21
Sep

Ratgeber: Fluggastrechte durchsetzten

Wer schon einmal von einer Flugverspätung oder sogar Annullierung betroffen war und darauf hin versucht hat, seine Fluggastrechte durchzusetzen weiß, dass man bei den meisten Airlines auf Granit beißt.

Welche Rechte ihr als Fluggast genau habt, findet ihr hier:

Der Grund für die Ausreden der Airlines ist simpel: viele Fluggäste scheuen eine Klage vor Gericht oder geben sich mit der häufigsten Ausrede „Das war höhere Gewalt“ zufriednen.

Eine Klage vor Gericht und das Einschalten eines Anwalts bedeutet immer ein ein finanzielles Risiko einzugehen. Trotzdem gibt es auch Wege dieses Risiko zu minimieren, oder sogar komplett auszuschließen.

Deswegen hier ein Drei-Punkte -Plan, wie ihr eure Fluggastrechte durchsetzen könnt:

1. Dokumentieren

Solltet ihr von einer Verspätung, Annullierung oder Nichtbeförderung betroffen sein, solltet ihr dies auf jeden Fall dokumentieren und nach Möglichkeit schriftlich von einem Mitarbeiter der Fluggesellschaft bestätigen lassen.

Ihr könnt z.B. die Abflugs- oder Ankunftstafel am Flughafen mit der Verspätung fotografieren, den Grund der Verspätung von einem Mitarbeiter schriftlich geben lassen oder zumindest selber notieren.

Da bei einer Verspätung als Zeitpunkt für die Verspätung das Öffnen der ersten Tür zum Aussteigen zählt, solltet ihr euch auch genau diesen Zeitpunkt aufschreiben. Vor allem wenn die Verspätung knapp an den genannten 3 Stunden ist, ist dies äußerst wichtig.

Vergessen?

Solltet ihr das vergessen haben, braucht ihr nicht den Kopf in den Sand stecken. Die Fluggesellschaft ist ersteinmal in der Beweispflicht!

Flightstats Flug gecancelt

Beispiel: Flug wurde gecancelt

Ihr könnt die Verspätung, auch eines zurückliegenden Fluges, ganz einfach über Flightstats.com überprüfen. Dafür braucht ihr nur die den Namen der Airline, die Flugnummer und das Datum.
Alternativ bietet sich auch Flightradar24.com an. Kostenlos könnt ihr aber nur Daten der letzten sieben Tage abrufen.

Trotzdem solltet ihr noch weitere Beweise sammeln. Eine gute Anlaufstelle ist die Homepage der Flughäfen. Allerdings sind die Daten meistens nur wenige Tage oder sogar nur noch am selben Tag abrufbar.

2. Entschädigung von der Fluggesellschaft einfordern

Seit ihr der Meinung, ihr habt einen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung, müsst ihr diese von der Airline einfordern.

Dank tatkräftiger Unterstützung von Travel-Dealz-Lesern, konnte ihr hier eine Übersicht über die Zahlungsmoral von 39 Airlines bei bei Ausgleichszahlungen aufstellen:

Ihr könnt dazu das EU-Beschwerdeformular für Fluggastrechte benutzen oder selber ein Schreiben aufsetzen. Das Schreiben sollte folgende Angaben enthalten:

  • Name aller Passagiere für die ihr eine Entschädigung erhalten wollt
  • Flugnummer
  • Datum des Fluges
  • Abflug- & Zielflughafen
  • Planmäßige Abflug- & Ankunftszeit
  • Tatsächliche Ankunftszeit
  • Verspätung
  • Flugstrecke in km
  • Geforderte Ausgleichsleistung
  • Eure gesammelten Beweise
  • Eure Bankverbindung
  • Eine Zahlungsfrist (mindestens 2 Wochen)
  • Unterschrift

Sollte es sich um eine Verspätung und nicht um eine Annullierung handeln, könnt ihr auch noch auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19.11.20019 C-402/07 und C-432/07 hinweisen.

Wichtig ist, dass ihr eine Frist setzt. Diese sollte mindestens 2 Wochen betragen.

Ihr solltet auf euren Brief nicht einfach eine Briefmarke kleben. Besser ist es, ihn per Fax oder per Einschreiben zu verschicken. Ein Kopie und die Versandbestätigung solltet ihr natürlich aufbewahren.

3. Airline reagiert nicht oder lehnt Entschädigung ab?

Sollte nach der gesetzten Frist kein Geld auf euerem Bankkonto eingegangen sein oder hat die Fluggesellschaft euren Ansprüche abgelehnt, gibt es nun mehrere Möglichkeiten eure Ansprüche durchzusetzen.

Übrigens: Auch einen Gutschein müsst ihr nicht akzeptieren. Wenn euch die Summe der Entschädigung als Gutschein angeboten wird und ihr überlegt dieses Angebot anzunehmen, lasst euch die Konditionen schriftlich geben.

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Mit einem Anwalt drohen

Was häufig gut funktioniert, ist das drohen mit einem Anwalt. Häufig bekommt man dann eine positive Antwort wie: „… aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht bla bla bla…“

Hier ein Beispiel aus einer Konversation mit British Airways wegen mehrtägiger Verspätung des Gepäcks:

„Ich habe Ihren Fall heute erneut mit meinem Vorgesetzten durchgesprochen und kann Ihnen mitteilen, dass wir aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht die Ersatzeinkäufe in Höhe von 40,94 EUR erstatten werden.“

Fall bei der Schlichtungsstelle einreichen

Ein guter (für euch kostenloser & risikofreier Weg) ist, den Fall bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V. (kurz söp) einzureichen.

Allerdings müssen dafür einige Punkte beachtet und befolgt werden:

  1. Die Fluggesellschaft muss Mitglied der söp sein: Vereinsmitglieder
    (Kein Mitglied? Dann zur Schlichtungsstelle Luftverkehr des Bundesamt für Justiz)
  2. Ihr müsst bei der Fluggesellschaft zunächst selber euren Anspruch versuchen geltend machen und ausreichen Zeit für eine Reaktion lassen (4 – 6 Wochen).
  3. Ihr dürft noch kein Mahnverfahren oder eine Klage eingeleitet haben.
  4. Weitere Punkte findet ihr in der Verfahrensordnung.

Anschließend könnt ihr den Fall über dieses Online-Formular einreichen: söp Beschwerdeformular – Flug

Anschließend wird die Schlichtungsstelle euere Beschwerde unparteiisch und unabhängig beurteilen und eine Schlichtungsempfehlung ausgesprochen. Sie ist leider nicht für die Airline bindet und damit keine sichere Lösung.

Trotzdem sollte man nach Möglichkeit (Verjährung beachten!), das Schlichtungsverfahren durchlaufen. Laut der söp dauert ein Schlichtungsverfahren auch nicht länger als 3 Monate (laut einer Studie werden 50% der Verfahren innerhalb eines Monats abgeschlossen) und Euch steht jederzeit der Gang vor ein Gericht offen.

Übrigens wird dem Beschwerdegegner (der Airline), 290€ Verfahrensgebühr in Rechnung gestellt. Quelle: Gesetzt zur Schlichtung im Luftverkehr vom 11. Juni 2013 Artikel 2 Änderung der Justizverwaltungskostenordnung

Luftfahrt-Bundesamt (LBA) kontaktieren

Eine weitere Möglichkeit ist das Luftfahrt-Bundesamt bzw. die jeweilige zuständige, nationale Behörde in dem EU-Land kontaktieren, in das ihr eingereist seid.

Hier findet ihr eine List mit allen zuständigen Behörden in Europa findet ihr hier: National Enforcement Bodies under Regulation [EC] 261/2004

Allerdings sind die Erfolgsaussichten, so an seine Entschädigung zu kommen, sehr gering. Was mit euerer Beschwerde passiert, erfahrt ihr meistens nicht einmal.

Anwalt einschalten

Häufig führt aber leider kein Weg an einem Anwalt vorbei. Dieser kann die Fluggesellschaft noch einmal zusätzlich unter Druck setzen und zur Not reicht er auch die Klage vor Gericht ein.

Wichtig ist aber, dass ihr im 2. Schritt eine Frist gesetzt habt und somit die Airline in Verzug gesetzt habt. So muss die Airline bei einem Ausgang des Verfahrens zu euren Gunsten, eure Anwaltskosten tragen, auch wenn sie direkt nach dem ersten Schreiben eures Anwalts bezahlt.

Wenn die Sache vor Gericht geht, müsst ihr viel Geduld mitbringen. Vor allem wenn es sich um kleine Geldbeträge (unter 1.000€) handelt. In der Regel dauert es über ein Jahr, bis ihr euer Geld erhaltet.

Natürlich ist eine Klage immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Es gibt aber noch einen, Weg ohne finanzielles Risiko:

Fluggastrecht-Portale

Scheut ihr euch ein finanzielles Risiko einzugehen, bieten sich immer noch Portale an, die gegen einen Provision euren Fall übernehmen und ihr somit kein Risiko habt, auf Prozess- und Anwaltskosten sitzen zu bleiben.

In der Regel werden zwischen 25% und 30% der Entschädigung als Provision verlangt. Solltet ihr Leer ausgehen, übernehmen die Portale eure Prozess- und Anwaltskosten:

NameProvision
Flug-Rechte.de23,8% (20% zzgl. MwSt.)
AirHelp25% außergerichtlich
50% gerichtlich
Flug-erstattung.de26,18% (22% zzgl. MwSt.)
ClaimFlights26,78% (22,5% zzgl. MwSt.)
Claim Flights26,78% (22,5% zzgl. MwSt.)
EUClaim26,78% (22,5% zzgl. MwSt.)
Fairplane*max. 29,15% (24,5% zzgl. MwSt.)
Flugrecht.de*29,75% (25% zzgl. MwSt.)
refund.me29,75% (25% zzgl. MwSt.)
FlightRight*29,75% (25% zzgl. MwSt.)
Flug-verspaetet.de29,75% (25% zzgl. MwSt.)
Compensation2go*max. 41,65% (35% zzgl. MwSt.)
EUFlight41,65% (35% zzgl. MwSt.)
Wirkaufendeinenflugmin. 33,33%
Flightcashunbekannt
Stand 12. Mai 2016

Ich habe allerdings nicht die besten Erfahrungen mit diesen Portalen gemacht. Bei mir wollte das Portal sehr lange weitere Passagiere des verspäteten Fluges sammeln, um die Klagen zu bündeln. Ich habe dann abgebrochen (war kostenlos) und mir einen eigenen Anwalt gesucht, der direkt die Klage eingereicht und gewonnen hat.

