Startseite Allgemein Kreditkarten Curve vereint eure Kreditkarten in einer Karte + reduziert die Auslandsgebühren

Curve vereint eure Kreditkarten in einer Karte + reduziert die Auslandsgebühren

Curve Unboxing Karte

Wie viele Kreditkarten schleppt ihr immer mit euch herum? Zu viele? Genau hier will euch das britische Startup Curve helfen. Theoretisch reicht es fortan die Curve Mastercard im Portemonnaie zu haben und damit zu bezahlen. Belastet wird hingegen eine beliebige Kreditkarten eurer Wahl. Welche genau könnt ihr jederzeit per App festlegen und auch nachträglich noch ändern.

Verlangt eure Bank noch horrende Gebühren für das Abheben von Bargeld oder für Zahlungen in Fremdwährungen, kann euch Curve sogar helfen diese zu umgehen bzw. zu reduzieren. Statt bis zu 2% Fremdwährungsgebühr, genehmigt sich Curve nur 1%. Bargeldabhebungen sind pro Monat bis umgerechnet 200£ in der Kartenwährung sogar kostenlos möglich. Auch wenn eure Bank dafür eigentlich mindestens 5€ pro Vorgang verlangt.

Tipp: Ihr könnt 5£ (ca. 5,70€) Guthaben nach eurer 1. Transaktion erhalten, wenn ihr bei der Registrierung den Einladungscode UUXRG angebt. Ich erhalte dann ebenfalls 5£ gutgeschrieben.

Rückblick

Zuerst über Curve haben wir vor zwei ein halb Jahren hier auf Travel-Dealz.de berichtet. Angekündigt wurde Curve auch mit dem Versprechen, American Express Kreditkarten zu unterstützen. Das war die Chance, die geringere Akzeptanz und die Gebühren von American Express im Ausland und für Bargeldabhebungen zu umgehen. Später musste Curve einen Rückzieher machen und mittlerweile wird von Curve nur noch Mastercard und Visa unterstützt. Auch den ambitionierten Zeitplan könnte Curve nicht einhalten. Vor allem kontinentaleuropäer mussten lange auf ihre physische Karte warten.

Zuerst hat Curve nur Commercial Cards an Geschäftskunden ausgegeben. Der Grund dafür sind die höheren Gebühren die Curve von den Händlern verlangen darf. Mittlerweile gibt es aber auch eine Version für Privatkunden!

Vorteile

Auch wenn der Funktionsumfang geschrumpft ist hat Curve doch noch einige Vorteile:

  • Nur noch eine Karte für alles: Theoretisch braucht ihr nur noch eine Karte in eurem Portemonnaie und könnt den Rest Zuhause in der Schublade lassen. Über die App wählt ihr vor dem Bezahlen einfach aus, welche eurer Karte belastet werden soll.
  • Kostenlos: Die einfache Curve Mastercard ist kostenlos! Eine einmalige Gebühr fällt aktuell (war früher mal 35£) nicht an (kann sich jederzeit wieder ändern).
    Alternativ kann man sich die Premium Curve Mastercard für einmalig 50£ besorgen. Die Vorteile damit sind allerdings auf ein höheres Cashback in Großbritannien beschränkt.
  • Kostenlos Bargeld abheben: Bis 200 Pfund (ca. 228€) pro Monat könnt ihr mit der Curve Card kostenlos Bargeld im Rahmen der Fair Use Policy abheben. Danach werden 2% Gebühren fällig.
    Eurer eigentlichen Kreditkarte wird erzählt, ihr hättet bei einem Händler eingekauft und so umgeht ihr einfach die z. T. horrenden Gebühren fürs Abheben von Bargeld. In Deutschland sind das schnell mindestens 5€ pro Abhebung. Bei Abhebungen von Fremdwährungen können allerdings Gebühren anfallen:
  • 1% Auslandseinsatzgebühr: Viele Kreditkarten erheben bis zu 2% Auslandseinsatzgebühr wenn man in Fremdwährungen bezahlt. Bevor Curve eure eigentliche Kreditkarte belastet, werden Fremdwährungen z. B. US-Dollar in die Währungen eurer Kreditkarte (i.d.R. Euro) umgerechnet. Dafür genehmigt sich Curve nur 1% Gebühren. Idealerweise spart ihr so die Hälfte.
  • Kontaktlos bezahlen: Auch wenn mittlerweile viele Banken NFC-Kreditkarten ausgeben, gibt es immer noch einzelne Karten die keine solche Funktion haben. Mit Curve könnt ihr dieses Feature trotzdem nutzen.
  • Praktische App: Dreh und Angelpunkt ist die Curve App für iOS und Android. Dort könnt ihr die Kreditkarte auswählen, die belastet werden soll. Aber Curve zeigt euch auch zentral alle getätigten Umsätze an und lässt euch diese Exportieren oder einzelnen Kategorien automatisch oder manuell zuordnen. Praktisch auch, um geschäftliche von privaten Ausgaben zu trennen und für die Buchhaltung aufzuarbeiten. Außerdem gibt es Push Notifications bei jedem gebuchten Umsatz.
  • Go Back in Time: Wer beim Bezahlen versehentlich die falsche Karte ausgewählt hat, kann die „Zeitmaschine“ nutzen und im Nachhinein noch die Karte ändern. Dabei wird der Betrag auf die versehentlich verwendete Karte zurückgebucht und die richtige Karte belastet.
  • Bonusprogramm: Shoppt man mit der Curve Card bei ausgewählten Händlern in Großbritannien, erhält man zwischen 1,5% – 3% Rewards Punkte = Cashback. Da dieses Feature auf Großbritannien zugeschnitten ist, ist der Einsatzzweck aber überschaubar.

