andrehen will oder es tatsächlich eine schmackhafte Mahlzeit gibt.

Sonstiges

Zum Abschluss noch drei Tipps, die oben nirgendwo reingepasst haben.

Wechselkurse der Kreditkarten vergleichen

In den letzten Wochen schwankt der Umrechnungskurs zwischen Dollar und Euro teilweise um bis zu 2 Prozent pro Tag. Wenn der Kurs gerade stark gesunken oder gestiegen ist, kann es sich lohnen, einen genauen Blick auf die Wechselkurse der Kreditkarten zu werfen. Amex beispielsweise hinkt mit dem Kurs oftmals etwas hinterher, während Revolut die Zahlungen tagesaktuell umrechnet.

Eine Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr ist für die USA ohnehin Pflicht. Als Backup tut es ggf. auch die gebührenfreie Umrechnung über PayPal und Google Pay.

Aktivitäten über Groupon buchen

Während in Deutschland gefühlt kaum noch jemand über Groupon redet, lohnt sich ein Blick auf die Angebote in den USA noch eher. Die Deals sind zwar längst nicht mehr so gut wie noch vor fünf Jahren, aber bei einigen Attraktionen wie Aussichtsplattformen und Vergnügungsparks lassen sich oftmals ein paar Dollar sparen. Ein paar schnelle Beispiele: Riesenrad in Atlanta, Geschenkkarte von Krispy Kreme Donuts oder Shave Ice auf Hawaii.

Ihr solltet aber genau auf die Liste potentieller Zusatzgebühren achten und dann vergleichen. Teilweise gibt es die Tickets zum gleichen Preis auch direkt beim Anbieter, obwohl Groupon mit einer vermeintlichen Ersparnis wirbt.

Am Geburtstag in die USA

Ihr möchtet den Geburtstag am liebsten zuhause mit euren Liebsten verbringen? Dann ist dieser Tipp vielleicht nichts für euch. Wenn ihr aber den Geburtstag mit eurer Lieblingsbeschäftigung – dem Urlaub – verbringt, vielleicht schon eher.

Einige Attraktionen in den USA bieten kostenlosen Eintritt für Geburstagskinder. Bei regulären Eintrittspreisen von bis zu 60$ kein schlechter Deal. Folgende Beispiele konnten wir online verifizieren:

Die Liste ist sicher nicht vollständig und auch nicht alle Anbieter schreiben überhaupt online etwas von der Option. Es schadet also nicht, im Zweifel mal nachzufragen und/oder die Google-Bewertungen zu durchstöbern.

Gratis Liftkarte in Minnesota für Geburtstagskinder

Fazit

Die USA sind teurer geworden und daran ändert sich auch mit den besten Spartipps nichts. Uns ist bewusst, dass niemand sämtliche Tipps auf der Liste befolgen wird. Aber vielleicht konntet ihr trotzdem ein paar Anregungen für die nächste Reise mitnehmen.

Und wenn ihr selbst noch einen Tipp habt, freuen wir uns über einen Kommentar.

Titelbild: Dan Dennis

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Kommentare (17)

  1. Thomas Püppke sagt:

    Tolle Ideen, aber für die Nutzung des Handys benötige ich dann entweder eine eSim oder bezahle teures Roaming. Das habt ihr leider nicht beachtet.

  2. Uschi sagt:

    Genialer Bericht!!! Ich empfehle noch Cosco zum Einkaufen und ich vermisse den Hinweis auf die Happy Hour😉🙏😘

    • Peer sagt:

      Bei Costco bin ich tatsächlich auch ab und an. 😀 Allerdings mit einer Gift Card von einem Bekannten. Die Membership wird sich für einen sporadischen USA-Besuch wohl kaum lohnen.

  3. elkapone sagt:

    Ihr hättet bei dem Thema HOTEL vielleicht noch auf die ominöse „resort fee“ eingehen können!