Fazit

Für sein Recht muss man kämpfen!

Gerne dürft ihr mir in den Kommentaren Fragen stellen und ich werde versuchen, soweit es möglich ist,sie zu beantworten. Auch den Frust aber auch euren Erfolg dürft ihr gerne als Kommentar hinterlassen!

Hinweis: Mit einem „*“ markierte Links sind Affiliate-Links und damit Werbung. Für eine Anfrage erhalte ich eine kleine Provision.

85 Kommentare bei “Ratgeber: Fluggastrechte durchsetzten
  1. Jürgen GoldbergJürgen Goldberg sagt:

    Mal eine andere Frage, wie ist es denn,wenn man selber seinen Flug storniert,hat man da auch Anspruch auf Rückerstattung? Tap-Portugal hat mir 188€ zurücküberwiesen, wollte eigentlich mehr.
    Danke

  2. JeanJean sagt:

    Hallo,

    Ich bin im Dezember von Cancun nach Köln mit Eurowings geflogen und der Flug ist 3:12 h verspätet in Köln gelandet.

    Daraufhin habe ich Eurowings einen Brief geschrieben und meinen Anspruch auf 600 € gelten gemacht, sowie Eurowings eine Frist von 4 Wochen gesetzt.
    Nun habe ich seitens Eurowings eine Email bekommen, in der sie mir eine Entschädigungszahlung von 250 € anbieten.

    Wie sollte man weiteres Vorgehen sein, wenn ich diese 250 € nicht akzeptieren möchte.
    Mich an die Schlichtungsstelle wenden oder eher einen weiteren Brief an Eurowings schreiben, in dem ich Ihnen mitteile, dass ich die 250 € nicht akzeptiere und falls sie nicht gewillt sind mir die 600 € zu erstatten, ein Mahnungsverfahren eröffnen werde?

    Liebe Grüße

    • JohannesJohannes sagt:

      Genau einfach weiterhin drauf bestehen und rechtlichen Schritte androhen. Die Schlichtungsstelle wäre sonst der nächste Schritt. Ich denke aber Eurowings wird die 600€ nach einem weiteren Schreiben bezahlen.

  3. KlausKlaus sagt:

    Unser Flug von Hurghada nach Leipzig am 12.1.17 fand einen Tag später statt als geplant.Das Flugzeug sollte von Luxor kommen.Gestartet war dieses in Leipzig.
    Es wurde am Flughafen nichts bekannt gegeben warum!
    Nach ein paar Stunden wurden wir in ein Hotel gebracht und dann am nächsten Tag mit einer nicht Sunexpress Maschine nach Leipzig geflogen.
    Hatte am 16.1.17 ein Einschreiben an Sunexpress geschickt und diese Rückantwort (Der Flug konnte wegen Sicherheitsmaßnahmen nicht stattfinden) erhalten.
    Am 24.1.17 habe ich eine letzte Mahnung auch per Einschreiben geschickt und gar keine Rückmeldung erhalten.
    Von einem Fluggast der auch zurück nach Leipzig wollte haben wir erfahren,
    das sein Bruder in der Maschine in Luxor ist und das es technische Probleme gibt.
    Dieser berichtete auch,das die Maschine wegen Problemen mit der Klimaanlage,
    schon von Leipzig 2 Stunden später gestartet ist.
    Da wir am nächsten Tag mit einer Maschine,die nicht von Sunexpress war zurück gebracht worden sind,
    ist für mich der eigentliche Flug xg 4756 annuliert worden und somit würde auch ein Rechtsanspruch auf entschädigung bestehen.
    Liege ich da falsch?

  4. AstridAstrid sagt:

    Hallo Johannes,
    wir waren letztes Jahr auf Kuba, beim Rückflug wurde uns beim CheckIn von Condor mitgeteilt, dass Condor den Flug nicht selber durchführt und eine andere Fluggesellschaft „Vamos“ beauftragt wurde. Da dieses Flugzeug keine Premium Class hatte, wurde uns ein Formular „Änderung der Beförderungsklasse“ in die Hand gedrückt, mit mündlichem Hinweis das die Differenz zur Economy Class erstattet wird.
    Steht uns zu der Rückzahlung der Differenz auch eine zusätzliche Entschädigung von 75% zu?

    • JohannesJohannes sagt:

      Nein, eigentlich sieht die EU Verordnung nur die 75% des Flugpreises vor und nicht die Differenz zum Economy Class-Preis. Mit der Differenz fährt Condor vermutlich günstiger und hat sie deshalb euch angeboten.

  5. ReneRene sagt:

    Hallo Johannes,

    danke dir für den Beitrag. Trotzdem habe ich noch eine Frage.

    Folgendes Scenario:
    Germanwings Flug von Dresden nach Hamburg wurde storniert. Ich die Kundenhotline angerufen. Es wurde mir ein Flug angeboten für den nächsten Tag 8 Uhr. Allerdings war ich skeptisch ob das dann klappt (überbuchung,evtl. weitere Stornierung) und habe deshalb die Bahn gebucht für 6 Uhr. Der zug war aber später in Hamburg als der angebotene Flug von germanwings.

    Jetzt habe ich ein Brief geschickt, in dem ich die 250 Euro gefordert habe + Zugpreis. Allerdings keine Reaktion erhalten. Ich wollte es jetzt nochmal per mail versuchen und ansonsten das ein Rechteverwerter weiterleiten.

    Aber ich habe doch Anspruch auf die 250 + Zugpreis oder? Eigentlich hätte man sogar noch die Übernachtungskosten beanstanden können. Korrekt?

    Danke dir.

    Gruß Rene

    • JohannesJohannes sagt:

      Hast du Eurowings aufgefordert dir ein Bahnticket auszustellen? Das kann durchaus zum Problem werden. Um Anspruch auf eine Entschädigung zu haben, musst du i.d.R. auch die Ersatzbeförderung in Anspruch nehmen.
      Wenn du nicht in Dresden wohnst, hätte dir Eurowings auch ein Hotel + Verpflegung stellen müssen.

  6. LisaLisa sagt:

    Hallo Johannes,
    vielen Dank für diese hilfreiche Seite!
    Ich habe leider meinen Fall trotz mehrstündiger Recherche nicht finden können. Der Eurowings-Flug von BKK -> Köln wurde um mehr als 2 Tage wg technischem Problems verschoben (wurde erst 20 Min vor Abflug bekannt gegeben und alle 4 Stunden weiter nach hinten verlegt). Wir haben nach 1 Tag einen anderen Flug genommen, auf den uns Eurowings kostenlos umgebucht hat. Besteht in diesem Fall noch Anspruch auf finanzielle Entschädigung wg der Verspätung, wenn wir die ursprüngliche Maschine nicht mehr genommen haben?
    Vielen Dank für deine Hilfe.
    Liebe Grüße

    • JohannesJohannes sagt:

      Natürlich! Das muss die Airline sogar zusätzlich.

      • AlexAlex sagt:

        Hallo Johannes,
        erst einmal Dankeschön für deine Seite!
        Ich wollte morgen mit meiner Frau von Stuttgart über Berlin Tegel nach Miami fliegen. Als ich dann meinen Check in machen wollte, konnte ich diesen nicht durchführen. Als ich dann bei Air Berlin angerufen habe, sagte man mir dass meine Flugtickets gar nicht existieren würden obwohl ich eine Zahlungsbestätigung und eine Sitzplatzreservierung erhalten habe.
        Daraufhin musste ich einen neuen Flug von Stuttgart über Düsseldorf nach Miami buchen ( auch mit Air Berlin ), der allerdings doppelt so teuer ist wie der vorige.
        Ich bin jetzt ziemlich überfragt was meine Rechte angeht.
        Ich hätte natürlich gerne die Differenz zurück die ich für meine erneute Buchung aufbringen musste und eine Entschädigung für meinen Aufwand und für die Annulierung meiner Tickets.
        Ich weiß nur nicht wie realistisch das ist.
        Liebe Grüße

  7. SusiSusi sagt:

    Hallo,
    ich habe meinen 1. Codesharingflug(1 Ticket) gebucht.
    Auf dem Hinflug fliege ich mit 2 Airlines(Emirates/FlyDubai), zurück mit 3 Airlines(Emirates/Flydubai/Precisionairline)
    -Wie gehe ich vor, wenn ich einen der Anschlussflüge verpasse (ich habe jeweils 4h Aufenthalt),ist immer der Schalter von Emirates für mich zuständig oder die jeweilige Airline,bei der der Flug ausgefallen ist?
    -angenommen auf dem Rückflug von Afrika in die EU (3 Flüge),
    der 1. Flug fällt aus :
    -ist mein Anschlussflug-Ticket weiterhin gültig, wenn ich mit einem schnell von mir gekauftem Ticket einer anderen Airline den 2./3. Fluge doch noch erreiche und bekomme ich den Preis erstattet (von wem)?
    -werde ich “weiterbefördert“von den nachfolgenden Airlines , wenn ein Flug zwischendurch ausfällt ?
    Vielen Dank im voraus
    Susi

    • JohannesJohannes sagt:

      Alle beteiligten Airlines sollten dich auf die nächst mögliche Verbindung umbuchen können. Ich würde nicht auf eigene Faust einen Anschluss-Ticket ohne Rücksprache mit der Airline buchen. Sonst wird dir nachher wirklich das Boarding verweigert.

  8. CondorCondor sagt:

    Hallo
    wir hatten auch ein downgrade bei Condor .
    Wir haben 75% des Reispreises geltend gemacht.
    condor will 75 % von Nettoreisepreis ersetzen.
    Ist das so Ok ?
    und wie setzt sich der Nettoreisepreis zusammen.
    Vielen Dank im voraus.
    W.Linde

    • JohannesJohannes sagt:

      Meiner Meinung nach gehört zu dem Flugpreis auch Zuschläge der Fluggesellschaft wie z.B. der Treibstoffzuschlag. Dieser macht einen Großteil des Gesamtpreises aus.