Unboxing

Bevor wir zu den Nachteilen kommen, hier ein paar Bilder vom Unboxing der Karte:

Nachteile

Wie immer wollen wir euch aber auch nicht die Nachteile vorenthalten. Wie immer muss man diese aber anhand seiner persönlichen Bedürfnisse bewerten und nicht pauschal als negativ abstempeln:

  • Reklamationen laufen über Curve: Wer z.B. die bestellte Ware nicht geliefert bekommt und den Umsatz reklamieren möchte, muss sich an Curve wenden und nicht mehr an die Bank der eigentlichen Kreditkarte. Das kann von Nachteil aber auch von Vorteil sein. Statt mühsam bei der Bank anzurufen, bietet euch Curve die Reklamation von Umsätzen über die App an.
  • Limit: Standardmäßig kann man pro Tag maximal £2.000, innerhalb von 30 Tagen maximal 5.000£ und pro 356 Tage maximal 10.000£ mit der Curve Mastercard ausgeben. Das Limit kann sich aber mit der Zeit erhöhen auf bis zu 5.000£/Tag, 15.000£/30 Tage, 50.000£/356 Tage. Auch wenn die belastete Kreditkarte ein deutlich höheres Limit hat. Das verbliebene Limit kann man aber bequem in der App einsehen.
  • Kein Apple/Google Pay: Wer die Hoffnung hat mit einer britische Karte Apple Pay oder Android Pay in Deutschland nutzen zu können, wird von Curve enttäucht. Die Bank hinter Curve unterstützt leider nicht Apple/Android Pay und aktuell ist es genau wie der Start von Apple Pay in Deutschland überhaupt nicht absehbar ob das noch irgendwann passieren wird.
  • Startup: Die aktuellen Konditionen sind nur eine Momentaufnehme. Das gilt insbesondere für FinTechs! Curve ist mit mehreren Millionen Euro finanziert aber irgendwann wollen die Investoren auch Gewinne oder zumindest geringere Verluste sehen. Spätestens dann werden häufig Leistungen gekürzt und neue Gebühren eingeführt. Prominentes Beispiel ist Number26 bzw. jetzt N26.
  • Brexit: Bei Curve handelt es sich um eine britisches Startup. Dahinter steht zwar als Bank die deutsche Wirecard AG aber es ist aktuell nicht absehbar wie es nach 29. März 2019 (Datum des EU-Austritts Großbritanniens) weitergeht.
  • Nur per App bedienbar: Auch wenn die App sehr praktisch ist, ist es immer noch die einzige Schnittstelle zu Curve. Fällt die App aus (ich hatte da letztens das Problem mit Vodafone CallYa Flex, wo die App über einen Monat lang nicht zu gebrauchen war), kann man nicht mehr die hinterlegte Karte tauschen oder andere Funktionen nutzen. Ein Webinterface oder andere Möglichkeit gibt es nicht.
  • 1% Auslandseinsazugebühr: Auch wenn 1% Gebühren für Zahlungen im  Ausland nicht viel sind, kann sich das schnell aufsummieren. Gibt man umgerechnet 1.000€ im Urlaub aus, zahlt man dafür immerhin 10€ Gebühren. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Kreditkarten in Deutschland, die komplett auf Fremdwährungsgebühren verzichten und vielleicht eine bessere Alternative sind. Außerdem bietet Curve nicht die Möglichkeit an, die eigene Kreditkarte trotzdem in der Fremdwährung zu belasten. Zahlungen werden immer in die Währung eurer Kreditkarte umgrechnet.
  • Wechselkurs intransparent: Curve berechnet den Wechselkurs für Zahlungen in Fremdwährungen selber bzw. nutzt dafür einen Dienstleister. Scheinbar wird nicht wie sonst üblich der Wechselkurs von MasterCard genutzt. Im schlimmsten Fall kann im Wechelkurs noch eine zusätzliche Gebühr über 1% Fremdwährungsgebühr hinaus versteckt sein. Eine Möglichkeit in der App den aktuell verwendenten Wechselkurs einzusehen gibt es ebenfalls nicht.
  • American Express wird nicht unterstützt: Wie schon im Rückblick beschrieben, werden nur Kreditkarten von Mastercard und Visa unterstützt. Das ist sehr schade. Curve wäre für Liebhaber Inhaber einer American Express Karte sicherlich eine sehr gute Ergänzung gewesen.
  • Keine Unterstützung von EC/Girocard/MaestroVPay/Lastschrift: Die Deutschen bzw. die deutschen Händler kann man bekanntlicherweise nur schwer von Kreditkarten überzeugen. In Deutschland akzeptieren immer noch viele Geschäfte ausschließlich Debitkarten, auch als EC-Karten bekannt, von Giropay, Maestro oder VPay. Curve kann leider nur Kreditkarten von Visa und Mastercard belasten. Auch den Betrag per Lastschrift einziehen ist nicht möglich. Es ist leider unwahrscheinlich das Curve daran etwas ändern wird.