    • Peer sagt:

      Welche Tipps wünschst du dir da denn? Viel dagegen machen kann man ja nicht, außer ein Hotel ohne solche Fee wählen. Aber immerhin ist es bei deutschen Buchungsportalen transparent im Preis berücksichtigt

  4. Alex sagt:

    Als Alternative für grosse kommerzielle Autovermieter gibt es in den USA die App TURO quasi das Airbnb für Autos.
    Dort ist gerade in größeren Städten das Auto tw. deutlich billiger ab 35$/Tag und es gibt auch eine Bewertung um zu erkennen ob das Auto super oder nicht ist.
    Achtung: Die Delivery Fee also das Bereitstellen des Autos am Flughafen ist teilweise sehr teuer, da lohnt es sich eher mit UBER zum Abgabeort zu fahren.

    • Peer sagt:

      Das Problem mit Truro ist meiner Erinnerung nach, dass es von keiner europäischen Mietwagenversicherung abgedeckt wird. Oder kennst du da einen Ausweg für?

  5. Tobias sagt:

    Ein kleiner Tipp noch für Nationalpark-Trips:
    Nehmt Zelt, Matte und Schlafsack mit, wenn Ihr ein zweites Freigepäckstück habt (oder kauft vor Ort billiges Equipment). Camping im Park spart nicht nur Geld, sondern auch viel Zeit: man übernachtet mittendrin und kann morgens vor Ankunft der Massen an die schönsten Spots gehen.

  6. Stefan sagt:

    Leider sind 100 Dollar für ein normales Hotel Jan-März in NYC momentan auch utopisch. Eher Richtung 200 Dollar auch für Holiday Inn und Co. 100 Dollar maximal ein Hostel ohne eigenes Bad.

  7. Peter sagt:

    Um von und nach JFK mit einem einfachen Tagesticket oder Einzelfahrt zukommen gibt es eine weitere einfache und zeitlich vergleichbare An-/Abreise Möglichkeit.
    Mit dem A Train zur Endstelle Ozone Park und dort den Q10 oder Q10 LTD nehmen. Hier entweder bis zum Terminal fahren oder in eine der Airtrain Stationen steigen an welchem der Bus hält um sein Terminal zu erreichen. So umgeht man die „Maut“ an der Howard Beach Station.
    Rückwärts klappts auch aber Achtung an der Bushaltestelle gab es damals kein Ticketautomat also passend Geld bereithalten.

    • Peer sagt:

      Ich mache das selbst meist ähnlich, nur etwas anders: Mit der Metro nach Lefferts Blvd oder Kew Gardens / Union Tpk, dann von dort mit der Q10 weiter.

      Das ist das, was ich mit folgendem Abschnitt meine:

      Von JFK und Newark gibt es günstigere Lösungen, wenn ihr zunächst den Bus statt AirTrain nehmt. Allerdings ist das mit Gepäck eher beschwerlich und mit einer längeren Fahrtzeit verbunden.

      Ist allerdings mit einer gesamten Fahrtzeit von ca. 1h 20 min (statt ca. 1h via AirTrain) deutlich beschwerlicher als wenn man von / nach LaGuardia fliegt. Aber vielleicht werde ich das bei einem Update trotzdem mal als zusätzlichen Tipp aufnehmen. 🙂

      Ticketautomat braucht man mittlerweile zum Glück nicht mehr, auch keine MetroCard. Die Busse kann man dank OMNY einfach per NFC (Kreditkarte / Google Pay / …) zahlen. Gibt dann trotzdem den gratis Transfer.

  8. Carsten sagt:

    Super. Du weißt eindeutig, wovon Du redest. Eine Ergänzung vielleicht: mittlerweile sind die parkgebühren in den innenstädten astronomisch zum Teil mehr als 10 Dollar pro Stunde. manchmal ist es billiger mit Über in die innenstadt und wieder rauszufahren und das Auto am Hotel stehen zu lassen.

  9. Dieterich sagt:

    Könnt ihr noch Tipps zum Kauf einer für die USA geltenden Mobilfunkkarte geben?

  10. Timo sagt:

    Würde sagem, die US of A sind verdammt teuer geworden in den letzten Jahren…Vielen Dank für die Tipps, viele berücksichtige ich schon seit Jahren, andere (Autoleihe in der Stadt statt am Airport) waren mir neu.
    Finds mega sympathisch, dass jmd schreibt, das es zwar absurd scheint, Biz zu fliegen aber vor Ort sparsam zu leben – same here.
    Schön , dass das mal jmd offen ausspricht – jenseits der fancy Insta Welt.
    DAnke nochmal und Always Happy Landings Timo

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