  9. ReinhardReinhard sagt:

    Vorsicht bei EUClaim!
    Meine Frau hatte ihre Ansprüche über die deutsche Webseite von EUClaim geltend gemacht. Die rührten sich auch und schrieben mehrere Briefe an die Airline. Die Gesellschaft schickte einen Verrechnungsscheck (direkt an uns) über die volle Entschädigung, vermutlich aus Anlaß dieser Briefe. Dies meldeten wir selbstverständlich an EUClaim und bekamen deren Rechnung.

    Ich fiel aus allen Wolken, als die plötzlich entgegen ihren eigenen AGB und Aussagen ihres Webseitenangebots zusätzlich zur vereinbarten Provision eine „Verwaltungsgebühr“ in Höhe von 75 EUR verlangten.

    Angeblich hätten da nationale Steuern oder Konditionen eine Rolle gespielt. Wir haben aber über die deutsche Webseite nach deutschen AGB mit denen einen Vertrag geschlossen, wo kein Hinweis auf eine zusätzliche Verwaltungsgebühr steht.

    EUClaim will transparent sein, versteckt aber zusätzliche (ungerechtfertigte) Kosten, obwohl klar und deutlich geschrieben steht, daß von 250 EUR Entschädigung 183,06 EUR zur Auszahlung kommen und nichts anderes als die vereinbarte Provision anfällt.
    Wie kommen die auf einmal zu einer Verwaltungsgebühr? Und woraus setzt diese sich zusammen?
    Ich muß schon sagen, das finde ich unseriös. Da könnten die ja auch gleich 300 oder 500 Euro Verwaltungsgebühr erheben.

    Nach meiner Meldung über den erhaltenen Scheck dauerte es nur 10 Minuten, da war die (inkorrekte) Rechnung per email bei mir.
    Auf meinen Kontakt hin und wegen der unzulässigen Verwaltungsgebühr habe ich eine korrigierte Rechnung verlangt.
    Auf die warte ich noch heute, mehr als fünf Tage später.

    Schlußfolgerung für mich: Falls wir noch einmal unser Recht mithilfe eines Flugrechtedienstes in Anspruch nehmen sollten, werden wir uns eine andere Möglichkeit suchen als EUClaim.

    • JohannesJohannes sagt:

      Ich würde dann die Rechnung nicht vollständig begleichen.

      • ReinhardReinhard sagt:

        Na ja, ich will spätere Überraschungen vermeiden. Habe ich eine korrekte Rechnung über die vereinbarte Provision von 22,5% plus MWSt, wird die sofort beglichen. Wenn ich nur die Provision überweise und die zusätzliche „Verwaltungsgebühr“ außen vor lasse, könnten die mir später noch einmal kommen. Das will ich nicht. Ich muß wirklich sagen, hätte ich alles vorher gewusst, wäre ich zu einem anderen Dienstleister gegangen. Nie wieder EUClaim.

  10. Isabel TegederIsabel Tegeder sagt:

    Hallo Johannes,

    das ist wirklich ein sehr informativer und hilfreicher Ratgeber für Reisende wie uns, die ihre Rechte nicht gut genug kennen und denen das juristische Know how fehlt, ihre Rechte geltend zu machen.
    Unsere Lage ist folgende: Wir haben einen Flug mit eurowings von CGN-BOS und BOS-CGN gebucht und wurden fristgerecht darüber informiert, dass die Flüge annuliert wurden. Die neuen Flüge gingen mit der Lufthansa dann von FFM nach BOS und von BOS nach FFM. Telefonisch wurde uns zugesichert, dass der Zug zum Flug von eurowings übernommen würde für den Fall, dass wir von einem anderen Flughafen starten. Nochmals haben wir uns telefonisch beim Kundenservice versichert, dass wir die Kosten für das Zugticket erstattet bekommen. Sicherheitshalber haben wir über das Kontaktformular noch eine schriftliche Bestätigung zur Erstattung der Zugtickets angefordert und gefragt wo wir die Rechnungen einreichen können. Darauf kam eine selbstgenerierte Antwortmail, dass die „Bearbeitungszeit fünf Wochen dauern kann“. Da wir auf diese Mail nach ca. sechs Wochen noch keine Rückmeldung erhalten haben, haben wir eurowings noch einmal telefonisch kontaktiert und eine Kontaktadresse zum Einreichen der Zugtickets bekommen. Dieser Adresse haben wir dann wieder geschrieben und bis heute (knapp vier Wochen vergangen) keine Antwort erhalten.
    Was können wir jetzt noch tun? Haben wir eine Chance auf eine Antwort?

    Vielen Dank vorab für deine Hilfe

    Katharina und Isabel

    • JohannesJohannes sagt:

      Hallo Katharina und Isabel,

      leider hat Eurowings aktuell sehr viel zu tun wegen den ganzen Annullierungen. Habt ihr Eurowings eine Frist gesetzt? Sonst ggf. per Post am besten per Einschreiben probieren.

  11. Gabi DeckersGabi Deckers sagt:

    Hallo Johannes,
    auch ich habe ein großes Problem.
    Ich möchte dir den Sachverhalt schildern.
    Wir sollten am 16.07.2016 mit Eurowings von Antalya nach Köln fliegen.
    Über die Annullierung (politische Probleme) wurden wir am Flughafen durch die Fluggesellschaft Turkish Airlines informiert. Ein weiteres Vorgehen konnte uns aber nicht mitgeteilt werden.
    Nach 6 Stunden wurden wir schließlich von der Fluggesellschaft Turkish Airlines (warum auch immer) in ein Hotel gebracht. Mitten in der Nacht wurden wir wieder geweckt und es hieß, dass wir zum Flughafen in Antalya gebracht würden. Dort angekommen wurden wir mit einer Maschine nach Istanbul geflogen.
    Uns wurde gesagt, dass wir dort dann weiter nach Köln fliegen würden.
    In Istanbul selber war niemand mehr für uns zuständig. Wir tauchten auch auf keiner Passagierliste mehr auf. Eine Umbuchung unserer Tickets war auch nicht möglich. Es gab auch keinen Schalter von Eurowings/Germanwings.
    Ein Anruf bei der Fluggesellschaft endete in einer 20 minütigen Warteschleife. Danach endete das „Gespräch“.
    Während unseres Aufenthalts auf dem Flughafen wurden wir nicht verpflegt. Wir haben uns selbst versorgt.
    Nach 8 Stunden Irrfahrt auf dem Flughafen haben mein Mann und ich eigenständig einen Flug nach Deutschland gebucht. Hierdurch ist uns ein Schaden von 350,- € entstanden.
    Am 17.07.2016 landeten wir schließlich um ca. 19:00 Uhr in Köln.
    Wie uns später bekannt wurde, ist unser Flug 4U 929 am 17.07.2016 um 09:40 Uhr ab Antalya nach Köln geflogen. Zu dieser Zeit waren wir aber bereits in Istanbul.
    Ich habe der Fluggesellschaft vor 4 Wochen eine email gesandt und nur eine Standard email erhalten.
    Ansonsten ist noch nichts passiert.
    Was meinst du sollte ich weiter unternehmen?
    Gruß

  12. Jana N.Jana N. sagt:

    Hallo Johannes,

    Ich habe auch aktuell ein grosses Problem.

    Mein Freund (Indonesier) wollte mich in Peru besuchen kommen. Er ist bis Singapur geflogen, dort hat man ihm dann das Boarding verweigert. Grund ist angeblich ein fehlendes Transitvisum fuer Amsterdam, welches er jedoch nicht brauchte. Auch für Peru war kein Visum erforderlich. Ich telefonierte noch mit dem CheckInnDamen, die mir einen FullRefund versicherten. Ich habe vier Tage lang telefoniert etc., und es wurde auch zugegeben, dass es ein Fehler der Airline war. Heute habe ich eine Email von KLM bekommen, dass 155 Singapurdollar erstattet werden, ich habe für den Flug 1890 Sing.dollar (ca. 1300€) bezahlt. Es gab nicht mal eine Begründung. Ich weiss einfach nicht was ich jetzt tun kann, denn der Fehler liegt eindeutig bei der Airline und im Protokoll sollte das alles vermerkt sein und dennoch bekomme ich nicht mal 10% erstattet. Weisst du, was ich nun tun kann? Vielen Dank, Jana

    • JohannesJohannes sagt:

      Hallo Jana,

      hast du das irgendwie schriftlich zugesichert bekommen per Email z.B.? Sonst würde ich noch einmal zurückschreiben und auf die 100% Rückerstattung verweisen und ggf. mit weiteren Forderungen wegen verweigertem Boarding drohen. Nach der Verordnung (EG) Nr. 261/2004 Artikel 4 und Artikel 7, stehen einem bei Nichtbeförderung die gleiche Entschädigung zu, wie bei einer Annullierung. Diese würde ich neben dem Flugpreis auch einfordern.

      • Jana N.Jana N. sagt:

        Erstmal vielen vielen Dank für die Antwort. Leider hat mir niemand etwas schriftlich gegeben, es war immer ueber Telefon und die Gespraechspartner sagten immer, sie würden alles im Report vermerken. Ich bin lediglich ueber den Facebook-Kundenservice in Kontakt, welche aber auch keine klare Aussagen machen wollen. Den Report wollen sie mir auch nicht zuschicken. An wen genau muesste ich denn dann schreiben? Vielen Dank für deine grosse Hilfe!! Jana

  13. bahaabahaa sagt:

    In den aktuellen Terms of Use bei flightstats findet sich der oben genannte Teil nicht mehr wieder:

    http://www.flightstats.com/company/legal/terms-of-use/

    Damit sollte die Nutzung für Fluggastrechte nutzbar sein.

  14. TiceTice sagt:

    Hallo Johannes,

    meine Eltern sind heute mit SunExpress von Frankfurt nach Trabzon geflogen. Der Flug ist mit einer Verspätung von 3 Stunden gestartet. Habe ich ein Recht auf Entschädigung und wenn ja wie kann ich mir dieses Anfordern?