Warnung vor dynamischer Währungsumrechnung

Nutzt man die Curve Visa wird man häufig beim Bezahlen in Euro (und anderen Währungen) gefragt werden ob man den Euro-Betrag in der Heimatwährung umgerechnet haben möchte. Für das Kartenterminal oder den Bankautomat handelt es sich bei der Visa, unabhängig davon welche Karten ihr in der Curve App hinterlegt habt, um eine Britische Pfund-Kreditkarte. Wählt ihr nun aus, dass die Kreditkarte in der Heimtwährung = Pfund belastet werden soll, wird euch nicht nur ein extrem schlechter Wechselkurs untergejubelt sondern ihr müsst auch noch 1% Auslandseinsatzgebühr bezahlen weil Curve die Zahlung wieder in Euro umrechnet. Diese Masche nennt sich Dynamic Currency Conversion (kurz: DCC und auf deutsch: Dynamische Währungsumrechnung) und ist mittlerweile auch in Deutschland sehr verbreitet. Man bekommt es bei Euro-Kreditkarten nur nicht mit. Nutzt man diesen „Service“ zahlt man schnell Gebühren in Höhe von über 10%!

Meine Erfahrungen dazu findet ihr in diesem Artikel:

Besondere Versicht sollte man auch beim Einkauf im Internet walten lassen. Amazon, Ryanair, Airbnb bieten dieses „Service“ an. Bei PayPal wird sogar standardmäßig alles in die Kartenwährungen umgerechnet, bevor die Karte belastet wird. Wie ihr das speziell bei PayPal verhindern könnt und solltet, erfahrt ihr hier:

Fazit

Eine Curve braucht nicht jeder. Wer eh nur eine Kreditkarte, dafür aber eine gute, besitzt, profitiert von den Vorteilen nicht wirklich. Wer hingegen diverse Karten sein Eigen nennt, kann so ordentlich sein Portemonnaie entlasten. Gleichzeitig spart man dank den geringern Gebühren für das Abheben von Bargeld und Zahlungen in Fremdwährungen.

Falls euch Curve jetzt zusagt, würde ich mich freuen wenn ihr bei der Registrierung den Promo Code UUXRG angebt. Dann erhaltet ihr 5£ (ca. 5,70€) Guthaben nach eurer 1. Transaktion und ich ebenfalls!