    Vielen Dank im Voraus.

  15. ArnoArno sagt:

    Hallo Johannes,

    sehr informative Seiten, Kompliment dafür!
    Meine Schwägerin (Ägypterin, wohnt derzeit in Kairo, sie wohnte auch mal ein paar Jahre in D) hat einen Fall, der mir knifflig erscheint:

    Mit einer Freundin wollte sie vor ein paar Tagen nach Seoul fliegen und sie buchten bei der Lufthansa (Cairo-München-Seoul mit selbiger Rückreise). Der Hinflug wurde 2 Stunden vor Abflug annulliert, ein Grund wurde ihnen nicht genannt. Sie sollten 24h auf den nächsten Flieger warten, ein Hotel wurde ihnen immerhin gestellt.

    Am Folgetag wurde ihnen beim Check-in mitgeteilt, dass man mit der deutschen Botschaft Rücksprache hielt und der Abflug ihnen verweigert werden würde, da kein Transitvisum vorliege. Laut Auswärtigem Amt benötigen sie soetwas gar nicht (vgl https://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/FAQ/VisumFuerD/33-Airporttransitvisum.html?nn=350374 ). Naja, das ist wohl ein politisches Thema und vllt auch nicht relevant für diesen Fall, komisch find ichs schon..

    Die Flugkosten bekommen sie wohl zurückerstattet, aber steht ihnen auch wegen der Annulierung eine Entschädigung so – auch, wenn sie letztlich gar nicht geflogen sind bzw nicht fliegen durften?

    • JohannesJohannes sagt:

      Mir ist in dem Zusammenhang leider kein Urteil oder ähnliches bekommt, somit kann ich dir das leider nicht genau sagen. Ich würde auf jeden Fall auf die Entschädigung bestehen! Du wirst dann sehen, wie Lufthansa darauf reagiert (würde mich ebenfalls interessieren!)
      Sollte Lufthansa da wirklich einen Fehler mit dem Visum gemacht haben, würde ich dafür ebenfalls Schadensersatz bzw. die entstanden Mehrkosten einfordern.

    • LukasLukas sagt:

      Hallo Johannes,
      Ich habe einen Flug von Eurowings CGN-BOS gebucht, der annuliert wurde. Nun wurde ich umgebucht. Der „neue“ Rückflug kommt 4 Stunden später an und geht anstatt nach Köln nach Frankfurt. Dadurch habe ich das Problem, dass ich nicht wie ursprünglich geplant, einen weiteren Flug von Köln in die Slowakei erreichen kann (es sind zwei separat gebuchte Flüge!!). Wenn ich nun von Frankfurt in die Slowakei fliegen will, sind das ca. 100 € Mehrkosten. Habe ich die Möglichkeit dieses Geld oder generell Entschädigung von Eurowings zu bekommen ? Die Flugannullierung wurde über 4 Wochen vor Abflug bekannt gegeben.
      Gruß

      • JohannesJohannes sagt:

        Hallo Lukas, wahrscheinlich leider nicht. Getrennt gebuchte Zubringerflüge sind eigenes Risiko. Wenn der Flug aber ebenfalls mit Eurowings geht, kannst du Fragen ob sie dich umbuchen. Sonst wird es schwer.

  16. SebastianSebastian sagt:

    Hallo Johannes,

    ich verfolge schon längere Zeit die Flugangebote auf Deiner Seite. Dort habe ich ein Flug von Berlin-Schönefeld nach Stuttgart gefunden und Anfang April gebucht & bezahlt. Einen Monat vor Abflug wurde ich dann informiert das der Flug nun nicht mehr von Schönefeld aus stattfindet sondern von Tegel. Aufgrund meines Wohnorts ist dieser Flughafen mit einer längeren Anreise verbunden die ich wohl oder übel in Kauf nehmen würde. Auf meine Anfrage einer Entschädigung z.B. höhere Buchungsklasse wurde mir nur mitgeteilt das ich vom Flug zurücktreten kann wenn ich mit der Änderung nicht einverstanden bin. Laut BGB stellt eine Flughafenänderung einen Reisemangel nach § 651 c, Abs. 1 BGB dar. Die Frage ist ob sich eine Entschädigung bei einem LowCost Flug lohnt da eine Prozentuale Erstattung des Flugpreises wahrscheinlich unter dem Mindestbetrages eines Streitwertes liegt. Einmal Eurowings und nie wieder steht für mich auf jeden Fall jetzt schon fest.
    Gruß Sebastian

    • JohannesJohannes sagt:

      Hallo Sebastian,

      soweit ich weiß bezieht sich § 651 c, Abs. 1 BGB nur auf Pauschalreisen eines Reiseveranstalters. Vermutlich hast du nur den Flug und damit nur eine Transportdienstleistung gebucht oder?
      Du kannst höchstens versuchen die höheren Kosten für die Anreise Eurowings in Rechnung zu stellen.

      • SebastianSebastian sagt:

        Hallo Johannes,

        Danke für Deine schnelle Antwort. Das hast Du Recht, es ist nur eine Transportdienstleistung. Bei der Umbuchung wurde mir von der Hotline gesagt das ich die Taxiquittungen einreichen soll. Da ich von Dame aber keinen Namen hatte, habe ich heute erneut angerufen um dieses Angebot bestätigen zulassen. Es war davon nichts vermerkt und das vorher gemachte Angebot war ausgeschlossen. Also alles Andere als Kulant und ich kann auf jeden Fall von Eurowings und deren Service nur abraten.
        Gruß Sebastian

        • JohannesJohannes sagt:

          Wenn du eh mit den Taxi fährst, würde ich die Quittung einfach mal einreichen. In einem anderen Fall wurden mit mal Taxikosten erstattet allerdings führ zu diesem Zeitpunkt einfach kein Bus mehr. Sonst werden i.d.R. nur ÖPNV-Kosten erstattet.
          Das ist nicht nur bei Eurowings so auch alle anderen Airlines würden so reagieren.

  17. StefanStefan sagt:

    Hallo Johannes,

    der folgende Fall einer Flugannulierung ereignete sich vor ein paar Tagen.
    Ich befand mich in ZRH und hatte einen Flug gebucht mit AB zurück nach DUS. 3 Stunden vor Abflug wurde der Flug aus unbekannten Gründen von AB annuliert. Auf meinen Wunsch hin wurde mir eine Umbuchung auf eine LH-Maschine 1,5Stunden später nach FRA angeboten.
    Meine Frage an Dich: Habe ich trotz Umbuchung auf einen anderen Flug einen Anspruch auf Entschädigung des annulierten Fluges?

    Danke Dir schon einmal für Deine Antwort.

    vG Stefan

    • JohannesJohannes sagt:

      Hallo Stefan,

      entscheidend ist, mit welcher Verspätung du in Frankfurt gelandet bist. Liegt die Ankunftszeit des Lufthansa-Fluges weniger als 2 Stunden nach der des Air Berlin-Fluges, gibt es nach Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe c) keine Entschädigung. Liegt sie aber bei mehr als 2 Stunden, hast du trotzdem Anspruch auf 250€.

  18. Jack McAwesomeJack McAwesome sagt:

    Hallo Johannes,
    vielen Dank erst mal für diesen tollen Artikel!

    Folgender Fall liegt vor: Flug von Eurowings von STR nach BRE wurde am Sonntag Abend ca. 20 min vor Abflug annulliert. Nächst verfügbarer Flug nach BRE wäre erst Montag Mittag gewesen, also entschied ich mich für einen Flug nach HAM am nächsten Tag (da Flug nach HAM am Sonntag Abend ebenfalls annulliert wurde) und mir einen Mietwagen zu nehmen, um an mein Endziel zu gelangen. Hotel wurde auch brav gestellt.

    Nun meine Frage: Der Mietwagen hat 192,50 EUR gekostet. Werden mir diese Kosten erstattet und wenn ja, hab ich dann trotzdem noch ein Anrecht auf die (laut EU-Fluggastrechten) 125 EUR Entschädigung?

    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!

    • JohannesJohannes sagt:

      Hallo Jack,

      was war denn der Grund für die Annullierung? Generell ist die Entschädigung von 250€ (nicht 125€ 😉 eine pauschale Entschädigung und sollte auch zusätzlichen Kosten abdecken. Ob dazu auch ein Mietwagen, der einem an den eigentlichen Zielort gebracht hat, zählt, weiß ich leider nicht bzw. bin mir nicht sicher. Ich würde einfach mal beides von Eurowings einfordern und schauen was sie sagen.

  19. WolfgangWolfgang sagt:

    Hallo Johannes,
    bauche Infos zu unserm „Fall“. Sind am 02.03. von Frankfurt nach Male und am 17.03.16 zurück mit Condor und hatten Premium Economy gebucht. Beim Hinflug wurden wir wegen kleinerer Business Class auf andere Sitze als unsere vorreservierten am Fenster in die Mitte umgebucht, konnten allerdings in der Premium Economy Class bleiben.
    Auf dem Rückflug wurde uns am Flughafen mitgeitelt, dass ebenfalls wegen kleinerer Business Class wir in die Economy Class downgegraded werden. Auch nach 8 Wochen hat Condor sich bis jetzt noch nicht gemeldet um uns den Schaden zu erstatten. Der Aufpreis für Premium Economy war 150,00 Euro pro Person und Strecke. Jetzt würde ich den Fall gern an die Schlichtungsstelle geben und die Frage ist: Was soll ich geltend machen? Nur die 150,00 Euro pro Person oder evtl. auch mehr?
    Vielen Dank für deine Bemühungen und Hilfe
    Wolfgang

  20. JanJan sagt:

    Hallo Johannes ,

    Ich bräuchte mal deine Hilfe. Ich habe letztens einen Air Berlin Flug von Stuttgart nach Hannover gebucht , weiß aber heute schon das ich diesen Flug nicht antreten kann . Ich habe Air Berlin mithilfe eines formlosen Antrag geschrieben und die bitte , mir alle personenbezogenen Steuern und Gebühren zu erstatten . Nach 2 Tagen kam die Antwort prompt: Da meine Gebühren und Steuern bei diesem Flug einen Wert von ca.26€ haben und die Stornierungsgebühr 25€ kostet bekomme ich nach ihrem Interesse und meinem Interesse keine Steuern erstattet.

    Kannst du mir vielleicht einen Rat geben wie ich wenigsten von den 48€ Gesamtkosten etwas wenigstens zurück bekomme ?
    Danke im Voraus !

    LG Jan

  21. MariaMaria sagt:

    Lieber Johannes,
    tolle Seite, vielen Dank!

    Ich nutze dieses tolle Angebot und stelle meine Frage, vielleicht weißt du ja etwas hilfreiches oder hast eine Empfehlung:
    Ich stollte am Montag (21.03.2016) mit vueling von Barcelona nach Frankfurt fliegen, der Flug wurde gestrichen wegen Steik in Frankreich. Ich habe dann einen Ersatzflug nach München am 23.03.2016, also zwei Tage später, angeboten bekommen und diesen akzeptiert (da nach Frankfurt erst wieder am 26.03.2016 möglich gewesen wäre). Hotel und Verpflegung habe ich auch nach längerer Diskussion nicht bekommen (die Passagiere vor uns in der Schlage durchaus), das Kontingent war wohl bereits überschritten. Ich habe dann noch in Barcelona ein Zugticket von München aus gebucht, also erst einmal hier die Zusatzkosten getragen.
    Da der Flug am Mittwoch dann allerdings aufgrund von technischen Problemen fast 3 Stunden Verspätung hatte, habe ich den Zug wiederum verpasst und musste umbuchen.

    Ich hätte nun gerne zumindest die Kosten für die Bahntickets erstattet. Eventuell auch die entstandenen Verpflegungskosten von den zwei Tagen in Barcelona (Hotelkosten konnte ich umgehen, da Freunde in Barcelona).
    Wie schätzt du hier die Lage ein? Ich möchte nicht allzu viel Energie und Zeit investieren und bin deshalb versucht, direkt ein Portal für Fluggastrechte einzuschalten (Euclaim oder flightright).

    Falls du einen Tipp hast, wäre ich dir sehr dankbar!
    Liebe Grüße
    Maria

    • JohannesJohannes sagt:

      Hallo Maria,

      der Streik wird wohl unter höhere Gewalt fallen. Die Verspätung auf dem Ersatzflug bei einem technischen Defekt sehr wahrscheinlich nicht. Wenn die Verspätung über 3 Stunden betragen hat, stehen dir somit die 250€ (unter 1.500km) zu.

      Vueling hätte dich eigentlich auf den nächstmöglichen Flug, auch mit einer anderen Airline umbuchen müssen. Ausgaben die dir durch die Annullierung entstanden sind, muss dir Vueling erstatten. Inklusive Hotel! Allerdings musst du für alles eine Rechnung/Quittung vorlegen.
      Die verpasste Zugfahrt ist wiederum durch die pauschale Entschädigung von 250€ i.d.R. abgedeckt.

      Leider ist Vueling nicht dafür bekannt ohne Umstände direkt zu bezahlen (siehe Zahlungsmoral – Vueling). Ein EUClaim & co werden zwar sicherlich gerne dir die 250€ eintreiben, wie es mit den Mehrkosten aussieht, kann ich dir nicht sagen.
      Ich würde trotzdem erst einmal Vueling einen netten Brief schicken mit den ganzen Forderungen und Vueling in Verzug setzten.

  22. Fabian FösterFabian Föster sagt:

    Hallo Johannes,
    Flug mit Iberia DUS-MAD-MVD.Kurz vor dem pünktlichen touch-down in MVD ein overshoot und Ansage vom Kapitän,daß er wegen Morgennebel nicht landen kann und weiter nach EZE fliegt.Dort Kabinenansage,sitzen zu bleiben,der Nebel in MVD lichte sich und es ging gleich zurück.10 Minuten später Ansage,mit allem Handgepäck die Maschine zu verlassen.Steward in meiner Sektion sagte mir dann,die Crew sei über ihre max.Dienstzeit und könne nicht weiterfliegen,Ersatzcrew gebe es in EZE nicht.Im Terminal totales Chaos,über 300 Passsagiere,kein Iberia-Mitarbeiter,keine Infos.Nach 2 Std zufällig entdeckt,daß das Gepaäck auf dem Band war,ohne Anzeige auf dem Bildschirm.Immer noch keine Mensch von Iberia zu sehen.Nach ca 6 Std Info durch Airport,daß es in ca 5 Std mit der Fähre von Buenos Aires nach Montevideo gehe.Weiter kein Mitarbeiter von Iberia,kein Essen,kein Trinken,kein Anrufmöglichkeit.Dann in Stadtbus mit hohen Stufen 2 schwere Koffer a 23kg gehievt und zum Fährterminal.hier wieder kein essen,Trinken etc,keine Infos.Pässe wurden von Reederei eingesammelt,weitere 4 Std Wartezeit.Ankunft Hafen MVD ca 20.00 anstatt ca 9.00 Airport.Mit Taxi zum Flughafen da keine öffentlichen Verkehrsmittel(Fahrer hatte keine Quittungen).Durch die ganze Schlepperei des Gepäcks in einen Stadtbus,auf und von der Fähre habe ich meinen Tagesrucksack mit Quittungen für Essen etc verloren oder er wurde gestohlen.Ankunft in meinem Haus 3.00 morgens anstatt ca 12.00 mittags.Am nächsten Tag Mail von Iberia,sie hätten ihr Bestes getan um die Verzögerung so angenehm wie möglich zu machen.3x mal mit Hinweis auf verlorenen/gestohlenen Rucksack mit Quittungen um pauschale Erstattung der Bewirtungskosten gebeten,Taxifahrer stellte keine Quittung aus.Jedesmal die Antwort,ohne Quittung keine Erstattung .Als nunmehr 62 jähriger ehemaliger Cabin Attendant habe ich solch einen chaotischen Flug noch nie erlebt.Ich war durch die ganze Schlepperei total geschafft,alles war vollkommen desorganisiert,keinerlei Info oder Hilfe.In all dem Chaos verlier ich meinen Rucksack oder er wird gestohen und Iberia pocht auf Quittungen und schaltet auf stur.Ich bin schon viel geflogen,aber so etwas habe ich noch nie erlebt.
    Siehst Du eine Möglichkeit,Iberia zur Kostenübernahme zu bewegen,wäre für mich eine moralische Entschädigung für den Stress und das Chaos…
    Grüße aus Aguas Dulces /Rocha/Uruguay und bald wieder aus Düsseldorf

    • JohannesJohannes sagt:

      Hallo Fabian,

      das klingt nach einer echten Tortur und definitiv alles andere als optimal gelaufen.

      Wie hast du denn alles bezahlt? Vielleicht zumindest das Essen mit deiner Kreditkarte?

      • Fabian FösterFabian Föster sagt:

        Leider hatte ich alles cash bezahlt,mache ich immer so,sonst hätte ich die Kreditkartenabrechnung als Beleg.Ich bin ansolut sauer und stinkig auf Iberia:für das schechte Wetter sind sie nicht verantwortlich,aber sie haben mehr als 300 Passagiere ohne Infos und Hilfe sich selbst überlassen und das totale Chaos produziert.Ich vermute,daß sie in EZE keine eigene Station mehr und somit auch kein eigenes Personal mehr haben,die einen reibungslosen Rückflug und/oder Hotelübernachtungen hätten organisieren können.Eine Stadbusfahrt zum Hafen und eine 4-stündige Fähr-Überfahrt mit insgesamt mehr als 20 Std Verspätung war für Iberia die einfachste und billligste Lösung

  23. ManuelaManuela sagt:

    Hallo Johannes,
    bin beim recherchieren auf deine Seite gestoßen.
    Gilt dieses Recht auch bei nicht europäischen Flügen.
    Bin gerade nach Neuseeland geflogen. Flugroute Hamburg-Dubai-Sydney-Christchurch
    Komplett gebucht für 3 Personen über Emirates.
    HH bis Dubai alles normal. Ankunft 1.00, 8h geplanter Aufenthalt, Weiterflug durch Quantas, Anzeige Weiterflug delayed, erstmal abgewartet ob weitere Auskunft über Ansage – nichts passiert. Morgens über den Infodesk versucht etwas zu erfahren – die hatten den Flug noch als Flug für 9.20 auf dem Schirm. Letztendlich zu Emirates geschickt worden – dort die Auskunft der Flug geht 24h später am nächsten Morgen.
    Hotelzimmer mit Verpflegung gestellt bekommen (Telefongespräche nach Hause wurden nicht erstattet). Koffer konnten nicht mitgenommen werden, hierfür fühlte sich keiner zuständig, wir waren bei 5 verschiedenen Desks und jeder verwies an den anderen.
    Abflug am nächsten morgen dann um 9.45 nach Sydney, Die Dame am Check in war sehr nett und hat uns dann auch gleich die Bordkarten von Sydney nach Christchurch mit ausgedruckt mit dem Kommentar nun passiert nichts mehr.
    Wir hatten inSydney einen Aufenthalt für 12h ( wollten wir so , da wir mit einem Kurzvisum noch Sydney ansehen wollten). Da wir die Bordkarten ja für den Weiterflug hatten sind wir dann um 17.00 durch die Sicherheitskontrolle zum Boarding und wie wir dort unsere Bordkarten scannen sollten waren wir nicht auf der Liste.
    Leider hatte Emirates es nicht weitergegeben das es die 24h Verspätung in Dubai gab und die Damen von Quantas konnten sich an unsere Namen erinnern die abends zuvor aufgerufen wurden für den dortigen Weiterflug, den wir ja leider nicht schaffen könnten.
    Quantas übernahm nun die Hotelübernachtung in Sydney und pro Person 50AD für Verpflegung (Abendbrot u Frühstücks). Wir baten wieder um unsere Koffer hier würden wir auch von den Damen von Quantas ganz toll unterstützt. Es war aber nur 1 Koffer da. Der eine war schon in Christchurch gelandet, der dritte war angeblich nach Wellington gereist. Wir waren seit Freitag unterwegs und hatten jetzt Montagabend wir waren doch ziemlich mit den Nerven runter. Wir bekamen dann nochmal 240AD$ um uns etwas zum anziehen zu kaufen und das Versprechen das unser Gepäck auf jeden Fall am nächsten Tag mit in Christchurch sein sollte (das hat dann tatsächlich auch geklappt). Und wir hätten dann auch Glück das die Damen von Quantas es hinbekommen haben, obwohl der Flieger ausgebucht war, schon um 10.15 mit fliegen zu lassen sonst wäre es erst 18.15 geworden. Das Problem war nun allerdings meine Tochter sollte am Mittwoch um 9.00 in der Uni erscheinen. Wir hatten uns ein Mietauto ab Montag gebucht und wollten gemütlich an 2 Tagen von Christchurch nach Invercargill fahren (die Fahrt dauert so 9-10h). Da wir aber erst am Dienstag um 15.15 in Christchurch ankamen haben wir uns entschlossen mit einem Inlandsflug Dauer 1.10
    zu fliegen. Vorher Telefonische Rücksprache mit Quantas ob sie dieses übernehmen, Auskunft wir müssten es erstmal selber bezahlen und dann über die Versicherung einreichen. Mietauto lief über den ADAC da kann es sein das wir das Geld zurückbekommen da Avis das Auto nicht in Rechnung gestellt hat, da wir es nicht bekommen haben.
    1 Übernachtung hatten wir auf dem Weg auch noch eingeplant, die müsste auch storniert werden, Geld bekommen wir dafür nicht zurück.
    Wie schnell muss ich meine Forderungen einreichen?
    Emirates war überhaupt nicht bereit sich auf irgendwas einzulassen. Die Damen von Quantas in Sydney waren die ersten die uns geholfen haben und uns auch was schriftliches mitgegeben haben. Leider haben wir von den Flugtafeln keine Fotos gemacht. Da wir mit sowas nicht gerechnet haben.
    Bin echt am überlegen ob ich zu Hause nicht doch einen Anwalt nehmen.
    Zu Hause bin ich erst wieder am 21.2.16 wenn alles normal läuft.
    Bin schon viel geflogen in Europa und nie Probleme gehabt. Dann der erste große Flug und alles lief unrund.
    Vielen Dank