Johannes

Ich habe 2010 Travel-Dealz gegründet und schreibe seit dem täglich über die neusten Reiseschnäppchen. Seitdem ich 17 bin, suche ich nach Wegen so günstig wie möglich zu fliegen. Mit meinem Wissen versuche ich Dir genau das selbe zu ermöglichen. Wenn du eine Frage hast kannst du dich jederzeit an mich wenden! Schreib mir einfach eine Email an: Johannes@Travel-Dealz.de Bitte aber nicht mit einem Reisebüro verwechseln.
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Kommentare (5)

  1. „Eine für alle“ (Curve),
    keine gute Idee, denn wird dir die Karte ausgerechnet auf dem Weg zur ATM geklaut, oder sie wird gesperrt (wie bei meinem letzten Urlaub völlig unverständlich), dann stehst du aber da und guckst blöd aus der Wäsche.
    Meine Lehre aus diesem Schockerlebnis: auf Fernreisen alle Karten mitnehmen, die ich besitze,
    möglichst kein Geld aus einer ATM, sondern direkt aus der Bank (Pass nicht vergessen), viel Bargeld mitnehmen (direkt am Mann, Hotelsafe), bei seiner Hausbank Teil-Guthaben zwischenspeichern, sonst ist
    eventuell dein Konto abgeräumt (bei einem Bekannten: vor der Abreise Kontostand +40.000,-€, nach Rückreise Kontostand 0,00 €,
    Scimming bei Thai-ATM).

    Antwort

  2. Paar Dinge sind falsch, aber Rest ansonsten gut zusammengefasst:
    500£/356 Tage, da fehlen ein paar 0
    Brexit: Ist Wurst, da WireCard AG aus München die Karte herausgibt, das ist auch das, was am Ende zählt.
    Chargeback: Ist ein absoluter Vorteil. Schon mal probiert mit der DKB ein Chargeback zu machen (was über BCS läuft)
    DKB verweist immer an BCS, BCS kann man weder per Brief noch per Telefon erreichen und muss es immer wieder an DKB schicken, die fassen es dann (falsch) zusammen und BCS kann nicht richtig lesen. Das dauert Monate, bis da mal was passiert. Bei Curve innerhalb kürzester Zeit der Chargeback durch.
    Apple Pay: Wird gar nicht in Dtld kommen, da Apple 0.3% des Umsatzes haben möchte. Bei einer Interbank fee von 0.5% wird da keine einzige Bank mitspielen, wozu auch.
    Google Pay ist 0.0%
    WireCard unterstützt mit Boon Google Pay, da Curve auch WireCard ist und aus internen Meldungen bestätigt ist, wird Curve auch Google Pay demnächst unterstützten.
    Größter Vorteil, der gar nicht im Artikel ist:
    Alle Transaktionen werden von Curve als normale Transaktionen von den underlying cards belastet. D.h. selbst wenn Sachen wie Online Casino, Lotto,… wofür fast alle Karten wie z.B. m&m ordentlich Kohle haben will (=Bargeldverfügung), wenn man es über Curve umleitet, fällt keine Gebühr an.

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  3. Ich hab sie zwar auch, aber total unnützig die Karte.
    Sie bietet keinen einzigen Vorteil, der sich wirklich lohnt, im Gegensatz zu den anderen Produkten die am Markt erhältlich sind.

    Antwort

  4. Was absolut nicht geht ist der intransparente Wechselkurs… Das ist auf einer Ebene mit den Automateneigenen „möchten Sie nicht Euro eingeben, wir rechnen dann um?“ Abfragen die prinzipiell 3-5 Euro über dem Wechselkurs liegen…

    Was Curve ja richtig raushauen würde ist wirklich Google Pay. A la „meld deine Karte bei Curve an und schwupps, deine Sparkassen-Karte hat statt dem Eigenbrötler-Ding des Verbands nun doch Google Pay“ – vielleicht dann auch eine Karte a la „N26 Metal“.

    Wenn ich jetzt auf hohem Level meckern würde stört mich der „Debit“ aufdruck auf der Karte… Ich binde damit unter Umständen mehrere hochklassige Karten zusammen und dann will ich einfach nicht dass das dann nach ner billigen Debitcard aussieht. Andererseits würd ich Curve dann sogar nutzen um die billigstkarten dann doch aufzuwerten.

    Antwort

    • „Wenn ich jetzt auf hohem Level meckern würde stört mich der „Debit“ aufdruck auf der Karte… Ich binde damit unter Umständen mehrere hochklassige Karten zusammen und dann will ich einfach nicht dass das dann nach ner billigen Debitcard aussieht. Andererseits würd ich Curve dann sogar nutzen um die billigstkarten dann doch aufzuwerten.“

      LOL

      Antwort

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