    • JohannesJohannes sagt:

      Das klinkt ja nach einer richtigen Tortur, die ihr da durchgemacht habt.

      Also Anspruch auf eine Ausgleichszahlung nach dem EU Fluggastrecht habt ihr wohl leider nicht. Das endet sozusagen mit der pünktlichen Ankunft in Dubai.

      Das einzige was dir helfen kann ist der Artikel 19 Verspätung des Montrealer Übereinkommen:

      Der Luftfrachtführer hat den Schaden zu ersetzen, der durch Verspätung bei der Luftbeförderung von Reisenden, Reisegepäck oder Gütern entsteht. Er haftet jedoch nicht für den Verspätungsschaden, wenn er nachweist, dass er und seine Leute alle zumutbaren Maßnahmen zur Vermeidung des Schadens getroffen haben oder dass es ihm oder ihnen nicht möglich war, solche Maßnahmen zu ergreifen.

      Allerdings sehe ich die Chancen trotzdem als gering an. Vielleicht habt ihr ja Glück und der Inlandsflug wird euch erstattet, weil es Qantas verbockt hat. Glaub aber wenn dann eher auf Kulanz.

  24. SebastianSebastian sagt:

    Hallo Johannes,

    erstmal vielen Dank für diese tolle, sehr informative Seite!
    Auch ich bin etwas unsicher mit meinem Fall.
    Wir sind mit Swiss von Bangkok nach Berlin über Zürich. Der Flieger kam in Zürich mit 31 MIn Verspätung an (20:01). Umsteigezeit war nun nur noch 49 Min. Da wir 2 Rucksäcke mit Film- und Video Technik hatten, sowie eine Laptoptasche und 1 Beutel mit Duty Free Getränken wurden wir beim security check so lange und ausgiebig kontrolliert, das wir die letzten Passagiere waren aus dem Flug und ganz knapp unseren shuttle Zug zum nächsten Terminal verpassten. So mussten wir als letzte 5 Min auf den nächsten shuttle ZUg warten. Als wir am Gate ankamen nach 49 Min war das Gate schon zu (20:50) Geplante Abflugzeit war 20:50.
    Am Transferschalter erklärte man uns das die restlichen Passagiere den Flieger rechtzeitig erreicht hätten, nur wir nicht, weshalb es unsere schuld wäre. Geplante Umstiegszeit in Zürich sei 40 Min, wir hätten aber 50 Min gebraucht. Das wir länger als alle anderen am secrurity check aufgehalten wurde zählte nicht, dafür sei die Airline nicht verantwortlich. Wir mussten die Flugumbuchung auf den nächsten Morgen als auch Hotelkosten erstmal selber tragen.
    Wir sind fassungslos, das nicht auf uns gewartet wurde, bzw. auch die securuty Leute oder jemand von der Airline nicht gekümmert hat unseren Flieger zu erreichen, obwohl wir deutluch angesagt haben, das wir unseren nächsten Flieger erreichen müssen.
    Können wir so bestraft werden, nur weil wir mit Foto-und Video technik reisen und deshalb länger kontrolliert werden?
    Vielen Dank schonmal für deine Meinung zu dem Fall

    • JohannesJohannes sagt:

      Hallo Sebastian,

      schwieriger Fall. Damit habe ich leider bisher noch keine Erfahrung.

      Die Minimum Connection Time liegt in Zürich bei den genannten 40 Minuten. Die gilt allerdings für auch für Umsteigeverbindungen die nicht durch die Sicherheitskontrolle müssen.

      Welche Zeit ist denn 20:01 Uhr genau? Zeitpunkt der Landung, Zeitpunkt an der ihr das Flugzeug verlassen habt?

      Ist schon sehr unschön, wie Swiss das „geregelt“ hat. Ich kann dir da leider nichts zu den rechtlichen Aspekten sagen aber ich würde auf jeden Fall versuchen zumindest die Hotelkosten von Swiss erstattet zu bekommen. Kann ja auch einfach sein das die Passagiere die es geschafft haben, viel weiter vorne im Flieger saßen.

      Sonst würde ich den Fall mal bei der Schlichtungsstelle einreichen und schauen was die sagen: https://travel-dealz.de/ratgeber/fluggastrecht-durchsetzten/#Fall-bei-der-Schlichtungsstelle-einreichen

      • SebastianSebastian sagt:

        Johannes, vielen Dank für Dein feedback!
        20:01 wurden die Türen am Gate geöffnet. Ob die anderen weiter vorne oder hinten gesessen haben ist ja eigentlich unerheblich, alle im Flieger müssen ja weiter transportiert werden, bzw. entschädigt werden wenn es nicht klappt, egal wo sie sitzen. Aber gut, ich werde es erstmal bei der Swiss direkt probieren, schauen was sie sagen und dann Schlichtungsstelle, dann Anwalt… was man nicht alles machen muss 😀 Ich werde berichten….

      • SebastianSebastian sagt:

        Ach so, eine Frage noch, woher hast Du die Information das die 40 Min Umsteigezeit als minimum connection time in Zürich gelten, und das diese auch für Umsteigeverbindungen gelten, die nicht durch die Sicherheitskontrolle müssen? Das wäre ja ein sehr wichtiger Punkt. Mit Sicherheitskontrolle müsste die Swiss ja entsprechend mehr Zeit einrechnen für den Umstieg, was unser Fall ja belegt.

  25. MelinaMelina sagt:

    Hallo Johannes,

    Bin momentan etwas unschlüssig, ob mir Geld zusteht.
    War die letzten Tage in New York und da ist am Samstag das Schneechaos ausgebrochen.
    Mein Flug sollte Samstag abends von JFK über LHR nach Hamburg gehen. Das Ganze lief über American Airlines.
    Dieser Flug wurde (ohne uns überhaupt Bescheid zu geben) gecancelt. Wir mussten uns dahinterhängen und die Airline kontaktieren, wie jetzt weiter verfahren werden soll. Es wurde dann auf Sonntagabend umgebucht. Als wir Sonntagmorgen online einchecken wollten, mussten wir mit Schreck feststellen, dass auch dieser Flug storniert wurde. Wieder ohne Info seitens der Airline. Wir haben AA also wieder kontaktiert und sind jetzt letztendlich am Montagabend geflogen.
    Theoretisch hätte ich Montag arbeiten müssen, musste mir jetzt also 2 Tage extra nehmen. Auch das Hotel wollen sie nicht zahlen.
    Eigentlich hab ich wohl kein Anspruch auf Entschädigung, aber ich finde den Service wirklich katastrophal und für mich sind wirklich Probleme daraus entstanden.
    Gibt es irgendeine Möglichkeit oder ist es zwecklos?

    Danke für Hilfe!
    Melina

  26. Angelika EggertAngelika Eggert sagt:

    Hallo, Ihr tollen Helfer,

    die Kommentare haben mir sehr gefallen. Im Flughafen habe ich mich mit mehren Betroffenen unterhalten, die schon Erfahrungen mit den Fluggesellschaften gemacht haben und diese sagten, so geht das nicht, wir fordern eine Entschädigung. Ich hätte das so sein lassen, weil ich dachte, es ist eben eine Sache von oben. Dann schaute ich im Internet nach und fand euren tollen Block. Trotzdem bin ich mir unsicher, wie ich das mit dem Schiedsgericht machen soll. Ich gebe zu, ich habe nicht soviel Geld und mit Richtern in einer anderen Sache keine guten Erfahrungen gemacht. Ich habe nachgelesen, dass die Krankheit eines Crew Mitgliedes lt. EG-Verordnung 261/2004 in den Einflussbereich der Flugairlines liegt und nicht, wie sunexpress behauptet „Ursache in Gründen außerhalb unseres Einflussbereiches lag und uns kein Verschulden trifft“ – nur eine Ausrede.

    Ich hatte auch eine Flugzeugverspätung am 19.12.15 von Hurghada nach Hamburg. Ich habe gleich meinem Reisebüro und SunExpress einen Bericht am 23.12.15 geschickt. Heute am 22.01.16 bekam ich per Mail meine Absage.

    Mail am 23.12.15 von mir(Habe noch mehrere Beweise als Anhang mit verschickt):
    Anspruch auf Entschädigung von Sun Express bei der Flugzeugverspätung am 19.12.15

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich hatte einen Rückflug XG 4990 bei SunExpress am 19.12.2015 von Hurghada nach Hamburg. Der Flug war um 9.35 Uhr angesetzt. Der Flieger sollte von Nürnberg losgehen. Aber ein Crew Mitglied wurde krank und der Flieger musste nach Frankfurt, um die Crew aufzustocken. Wir warteten Stunden vor dem Flughafen. Wir bekamen keine vernünftigen Auskünfte. Als wir endlich gegen 11.00 Uhr einchecken konnten, war die Warterei noch lange nicht vorbei. Der Flieger kam erst gegen 16.00 Uhr (Ägyptischer Zeit) an und startete gegen 17.00 Uhr. Er landete gegen 19.50 Uhr in Hamburg. Wir Fluggäste sollten uns die Verspätung in Hamburg bestätigen lassen. Aber es fühlte sich keiner Zuständig im Hamburger Servicebereich, schließlich musste ich die Suche abbrechen, um den letzten Zug nach Rostock noch zu bekommen. Ich ließ mir die Bestätigung der Landung vom Flughafen Hamburg GmbH per email von Herrn Edgar Hauptfleisch / ehauptfleisch@ham.airport.de / bestätigen.
    Wie Sie aus der Flugzeugverspätung entnehmen, war die Wartezeit 7 Stunden.
    Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
    Mit freundlichen Grüßen
    A. Eggert

    Anwort von sunexpress am 22.01.16:
    Sehr geehrte Frau Eggert,
    vielen Dank für Ihr Schreiben.
    Ich bedauere sehr, dass wir Ihren Flug XG4990 am 19.12.2015 nicht pünktlich durchführen konnten und bitte Sie, für alle Unannehmlichkeiten, die daraus entstanden sind, im Namen von SunExpress um Entschuldigung.
    Grund für die Verspätung des vorherigen Fluges XG4669, war die Erkrankung der Crew.
    Dementsprechend verspätete sich auch Ihr Flug.
    Ich verstehe den Ärger über diese Verspätung, bitte aber auch um das Verständnis , dass für uns wichtiger als Komfort und Pünktlichkeit, die Sicherheit unserer Fluggäste ist. So hat die sichere Durchführung des Fluges für uns höchste Priorität.
    So ärgerlich für alle Reisenden die Folgen dieser Flugverspätung waren, so müssen wir jedoch Ihre Forderung nach Schadensersatz in diesem Fall ablehnen, da die Ursache in Gründen außerhalb unseres Einflussbereiches lag und uns kein Verschulden trifft.
    Wir hoffen, dass Sie dennoch einen angenehmen Urlaub verleben konnten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Inci Kaplan

    Kundenservice
    SunExpress
    E crm@sunexpress.com

    Wie Sie ersehen, sind das nur Ausflüchte von sunexpress.
    Ich benötige Ihre Hilfe, welche Schritte ich einleiten sollte, ohne über das Gericht zu gehen.

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Angelika Eggert

    • JohannesJohannes sagt:

      Hallo Angelika,

      das ist auf jeden Fall keine höhere Gewalt das haben bereits diverse Urteile bestätigt. Das ist ein operationelles Risiko der Airline. Sie hätten ja auch eine Ersatzcrew parat haben können. Außerdem war das auch noch auf dem vorherigen Flug. Sunexpress hätte z.B. eine Ersatzmaschine stellen oder chartern können.
      Ganz passend dazu ist das Urteil vom 1. Juni 2012 Az. 9 C 138/12 des AG Königs Wusterhausen.

      Du kannst jetzt entweder SunExpress Antworten und auf das genannte Urteil hinweisen und zitieren oder du schaltest die Schlichtungsstelle ein. Dort ist auch SunExpress Mitglied. Ich würde es noch einmal mit einer Email an SunExpress versuchen und sonst der Schlichtungsstelle den Fall vortragen.
      Falls das alles nicht bringt, kannst du den Fall einem Anwalt übergeben.

      Über eine Update würde ich mich freuen :).

      • Angelika EggertAngelika Eggert sagt:

        Hallo Johannes,

        vielen Dank, dass du so schnell geantwortest hast. Ich danke dir für deinen Rat, das baut mich so richtig auf und ich werde kämpfen. Danke. Habe heute gleich eine mail losgeschickt mit 14tätiger Frist und Androhung mit dem Schiedsgericht und den von dir genannten Urteil. Ich lasse dich wissen, wie die Sache so ausgelaufen ist.
        Ich wünsche dir eine gute Woche.

        VG Angelika

        • Angelika EggertAngelika Eggert sagt:

          Hallo Johannes und hallo Björn,

          habe mich noch einmal an SunExpress gewandt und geschrieben, dass ich die Ablehnung nicht akzeptiere. Diesmal lt. eurer Hilfe habe ich die von euch angegebenen Ratschläge und Urteile mit eingebaut und mit der Schiedsstelle gedroht. Habe sofort am nächsten Tag eine positive Antwort bekommen:
          „…Ich habe den Sachverhalt nochmals überprüft. Selbstverständlich kann ich die Unannehmlichkeiten nachvollziehen und werde Ihnen mit einem Betrag in Höhe von 600 Euro entgegen kommen.“
          Heute habe ich diese Summe erhalten.
          Also an alle, die hier in diesem tollen Portal Hilfe suchen,es stimmt
          „Für sein Recht muss man kämpfen!“

          Ich danke dir Johannes und Björn, ohne eure Ratschläge hätte ich nicht den Mut gehabt für mein Recht zu kämpfen und ich hatte Glück.

          Mit freundlichen Grüßen.

          Angelika

    • BjörnBjörn sagt:

      Hallo Angelika, Hallo Johannes,

      auch meiner Ansicht nach hast Du ohne wenn und aber Anspruch auf die volle Entschädigungszahlung – in Deinem Fall wohl 600,- Euro. Wie Johannes schon dargelegt hat scheint der Fall (wenn alle Deine Angaben stimmen) eindeutig zu sein und es ist davon auszugehen, daß das auch der Fluglinie bewußt ist und sie lediglich versuchen Dich abzuwimmeln. Wenn Du also weiterhin Druck machst sollten sie irgendwann auch „freiwillig“ zahlen. Denn ab einem gewissen Punkt wird es für die Fluglinie billiger Dich zu entschädigen als (zusätzlich) die Kosten für Schlichtung und/oder Gericht zu tragen. Ich an Deiner Stelle würde ja (bei so einem klaren Fall) den Gang zum Anwalt nicht scheuen – Du mußt da auch kein Geld vorschießen – aber wenn Du das partout nicht willst, hast Du neben der SÖP noch weitere Möglichkeiten. Zum einen die im Artikel genannten Dienstleister, die Dir jedoch ca. 30% Deiner Entschädigung „klauen“. Zum anderen kannst Du selber (nachdem Du schriftlich (per Einwurfeinschreiben) Deine Forderungen (samt Zahlungsfrist) geltend gemacht hast) beim für Dein Bundesland zuständigen Gericht einen Mahnbescheid gegen die Fluggesellschaft erwirken. Das ist ganz leicht – einfach googeln wie das geht – und Du mußt lediglich etwa 30 Euro investieren (die jedoch auf Deine Forderung aufgeschlagen werden). Dann hat die Fluglinie nur zwei Möglichkeiten: Entweder zahlen (was sie höchstwahrscheinlich machen wird wenn die Forderung berechtigt ist) oder widersprechen – womit die Sache vor’s Amtsgericht ginge. Ich hatte auch einmal einen Fall von Verspätung wegen unvollständiger Crew und die Fluglinie hat nach dem Mahnbescheid anstandslos gezahlt – nachdem sie vorher auf meinen Brief nicht einmal geantwortet haben.
      Wie gesagt sollte Dir in Deinem Fall aber der Gang zum Anwalt sowieso keine Bange machen – Johannes kann da sicher einen bewährten empfehlen.
      Ansonsten Viel Glück!

      • Angelika EggertAngelika Eggert sagt:

        Hallo Björn,

        habe mich noch einmal an SunExpress gewandt und geschrieben, dass ich die Ablehnung nicht akzeptiere. Laut deiner Mail habe ich die von dir angegebenen Ratschläge mit eingebaut und mit der Schiedsstelle gedroht. Habe sofort am nächsten Tag eine positive Antwort bekommen:
        “…Ich habe den Sachverhalt nochmals überprüft. Selbstverständlich kann ich die Unannehmlichkeiten nachvollziehen und werde Ihnen mit einem Betrag in Höhe von 600 Euro entgegen kommen.”
        Heute habe ich diese Summe erhalten.
        Also an alle, die hier in diesem tollen Portal Hilfe suchen,es stimmt
        “Für sein Recht muss man kämpfen!”

        Ich danke dir Björn, ohne deine Ratschläge hätte ich nicht den Mut gehabt für mein Recht zu kämpfen und ich hatte Glück.

        Mit freundlichen Grüßen.

        Angelika

        • BjörnBjörn sagt:

          Hallo Angelika,
          habe ich sehr gerne gemacht. Der Grund warum ich hier mitreden kann ist schlicht und einfach der, daß ich mich in die Materie eingearbeitet habe weil bei meinen beiden Verspätungen die Fluggesellschaften auch nicht zahlen wollten. Beim nächsten Mal weißt Du sicher auch schon was zu tun ist. Dein Fazit “Für sein Recht muss man kämpfen!” kann ich nur unterschreiben und wenn die Forderung berechtigt ist hat das auch nix mit Glück zu tun. Leider ist noch viel zu wenigen Passagieren klar welche Recht sie besitzen.

  27. JanJan sagt:

    Hallo,

    ich bin vor Monaten mit Germanwings geflogen. Nun wollte ich meine Entschädigung durchsetzen, frage mich allerdings, an wen mein Schreiben geschickt werden soll. An Germanwings oder Eurowings?

    Danke sehr!

  28. NinaNina sagt:

    Hallo Johannes,

    sehr informatives Portal, hoffe du kannst auch mir weiterhelfen.
    Wir sollten am 11.11.15 mit Qatar Airways von Colombo (Sri Lanka) über Doha (Qatar) nach München fliegen. Unser Flug von Colombo nach Doha (04:10 Uhr) wurde annulliert (was man uns allerdings nicht mitgeteilt hat, es hieß immer nur, der Flieger hätte Verspätung). Wir saßen also 9 Stunden am Flughafen rum, ehe wir mit der nächsten Maschine (09:25 Uhr) nach Doha gebracht wurden. Unseren Anschlussflug nach München (circa 10 Uhr morgens) haben wir natürlich verpasst, da wir erst um 12:30 in Doha waren. Weiter ging es um 02:20 am Folgetag!!! Wir haben natürlich ein Hotel und Verpflegung von Qatar Airways bekommen, aber dennoch sehe ich es nicht ein, keinen Cent Entschädigung zu bekommen! Laut EU-Verordnung ist das ja wohl so, aber wer kommt für den verlorenen Arbeitstag auf? Wir sind mit 18 Stunden Verspätung in München angekommen, irgendwer muss doch dafür aufkommen, oder nicht?
    Bitte hilf uns 🙂

    Viele Grüße
    Nina

    • JohannesJohannes sagt:

      Hallo Nina,

      leider ist das so. Die VAE oder Sri Lanka haben kein, dem EU Fluggastrecht ähnliches Gesetzt…

      Trotzdem würde ich dir empfehlen, dich bei Qatar Airways zu beschweren. Vielleicht gibt es dann zumindest eine Entschädigung (Meilen, Gutschein…)

    • JamesJames sagt:

      aber wer kommt für den verlorenen Arbeitstag auf?

      Schadensersatz ist auch ohne die EU Verordnung zu leisten. Allerdings dann nicht pauschal und nur insoweit wie nachweisbar. Ein Tag Urlaub mehr nehmen müssen beim Arbeitgeber ist ein bezifferbarer Schaden, wenn auch meist weniger, als es die Pauschalentschädigung nach EU-VO gewesen wäre!

      Du solltest einen Anawalt zur Prüfung einschalten. Aus praktischen Erwägungen wäre auch zu prüfen, ob die Klage in Deutschland erfolgen kann. Wenn nicht, wird es schwierig.

  29. MatthiasMatthias sagt:

    Bei meinem Schreiben an die Fluggesellschaft war es wirklich eine Zumutung die deutsche Adresse aufzutreiben. Direkte Weiterleitung an die ausländische Seite, deshalb kein Impressum, Google spuckt widersprüchliche Daten aus usw… Habe schließlich diese Liste gefunden: https://www.diekmann-rechtsanwaelte.de/fileadmin/user_upload/Material/Adressen_der_Fluggesellschaften.xls

    Hoffe es hilft dem ein oder anderen weiter und die Verlinkung ist gestattet 🙂

  30. BjörnBjörn sagt:

    Hallo Johannes,

    Du hast einen kleinen Fehler bei den AGB – „vermieten“ statt „verbieten“.
    Das man die Daten nicht nutzen kann ist aber in Grunde auch kein Problem, denn die Airline ist ja in der Beweispflicht. Und wenn man für sich selber festgestellt hat, daß man einen begründeten Anspruch hat, dann läßt sich das ganze Verfahren doch mit viel mehr Zuversicht angehen. Und in der Forderung einfach behaupten „habe auf die Uhr geschaut“.
    Darüberhinaus eignet sich Flightstats auch hervorragend um festzustellen wie lange ein Streik gedauert hat oder wie lange ein Airport wegen Schlechtwetter geschlossen war.
    Trotz alledem würde ich aber den Ball bezüglich Flightstats (besonders online) ganz, ganz flach halten, denn die Airlines sind ja nicht verpflichtet denen Informationen zu liefern.

    Mit dem Anwalt gebe ich Dir natürlich grundsätzlich recht. Allerdings braucht man den für das Mahnverfahren nun wirklich nicht und ob ein Schrieb vom Anwalt wirklich mehr Wirkung hat als ein gerichtlicher Mahnbescheid möchte ich ‚mal dahingestellt lassen.

    Ein weiterer Vorteil vom Mahnverfahren – um auf Deine Situation Bezug zu nehmen – ist, daß das angegebene Prozeßgericht erst einmal prüft ob es überhaupt zuständig ist und sich gegebenenfalls für nicht zuständig erklärt (dann muß man eine Verweisung beantragen).

    In meinem vorigen Post ist mir übrigens ein Fehler unterlaufen: Vor Gericht geht die Sache nur dann, wenn die Airline Widerspruch einlegt; tut sie gar nichts, dann bekommt ihr einen vollstreckbaren Titel mit dem ihr einen Gerichtsvollzieher losschicken könnt.
    Auch hat sich das Verfahren verteuert: Nun muß man 32,- Euro investieren (vorher 23,- Euro – soviel zur angeblichen Deflationsgefahr).

    Wenn es dann vor’s Gericht geht ist natürlich zu bedenken ob man seinen Anspruch für wasserdicht hält – oder eine Rechtsschutzversicherung hat – (dann kann man sorglos die Sache einem Anwalt überlassen) oder sich doch scheut das finanzielle Risiko einzugehen. Selbstverständlich sollte man dann schon in der Lage sein sich schriftlich eloquent ausdrücken zu können um eine sauber ausformulierte Anspruchsbegründung hinzubekommen. Darüberhinaus beißen die bei Gericht nicht und wenn man Fragen hat schadet es nicht beim zuständigen Richter ‚mal anzurufen und nachzufragen. Wenn etwas unklar sein sollte wird der in der Regel sowieso auf einen zukommen und nachhaken (im schriftlichen Verfahren).

    Trotz alledem würde ich heute wahrscheinlich die Sache nicht mehr selber durchziehen sondern einen Anwalt beauftragen. Allerdings muß man sich bewußt sein, daß man bei so einem geringen Streitwert kaum einen Topanwalt bekommen wird – also nach einem Spezialisten für Fluggastrechte umschauen.

    • JohannesJohannes sagt:

      Danke für den Hinweis mit „verbieten“.

      Ich kann mit aber kaum vorstellen, dass eine Airline nicht auf ein Mahnbescheid reagiert und dann geht es eh vors Gericht.

      Problem war bei mit: Rückflug aus Singapur via Helsinki nach Düsseldorf auf einem Ticket. Der Richter hat wohl geglaubt, er müsse jedes Segment einzeln betrachten, was natürlich Quatsch ist. Leider wegen geringen Streitwert auch nur eine schriftliche- keine mündliche Verhandlung gehabt.
      Naja läuft jetzt wieder alles auf Anfang. Wann es eine Entscheidung gibt (ist bald 3 Jahre her), ist nicht abzusehen.

  31. BjörnBjörn sagt:

    Hallo Johannes,
    schöne Zusammenfassung. War schon längst überfällig. Hier ein paar Anmerkungen dazu:

    Die AGB von Flightstats.com untersagen ausdrücklich die Verwendung ihrer Daten zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen.

    Und das Luftfahrtbundesamt könnt ihr total vergessen – das hilft euch nämlich keinen Millimeter. Im Gegenteil, ihr habt da noch nicht einmal ein Auskunftsrecht was aus eurer Beschwerde geworden ist – also pure Zeitverschwendung.

    Ähnliches gilt auch für die Fluggastrechtedienstleister (FlightRight etc.). Das sind nämlich keine Vereine a la Lohnsteuerhilfe, Verbraucherzentrale etc. sondern Wirtschaftsunternehmen die Gewinn machen wollen (auf eure Kosten). Soll heißen die übernehmen ausschließlich nur solche Fälle, die entweder glasklar sind oder eine sehr gute Aussicht auf Erfolg bieten. Auf Deutsch: Genau die Fälle die ihr auch ohne sie locker gewinnt – mit oder ohne Anwalt.

    Dafür braucht es aber gar keinen Anwalt (wenn ihr das Kostenrisiko scheut), sondern ihr könnt beim Mahngericht (für ein paar Euro) einen Mahnbescheid gegen die Fluggesellschaft erwirken. Die steht dann vor der Wahl: Entweder zahlen oder die Sache geht automatisch vor’s Amtsgericht. Wenn euer Anspruch berechtigt ist wird sich die Airline wohl kaum auf ein (eher aussichtsloses) Gerichtsverfahren einlassen und die Abwimmelei hat ein Ende. Und selbst wenn: Die Beweispflicht liegt bei ihr und sie muß die „außergewöhnlichen Umstände“ beweisen. Die Gerichtsgebühr ist gering, es besteht kein Anwaltszwang, es gibt normalerweise keine Verhandlung sondern ihr müßt eure Ansprüche schriftlich begründen und selbstverständlich muß die Airline auch Zinsen berappen (wenn ihr gewinnt) und die Mahn- und Gerichtsgebühren übernehmen. Hat bei mir alles nicht ‚mal ein halbes Jahr gedauert.
    Wer denkt, sein Fall wäre wasserdicht, der kann das Alles aber natürlich auch einem Anwalt übertragen.

    Zu guter Letzt möchte ich noch anregen mit Hilfe der Travel-Dealz Fans ein kleines Archiv anzulegen mit dessen Hilfe man sich über die „Zahlungsmoral“ der Fluggesellschaften informieren kann. Dann weiß man gleich ob man vielleicht doch ein bißchen mehr „Überzeugungsarbeit“ braucht um zu seinem Recht zu kommen.

    • JohannesJohannes sagt:

      Hallo Björn,

      danke für dein ausführliches Kommentar. Das mit den AGB’s von Flightstats habe ich ergänzt.

      Ich finde es riskant, sich selber vor Gericht zu vertreten. Habe selber einen Fall mit Anwalt gegen Finnair (fast) verloren, weil sich das Gericht für nicht zuständig hielt. Nur dank einer Anhörungsrüge bin ich wieder im Spiel. Ausgang trotzdem noch ungewiss.

      Eine Liste mit der Zahlungsmoral werde ich anlegen. Sehr gute Idee! Danke

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